Intensiv Was belastet euch auf Arbeit???

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rebell74

Mitglied
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17.01.2006
55268
Hallo Allesamt
Ich muss in den kommenden Wochen im Rahmen meiner Fachweiterbildung eine Studienarbeit mit dem selbstgewählten Titel "Belastungsfaktoren von Pflegenden auf ITS" schreiben .... Um ein paar Ideen zu bekommen wohin sich diese Arbeit entwickeln könnte, hätte ich gerne mal gewußt, was euch auf Station Belastet!

Links zu Lesestoff oder Studien bzgl. des Themas sind auch willkommen!!!
 
Qualifikation
Krankenpfleger in FWB
Fachgebiet
Anästhesie
cyberhex

cyberhex

Mitglied
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08.02.2006
8041
Hallo Rebell,

da ich mich mit dem Thema Belastungen (ich sage lieber Anforderungen) in der Pflege schon einige Zeit beschäftige, freue ich mich, dass du dir dieses Thema gewählt hast.

Was hat mich bei meiner Arbeit auf der Intensivstation belastet?
Am Anfang auf jeden Fall meine eigene´Unsicherheit - die durch ein fehlendes Einarbeitungskonzept und fehlende Standards (ist bereits ca. 15 Jahre her) noch verstärkt wurde.Dann haben sich ein paar Kolleginnen mich als Ziel ihrer boshaften Attacken auserkoren - bin öfters mal heulend nach Hause gegangen. Habe aber Unterstützung von anderen Kollegen erhalten, deshalb habe ich auch durchgehalten.
Für manche Tätigkeiten hatte ich keine Ausbildung und wurde auch nur mal kurz eingeschult - z. B. Aufbau einer Hämofiltration - hatte das erste Mal massiven Stress, da auch keine andere Kollegin sich dabei auskannte.
Gerade bei jüngeren Patienten, die gestorben bin habe ich auch einige Zeit gebraucht, bis ich das ganze verdaut habe.
Soviel mal zu meinen eigenen Erfahrungen, die mir speziell zur Intensiv eingefallen sind.

Ich könnte hier noch stundenlang weiterschreiben, auch zu theoretischen Konzepten, aber es ist wohl sinnvoller, du weißt überhaupt mal in welche Richtung du gehen willst. Eine Aufstellung der Belastungsfaktoren, oder eine Handlungshilfe zur Gesundheitsförderung, sowohl von Seiten der Betroffenen und auch von Seiten der Organisation oder du suchst dir einen speziellen Belastungsfaktor heraus - da gibt es viele Möglichkeiten.

Hier habe ich dir noch ein paar Links herausgesucht, bunt gemischt Studien, weiterführende Websites, die meisten mit Bezug zur allgemeinen Krankenpflege, ein paar speziell auf die Intensivstation zugeschnitten.

Gesund Pflegen im Krankenhaus - Broschüre der INQA:
http://www.inqa.de/Inqa/Redaktion/Service/Downloads/Gesund-Pflegen-im-Krankenhaus-pdf,property=pdf,bereich=inqa,sprache=de,rwb=true.pdf

eine Abschlussarbeit :
http://www.oebai.at/cms/_data/Physische___Psychische_Belastungen_von_ICU_Pflegepersonal_-_Fachbereichsarbeit_SAB_2005_-_Feilhofer-Singer_-_Ibk.pdf

eine Site von der INQA
INQA - Gesund Pflegen

eine Projektarbeit zu Belastungen des Pflegepersonals
http://www.efb-consulting.de/efb-consulting/tp_pub/proj/2001a_arbeitsbelastung.pdf

Kurze Zusammenfassung der Next-Studie
http://www.next.uni-wuppertal.de/dt/NEXTq0dt2005.pdf

und noch ein Bericht dazu:
http://www.praenet.de/media/Mueller.pdf

der Krankenpflegereport aus dem Jahr 2000
http://www.inqa.de/Inqa/Redaktion/Themen/Pflege/DAK_20Gesundheitsreport_202000,property=pdf,bereich=inqa,sprache=de,rwb=true.pdf

und der Gesundheitsreport stationäre Krankenpflege aus dem Jahr 205
http://www.dak.de/content/filesopen/KrankenpflegeGesamt_110106.pdf

Ich wünsche Dir für deine Arbeit alles Gute
und würde mich sehr freuen, wenn du uns über den Fortschritt ein bisserl berichtest - ich bin daran sehr interessiert.

Liebe Grüsse
Elisabeth
 
Qualifikation
Diplomierte Gesundheits-Krankenschwester
Fachgebiet
Risikomanagement
R

rebell74

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
17.01.2006
55268
Also die Arbeit geht tatsächlich in Richtung Belastungsfaktoren und Möglichkeiten was dagegen zu tun.
Ich danke dir für deine Links; und klar, über die Arbeit bzw. deren Fortschritt berichte ich hier. Zeit habe ich bis Oktober, gefordert sind ~20Seiten...

