Wachkomabewohnerin

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DieAlex

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Hallo zusammen,

ich arbeite seit kurzem in einem Altenheim und dort haben wir eine Bewohnerin die im Wachkoma liegt.Ich habe keinerlei Erfahrung im Umgang damit :(
Sie wird 2 stündlich gelagert,hat einen DK und eine PEG.
Zudem hat sie Dekubitus am Gesäß und ein künstliches Kniegelenk,welches vom Körper abgestossen wird(muß 1x tgl. gespült werden)

Die Angehörigen sind regelmäßig zu Besuch und kontrollieren alles....es gab vor meiner Zeit schon Abmahnungen und Versetzungen von Fachkräften deshalb.

Habt ihr Tipps für mich oder vllt Quellen wo ich mich weiter informieren kann!?
Bücher etc.?

Würde mich über Antworten freuen!:super:

Lieben Gruß,

DieAlex
 
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nofretete

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AW: Wachkomabewohnerin

Also erstmal würde ich sagen, dokumentiere alles, auch die kleinste rote Stelle, Hämatome usw. Ansonsten schreib mal genauer, was du noch wissen willst.
 
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bienemaja

bienemaja

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AW: Wachkomabewohnerin

Generell ist die Krankenbeobachtung sehr wichtig sowie reagieren und doku. Sämtliche Prophylaxen müssen durchgeführt werden(obstipation.usw..).bei liegender PEG ca 45° oberkörper-hochlagerung (vermeidung Reflux) sowie mundpflege. Die Lagerung angepasst dem künstlichem Knie-dabei Muskeltonus und Mimik beobachten. Angehörige müssen erst vertrauen aufbauen, ggf mit in die Pflege einbeziehen (Vorlesen, zimmergestaltung,spaziergänge) um das gefühl zu geben etwas für ihn zu tun.
Generell Hektik vermeiden, kurz über Maßnahmen informieren, Begrüßungsritual-INITIALBERüHRUNG, gleiche Abläufe um Sicherheit zu vermitteln.

Literatur über Wachkoma, Basale Stimulation, Lagerungstechniken findest du bei Amazon sowohl auch im Internet.

Persönlich finde ich, es hätte mehr Unterstützung /Informationen seitens der PDL geben können. Hospitationstage auf einer Wachkomastation ermöglichen, im Interesse des Bewohners, auch das abbauen von Ängsten bei dir und deinem Kollegen.
Das Krankheitsbild ist zu komplex um es in ein paar zeilen zu quetschen.
Ich hoffe dir etwas geholfen zu haben, wenn du noch spezielle Fragen hast...
Liebe Grüße
 
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Weiterbildung zum Pflegeexperten Wachkoma
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DieAlex

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AW: Wachkomabewohnerin

Danke schonmal für Eure Antworten...

Die Bewohnerin ist seit 4Jahren in dem Heim,ist damals operiert worden und während der OP reanimiert worden,seitdem ist sie im Wachkoma,bekam eine PEG....sie nimmt die letzte Zeit immer mehr ab,wiegt aktuell 45kg nur noch.Bekommt Fentanyl 100 Mikrogramm alle 3 Tage und seit kurzem morgens und abends vor der Pflege BTM Tropfen.
VW wird 2x tgl durchgeführt und der Mimik nach hat sie starke Schmerzen...
Es soll jetzt mit den Angehörigen überlegt werden ob die Gabe der Sondenkost eingestellt werden soll...

@bienemaja: Du schreibst das Du findest das ich mehr Unterstützung und Infos seitens der PDL hätte bekommen sollen...aber ist das nicht so,das die von einer Fachkraft erwarten können,das sie sich damit auskennt??

