Studium & Beruf Vollzeitstudium & Berufstätigkeit - Erfahrungen ?

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DIRK78

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07.04.2006
36289
Hallo erstmal,
habe mich zum Wintersemester um einen Studienplatz für den Studiengang Pflegemanagement beworben, Abitur habe ich, bin seit sechs Jahren in der Pflege tätig und bereits diverse Weiterbildungen abgeschlossen (Kinästhetik Grund- und Aufbaukurs, Grundkurs Basale Stimulation) und bin desweiteren als Wundmentor in unserem Haus tätig. Meine Frage wäre jetzt inwiefern ihr Erfahrungen mit Vollzeitstudium und einer beruflichen Teilzeittätigkeit habt, hatte da persönlich an eine 75% Stelle gedacht, da ich anderes woh finanziell wegen Familie nicht überstehen würde. Inwiefern habt ihr Erfahrungen mit einer Teilzeittätigkeit und einem gleichzeitigem Vollzeitstudium in diesem Bereich genacht ?

Vielen Dank schonmal im Voraus für eure Tips !!
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Neurologie
D

Dikbert

Mitglied
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07.03.2006
67059
Hallo Dirk!

Erstmal Respekt für die Idee der gleichzeitigen Arbeit bei Vollstudium. Aber das ist zuviel. Manche arbeiten bis zu 50%, darunter leidet allerdings die regelmäßige Teilnahme an Vorlesungsveranstaltungen. Eine Viertelstelle war bei einigen Kommilitoninnen realistisch.

Als Absolvent der Pflegewissenschaft nach ebenfalls 6jähriger Krankenpflegetätigkeit möchte ich Dir das elternunabhängige Bafög empfehlen. Wenn Du 72 Monate Vollbeschäftigung nachweisen kannst (inklusive der Ausbildung), erhälst Du vom Einkommen der Eltern unabhängiges Bafög (entspr. 585€ monatlich). Das Studium wird dann als Weiterbildung/ Fortbildung innerhalb der Krankenpflege deklariert und nicht als zweite Ausbildung, die dem Bafög entgegenstünde.

Nebenher brauchst Du dann nicht so viel zu arbeiten und die verfügbare Zeit kann für´s Vollstudium investiert werden. Ich hoffe, das klappt auch bei Dir.

Gruß aus der Pfalz!
 
Qualifikation
Pflegewissenschaftler
Fachgebiet
Stationsleitung
D

DIRK78

Neues Mitglied
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Themenstarter/in
07.04.2006
36289
Hallo,
habe beriets im Voarus schonmal beim Arbeitgeber und der Stationsleitung nachgefragt, die mir beide sagten, dass ich mir über die Anwesenheitstage bei den Vorlesungen keine Gedanken machen müsse, bei entsprechender Reduzierung der Stelle natürlich. Dort wo ich das Studium aufnehmen möchte (Fulda/Hessen) sind pro Woche etwa zwei bis drei Vorlesungstage in der Woche veranschlagt. Vielen Dank aber erstmal für den Tipp mit dem Bafög, wußte ich so nicht. Muß der Betrag den man dann erhält denn in irgendeiner Form später zurückgezahlt werden ? Gibt es noch andere Möglichkeiten finanziell alles etwas besser zu überstehen sprich Eintragungen in der Steuerkarte oder andere steuerliche Absetzungsmöglichkeiten ? Wie sehen außerdem die beruflichen Chancen danach aus (sowohl innerhalb der Pflege als auch in eher plegefernen Stellen), gerne auch im Ausland, da das Studium ja nach internationalem Standard aufgebaut ist ?

Vielen Dank
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Neurologie
Pflegebärin

Pflegebärin

Mitglied
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08.01.2006
53227
Hallo Dirk,
wahrscheinlich kann ich Dir mit meinem Beitrag nicht viel weiterhelfen. Ich hab nach Abschluss meiner Ausbildung zur Krankenschwester Biologie studiert und nebenher an Wochenenden (25% Stelle) erst zwei Jahre im Altenheim und danach bis Abschluss des Studiums in der ambulanten Pflege gearbeitet. Hier arbeite ich übrigens jetzt zu 100%, weil mir die Pflege mehr Spaß macht, als von morgens bis abends im Labor zu stehen und Experimente durchzuführen, die sowieso nicht funktionieren. Das nur, um zu zeigen, dass es prinzipiell geht, neben dem Studium zu arbeiten. Allerdings sehe ich es wie Dikbert, dass eine 75% Stelle wohl eher zu viel ist, vor allem, wenn Du noch eine Familie hast, für die Du dann wahrscheinlich nicht mehr viel Zeit hättest. Aber Deinen Fall kann man wohl mit meinem gar nicht vergleichen, da erstens Dein Studium ja auf Dein Wissen aufbaut und da Du zweitens als Wundmentor schon viel Wissen gesammelt haben musst. Vielleicht fällt Dir das Studieren ja auch gar nicht so schwer, so dass Du gar nicht so viel Zeit dafür aufwenden musst. Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg für Dein Vorhaben!

