Wann muss Dienstplan bekanntgegeben werden

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romana

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Diese Frage wurde schon diskutiert, habe aber von einer Schülerin Folgendes gehört :
Sie arbeitet auf einer Sozialstation, wenn sie am Do u. Fr. Schule hat, muss sie am Sonntag schauen, wie sie am Mo. und Die. arbeiten muss, der Einsatzplan ist maximal eine Woche im Voraus bekannt. Sie kann überhaupt nicht planen, da es auch laufend zu Änderungen kommt.
Gibt es eine Vorschrift,wie lange der Einsatzplan im Voraus festgelegt werden muss ? Schließlich wird ja auch ein Dienstplan erstellt, der aber nur Formsache ist.Auf welche Vorschrift kann sie da verweisen ?
Dazu muss gesagt werden, dass die Leitungssituation auf dieser Sozialstation sehr schwierig ist, dort herrscht eine hohe Fluktuation, die Schülerin muss alleine Touren fahren, soll sogar noch eine FSJ-lerin mitnehmen,arbeitet oft 4 Wochenenden am Stück, wird in der Schule angerufen, dass sie abends noch einen Spaätdienst machen soll, bei Verneinung legt die Leiterin einfach auf und beschimpft die Schülerin am nächsten Tag ,dass sie nur Kosten und Umstände macht. Leider gibt es auch keine MAV, der Rat, die Schule einzuschalten wurde angesprochen, aber der Lehrer meint, er kenne die Situation dort und bei Intervention seinerseits hätte es die Schülerin nur noch schwerer. Die Kollegen sagen nichts und hoffen einfach, bald eine neue Stelle zu finden.
Aber mir tut das echt weh, würde gerne irgendwie helfen, die Ausbildung geht ja noch zwei Jahre.

LG
Romana
 
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Ellyrobby

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Aber, hallo
solche Zustände gibt es leider gar nicht so selten. Schülerin im 1. Jahr versorgt Patienten alleine, das erfüllt doch bald einen Straftatbestand. Der MDK müßte davon wissen. So wie sich die Schule verhält, die Schülerin hat doch eine Ausbildungsvertrag mit der Schule oder? Da müßte diese die Zusammenarbeit mit solchen Sozialstationen aufkündigen. Wenn das so läuft verdient sich da jemand ne goldene Nase. Aber und die Erfahrung habe ich leider selber gemacht, während meiner Umschulung grassierten bei uns unter den Schülern regelrechte Horrorgeschichten, was so auf manchen Klinikstationen abläuft. Wechsel war alle 6 Wochen, manchmal wäre man gerne dort geblieben, manchmal hat man das Ende herbei gesehnt, aber so furchtbar, wie die Berichte waren, habe ich es nirgends angetroffen. Wenn das Team nicht so toll war, Arbeit gab es immer mehr als genug, da hatte ich immer meine Ruhe. Wie es in den Wald hineinschallt u.s.w. habe es selbst erlebt das ein Schüler 1 Tag vor seiner Prüfung patzig zur Stationsleitung wurde, weil er die Pflegeplanung mal zeigen sollte. Er hatte nämlich noch garkeine geschrieben für die Prüfung, da hat sie sich nach dem Dienst mit ihm hingesetzt, damit er nicht die Station blamiert. Der war nicht etwa dankbar, ach nein, für den war das Freiheitsberaubung und die Stunde will er bezahlt haben, hat er nach der Prüfung gemosert.
Also erstmal genau hinschauen, wenn man nur 1 Seite gehört hat.
Gruß Elly
 
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romana

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Hallo Ellyrobby !

