Von Ärzten und allem im Stich gelassen

manjana1973

manjana1973

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Ich pflege seit 2 Jahren meine Schwiegermama. Sie hat eine ganze Menge an Erkrankungen : mehrer Schlaganfälle, Parkinson, Stoma, PEG Anlage Niereninsufizent

Das Problem ist das Mama bis vor einigen Wochen noch voll am Leben teilgenommen hat. Sie konnte zwar schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr laufen und die Arme kaum bewegen, aber sie konnte noch mit uns sprechen. Leise zwar aber wir haben sie immer verstanden.

Vor ca 4 Wochen hatte sie ständig schmerzen im Fuß. Kein Arzt konnte uns sagen was und warum das so ist. Ich hab dann im internet gesucht und gefunden das es am Parkinson liegt.
Die Schmerzen wurden ständig mehr. Und die Schmerzmittel wurden ständig erhöt.
Dann hatte sie ein Krippeln an den Seiten auch da wusste kein Arzt was zu tun sei, Ich hab wieder im internet gesucht und gefunden das es an Diabetis liegen könnte. Also hab ich Blutzucker gemessen und festgestellt das sie unterzuckert war. Sie bekam dann eine neue Sondennahrung mit mehr Kalorien.
Jetzt ist es leider so das Mama nur fast nur noch schläft. Sie reagiert gar nicht mehr auf irgendwas. Sie kann ihren schleim nicht abhusten (auch das Absauggerät hab ich allein beschafft, weil kein Arzt da war der mir Nachmittags helfen wollte) bewegt sich gar nicht mehr. Unser Hausarzt war zwar da aber er sagt das gar nix zu. Nur ob ich das alles allein schaffe. Aber nicht warum sie plötzlich nur noch schläft oder sonst irgendwas.
Fühle mich ziemlich allein gelassen. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Kann mir jemand hilfreiche Tipps geben?

Würde mich über antworten und Anregungen freuen
Liebe Grüße Silvia
 
Qualifikation
Pflege meiner Schwiegermama
Fachgebiet
zu Hause
M

Manu74

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Hallo

So aus der Ferne ist das Schwierig zu sagen, wie alt ist den die Schwiemu?
Ist sie überhaupt nicht mehr erweckbar? Oft sind Ärzte Wortkarg wenn sie nicht wissen wie sie es sagen sollen. Es könnte gut möglich sein, das deine Schwiegermutter auf Ihre Lebensendphase zu geht, darüber sprechen Ärzte oft ungern. Evtl. könntest du dir bei einem Pflegdienst eine Pflegeberatung machen lassen, dann kommt eine ( meist erfahrene Schwester/ Pfleger ) ins Haus die dir auch Tipps bei der Pflege in der veränderten Situation geben können. Kosten übernimmt die Pflegekasse.
Ansonsten kann ich dir nur empfehlen deine HA bitten nochmals vorbei zu kommen und dann stelle konkrete Fragen und lasse Ihn nichtgehen bevor sie beantwortet sind.
Ich hoffe das Dir das ein wenig hilft.
Gruß Manu74
 
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KS / Weiterbildung zur PDL
Fachgebiet
Ambulante Pflege
L

Lisy

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Hallo
ich kann Manu nur zustimmen. Zusätzlich kann es Sinn machen, sich an die Hospitz ind eurer Stadt zu wenden.
Die sind kompetent, können zuhören und können dir zum Teil, leider nur zum Teil, manche Unsicherheit nehmen.
Gruß Lisy
(die dich virtuell mal umarmt)
und einen heiden Resekt vor pflegenden Angehörigen hat
 
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Altenpflegerin
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pdl
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pdlandy

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hi,
dass angehörige pflegen ist vom prinzip schön,aber meist hinzureichend,da dies laienpflege ist.eine schwester hat in ihrer ausbildung methoden erlernt um krankheit zu mindern oder zu verhüten.um die gesundheit zu fördern oder wiederherzustellen.natürlich gehört hierzu auch das wahrnehmen von symptomen und die intervention hierzu.deine schwiemu ist multimorbide und deshalb ist professionelle unterstützung erforderlich.ich will dich nicht dequalifizieren,aber beantrage doch die kombinationsleistung->der pflegedienst unterstützt dich und du bist weiterhin in die pflege integriert und bekommst zusätzlich anteilsmäßig pflegegeld.trotzdem respekt
mfg
 
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Fachpflegeheim für NP
Meatball

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Hallo,

@ Silvia:
Respekt und Hochachtung dafür, dass Du einen Angehörigen zuhause pflegst - das ist heute leider nicht mehr selbstverständlich. Nur denke auch an Dich und nimm die Entlastungsmöglichkeiten, die ein Pflegedienst bieten kann, für Dich (hauptsächlich für Dich!) in Anspruch. Alles Gute!

@ pdlandy:
Ich teile weitgehend Deine Meindung, aber private Pflege - also von Laien ausgeführt - ermöglicht es mir, dass ich in meinen 4 Wänden bleiben darf und nicht in ein Pflegeheim muß. Laienpflege muß nicht schlecht oder nur "hinreichend" sein... Voraussetzung dafür ist allerdings in meinen Augen, dass die Laien bereit sind, sich vom qualifizierten Personal gut anleiten und einarbeiten zu lassen und auch mal Kritik als Kritik aufzunehmen und nicht als persönlichen Angriff oder Kränkung.

Auch die Entlastung durch einen Pflegedienst ist nicht zu unterschätzen. Menschen, die dies nicht beruflich oder aus Berufung machen, brennen schneller aus oder engagieren sich emotional zu stark (ist nur meine individuelle Erfahrung, das muss nicht immer so sein). Daher ist es wichtig, die Recourcen genau einzuteilen.

Bestimmte Tätigkeiten sollten von Laien besser nicht durchgeführt werden, auch, wenn der zu Pflegende dies vielleicht wünscht (Stichwort ISK oder alles, was mit der Beatmung zu tun hat).


Das waren nur so Gedanken zum Thema von mir...

Grüße

Hannes
 
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pdlandy

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Hallo Meatball,

ja hast Recht, aber mindest einen kleinen Pflegegrundkurs sollten die Laienpflegenden schon absolviert haben. Man muss nicht laienversorgt sein um in seiner gewohnten Umgebung bleiben zu können, professionelle ambulante Pflegeanbieter nutzen!
mfg
 
Qualifikation
PDL/HL/TQMB
Fachgebiet
Fachpflegeheim für NP
Meatball

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Hallo pdlandy,

ich muß Dir leider vehement widersprechen... ein Pflegedienst allein würde (nicht nur in meinem Fall) nicht ausreichen, damit ich in meiner Wohnung bleiben kann.

Natürlich habe ich einen Pflegedienst - gar keine Frage! Ich bin PS-III+-Patient mit Heimbeatmung und hoher Lähmung (u.a. inkompl. QS-Lähmung ab C2). Eine 24-h-Betreuung, die notwendig ist, könnte ich über einen Pflegedienst niemals leisten lassen, das verbieten einfach die hohen Kosten.

Daher ist Laienpflege unumgänglich - und ich bin da lange kein Einzelfall...

Grüße

Hannes
 
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