BTW: Der Thread wurde ungefähr 20mal angeschaut, ich nehme an, das es den Mitlesern sehr gut auf der Arbeit geht... :grin:
 
Qualifikation
Krankenpfleger in FWB
Fachgebiet
Anästhesie
M

ms81

Mitglied
Basis-Konto
18.06.2006
68169
Hallo hallo,
also ich kann mich cyberhex nur anschliessen. An eine unerfahrene Kraft auf einer ITS werden hohe Anforderungen gestellt, entweder es gibt Kollegen die einen toll unterstützen und Lob aussprechen, oder andere, die wahrscheinlich nie Anfänger waren (*zwinker) und "Frischlingen" ihre Launen spüren lassen,und auch ihr Wissen nicht teilen möchten bzw. weitergeben und einen als "Dummerchen" dastehen lassen.
Anstrengend sind auch Kollegen mit langjähriger Berufserfahrung, die isch die einfachsten Patienten aussuchen um ne ruhige Kugel zu schieben, und der Neuling rackert sich einen ab.
Aber es gibt ja auch, dem Himmel sei Dank, sehr sehr liebe Kollegen, die nicht vergessen haben, dass auch sie mal am Anfang standen..
Was auch eine hohe Anforderung ist, ist oft das Leid der Patienten, das lange Sterben, Umgang mit den Angehörigen, Umgang mit potenziellen Organspender etc....
Aber trotz all dieser Anforderungen und Herausforderungen kann das Arbeiten auf einer Intensiv (mit den richtigen Kollegen) spass machen.
Man darf sich nicht unterkriegen lassen
In dem Sinne...

Grüssle ms81
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Anästhesie
D

David

Mitglied
Basis-Konto
19.01.2006
90403
Ich arbeit auf einer interdisziplinären ITS( schon seit ca. 4Jahren) und mache auch grade meine Fachweiterbildung!
Sehr belastend finde ich vorallem Umstände, die das Team und auch die Leitungen betrifft! Wenn man ständig suggeriert bekommt faul zu sein oder mangelnd angepasst?!? (wobei ich da eh anders drüber denke!!!)
Jedoch das Gefühl dass die Leitung nicht hinter einem steht sondern lieber ihren eigenen "Arsch" im Trocknen wiegt und und nach oben hin diverse Körperöffnungen aufdehnt! :sick:
hat mich in der letzten Zeit sehr geärgert und demotiviert!
 
Qualifikation
Krankenpfleger (Fachweiterbildung A/I)
Fachgebiet
interdis. ITS
C

CTX

Mitglied
Basis-Konto
21.01.2006
45357
Kann mich den vorherigen Beiträgen anschließen. Was mich aber zur Zeit sehr "belastet" bzw. ärgert, ist der Umgang der PDL,FBL, und sonstigen Vorgesetzten mit dem Pflegepersonal. Man fordert von der Basis absolute Hochleistung unter miserablen Bedingungen. Der Stellenabbau ist allgegenwärtig, der Aufgabenbereich wird immer umfangreicher und erfordert ein hohes Maß an Wissen und Fertigkeiten. Die Ansprüche der Patienten, oder neuerdings Kunden genannt,werden immer größer.Will man sich auf eigene Faust und auf eigene Kosten weiterbilden, so werden einem massiv Steine in den Weg gelegt. Das alles trägt nicht wirklich zur Mitarbeitermotivation bei. Loyalität nach "oben" hin wird gefordert, aber wehe man ist Loyal mit seinen Teamkollegen.
 
Qualifikation
Krankenschwester, Rettungsassistentin
Fachgebiet
Intensiv
N

Nero

Mitglied
Basis-Konto
12.08.2006
56076
Hallo,

Eine Belastung stellt für mich, (sowie auch für die Patienten) die unheimlich Geräuschkulisse da. Die Intensivstation ist natürlich sehr hellhörig, zusammen mit den Alarmen diverser Beatmungsmaschienen sowie die monitor-, Perfusor-, und Infusomaten Alarme kommt es schon mal zu einer sehr unhomogenen Geräuschkulisse. an den meisten Tagen nimmt mann das nicht wahr. Aber an manchen Tagen ( gerade nach 14 Tagen Dienst am Stück) ist es schon sehr Nervenschädigend. Die Mangelnde Anerkennung seitens des Arbeitgebers war für mich anfans auch ein Problem, an das man sich aber leider in unserem Haus gewöhnen muss. Unser Team ist im großen und ganzen sehr homogen sodas man sehr gut zusammen arbeiten, und auch spass zusammen haben kann ? Wäre das nicht der Fall so wäre das wahrscheinlich die größte Belastung.
 