Liebe Grüße von der Pflegebärin!
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
A

Anja Schneider

Neues Mitglied
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14.03.2006
63075
Hi,

Ich ziehe gerade ein Vollzeitstudium bei einem 20 Std.-Vertrag durch und kann Dir sagen, dass das nur klappt, wenn Du eine kooperative Abteilungsleitung hast, damit Du die wichtigen Seminare besuchen kannst. An meiner FH war das super schwierig, da wir tw. jeden Tag zur Vorlesung erscheinen mussten. Fazit: Arbeitstage von bis zu 12 Std. und wenige freie WE. Einfacher ist es, wenn die Vorlesungen blockweise stattfinden. Aber auch der Aufwand für die Scheinleistungen ist schon beachtlich. Und Du musst sicherlich Praktika machen, die irgendwie organisiert werden müssen in Kombination mit der Berufsarbeit.
Ich bin heilfroh, bald fertig zu sein. Ich habe einen hohen Preis bezahlt, um dieses Studium machen zu können (auch finanziell), aber ich bereue es keine Sekunde.

Dir eine gute Entscheidung und viel Erfolg.

Anja
 
Qualifikation
FKS
Fachgebiet
Anästhesie
D

Dikbert

Mitglied
Basis-Konto
07.03.2006
67059
Hi Dirk. Vom Bafög ist die Hälfte zurückzuzahlen, da diese in Darlehensform gewährt wird. 5 Jahre nach der letzten Bafögzahlung (=Studiumende) wird die Rückzahlung angefordert. Wer den Betrag in einem Schlag leisten kann, erhält weitere dicke "Rabatte". Alles in allem gibt es meiner Überzeugung nach keine Möglichkeit, günstiger und legitim an Geld für´s Studium zu kommen. Ausnahme: Du bist bei Bafög-Antragstellung bereits 30. Dann gibt´s nicht einen Cent.
 
Qualifikation
Pflegewissenschaftler
Fachgebiet
Stationsleitung
R

Ruthchen

Neues Mitglied
Basis-Konto
28.02.2006
31840
Hallo Dirk!

Ich studiere im 8. Semester Pflegemanagement in Vollzeit. Meine Studienkollegen lachen bestimmt, wenn die diesen Text lesen, denn ich habe nie in Vollzeit studiert. Zu Beginn des Studiums habe ich mit 75% gearbeitet, angeboten an der FH wurden anfangs 4 Vorlesungstage (die Semesterwochenstunden reduzierten sich stark im Verlauf des Studiums). Häufig konnte ich nicht erscheinen aufgrund der vielen Arbeit. Habe aber auch noch ein paar andere Dinge nebenher gemacht. Später habe ich festgestellt, dass ich auch gar nicht der Lerntyp bin, der die regelmäßigen Veranstaltungen braucht, um den Stoff zu verstehen. Seit ungefähr dem 3. Semester mache ich alles im Heimstudium. Hab zwar auch meine Stelle weiter reduziert auf 50%, bin aber trotzdem nicht zur FH gegangen, nur zu Prüfungen. Zum 6. Semester bin ich dann 150 km weiter gezogen und konnte auch nicht mehr erscheinen. Jetzt schreibe ich mein Diplom, weshalb ich eigentlich gerade in diesem Forum bin. So wie es aussieht mache ich einen durchschnittlichen Anschluss innerhalb der Regelstudienzeit.
Was ich Dir eigentlich sagen will: Probier es doch erst mal mit 75 %, so fangen viele an. Wie Du es schaffst hängt auch von Deinem Lerntyp ab! Das findest Du bestimmt schnell raus. Außerdem bedenke, dass die Semesterwochenstunden nach und nach weniger werden. Wenn Du Dich an Deiner FH dananch informierst, dann frag doch auch mal wieviele und wie groß der Umfang der Pflichtvreanstaltungen ist. Bei mir waren es vielleicht 2 Tage im Jahr. Die wissen doch auch, dass die meisten arbeiten gehen müssen. Das bringen schon die Zugangsvoraussetzungen mit sich. Also ich würde Dir gerne Mut machen, probiers aus!
Viel Erfolg;-)
Ruth
 
Qualifikation
Dozentin für Pflege,Studentin, Krankenschwester
Fachgebiet
freie Marktwirtschaft
D

Dikbert

Mitglied
Basis-Konto
07.03.2006
67059
Was ich Dir eigentlich sagen will: Probier es doch erst mal mit 75 %, so fangen viele an. Wie Du es schaffst hängt auch von Deinem Lerntyp ab!
Hi Euch! Dazu möchte ich anfügen, daß es auch bei uns im Studium Leute gab, die nur für Prüfungen in der FH waren. Die neuen Regelungen lassen es allerdings nicht mehr zu, da auf BA-Studium umgestellt und Anwesenheitspflicht eingeführt wird.
Ungeachtet der Anwesenheitspflicht ist das Bafög in allen Belangen ein Gewinn, da man das Vollstudium dann auch voll durchziehen kann. Man hat die Möglichkeit zur Erholung und zum Selbststudium - egal, wieviel Lernaufwand einem in der Prüfungszeit entsteht. Mit Nebenverdienst nachzusteuern sollte nicht vergessen werden - man gibt zwar etwas von der gewonnenen Freizeit auf, verbessert dadurch aber logischerweise die Kostenkontrolle.
 