Ich kenne einige MA und ehemalige MA dieser Sozialstation, wir haben den gleichen Arbeitgeber. Die Leitung dort ist wirklich extrem schlecht, sie wurde schon mehrfach versetzt, gehört aber zu den Alt-Eingesessenen und ist durch ihre lange Dienstzeit unkündbar. Auch Schüler von uns im Ausseneinsatz auf dieser Sozialstation haben von diesen Zuständen berichtet, die sind de facto schwierig !
Die Sozialstation hat zum ersten Mal eine Schülerin zur Ausbildung angenommen, leider hat sie einen schweren Stand, da sie nicht von Kollegen unterstützt wird und eben Angst hat, ihre Ausbildung nicht beenden zu können oder bei "Aufmucken" noch mehr Repressalien der Chefin fürchten muss. Meiner Meinung nach kann man hier nur in kleinen Schritten vorgehen und eben wichtige rechtliche Regelungen anmahnen, wie z.B. die Gestaltung des Dienstplans und der Einsatzzeiten.Deswegen wäre ich froh um konkrete Anhaltspunkte, die ich der Schülerin zur Argumentation an die Hand geben könnte. Einfach den MDK informieren bringt ihr nichts, da die dann nur feststellen, dass formal auf dem Papier alles stimmt, die melden sich ja kurz vorher an und dann wird dementsprechend eingeteilt.( unsere Chefetage hat beste Verbindungen zum MDK! )

Ich hoffe auf weitere Antworten.

LG
Romana
 
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Words.myth

Ich denke zeitlich hier greift u.a. das Teilzeit- und Befristungsgestz:

§ 12 Arbeit auf Abruf

(1) Arbeitgeber und Arbeitnehmer können vereinbaren, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall zu erbringen hat (Arbeit auf Abruf). Die Vereinbarung muss eine bestimmte Dauer der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit festlegen. Wenn die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, gilt eine Arbeitszeit von zehn Stunden als vereinbart. Wenn die Dauer der täglichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, hat der Arbeitgeber die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers jeweils für mindestens drei aufeinander folgende Stunden in Anspruch zu nehmen.

(2) Der Arbeitnehmer ist nur zur Arbeitsleistung verpflichtet, wenn der Arbeitgeber ihm die Lage seiner Arbeitszeit jeweils mindestens vier Tage im Voraus mitteilt.

(3) Durch Tarifvertrag kann von den Absätzen 1 und 2 auch zuungunsten des Arbeitnehmers abgewichen werden, wenn der Tarifvertrag Regelungen über die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit und die Vorankündigungsfrist vorsieht. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrages können nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Anwendung der tariflichen Regelungen über die Arbeit auf Abruf vereinbaren.

>>

Bzgl. des Fahrens von Touren im Alleingang ist die Sache relativ klar, da eine nichtexaminierte Kraft keine Unterschriften für Tätigkeiten leisten darf, zu deren Durchführung sie alleine noch nicht befugt ist - unterscheibt nun, wie's scheinbar vielfach üblich ist, eine examinierte Kraft später ohne die Tätigkeit selbst durchgeführt zu haben und wird dies dann als Abrechnung gegenüber eine Kasse relevant, so war's schlichtweg § 263 StGB.
Schliesslich "zahlen" Kunde und Kasse ja für eine Leistung, deren Erbringung in Deutschland nicht durch jeden möglich sein darf.

der Rat, die Schule einzuschalten wurde angesprochen, aber der Lehrer meint, er kenne die Situation dort und bei Intervention seinerseits hätte es die Schülerin nur noch schwerer.
..ist ja wohl ein schlechter Scherz.
Hier muss auch nicht der Lehrer, sondern die Schulleitung intervenieren, im Zweifels- und Wiederholungsfall die Kooperation aufkündigen und den Schülern Alternativen aufzeigen.
Ist die Schule an ein KH angeschlossen, so sollte es doch eine(n) MAV/BR mit Azubi-Vertretung geben.

Gruss,

words.myth
 
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romana

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Hallo words.myth !

Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort, da hab ich gleich mehrere Ansätze, wie ich der Schülerin helfen kann.
Sie ist wirklich motiviert und es wäre schade, wenn sie die Ausbildung aufgrund dieser Erfahrung nicht weitermachen würde.
Außerdem regt es mich einfach auf, wenn geltendes Recht mißachtet und Einwände von machtgeilen Chef's ignoriert werden ('tschuldigung für meine Ausdrucksweise).

Für Eure Mühen vielen Dank !

