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Verordnungsmanagement

  1. Hallo zusammen, vorab - ich arbeite als GuK stationär in einer Klinik, habe also von Leistungs- und Abrechnungsmodalitäten im ambulanten Bereich null Ahnung. Vielleicht kann mir aber jemand von euch Informationen geben.

    Eine Patientin,die zuhause lebt, hat seit Jahren eine ärztliche Verordnung zur Medikamentengabe. Dafür hat der eingeschaltete PD bislang die Medikamente wöchentlich gestellt, die Bestände kontrolliert, die notwendigen Rezepte und Verordnungen besorgt und die Apotheke hat dann die georderten Medikamente direkt zur Patientin geliefert.

    Neuerdings wird für das "Drumrum" eine Monatspauschale von € 25,-- berechnet, die von der Patientin privat zu tragen ist. Zusätzlich zu der ärztlichen VO.

    Meine Frage: ist dies so üblich und rechtens? Umfasst eine VO zur Medikamentengabe nicht automatisch auch das Besorgen der Medikamente etc? Kann das "Drumrum" auch verordnet werden?

    Vielen Dank schon mal vorab für eure Informationen!
    Gärtnerin
     
  2. Hallo Gärtnerin,

    Eine Medikamentengabe im ambulanten Bereich umfasst tatsächlich nur die Gabe der Medikamente sowie das richten. Nachlesen kann man sowas in den HKP-Richtlinien. "Drumrum"-Leistungen sind grundsätzlich nicht verordnungsfähig und diese als kostenlosen Service anzubieten kann sich wohl kaum noch ein seriös wirtschaftender Pflegedienst leisten. Insofern ist eine privat zu tragende Drumrumpauschale durchaus rechtens und gerechtfertigt, sofern es keine anderen Möglichkeiten gibt (z.B. Angehörige, Abrechnungsmöglichkeit über SGB 11/ SGB 9, Briefmarken in Praxis hinterlegen etc... es gibt da viele Alternativen). Sowohl die Kranken- als auch die Pflegeversicherung sind eben nur Teilkaskoversicherungen, so will es das Gesetz.

    Wenn man dabei mal bedenkt, dass die Arztpraxen Rezepte und Verordnungen auch einfach per Post schicken könnten (aber zu geizig für eine Briefmarke sind), empfinde ich die Anspruchshaltung, dass die Pflegedienste dies alles abholen sollen schon etwas abenteuerlich. Zumal dies in Stunden gerechnet einen enormen Aufwand darstellt, der nicht refinanziert ist.

    Ich persönlich hoffe, dass sowas in mittelfristiger Zukunft auf elektronischem Weg gelöst werden kann. Das würde allen Beteiligten entgegenkommen.

    Beste Grüße, Pevaueff
     
    Bojenka70 und Käsewürfel gefällt das.
  3. Vielen Dank für die Auskunft!

    Guten Rutsch und Gruß,
    Gärtnerin
     
  4. Sorry die Antwort ist NICHT richtig - zumindest in NRW. Auch wenn das Thema älter ist. Wozu gibt es denn LK 11! Schaut mal rein da steht eindeutig: Einkaufen (incl. Arzneimittelbeschaffung)und notwendige Besorgung; (z.B. Bank- und Behördengänge). Die Leistung kann in diesem Zusammenhang eindeutig als Leistungskomplex abgerechnet werden.
     
  5. In die Leistungskomplexe muss ich nicht reinschauen, die kenne ich auswendig. Die Abrechnungsmöglichkeit über SGB XI wurde in der Antwort beschrieben. LK 11 kann nicht verordnet werden, Voraussetzung ist ein Pflegegrad um es abrechnen zu können. Hat sie den nicht, müsste sie den LK 11 auch selbst finanzieren.

    Insofern: Was genau ist nicht richtig?
     
  6. Dein Hinweis bezüglich SGB XI habe ich überlesen! Vorraussetzung für den LK 11 und die Abrechnung über PV ist sicherlich ein Pflegegrad. Ansonsten würde mir noch §37 SGB V einfallen und dieser ist verordnungsfähig. Da die Vergabe der Medis schon jahrelang erfolgt - würde ich schon über einen bestehenden Pflegegrad mutmaßen. Ansonsten wäre nur der §37 SGB V, Privatleistung, SGB 9 (eher unwahrscheinlich) oder auch SGB XII. Da gibt es schon größere Spielräume als dargestellt.
     
    #6 Care2000
    Zuletzt bearbeitet: 2. Mai 2019
  7. Edit: Landschaftsverband als Kostenträger wäre auch noch eine Möglichkeit bei Erfüllung der Vorraussetzung.

    Noch ein kleiner Tip für PD und Erbringung von LG 1 und LG 2 in NRW. Ab den 1.4 bedarf es nur noch eine Bestätigung der zuständige Stelle für sonstige MA und APH. Wer als PD also NACH dem 1.4 die Bestätigung einfordert hat sich viel Papier und Schreibarbeit gespart.

    Vorher musste jede einzelene Kasse die o.g. MA bestätigen. Bitte über den jeweiligen Berufsverband sich aber absichern lassen.
     
    #7 Care2000
    Zuletzt bearbeitet: 2. Mai 2019
  8. @ Care: Gehen dir ein wenig die Pferde durch? Ich habe mich bei den Möglichkeiten bewusst kurz gehalten und nur beispielhaft aufgeführt, weil das gar nicht die Fragestellung war. Konkret gehe ich aber gerne nochmal auf deine Beiträge ein:

    Der 37er SGB V kommt bei der langjährigen Medgabe gar nicht infrage. Es würde auf Unterstützungspflege hinauslaufen. Diese wird - wenn überhaupt - i.d.R. nur für längstens 4 Wochen genehmigt. Hilft doch in diesem Fall nicht weiter, auch wenn es theoretisch verordnungsfähig ist. Bei einer Dauer über 6 Monaten ("langjährige Medikamentengabe"!) ist man sowieso wieder beim Thema Pflegegrad. Ob dieser besteht bzw. die Voraussetzungen erfüllt wären ist unsererseits Spekulation. Verordnung und Genehmigung sind im übrigen immer zwei paar Schuhe.

    Du sprichst Privatleistungen an. Das ist doch die "Drumrumpauschale". Alternativ Selbstzahler LK 11 oder LK 33 oder Stundenpauschale, oder was auch immer sich der Anbieter sonst noch so ausdenkt.

    Auf SGB IX (= BeWo/Assistenzleistungen/Persönliches Budget..., in NRW finanziert über den Landschaftsverband --> sind also nicht zwei verschiedene Dinge) hatte ich bereits hingewiesen. Häufige Praxis bei mir, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.

    Dein Hinweis auf SGB XII ist in diesem Zusammenhang nicht stimmig. Von einem Pflegegrad war nicht die Rede und ist somit spekulativ. Die wichtigste Voraussetzung für Hilfe zur Pflege ist ein bestehender Pflegegrad und dass die Sachleistungen nicht ausreichen.

    Ansonsten gilt es eben kreativ zu werden. Dass es jede Menge Alternativen gibt, auch abseits von Kostenträgern, hatte ich angedeutet. Ich habe bisher bei allen Kunden eine zufriedenstellende Lösung gefunden. Aber nicht für lau.
     
    Frank67 und Care2000 gefällt das.
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