Verhalten gegenüber Kollegen und Angehörigen

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E

Endorphin

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20.03.2009
47137
Hallo zusammen,

Ich stecke in einem kleinen Dilemma und weiß nicht genau wie ich mich richtig - sowohl professionell als auch persönlich - verhalten soll.

Folgendes: Ich bin in einem kleinen, vor kurzem erst aktiv gewordenen Pflegedienst für 1:1-Individualversorgung und Heimbeatmung tätig. Im Januar erst haben wir eine neue Versorgung eröffnet und daher muss sich so manches natürlich erst einmal einfinden und regeln. Man muss erst mal die (neuen) Arbeitskollegen kennenlernen, sich gegenseitig beschnuppern - den Klienten und die Angehörigen selbstverständlich ebenfalls.

Jetzt ist es seit Eröffnung der Versorgung und vor allem seit kurzem aber wohl auch so, dass man teilweise haarsträubende Aktionen von manchen Kollegen hört - und das nicht nur von den Angehörigen sondern auch (als Bestätigung) von anderen Kollegen.

Wer in diesem Bereich tätig ist kennt das bestimmt auch, dass man von den Angehörigen dann ausgefragt wird ob dies und das (was so vorgefallen ist) denn auch so korrekt ist, da sie selbst darüber zweifeln aber ja auch nicht über die "Fachkompetenz" verfügen und niemanden unbegründet anklagen wollen.

In einer solchen Situation sehe ich mich auch gerade, und das bei teilweise einem einfach unmöglichen Verhalten der Angehörigen (und Betreuerin) gegenüber, teilweise aber auch bei dermaßen groben Schnitzern dass es an Inkompetenz grenzt!
Versteht mich nicht falsch, ich weiß das ich selbst nur ein kleines Licht bin da ich über keine Fachweiterbildung verfüge sondern nur über ein paar Jahre Berufserfahrung im Bereich stationärer Intensiv- und ambulanter Beatmungspflege. Dennoch sind da ein paar ordentliche No-Go´s vorgefallen.

Die entsprechenden Personen verhalten sich da jedoch ziemlich beratungsresistent wenn man (ich) sie darauf anspricht und ich hab langsam wirklich keine Lust mehr mich für das Fehlverhalten und die Pflegefehler von anderen Kollegen zu rechtfertigen, da diese ein schlechtes Licht auf den gesamten Pflegedienst werfen!
Die ganzen (mittlerweile fast täglichen) Diskussionen mit den Angehörigen über den und den Kollegen gehen mir langsam gegen den Strich!

Teilweise weiß sogar die PDL darüber Bescheid, aber es ändert sich nichts!

Wie würdet ihr euch verhalten? Könnt ihr mir was raten? Ich wäre euch echt dankbar.


LG -Endo
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
ambulante Beatmungspflege
T

Tilidin

Aktives Mitglied
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23.04.2011
24211
AW: Verhalten gegenüber Kollegen und Angehörigen

Hallo

Inhaltlich wird es niemand beurteilen können, ob hier Pflegefehler vorliegen,aber eines scheint recht deutlich zu sein.
Ihr habt die Sachebene verlassen u. tragt jetzt alle den Konflickt auf der Beziehungsebene miteinander aus.

Die Angehörigen könnten beispielsweise diesen Konflikt auf die Beziehungsebene gebracht haben, denn hier bekommen sie am meisten Infos u. Rückmeldungen u. können diese Informationen natürlich geziehlt einsetzen u. die Pflegekräfte gegeneinander auszuspielen.
Es könnte auch sein, das ein Kollege aus persönlichen Gründen, gezielt Infos an die Angehörigen gibt, um sich selber aufzuwerten.
Es könnte auch sein, dass sich keine Seite bewußt ist, was sie da macht.
Es könnte auch sein, dass tatsächlich Pflegefehler vorliegen.

Und jetzt haben auch noch alle drei Parteien die Bereitschaft, den Konflikt öffentlich auszutragen, dass könnte für den ein oder anderen bedeuten"Kino ohneGeld", ja er bekommt mit den Infos sogar Macht.

Ich möchte dringend empfehlen, flegefachliche Gespräche nur noch intern zu besprechen u. vieleicht alle MA in die Supervision holen. Als kleiner Pflegedienst müsst ihr doch eine Sprrache sprechen.
Ihr könnt euch doch nicht vor dem Kunden fetzen.
Die fraglichen Pflegefehler könnte man doch intern, gemeinsam u. verbindllich besprechen u. mit einem Standard umsetzen.

