Allgemein Verweigerung der Zusammenarbeit mit Arzt (Pflegeheim)

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S

SonjaT

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17.08.2011
33189
Guten Morgen,
kann man sich als Team/ Einheit einer Pflegestation weigern mit einem Hausarzt zusammen zu arbeiten?
Ich schildere kurz den FAll:
BW x + Y sind von HA A zu HA B gewechselt! In den letzten 2 Jahren sind vorher schon 5 andere BWs von Ihm (HA A) zu anderen Ärtzen gewechselt. Nun kommt der Vorwurf von HA A wir führen einen Boykott gegen ihn und stehlen ihm die Patienten. Er hat sich in Form von Email bei der PDL beschwert und in einem GEspräch gestern deutlich gemacht wie unfähig er uns hält und das er seine "gestohlenen" Patienten wieder haben will und auch nicht von weiteren Maßnahmen absieht! Mehrfach erwähnt er das wir ohne sein Wissen einfach medizinisch Handeln (BW x hatte blau verfärbte kalte Beine mit leichter Ödembildung und an beien Beinen offene Stellen die seit Wochen nicht heilen sondern schlimmer werden, er wollte Kompressionsverbände die der BW ablehnte, wir schlugen vor ihnzur Gefäßchirurgie zu überweisen; der HA wollte dies nicht der BW aber schon und weil auf Anfrage nach anderen Maßnahmen nichts kam, ist BW x dann gewechselt bei der US kam eine pavk III heraus. ) Er behauptet wir haben den Pat. gestohlen und sagt es sei nicht unsere Sache wer zu welchen Fachärzten geht!

Wir als Team haben Angst, dass bei seinen anderen Pat. dann alles was wir tun in Frage gestellt wird und das wenn er Fehler macht es auf uns abgewälzt wird.
Geht es das wir die Zusammenarbeit ablehnen???
Ich danke euch für Antworten

LG Sonja
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Stationäre Pflege
T

thorstein

Aktives Mitglied
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14.03.2008
85221
AW: Verweigerung der Zusammenarbeit mit Arzt (Pflegeheim)

Wenn ihr Patienten stehlt, müßt ihr sie natürlich zurückgeben. Ansonsten gilt in Deutschland immer noch die freie Arztwahl. Selbstverständlich kann man aus diesem Grund aber auch nicht die Zusammenarbeit ablehnen. Aber auch auf Hausärzte kann man Druck ausüben und sich beschweren. Das wäre aber eine Aufgabe auf Leitungsebene.
Der Arzt hält euch für unfähig und ihr haltet den Arzt für unfähig - das ist ja dann ausgeglichen, oder?
Solche Konflikte sollten gelöst werden, weil sie immer beiden Parteien schaden. Der Arzt kann nämlich auch Stimmung gegen das Heim machen, seine Patienten dort nicht mehr unterbringen usw.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Nachtdienst
S

SonjaT

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
17.08.2011
33189
AW: Verweigerung der Zusammenarbeit mit Arzt (Pflegeheim)

Wir haben sie ja nicht gestohlen sondern sie haben von sich aus den Arzt wechseln wollen und auch den Facharzt aufsuchen wollen.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Stationäre Pflege
A

Anahita

Mitglied
Basis-Konto
06.03.2007
Oberbayern
AW: Verweigerung der Zusammenarbeit mit Arzt (Pflegeheim)

Ja, wir haben immer noch die freie Arztwahl. Wenn Ihr mit Eurem Hausarzt oder der Hausärztin nicht mehr zufrieden seid, geht Ihr ja auch zu einem andern, oder? Also haben auch Eure Bewohner das Recht dazu! Vielleicht sollte sich der genannte Arzt mal fragen, warum ihm seine Pat. den Rücken kehren..

Ihr bracht Euch da keine Gedanken darüber machen, welchen Arzt die Pat. wählen!

Ich könnte aber auch ein Beispiel nennen, in dem es umgekehrt war: der Hausarzt einer sehr betagten Bew.eindes Pflegeheims wurde ständig von den Angehörigen beschimpft, sie übernahm teilweise die Pflege der alten Dame (und entlastete uns damit). Die Frau zog sich eine Spontanfraktur zu, die Angh. gab dem Pflegepersonal die Schuld. Der behandelnde Arzt war außre sich und legte fest, dass er die alte Dame nur noch im Notfall behandeln würde.

Ob das legal ist, weiß ich nicht.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Altenpflege
L

leaving-the-moon

AW: Verweigerung der Zusammenarbeit mit Arzt (Pflegeheim)

Der Vorwurf des Arztes ist natürlich erst mal etwas was im Raum steht.

Aber!

Patienten haben generell freie Arztwahl und gehören keinem Arzt.
Patienten haben generell die Wahl Therapievorschläge eines Arztes abzulehnen.

Pflegepersonal ist NICHT verpflichtet Therapieanordnungen eines Arztes gegen den Willen des Patienten durchzuführen, im Gegenteil, das Pflegepersonal würde sich strafbar machen, wenn es das täte - denn die Freiheit des Einzelnen in diesem Falle des Patienten geht vor.

Pflegepersonal darf Therapieanordnungen eines Arztes nicht durchführen, wenn es aufgrund von Qualifikation, Wissen und Erfahrung weiß, dass eine Therapieanordnung falsch ist (Vorsicht, das wird nur ganz selten der Fall sein, meist handelt es sich um Grenzfälle) In solchen Fällen in denen das Pflegepersonal die Schäden zu denen die angeordnete Therapie führen würde absehen kann, muss sie diese verweigern.

Wenn ein Patient eine Pflegekraft um Vorschläge bittet was er machen könne, weil er seinem Arzt nicht vertraut, darf die Pflegekraft selbstverständlich allgemeine unverbindliche Vorschläge machen (z.B. Besuch eines Facharztes, Hausarztwechsel)

Das Ansinnen des Hausarztes spricht für eine seltsame Berufsethik - statt das Gespräch mit den verloren gegangenen Patienten zu suchen spricht er von Diebstahl (!) durch das Pflegepersonal. Man darf sich wundern ... ich würd mir keinen Kopf machen, wenn bei euch alles sauber gelaufen ist.
 
T

thorstein

Aktives Mitglied
Basis-Konto
14.03.2008
85221
AW: Verweigerung der Zusammenarbeit mit Arzt (Pflegeheim)

Ärzte empfehlen ihren Patienten Pflegeheime, und selbstverständlich gilt auch die freie Wahl des Heimes. Und Pflegekräfte empfehlen Hausärzte, zum Beispiel wenn jemand von ausserhalb zuzieht. Und wenn ein Bewohner mit seinem Hausrarzt unzufrieden ist. Die Dinge sind also nicht so einfach zu trennen.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Nachtdienst
Onkel Fritz

Onkel Fritz

Aktives Mitglied
Basis-Konto
08.03.2012
Berlin
AW: Verweigerung der Zusammenarbeit mit Arzt (Pflegeheim)

Manchmal hilft, wenn man mit einander redet? :rolleyes:
 
Qualifikation
KS
Fachgebiet
kein
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05.07.2001
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