Verliebt in einen Patienten

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Lena1986

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10.10.2015
Hallo ihr lieben,
Ich habe ein Riesen Problem. Arbeite Mittelwelle 3 Jahre psychiatrisch auf der geschlossenen Station. Nun ist mir etwas passiert was ich mir niemals hätte vorstellen können und weswegen ich mich selbst verurteile und schäme. Hatte so eine Situation noch nie!!!
Ich hatte langen intensiven Kontakt mit einem schizophrenen pat. Mittlerweile ist der pat sehr gut zurecht und ich habe noch nie so einen liebenswerten und charmanten Menschen kennengelernt.
Meibe Gefühle ihm gegenüber werden immer stärker. Ich habe auf der Arbeit zeitweise auffällig gute Laune und denke auch nach der Arbeit an ihn. Mittlerweile belastet mich die Situation sehr. Es ist einfach aussichtslos und bis vor kurzem hätte ich selbst für sowas kein Verständnis gehabt. Ich bin total verzweifelt. Einerseits froh wenn er verlegt wird, andererseits auch sehr traurig :(
Ich brächte mal eure Meinung und vllt hat jemand mal eine ähnliche Erfahrung gemacht?!
Kann mit sonst niemanden darüber reden. Es irritiert mich ja selbst :(
Lg Lena
 
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Fachgebiet
Psychiatrie
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Igel77

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23.12.2014
Oldenburg
Ich würde mal sagen, das passiert mehr Pflegekräften und Therapeuten, als allgemein bekannt ist. Und ich denke, das viele, die das schon einmal mitgemacht haben, sich ähnlich zerissen gefühlt haben. Ich selbst bin da keine Ausnahme.

Es ist schwer, im Rahmen eines Forums da hilfreiche Tipps zu geben, weil ich da weder Dich noch den Patienten noch das Umfeld kenne, in dem Du arbeitest und lebst. Ich versuche es daher einmal etwas genereller.

Begreife die Situation als Gelegenheit, an der Du selbst wachsen kannst. Auch, wenn es vielleicht weh tut.

Als Möglichkeit, Deine eigenen "Schattenseiten" besser kennen zu lernen, jene Anteile, die wir so ungern wahrhaben möchten, unterdrücken und vielleicht auf andere Menschen übertragen. Vielleicht hilft es Dir, Dich mit der Frage zu beschäftigen, in welche Menschen Du Dich verliebst, welche Eigenschaften diese Menschen haben. Welche "Lücken" diese Menschen bei Dir ausfüllt, und vielleicht, ob Du überhaupt möchtest, dass ein anderer Mensch diese Lücken ausfüllt. An wen Dich ein Mensch erinnert, dem Du begegnest. Oder, aus welchen Gründen Du in Deinen Job gegangen bist, was Dir in Deinem Job Bestätigung gibt (und, wiederrum, ob Du noch willst, dass das so ist, wenn Du Dir dessen gewahr bist.)

Such Dir jemanden, dem Du vertrauen kannst - vielleicht, niemanden von der Arbeit, in Kenntnis dessen, wie viele Häuser funktionieren. Ein externer Supervisor, vielleicht.

Lass dir Zeit. Verlang nicht von Dir, dass Du sofort auf alles eine Antwort erhältst, und manchmal muss man das Ganze aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Akzeptiere es, dass es normal ist und zu einem gesunden Mensch - Sein dazu gehört, Gefühle wie Liebe, Trauer, Zorn, etc. zu haben. (Was nicht das gleiche ist wie: Jedem Gefühlsimpuls nachzugeben).

Und, dass es auch sein Gutes hat, jemanden zu mögen: Viele unserer Klienten haben eher negative Erfahrungen mit anderen Menschen gemacht, inklusive psychiatrisch Tätiger, daher ist es vielleicht auch mal ganz gut, wenn diese Klienten echte menschliche Wärme spüren.
 
Qualifikation
Gesundheits - und Krankenpfleger
Fachgebiet
Psychiatrie
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lissy gebell

Hallo ihr lieben.
Also mir ist das selbe pasiert .
Ich arbeite seit 1 ,5 Monaten in einer Rehabilitation Sucht Klinik. Als
Ich einen meiner Pat. Gesehen habe und er mich war es um mich geschehen.
Er wird am Mittwoch entlassen er ist am Ende seiner Therapie die 6 Monate gegangen ist. Ich hab seine Handy Nummer bekommen.
Ich weiß nur nicht was ich machen soll ich kann ihn nicht vergessen . Ich hab Schmetterlinge im bauch . Ihm geht's auch nicht anders das merke ich.
Mein Problem ist er war mein Pat. Aber nur die letzten paar Wochen. Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich fühle ich sehr schlecht.
Was denkt ihr habt ihr Tipps ???
 
