Warten auf Pflegestufe bei Neukunden

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Dikbert

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07.03.2006
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Was uns bei Neuaufnahmen beschäftigt/ wurmt:

Die Wartezeit bis zur Einstufung nach Antragstellung auf Pflegebedürftigkeit. Angehörigen kann man es nicht immer plausibel machen, daß sie erstmal zahlen sollen ("das wird doch die Pflegekasse übernehmen"), wir möchten keine doppelte Rechnung stellen (vor/ nach Einstufung). Auch weil die Kostenträger nicht immer planbar reagieren. Also heißt es abrechnen und Mehraufwand für die Zeit nach der Einstufung sowie evtl. Mißkredit riskieren - oder warten!

Wie ist Eure Meinung? Welche Rechtsnorm untermauert unseren Anspruch auf verzögerte Rechnungsstellung? Wann "verfällt" der Anspruch?
 
Qualifikation
Pflegewissenschaftler
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Griesuh

Griesuh

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hallo, wir handhaben es folgendermaßen: Wir rechnen in diesem Fall mit dem Kunden direkt ab, sofern er zur Bezahlung in der Lage ist.
Bei einer Einstufung, die bekanntlich ab Antragstellung gewährt wird, reicht der Kunde die Rechnung bei der Pflegekasse ein, diese zahlt dann Rechnungbetrag bis zum Höchstbetrag der jeweiligen Pflegestufe dem Kunden zurück, bzw. verrechnet mit dem Kunden die Differenz.
Dies steht auch in unseren Pflegeverträgen.
Ist offensichtich, dass ein Kunde nicht privat zahlen kann und die Höhe der Pflegestufe ungewiss ist, wird eine vorläufige Pflege mit dem Kunden vereinbart. Es werden dann Pflegeleistungen bis maximal zur PS I erbracht.
Erfolgt dann die Einstufung rechnen wir rückwirkend mit der Pflegekasse die Pflegestufe I ab. Nach bekannt werden der Pflegestufe hat der Kunde die Möglichkeit zusätzliche Leistungen dazu zu wählen.


grüße
 
Qualifikation
Krankenpfleger/PDL/MDK Gutachter
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Ambl. Pflegedienst
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Dete

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29.11.2005
15711
Guten Tag,
wir vereinbaren mit dem Kunden die notwendigen Leistungen und rechnen nach Vorlage der genehmigten Pflegestufe die Leistungen mit der PK ab. So gehen wir zum Teil 2-3 Monate in Vorleistung. Die AOK hat in Brandenburg einmal 3 Monate vom Antrag zur Begutachtung und dann nochmal 2 Monate zum Ergebnis gebraucht, ... und dem wurde widersprochen, da der Zustand des Kunden dieses erforderlich machte. Sollte es nicht zur Zahlung durch die PK kommen, wird dem Leistungsempfänger die Rechnung geschrieben. Das ist vorher ausdrücklich in einem Zusatz zum Pflegevertrag vereinbart.

Gruß
Dete
 
Qualifikation
Trainer/ Dozent/ Berater
Fachgebiet
Nähe Berlin
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Dikbert

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07.03.2006
67059
So gehen wir zum Teil 2-3 Monate in Vorleistung. Die AOK hat in Brandenburg einmal 3 Monate vom Antrag zur Begutachtung und dann nochmal 2 Monate zum Ergebnis gebraucht
Also gibt es kein "Verfallen" der Ansprüche? Kannst Du mir die Rechtsgrundlage dazu nennen? Formuliert Ihr den von Dir genannten Zusatz zum Vertrag selbst? Viele Grüße von Dikbert
 
Qualifikation
Pflegewissenschaftler
Fachgebiet
Stationsleitung
D

Dete

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29.11.2005
15711
Guten Abend,

es gibt kein Verfall. Entscheidet für den Beginn ist der Eingangstag des Antrages.

Sende mir deine Mailadresse per PN, dann schicke ich die Vereinbarung rüber.

Gruß
Dete
 
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Trainer/ Dozent/ Berater
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Nähe Berlin
emmielie

emmielie

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09.10.2004
50127
Tach,
grundsätzlich wird bei uns über den Kunden vorfinanziert. Sind keine finanziellen Mittel vorhanden, kann dann auch das Sozialamt informiert und entsprechende Anträge gestellt werden.
Der Supergau tritt dann bei den über den Pflegedienst finanzierten Modellen ein, wenn nach einem halben Jahr Pflege auf "gut Glück" Pflegeleistungen abgelehnt werden und der PD sitzt auf seinen unbezahlten, aber geleisteten Stunden. Wenn dann kein Antrag beim Sozialamt gestellt wurde, hat der Inhaber die Pflege finanziert. Wenn dies öfter passiert, sollte dieser für sich persönlich schon mal einen Termin beim Sozialamt machen.
 
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ex.Krankenpfleger
Fachgebiet
amb.Pflegedienst
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Dete

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29.11.2005
15711
Der Supergau tritt dann bei den über den Pflegedienst finanzierten Modellen ein, wenn nach einem halben Jahr Pflege auf "gut Glück" Pflegeleistungen abgelehnt werden und der PD sitzt auf seinen unbezahlten, aber geleisteten Stunden. Wenn dann kein Antrag beim Sozialamt gestellt wurde, hat der Inhaber die Pflege finanziert. Wenn dies öfter passiert, sollte dieser für sich persönlich schon mal einen Termin beim Sozialamt machen.

Hallo,

wenn ein Unternehmen einige Zahlungsausfälle nicht verkraften kann, hat es in der Vergangenheit etwas falsch gemacht.

