Vermeidung von Haarausfall durch Chemotherapie

AlexanderKulla

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Mich würde interessieren, ob Ihr schon von Dingen gehört habt, die man tun kann um den chemotherapieinduzierten Haarausfall zu verringern/verhindern. Ich schreibe meine Facharbeit zum Thema Haarausfall durch Chemotherapie. Und möchte wirksame aber auch unwirksame Prophylaxen aufführen.

Bekannt sind mir bisher (zumindest in der Theorie):

Kopfkühlungen (Kopfhauben; Gelkühlung; ...)
Kompression der Kopfhaut
Einsatz von Medikamenten (aber bisher nur in Tierversuchen!)

Kennt Ihr noch Maßnahmen? Hausmittelchen die kursieren?

Und wenn ja, habt Ihr Erfahrungen damit?

LG Alexander
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger in der Onkologie (DKG)
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zebro

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AW: Vermeidung von Haarausfall durch Chemotherapie

Mich würde interessieren, ob Ihr schon von Dingen gehört habt, die man tun kann um den chemotherapieinduzierten Haarausfall zu verringern/verhindern. Ich schreibe meine Facharbeit zum Thema Haarausfall durch Chemotherapie. Und möchte wirksame aber auch unwirksame Prophylaxen aufführen.
Hallo @AlexanderKulla,

ich habe einige Zeit auf der KMT und in der Onko-Hämatologie gearbeitet - aber von Prophylaxen, die einen zytostaikainduzierten Haarausfall vorringern bzw. verhindern, habe ich noch nicht gehört.

Wohl aber ist klar, dass die Art des Chemotherapeutikums sowie dessen Dosierung einen Einfluß darauf hat, ob es zu einem Haarausfall kommen wird. Ähnlich verhält es sich ja auch mit Mukositiden, für deren Entstehung eine Reihe von Wirkstoffen (wie etwa 5FU) bekannt sind - andere wiederum nicht.

Gruß Stefano
 
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AlexanderKulla

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Es spielen noch mehr Faktoren eine Rolle als nur die Wahl des Zytostatikums und der Dosis. Auch Alter, EZ und die individuellen Disposition sind entscheiden.
 
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AW: Vermeidung von Haarausfall durch Chemotherapie

Es spielen noch mehr Faktoren eine Rolle als nur die Wahl des Zytostatikums und der Dosis. Auch Alter, EZ und die individuellen Disposition sind entscheiden.
Ja, ganz sicher spielen diese Faktoren eine Rolle. Aber eben in Abhängigkeit zu Wirkstoff und Dosis einer zytostatischen Therapie. Denn die Chemotherapie gibt es nicht. Ebenso wie es bei der Anwendung von Antibiosen oder anderen Medikamenten zu den unterschiedlichsten Nebenwirkungen kommen kann ist dies auch bei zytostatischen Wirkstoffen der Fall.

Die Tatsache, dass beispielsweise bei jemandem, der eine High-Dose-Therapie mit Endoxan erhält, die Haare nach menschlichem Ermessen immer ausfallen, muss ich berücksichtigen. Es ist wichtig für mich und auch die betreuten Patienten, dass Grenzen pflegerischen Handelns gesehen werden. Ansonsten kann es gerade für Patienten zu großen Enttäuschungen führen wenn Sie initial der falsch geweckten Hoffnung erliegen, ein Haarausfall könne z. B. durch Prophylaxen vermieden werden.

In deiner Facharbeit würde ich also schon differenziert auf die verschiedenen Chemotherapeutika eingehen. Das macht aus meiner Sicht wirklich Sinn ... :thumbsup2:

Gruß Stefano
 
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Keine Sorge, das werde ich tun. Schließlich ist es ja eine FACHarbeit. ;-)

Das Ziel der Arbeit ist es, einen Flyer für betroffene Patienten zu erstellen. Darin sollen auch Prophylaxen angesprochen sein. Und zwar (fast) alle die kursieren. Ich werde dann Recherchen betreiben, welche studientechnisch abgesichert sind und welche völliger Blödsinn sind. Somit können wir den Patienten einen Überblick geben, welche Investitionen sie sich sparen können und mit welchen Maßnahmen sie ein wenig Linderung erfahren können. Denn Fakt ist: Eine 100%ige Prophylaxe gibt es nicht.

Die Frage hier zielt einfach darauf ab, solche im Umlauf befindlichen "Prophylaxen" aufzufinden. Ob sie was bringen oder nicht, werde ich dann hoffentlich raus finden. :)
 
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AW: Vermeidung von Haarausfall durch Chemotherapie

Hallo Alex,

Die einzig mir bekannte, aber nicht durch uns durchgeführte Prophylaxe therapieinduzierter Alopezie ist Hypothermie. Hierbei wird die Kopfhaut temporär unterkühlt, welches zu einer kurzdauernden Reduktion der arteriellen Blutversorgung der Haarwurzelzellen während der Applikation des Zytostatikums und in der ersten Verteilungsphase im Körper führt. Eine Folge davon ist, daß quantitativ weniger toxische Substanz in die Haarwurzelzellen gelangt. Die Kühlung erfolgt jeweils 15 min vor und nach Applikation, die Haube ist auf -15 Grad Celsius runtergekühlt und wird nach 30 min gewechselt. Verwendete Zytostasen müssen eine kurze Halbwertszeit haben. An aussagekräfigen Studien dazu herrscht Mangel, die Toleranz der Hypothermie ist z.T. schlecht, das gesamte Verfahren enorm kosten- und zeitaufwendig - und für Erfolg kann auch nicht garantiert werden.

Von "Hausmittelchen" weiß ich gar nichts.

MfG
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Onkologie innerhalb eines Klinikums mit ca.800 Betten
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Arbeitsgruppe Pflegerichtlinien
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AlexanderKulla

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Danke Dir für die Antwort.
 
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