Liebe Grüße
 
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josephine

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AW: Wachkomabewohnerin

Hi,

Also ich hatte im Altenheim mehrere Bewohner mit appalischem Syndrom.
Neben den Schwierigkeiten bei der Pflege dieser speziellen Bewohner hatten wir auch immer "Probleme" mit den Angehörigen. "Mehr Unterstützung und Info seitens der PDL" sah bei uns so aus: PDL (evtl. auch HL) und Stationsleitung haben sich jewils mit den Angehörigen zusammengesetzt und abgeklärt, was die Angehörigen von der Pflege erwarten, was an Leistung möglich ist und was für den Bewohner in der jeweils aktuellen Situation wichtig ist. Das hat meistens schon ziemlich viel an Spannungen herausgenommen. Die Angehörigen sind in einer sehr plötzlich aufgetretenen, besonderen Situation. Da ist ein erwchsener Mensch, der ein selbstbestimmtes Leben geführt hat und den seine Angehörigen lieben und ihm /ihr nur das Beste wünschen. Und dann kommt der Tag X und da ist der gleiche Mensch, der doch so völlig anders ist. Meist sind die Angehörigem hilflos, weil sie eigntlich wünschen, dass alles so ist wie vorher, aber es ist klar, dass das nicht geht. Und fremde Menschen (=Pflegekräfte) kümmern sich aber kennen diesen Mensche gar nicht. Das macht Angst und führt zu Unsicherheiten.
Dann kommen Erfahrungen dazu (und in 4 Jahren wahrscheinlich so einige).

Was wünschen sich die Angehörigen deiner Bewohnerin denn? Was kontrollieren sie und warum? Die Lagerungen, weil sie Angst haben, das Druckgeschwühre entstehen? Die Haut, weil sie Sorge haben, dass die persönliche Hygiene vernachlässigt wird?

Wir sind mit unserem Gesprächskonzept eigentlich gut gefahren. Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben den Angehörigen vermittelt, dass man sie ernst nimmt mit ihren Anliegen und in ihrer Sorge. Die Ergebnisse waren in der Regel sehr klare Pflegeplannungen, Bezugspflege und damit ein großes Stück Sicherheit für die Angehörigen und die Bewohner, aber auch für die Kollegen.

LG,

josephine
 
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DieAlex

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AW: Wachkomabewohnerin

Danke für Deine ausführliche Antwort :)

Meine Kollegen haben mir schon viele Sachen erzählt,die in den 4 Jahren wo die Bewohnerin in dem Haus ist passiert sind...Ich habe jetzt selbst herausgefunden das die beiden Töchter untereinander ein angespanntes Verhältnis zueinander haben...ich habe mich direkt bei den Töchtern und dem Schwiegersohn vorgestellt,da ich ja neu bin und ich weiß das sie nicht einfach sind...es gibt noch einen Sohn,der wohnt aber etwas weiter weg und ist tätig an einer Uni,bildet auch PDL´s aus und hat einen Pflegeberuf gelernt.Der Schwiegersohn der Bewohnerin ist Krankenpfleger und ist nun Lehrer an einer Schule...kennen sich also gut aus.

Vllt hat auch dies damit zu tun,das sie sehr genau auf alles achten...kontrollieren z.B. genau den Lagerungsplan und den Bilanzierungsplan.
Die Bewohnerin hat schon Dekubitus am Steiß,ihr AZ verschlechtert sich zunehmend....sie nimmt immer weiter ab und der Dekubitus verschlechtert sich.

Wenn die Töchter zu Besuch sind,schneiden sie Fingernägel,cremen sie ein oder lesen ihr was vor...wenn ich im Dienst bin und zum lagern komme helfen sie mir auch mit...

Ich selbst bin halt etwas verunsichert wegen der Storys die ich gehört habe was mit einigen meiner Kollegen passiert ist...Versetzung,Abmahnung...Ich habe jetzt die Bezugspflege für die Bewohnerin bekommen...

Ich beschäftige mich in der letzten Zeit sehr viel mit dem Thema...

liebe Grüße,
DieAlex
 
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nofretete

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AW: Wachkomabewohnerin

Also so wie du ihren Zustand beschreibst, scheint sie so langsam aber sicher abzubauen. Vielleicht wäre es mal an der Zeit alle wieder an einen Tisch zu holen, und mal zu reden, inwieweit jetzt weiter verfahren werden soll, zwecks eventueller Palliativsituation, also meine, wenn es denn soweit sein sollte, was dürfen/sollen wir noch machen? Da du jetzt Bezugspflegekraft bist, sollte das jetzt im Vordergrund stehen. Sofern da nicht schon Regelungen getroffen sind. Gerade in solchen Fällen halte ich Patiententestamente für sehr wichtig.
 
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DieAlex

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AW: Wachkomabewohnerin

Hallo,

soweit ich weiß hat sie eine Patientenverfügung schon vor der OP gemacht...sie ist während dieser OP reanimiert worden mehrmals und die Ärzte haben anschließend eine PEG gelegt.Die Tochter hatte mir das erzählt,das KH hatte gesagt das die die Patientenverfügung nicht finden konnten und deshalb die PEG gelegt hatten....Die Töchter wollten dagegen an gehen,aber haben es gelassen...