LG
Romana
 
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katze

katze

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ich bin mir nicht ganz sicher, ob das stimmt, aber ich meine der Dienstplan muß am 15. des Vormonates bei PDL vorliegen zur Kontrolle und am 25. spätestens für das Personal sichtbar aushängen
liebe Grüße
Hannelore:eek:riginal:
 
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Marcus Franciscus

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Ahoi Ramona,

es gibt keine rechtvernindliche Verordnung, wann ein Dienstplan vorliegen muß.
Hatte jedoch eine PDL, welche der Meinung war so Bald wie möglich, so wenig Änderungen wie nötig. Grobplannung ein Jahresquartal, bei uns war ein ausführlicher DPlan zwei Wochen vor erster Arbeitstag am Brett. Sie war der Meinung je besser der Plan für die MA´s umso besser die MA´s drauf. Mist ist heute angerufen zu werden weil gestern DPlanänderung - hebt unheimlich die Arbeitszufriedenheit, die meist eh im Keller ist! Schüller sind grundsätzlich zum Unterricht freizustellen, (soll) eigentlich nur dann in der Arbeit einsetzbar (sein), wenn der Schüler zustimmt - gibt aber oft Ärger in der Schule. Als Ausbilder meine ich, dazu hat der Schüler einen Ausbildungsvertrag und keinen Arbeitsvertarg, Ziel ist festgelegt: die Ausbildung! Ich nehme an das betrifft Pfegedienste und Altenheime - kein Wunder dass Krankenhauspersonal der Meinung ist AP bedeute "Arschputzer". Machen alles, murren nicht, und die Ausbildung bleibt auf Kosten der maximalen Ausnutzung der Arbeitskraft auf der Strecke.
Zurück zur Frage: Nö, es gibt keine Vorschrift, die besagt, wann ein MA erfahren muß wann er arbeiten muß. Manche Einrichtungen sehen aber so etwas als Zeichen von guter Qualität und Arbeitszufriedenheit an, wenn diese Info lange Zeit im voraus bekannt ist.
Auch die erwähnte 4-Tage-Regelung ist ein Hohn, denn kommt Anruf und Du sagst ab, landest Du am Listenende. Nix Anruf - nix arbeit - nix Geld.
Gruß
Marcus F.
 
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Wir bekommen erst den Probedienstplan (ca mitte des Monats) und dann drei Tage vor Monatsende den festen Dienstplan. Es kommt öfters vor das der feste Dienstplan ganz anders aussieht als der Probe. Veränderungen werden uns leider nicht mitgeteilt!!!!!!

Hat die Sozialstation keinen Praxisanleiter?
 
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romana

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Hallo cleopatra !

Nein, die Sozialstation hat keinen Praxisanleiter, es ist das erste Mal, dass sie eine Altenpflegeschülerin haben. Da sie auch keine MAV haben (zu wenig MA) ist es eben schwierig, der PDL beizukommen, der GL gegenüber tritt sie sehr souverän und kompetent auf, die interessiert nur, wieviel und ob Gewinn gemacht wird.Deswegen tut sich die Schülerin ja schwer mit der Durchsetzung der einfachsten Rechtsvorschriften, z.B. keine Tour alleine, Einhaltung der Arbeitszeit, Aufbau von Überstunden,...Die restlichen MA haben resigniert und suchen sich eben schnellstmöglich was anderes.

LG
Romana
 
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Manu74

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Ich würde der Schülerin raten sich an eine andere Schule zu wenden und dort nach zu fragen. z.b DRK Altenpflegeschule auch in der Ausbildung kann man wechseln.
Zwischen Einsatzplan und Dienstplan besteht aber auch ein Unterschied.
Dienstplan gibt vor welchen Dienst Früh oder Spät oder Geteilt.
Einsatzplan gibt ab wo sie hin fahren muss. Das kann sich von Tag zu Tag ändern.

Gruß Manu74
 
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Cleopatra

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Hallo romana

Ohne Praxisanleiter darf doch die Station keine Altenpflege Schüler ausbilden!!!

Die Schülerin darf (Ausbildungsjahr abhänging) nur bestimmte Tätigkeiten ausführen.

Für die Station ist sie eine billige Arbeitskraft, dass muß nicht sein!!!!!!!!
Ich bin auch dafür die Schule zu wechseln

Lg
Cleopatra
 
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Ambulante Pflege
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schmaler

Hi.

Soweit ich weiß, muß der Dienstplan zum 15. des Vormonats aushängen.

Liebe Grüße

Martin
 
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