Ich würde den Betreiber u. die PDL zum Gespräch bitten, deine Beobachtungen u, unterschiedlichen Sichtweisen, nicht als Vorwurf definieren, sondern als Grundlage für ein gemeinsames Handeln anbieten.
Gruß
 
Qualifikation
Krankenpfleger,Fachpfleger Psych,PDL
Fachgebiet
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Weiterbildungen
Krankenpfleger
Fachpfleger für Psych.
große PDL- Ausbildung
Böserwolf

Böserwolf

Unterstützer/in
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29.09.2008
kassel
AW: Verhalten gegenüber Kollegen und Angehörigen

Kann ich nur zustimmen. Angehörige fragen, denn sie sind besorgt und wollen das Beste für den Patienten, das ist mal logisch.
Nur - du bzw. die Belegschaft sollten sich da nicht in einen Strudel ziehen lassen und irgendwelche Aussagen der Angehörigen bewerten oder kommentieren. Wenn ein Angehöriger der Meinung ist, dass etwas schief läuft soll er den oder die Verantwortliche fragen, sprich PDL - Inhaber/in und diese Person wiederum sollte dann intern mit den PK sprechen um zu hören ob das Hand und Fuß hat und wenn Fehler gemacht wurden, die ja Angehörige im Grunde gar nicht erkennen können, sollten diese in Zukunft vermieden werden.

Das kann auch daher rühren, dass jede PK anders arbeitet, andere Prioritäten setzt, mit dem Patienten anders umgeht.

Gerade am Beginn wenn ein neues Team zusammenarbeitet sollte man sich nicht gegenseitig zerfleischen, sondern Probleme sollten in der Gruppe besprochen werden, fernab von Angehörigen und es ist Aufgabe der PDL/Inhaber eine möglichst klare Linie rein zu bringen und ggf. auch Mitarbeiter, die nicht ins Team passen, auszuwechseln.

Als Führungskraft habe ich zu "führen" - ich verstehe manchmal echt nicht wo das Problem dabei liegt. Es ist auch nicht jede/r dazu geeignet - das habe ich in den letzten Jahren auch feststellen dürfen:nono:
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
leaving-the-moon

leaving-the-moon

Unterstützer/in
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29.06.2011
Karlsruhe
AW: Verhalten gegenüber Kollegen und Angehörigen

Ganz wichtig: Leitung informieren - Teamsitzung für diese Versorgung machen. Es muss zunächst im Team geklärt werden ob etwas nicht richtig läuft oder falsch gemacht wird - danach muss ein roter Faden gefunden werden: Wie gehen wir vor.

Gerade das ist in der 1:1 Betreuung nicht immer ganz einfach, da eben nicht in einer Einrichtung gepflegt wird sondern zuhause und Patient und Angehörige ein gehöriges Stückchen mitzureden haben. Angehörige sind in einer Ausnahmesituation, sie wollen das beste für ihren Angehörigen sind Spezialisten für ihren Angehörigen aber Laien in der Pflege.
Wichtig wäre eine gute Pflegeplanung nach der man auch arbeiten kann - die mit dem Kunden und den Angehörigen zusammen erarbeitet wird was Tagesabläufe und drumherums angeht, aber fachlich natürlich von den Pflegenden, wenn es um Resourcen und Probleme geht. Haltet engen Kontakt zur Leitung (die hoffentlich etwas taugt) - es ist wichtig nicht übereinander mit den Angehörigen zu sprechen in der WEise, dass man die Klagen der Angehörigen über die falsche oder andere Pflege auch noch wertend kommentiert.
Manchmal hilft der Satz: So kann man das auch richtig machen.

Du bist schon in der Situation, dass du zwischen allen Stühlen sitzt - emotional. Du weißt nicht mehr wo du deine Loyalitäten hinpacken sollst. Machen die Kollegen wirklich Mist oder nicht? Das muss vom Patienten weg im Team geklärt werden. Erst mal mit der Leitung, denn die hat als PDL oder deren Vertretung die weitergehende Verantwortung - und dann falls es im Team tatsächlich so knischt auch gerne per Supervision.
 
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PFK Intensiv und Anästhesie
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Endorphin

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20.03.2009
47137
AW: Verhalten gegenüber Kollegen und Angehörigen

Hallo zusammen,

danke für eure Antworten schonmal! Hatte mir jetzt ein paar Tage Zeit genommen mir die Situation durch den Kopf gehen zu lassen und den Leuten (Kollegen und PDL) Zeit zum agieren zu geben.
Es gab eine Aussprache zwischen Team und Betreuung welche interessant gelaufen ist... Die nächsten Tage werden mir wohl weiter die Augen öffnen.

Eure antworten haben mir geholfen meinen Punkt zu finden (und eigentlich auch zu halten).
Danke für die offenen Ohren.

LG -Endo
 
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05.07.2001
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