Also so wie ich das einschätze baut sie immer mehr ab,sie wiegt aktuell 45kg...bekommt immer mehr BTM,da sie der Mimik zu urteilen starke Schmerzen haben muß...hat wie ich schon geschrieben hatte ein künstliches Kniegelenk welches vom Körper abgestossen wird,eine kleine Öffnung ist an der Außenseite des Knies.An der Innenseite so sieht es aus wird es auf kurz oder lang auch aufgehen :(

Ich werde morgen mit der WBL mal reden was sie davon hält das wir uns alle zusammen an einen Tisch setzen,ist ne gute Idee.Auch,wenn sie eine Patientenverfügung hat...

Danke für Eure Tipps!!
 
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nofretete

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AW: Wachkomabewohnerin

Trotz Patientenverfügung Reanimation und PEG, ist schon ein starkes Stück, was so alles passieren kann. Schau doch mal, was da so alles drin steht. PEG bedeutet im Endeffekt ja nicht, dass sie bis zum Schluß au Nahrung bekommen muß, nur Wasser ginge ja auch. Wir hatten eine Bewohnerin, da ist die PEG au wieder entfernt worden, das geht aber alles nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Bei uns heißt das "Angehörigengespräch", weil die meisten Angehörigen sind ja gesetzliche Betreuer. Alles wird schriftlich festgehalten, Hausarzt ist dabei oder wird auch schriftlich informiert.
 
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DieAlex

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AW: Wachkomabewohnerin

Ich fahre gleich zum Spätdienst,da werde ich mir die Patientenverfügung mal genau ansehen und mit meiner WBL sprechen...Meine WBL hatte vor 2Wochen schonmal erwähnt das sie angedacht hatte mit der Familie zu besprechen ob die Gabe der Sondenkost eingestellt werden soll...seitdem hab ich nichts mehr gehört,werde mal nachhaken heute...

@Nofretete: Danke schonmal :)

Liebe Grüße
 
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pdlandy

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AW: Wachkomabewohnerin

Hallo,

zum Decu sage ich mal nichts. Das A und O ist bei Menschen im apal. Zustand neben Prophylaxenprogrammen die Körperwahrnehmung bewusst zu fördern und die Spastiken positiv zu beeinflussen(diagonale Beuge - Strecklagerungen, Anwendung von Wärme, Schaukelbewegung etc.). Basale Stimulation ist das angezeigte Konzept. Ich habe dir mal die wichtigsten Infos hierzu via PN geschickt.
 
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pdlandy

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AW: Wachkomabewohnerin

Hallo DieAlex,

weiß nicht genau ob jetzt alles angekommen ist von AEDL 1 bis AEDL 13. Bitte Rückinfo - die erste PN war wohl zu lang.
 
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DieAlex

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AW: Wachkomabewohnerin

Hallo pdlandy,

danke schonmal! Ich habe leider nur bis AEDL2 bekommen...
 
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pdlandy

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AW: Wachkomabewohnerin

Hallo DieAlex. Rest jetzt da?
 
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DieAlex

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AW: Wachkomabewohnerin

Hallo :)

Ja,danke habe alles bekommen ;)

Vielen Dank nochmal...

lg
 
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pdlandy

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Bitte, bitte. Und hilft es dir weiter?
 
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bienemaja

bienemaja

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AW: Wachkomabewohnerin

Q DieAlex
Die Erfahrung sagt mir das sich nicht jede Fachkraft mit allen Krankheitsbilder auskennen kann,sonst wären nicht so viele Fachanfragen hier im forum und es gäbe kein so großes Weiterbildungsangebot für die verschiedene Bereiche, wenn jede Fachkraft alles in ihrer Ausbildung gehabt hätte.
Ich habe früher auf einer Mix-pflegestation gearbeitet von Demenz, Psychischen Erkrankungen,MS über suchterkrankungen alles dabei bis wir plötlich einen wachkomabewohner dazu bekamen.(so klang der Aufruf diesen themas) seit dem Zeitpunkt bin ich der Meinung das diese Bewohner einen speziellen Pflegeaufwand benötigen und spezielle ausgerichtete stationen mit spezialisiertem Personal benötigen.
 
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Weiterbildung zum Pflegeexperten Wachkoma
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DieAlex

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Bitte, bitte. Und hilft es dir weiter?
Ich werde es ausdrucken und mit der schon erstellten Pflegeplanung morgen auf der Arbeit mal vergleichen...ich bin ja erst seit kurzem in dem Heim...

lg
 
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