Vertikale Professionalisierung oder Funktionspflege?

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pdlandy

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Hallo,
dies ist mein erster Beitrag.
Seit Jahren schon zeigen die gesetzlichen Krankenkassen erhebliche Defizite.Dieser Zustand wurde zu kompensieren versucht,indem Beiträge erhöht wurden,Zuzahlungen eingeführt wurden,Leistungen gestrichen wurden usw..
Nicht zuletzt auch durch das nicht Einhalten der erforderlichen Ausgabendisziplin,bestehen die finanziellen Defizite fortwährend.Seit dem Einführen der Kassenwahlfreiheit 1996 können die KK die Mitgliedsbeiträge auch nicht mehr unisono erhöhen.
Nun wird überlegt,dass man Kosten einsparen könnte, indem teure Arztstunden gestrichen werden. Die Tätigkeiten sollen dann nun von Pflegefachpersonen durchgeführt werden.Um diese zu entlasten sollen gleichzeitig Servicekräfte eingestellt werden,welche die Pflegefachpersonen bei anderen Tätigkeiten entlasten sollen, z.B. bei Grundpflege oder Tätigkeiten der Hauswirtschaft.

Nun meine Frage:Dient dieses Vorhaben zur Profilierung unseres Berufsbildes(also quasi als vertikale Professionallisierungsstrategie) oder bedeutet das eher ein Stück zurück in Richtung Funktionspflege?
Ich freue mich auf eure Beiträge!
 
Qualifikation
PDL/HL/TQMB
Fachgebiet
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Allround

Allround

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Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
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pdlandy

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Hallo Allround,
vielen Dank für den Link , aber ich glaube ich habe mich ein wenig falsch ausgedrückt.Ich wollte eure Meinung hierzu wissen.
mfg
 
Qualifikation
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romana

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Hallo pdlandy !

Meine Meinung dazu ist offen gesagt : ich find's nur noch frustrierend !

Ich finde es äußerst befremdlich, wie alle möglichen Institutionen und Schreibtischtäter mir die Gestaltung meiner in drei Jahren erlernten Tätigkeit vorschreiben !
Das ganze System krankt !
Die KK fordern die Einhaltung der QLV, zahlen aber die erforderliche Erhöhung der Personalkosten durch Tariferhöhungen nicht, in dem sie bei Pflegesatzverhandlungen höchstens die Hälfte der Erhöhung genehmigen. So sind die AG's gezwungen, die entstehenden Lücken irgendwo wieder aufzufüllen. Ergo billigeres Personal muss her, ich werde als Fachkraft theoretisch nur noch auf meine unbedingt verantwortlich relevanten Tätigkeiten reduziert. Aber schon das funktioniert nicht, weil ich ja voll mitarbeiten muss und nicht sagen kann, sorry Kollegen, jetzt brauch ich meine Stunde Zeit für Dokumentation. Auch organisatorisch geht das nicht, weil bei multimorbiden Pat. nicht nur Grund- sondern auch Behandlungspflege bei der täglichen Ganzwaschung ansteht.
Niemand in der Politik gibt zu, dass es in absehbarer Zeit in dieser Weise schlicht nicht mehr finanzierbar ist und nur noch eine Minimalversorgung geleistet wird, sprich ohne Beschäftigung, Zusatzangebote, Gesprächen....
Die vielen Neuerungen wie Qualitätsmanagement, Hygienevorschriften, Dokumentation, Personalgespräch, Bewohnergespräch... sollen der Qualitätssicherung dienen, erfordern aber auch Zeit, sprich mehr Personal, was aber nicht da ist ! So werden die Pflegekräfte unter immer größeren Druck gesetzt, sind frustriert und resignieren.
Die AG's finden immer mehr Modelle, wie man am billigsten Personal beschäftigt, da geht es längst zu wie in der privaten Wirtschaft.
Schon nach meiner Ausbildung (anno 1988) hat uns bei einer Diskussion die Geschäftsleitung gesagt, rechtlich steht den Versicherten nur die Versorgung der Stufe 4 zu ( Einteilung der Pflege in sehr-gut, gut, befriedigend,ausreichend,mangelhaft, ungenügend )und genau das wird bezahlt. Die Politik und Heimaufsicht fordern eine sehr gute bis gute Pflege, bezahlen aber nur für eine ausreichende (= ohne Schaden für den Pat. Minimalversorung) Pflege.
Keiner hat dies je öffentlich gesagt oder erklärt, wie das funktionieren soll !

Oje, da könnte man schreiben und schreiben.....
Ich höre jetzt auf und warte auf andere Meinungen .

LG
Romana
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
QMB
Weiterbildungen
Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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practocless

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Ich gebe romana in allen punkten recht. Aber bei der Finanzierung sehe ich in Zukunft auch keine Besserung. Zur entlastung sehe ich Servicekräfte schon als positive Maßnahme. Aber dann soll bitte auch geregelt werden was sie dürfen. Bei uns sollen sie nicht mit Desinfektionsmitteln arbeiten. Nur für den Service des Patienten. Super, aber das entlastet mich nur minimal. Ich Finde die Grund und Behandlungspflege dürfen wir auf keinen Fall abgeben. Das ist halt Pflege. Einzelne Pflegefachpersonen die speziell ausgebildet sind könnten meiner Meinung nach auch ärztliche aufgaben übernehmen, aber dann soll die Pflege auch das entsprechende Budget zugesprochen werden. Wir sind keine Dienstmädchen. Wenn die Pflege von den ärztlichen kollegen dann noch als Partner und nicht als Diener im Gesundheitswesen akzeptiert wird, sehe ich eine etwas bessere Zukunftsprognose.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger/Praxisanleiter
Fachgebiet
Zentrale Notaufnahme/Ambulanz
Puderfrei

Puderfrei

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Riecht stark nach Facharbeit, die Fragestellung... Richtig? So als angehende PDL/HL?
:wink:
 
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Altenpfleger/WBL
Fachgebiet
Altenheim
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pdlandy

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Hi Puderfrei,
nee riecht nur nach Interesse , grins. Würde mich halt interessieren wie andere Pflegefachpersonen so darüber denken. Meine Facharbeiten sind zum Glück fast alle abgearbeitet.
mfg
 
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