Wir haben bisher keine Zahlungsausfälle. Das liegt daran, dass wir in der Lage sind die mögliche Pflegestufe zu ermitteln. Den Gang zum Sozialamt möchten wir unseren Kunden ersparen.

Gruß

Dete
 
Qualifikation
Trainer/ Dozent/ Berater
Fachgebiet
Nähe Berlin
D

Dete

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29.11.2005
15711
Der Supergau tritt dann bei den über den Pflegedienst finanzierten Modellen ein, wenn nach einem halben Jahr Pflege auf "gut Glück" Pflegeleistungen abgelehnt werden und der PD sitzt auf seinen unbezahlten, aber geleisteten Stunden. Wenn dann kein Antrag beim Sozialamt gestellt wurde, hat der Inhaber die Pflege finanziert. Wenn dies öfter passiert, sollte dieser für sich persönlich schon mal einen Termin beim Sozialamt machen.
Hallo,

wenn ein Unternehmen einige Zahlungsausfälle nicht verkraften kann, hat es in der Vergangenheit etwas falsch gemacht.

Wir haben bisher keine Zahlungsausfälle. Das liegt daran, dass wir in der Lage sind die mögliche Pflegestufe zu ermitteln. Den Gang zum Sozialamt möchten wir unseren Kunden ersparen.

Gruß

Dete
 
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emmielie

emmielie

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wenn ein Unternehmen einige Zahlungsausfälle nicht verkraften kann, hat es in der Vergangenheit etwas falsch gemacht.

Wir haben bisher keine Zahlungsausfälle. Das liegt daran, dass wir in der Lage sind die mögliche Pflegestufe zu ermitteln. Den Gang zum Sozialamt möchten wir unseren Kunden ersparen.

Gruß

Dete
Hallo Dete,
Zahlungsausfälle zu verkraften ist nicht unsere Profession. Wir pflegen!!
Aber Glückwunsch, dass Ihr eine Pflegestufe ermitteln könnt. Das bringt jedoch kein Geld vom Kostenträger. Ihr arbeitet bei einem Leistungserbringer. Dessen Aufgabe ist es Leistungen zu erbringen und nicht zu finanzieren.
Der Kunde ist ein Leistungsempfänger und eventuell auch Kostenträger, wenn kein anderer Kostenträger, wie z.B. Kasse oder SA diesen Part übernimmt. Solltet Ihr Euch einmal bei einer Pflegestufe negativ verrechnen, habt Ihr eine Leistung vorfinanziert, die dem Kunden berechnet werden muss.
Oder schenkt Ihr dem Kunden die Leistung?
Ich finde es jedenfalls sehr großherzig, dass Ihr das Sozialamt oder den Kunden auf Eure Kosten entlastet.
 
Qualifikation
ex.Krankenpfleger
Fachgebiet
amb.Pflegedienst
Barbara2

Barbara2

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04.04.2006
69250
Hallo Ihr Lieben,

wir haben dazu noch ein Problem:
da wir einen Verein haben, für den wir Mitgliedbeiträge bekommen, bekommen unsere Mitglieder 10% Rabatt auf Selbstzahlerpreise und auf Überhangrechnungen.
Jetzt haben wir den Fall, das die Einstufung sich seit September hinzieht.
nun haben wir die Rechnung gestellt, gaben die 10% auf die Überhang, obwohl immer noch nicht klar ist, ob der Patient Stufe 1,2 oder 3 bekommt, weil die Kasse mittlerweile ohne Gutachter arbeitet.
Wäre dieser gekommen, wäre dieses Problem nicht aufgekommen, aber auf Grund widriger Umstände klappte dies nie und wir sitzten nun auf unserem Rabatt.
dazu kommt, das natürlich kein Antrag beim Sozialamt gestellt wurde, ....weil vergessen, weil nicht gewußt ( mein Fehler, aber zu meiner Entschuldigung: ich bin neu in diesem Job und wusste dies nicht...nu weiß ich es) und die Familie sagt, sie könnte auch die Überhangrechnung nicht bezahlen.
( Habe ich mich jetzt sehr verquer ausgedrückt?...oder konntet Ihr mir folgen??)

Aus Fehlern lernt man und ich werde nichts mehr ohne schriftliche Vereinbarung im Fall das.....eintritt, machen.
Unser Pflegevertrag gibt dies auch wieder, aber dennoch war es den Leuten, trotz mehrfacher Ausklärung, Kostenvoranschlägen ect. nicht klar, was auf sie zu kam, vielmehr lehnten sie jede Warnung ab unter dem Motto, dafür gibt es doch die Pflegekasse.
Was soll man gegen so etwas machen.
Später, sollte der Patient doch noch Stufe 3 bekommen, können wir unseren Rabatt vergessen.

Ob ich dies alles noch einmal kapieren werde?

Viele Grüße und besseren Erfolg für uns alle
Barbara2
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Ambulante Pflege
Barbara2

Barbara2

Mitglied
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04.04.2006
69250
ERGÄNZUNG:
Ein Gespräch mit dem Sohn hat nun Bewegung in die Sache gebracht.
Mittlerweile haben sie Stufe 2 akzeptiert und verstanden, das unsere Rechung nichts mit ihrem Streit mit der Pflegekasse zu tun hat und das sie den Rest selbst bezahlen müssen.
Was sie auch sofort getan haben.

Aber eines ist klar:

auch aus diesem Fehler werde ich lernen.
das passiert mir nicht noch einmal.

Lernfähige Grüße
Barbara2
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Ambulante Pflege
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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