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Foxylady

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21.03.2011
10551
Ich verstehe das Problem nicht. - Schon IMMER haben sich mal Ärzte/Krankenschwestern/pfleger und Patienten ineinander verliebt - und wenn sie nicht gestorben sind, so sind sie noch immer verheiratet, ;.)
 
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Lena1986

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10.10.2015
Danke erstmal für die Antworten! @Foxylady das Problem ist halt der psychiatrische Hintergrund. Wenn sowas in der somatik passiert interessiert es keinen aber in der Psychiatrie ist es ein heikles Thema :(
 
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Fachgebiet
Psychiatrie
Thomas aus Aachen

Thomas aus Aachen

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Hallo Lena1986,
es ist ein heikles Thema. Dafür gibt es viele Gründe. Und leider kein Patentrezept.
Dein Beitrag ist ja nun schon über zwei Monate her. Den ersten wichtigen Schritt- darüber zu reden- hattest Du damit ja schon gemacht. Hast Du denn jemanden gefunden, mit dem Du reden kannst? Hier in solch einem Forum geht das nicht so gut wie im direkten Kontakt. Durch die Schriftform geht zu viel verloren gegenüber einem persönlichen Gespräch.
Aus meiner Erfahrung (über 20 Jahre in der psychiatrischen Pflege) kann ich sagen, dass »es« gut gehen, aber auch Probleme mit sich bringen kann. Entscheiden muss das letztlich jede/r selbst, ob man bereit ist, die möglichen Konsequenzen zu tragen.
Mein Verständnis dabei ist, dass ich »die Psychiatrie« nicht anders bewerte als andere Orte, wo Menschen sich begegnen. Überall kann es Abhängigkeiten geben, die Einfluss auf Beziehungen haben. Ich kann auch im »normalen Leben« einen Partner finden, der später psychisch erkrankt. Wenn ich dann zu ihm/ihr stehe, wird mir das wahrscheinlich hoch angerechnet.
Wähle ich den Partner im Wissen der psychischen Erkrankung, lastet drauf ein Makel, vor allem, wenn ich in der (gleichen) Psychiatrie arbeite, wo der Klient behandelt wird oder wurde und es wird an meiner Fachkompetenz gezweifelt.
Ich finde es wichtig zu reflektieren, so wie Igel77 es beschrieben hat.
Und ich sage immer: Niemand arbeitet zufällig in der Psychiatrie. Da ist »etwas«, sonst würden wir es nicht machen (können/wollen). Warum ich dort arbeite, sollte ich mich fragen und Antworten finden.
Und ich sage auch: Wer (Vorgesetzte/KollegInnen) Beziehungen (auch unter KollegInnen) oder sich-verlieben in Patienten von vornherein verurteilt, hat noch einen weiten Weg vor sich...
Ich wünsche Dir alles Gute!
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Psychiatrie
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kukidoo

Hallo,
die Beiträge sind ja schon sehr lange her. Meine 16-jährige Tochter war Anfang dieses Jahres in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und hat sich in ihren Bezugspfleger (38) verliebt. Er hat ihr viele Komplimente gemacht, das hat ihr gefallen, und so war es um sie geschehen. Am Schluss hat er ihr seine Handynummer gegeben. Nach drei Monaten hat sie Kontakt mit ihm aufgenommen. Sie haben sich dann sieben Wochen lang regelmäßig getroffen. Die Beziehung ging danach auseinander, weil er sehr viel Angst vor Entdeckung hatte. Sie mussten ein Versteckspiel spielen, das für beide anstrengend war. Der Pfleger hat die Trennung gut überwunden, hat inzwischen eine neue Freundin. Für meine Tochter ist das alles sehr schwierig. Und wir haben nun auch noch das Problem, dass sie letztlich auch nicht mehr in die Klinik zurückkehren könnte, wo sie war, denn der Pfleger arbeitet immer noch dort. Ich sehe dieses Thema deshalb sehr kritisch.
 
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05.07.2001
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