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weissbrk

weissbrk

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07.03.2006
Münster
Jetzt sitz ich hier und warte..
Der Lebensgefährte meiner Tante liegt im Sterben. Die Palliativ-Ärztin sagte heute morgen, sie rechnet eher mit Stunden als mit Tagen.
Es war sein Wunsch, nicht mehr ins Krankenhaus zu müssen, er hat aber nie für uns verständlich realisiert, dass er stirbt. In den letzten Tagen redete er immer wieder davon, "nach Hause" zu wollen, obwohl er zu Hause ist. Ich habe meiner Tante gesagt, dass das auch bedeuten kann, dass er spürt, auf dem Weg zu sein.
Sie akzeptiert es. Und es war ihr Wunsch, ihn bei sich zu behalten bis zum Schluss, obwohl sie auch sehr eingeschränkt ist.
Dank eines guten Pflegedienstes und eines absolut.. ach ich kann Euch gar nicht sagen, wie dankbar wir denen sind... Pallitiv-Netzes scheint es jetzt zu klappen.
Es ist, was ich als würdevolles Sterben in vertrauter Umgebung empfinde.
Meine Tante möchte allein mit ihm sein, niemanden von uns um sich haben in den letzten Stunden.
Sie kann (und wird) sowohl das Palliativ-Netz als auch mich jederzeit anrufen.
Ich hoffe sehr, dass seine letzten Stunden ruhig und friedlich sein werden.
Und dass ich im richtigen Moment das Richtige tue.
 
Qualifikation
Verwaltung
Fachgebiet
privat
C

chrodechilde

Mitglied
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27.02.2006
36039
AW: warten...

Man hat immer das gefühl das man irgendwas hätte besser machen können oder anders oder noch viel mehr als man schon getan hat. das geht wohl jedem so.
Ich denke ihr hättet es nicht besser machen können. deine tante wird dich sicher noch brauchen wenn es soweit ist und auch da wirst du für sie eine grosse hilfe sein.

also dann, bleibt stark und verliert nicht die sicht auf das leben danach.
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Neurochirurgische Wachstation
L

Lisy

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03.04.2008
SCHWÄBISCH GMÜND
AW: warten...

Hallo weissbrk,
er will nach Hause und er geht jetzt nach Hause. Das bedeutet warten, warten und nochmals warten. Warten fällt uns Menschen meistens schwer, weil wir wollen lieber was tun, reagieren. Schön, das du warten kannst und noch viel schöner, daß ihr einen Pflegedienst und einen Palliativdienst gefunden habt, bei denen ihr euch gut aufgehoben fühlt.
Ich wünsch dir viel, sehr viel Kraft für diese schweren Stunden und für das, was danach kommt.
Ich denke nicht, das ich dir sagen muß, das du alles super gemeistert hast und das du auch in Zukunft automatisch das richtige tun wirst. Habe Vertrauen in dich, ich weiß du machst alles richtig.
fühl dich umarmt
Lisy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
weissbrk

weissbrk

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Themenstarter/in
07.03.2006
Münster
AW: warten...

so.. so lang war das Warten dann gar nicht.
Der Lebenspartner meiner Tante ist heute nacht verstorben. Es war gestern abend schon absehbar, sie hat damit gerechnet. Sie haben Händchen haltend im Bett gelegen, irgendwann ist sie wieder wach geworden und er hat nicht mehr geatmet.
Natürlich ist der letzte Abschied für sie hart, aber es war ein würde- und liebevoller Abschied, für sie in der Gewissheit, bis zum Schluss alles getan zu haben.
An dieser Stelle mein Dank an die Profis vom Pflegedienst und vom Palliativ-Netz, die ihr dies ermöglicht haben.
Und die allesamt nach meiner Einschätzung mehr getan haben als das, was man als selbstverständlich erwarten würde.

eine etwas müde
weissbrk
 
Qualifikation
Verwaltung
Fachgebiet
privat
Pflegeboard.de

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Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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