Qualifikation
Pflegewissenschaftler
Fachgebiet
Stationsleitung
N

Nadine Schue

Neues Mitglied
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08.03.2006
58452
Hallo!

Mein Zeimanagement als Studentin der Pflegewissenschaft in Witten gestalttet sich derzeit so, dass ich drei Tage in der Woche studiere ( vorlesungen) und durchschnittlich drei arbeite. In Zeiten der Vorbereitung auf Klausuren ist das Arbeiten reduzierbar. Das ist meiner Meinung nach die einzige Vorraussetzung, die Dein Teilzeitjob haben sollte.
Es sollte möglich sein, die Arbeitsbelastung an die Lernbelastung anzupassen. Dies ist in der Zwischenzeit meist nur mit Aushilfstätigkeiten in grossen Kliniken ( Aushilfe auf Abruf ) möglich. Solltest Du eine Festanstellung auf 50% bekommen---nimm sie! Wenn der Dienstplan einigermassen flexibel ist lässt sich ein Studium darin integrieren, finde ich! Ich kenn genug Beispiele!
Viel Erfolg
Nadine
 
Qualifikation
Studentin
Fachgebiet
Herdecke
D

Dikbert

Mitglied
Basis-Konto
07.03.2006
67059
Hallo,
Muß der Betrag den man dann erhält denn in irgendeiner Form später zurückgezahlt werden ?
Ja, und zwar fünf Jahre nach letzter Bafögzahlung. Die Hälfte ist ein Darlehen. Wenn man einen Großteil auf einen Schwung zahlen kann, wird ein weiterer dicker Rabatt gewährt (gut die Hälfte, wie ich gehört habe).

Bei den Möglichkeiten, mit dem Diplom in der Pflege was zu werden, hängt es von vielen Faktoren ab (derzeit ist es recht schwierig, siehe Beschäftigungslage im Gesundheitswesen), wie zB Abschluß, Ruf der FH...
 
Qualifikation
Pflegewissenschaftler
Fachgebiet
Stationsleitung
P

pfl.baltru

Mitglied
Basis-Konto
19.09.2004
59302
Hallo @ all!

Also ich stand damals auch vor dem Problem, wieviel ich noch nebenher arbeiten kann und wie ich meinen Lebensunterhalt zusammen bekomme. Da schlichen sich doch schon mal Existensängste ein. Aber mittlerweile läuft es dank meiner 25% Stelle, BaföG und der Unterstützung meiner Freundin recht gut. Ich kann nur empfehlen, dich mit Studierenden der jew. FH zu unterhalten, wieviel die so arbeiten auch mit Hinblick auf die Semesterwochenstd., da das ja von FH zu FH unterschiedlich ist. Und bedenke auch, dass du ja nicht nur arbeiten UND studieren willst, auch wenn du jetzt wahrscheinlich hoch motiviert bist. Du willst ja auch noch leben und was von deiner Familie haben. Das soll dich jetzt nich demotivieren oder so:grin: !
Ach ja, bedenke auch die anfallenden Studiengebühren ( bis zu 500 Euro/Semster :mad_2: )

Bist du dir denn sicher, ob du später wirklich mal als PDL arbeiten willst?! Du hast ja geschrieben, dass du recht viele Fort- und Weiterbildungen gemacht hast (Wundmentor usw.). Ich hab vorm Studium auch gedacht, dass ich nicht unbedingt mein Leben lang in der Pflegepraxis arbeiten will, aber hab gemerkt, wie sehr mir das fehlt (mal von den ungünstigen Arbeitszeiten abgesehen:whistling ). Hoffe mal, dass ich später nicht so ein Bürohengst werde, aber ist ja jetzt auch egal. wollte damit nur sagen, dass ich es unheimlich wichtig finde, schon mal zu wissen, was man nach dem Studium noch so machen will!

So, alles wird gut!!!
 
Qualifikation
Krankenpfleger;Student FH Bielefeld
Fachgebiet
Allg. u.Gefäßchir.
M

MaRu

Mitglied
Basis-Konto
08.08.2005
Hannover
Hallo,

ich selbst habe meinStudium so gut wie abgeschlossen und dabei mindestens 20 h/Woche gearbeitet. Meiner Erfahrung nach ist das möglich, wenn Du ein effektives Zeitmanagement betreibst. Ist immer noch besser, als irgendwann einen Job anzufangen und erstmal 10.00 € Bafög zurück zu zahlen ...
 
Qualifikation
Dipl. Pflegewirt (FH)
Fachgebiet
Niedersachsen/Hamburg
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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