Qualifikation
Krankenpfleger/student
Fachgebiet
Intensivstation/Notaufnahme
B

Batz

Mitglied
Basis-Konto
15.05.2006
64625
Hallöle!:eek:riginal:
Belastend finde ich diese Unmengen an "Gekabels" und die Hellhörigkeit auf einer Intensiven. Damit würde ich mich Nero anschließen.
Lg Batz:wink:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wachstation
F

Fab

Mitglied
Basis-Konto
Hallo zusammen.

Bei uns mangelt es sehr an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Stationsärzten. Das führt dazu, dass man manchmal jeden Tag ein neues Infusions- und Medikamentenschema bekommt. Und dann muss man den Docs "hinterherrennen" und alles noch mal durchdiskutieren, weil das gestern ja anders war und wieso heute nicht usw. Das empfinde ich als sehr belastend. Ausserdem wird bei uns immer mehr über Computer gearbeitet, was zwar begrüssenswert ist und auch gewünscht. Aber die Programme funktionieren nicht wie sie sollten, oder es fehlt an gescheiten Einweisungen etc. Also das Arbeitsumfeld kann ein sehr großer Belastungsfaktor sein.

MfG - Fab
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Chirurgische Intensivstation
HBR69

HBR69

Aktives Mitglied
Basis-Konto
05.10.2000
58644
Tja, was ist für mich (15 Jahre ITS) alles belastend??
Im Grunde ist hier schon vieles geschrieben worden, was auch für mich zutrifft.
Aktuell würde ich mal die körperlichen Anforderungen an uns Pflegepersonal zur höchsten Belastungsprobe zuordnen. Wir pflegen zur Zeit 3 Patienten (von 12 ) die ca. 150kg wiegen. Alle 3 mit chirugischen Großwunden bzw. offenen Bäuchen, Langzeitbeatmung (einer heute den 141 Tag!!) und schlechter Prognose!
Meine Vollzeitkollegen können nicht mehr und empfinden nur noch Stress in den Zimmern. Mal ganz abgesehen von den Patientengefühlen ist dieser Stress zur Zeit für unser Team die größte Belastung.

Gruß
Heike
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester I/A, freie Dozentin
Fachgebiet
Lungenfachklinik Intensivstation, Stationsleitung
Weiterbildungen
Mitgliedschaft bei der DGF
A

Anja He.

Mitglied
Basis-Konto
23.02.2006
66773
Was mich immer mehr belastet, ist die schlechte Besetzung.
Ich muß teilweise bis zu 5 Patienten im Dienst betreuen.
Dazu kommen die hohe Geräuschkulisse, die steigenden Ansprüche ans Personal, der Druck von "oben" und die zunehmende Angehörigenbetreuung.

Der oft sehr lange Sterbeprozess trägt ebenfalls dazu bei.

Um das ein wenig aufzufangen, braucht man ein sehr gutes Team, in dem man auch mal einen schlechten Tag haben darf!
Und das haben wir Gott sei Dank auch!
 
Qualifikation
Kinderkrankenschwester
Fachgebiet
Intensivstation neurolog. Frühreha
S

Schweizer

Neues Mitglied
Basis-Konto
20.08.2006
8000
ich muss sagen, seitdem ich in der schweiz arbeite (und nicht mehr in deutschland) habe ich viel weniger belastungssituationen. es ist ein viel ruhigeres und harmonisches arbeiten möglich und das gibt einem ein gutes gefühl. in deuitschland hat mich die situation gestresst, dass ich den patienten nicht mehr gerecht geworden bin, d.h. ich konnte sie nicht ausreichend versorgen wie es eigentlch sein sollte.
 
Qualifikation
dipl. Pflegefachmann IPS
Fachgebiet
Interdisz. IPS
D

DerFlo

Ärzte, immer nur Ärzte!
 
B

Briddel

Mitglied
Basis-Konto
12.09.2006
27440
Mich belastet, dass ich die Verantwortung für 4 Patienten habe, die ich nicht tragen kann. Zwei Wochen Einarbeitung, danach ist man allein auf sich gestellt, niemand merkt, ob ich was falsch mache.

Die Kollegen sind sehr nett und hilfsbereit, das nützt mir aber wenig, wenn ich noch nicht mal die Routinearbeiten drauf habe. Außerdem sind die völlig überlastet.

Dazu ständige Alarmgeräusche, Apnoealarm weil ne Beatmungsmaschine spinnt.

Ganz schlimm auch die ungenauen ärztlichen Anordnungen in der Kurve. Ich telefoniere viel zu oft wegen Rückfragen.

Ich weiß nicht, ob ich für die Intensiv gemacht bin, wohl nicht. Die Arbeit ist sehr interessant, aber mit der Verantwortung ohne das nötige Wissen komme ich nicht klar.:cry:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Chirurgie
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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