Verbale Entgleisung in der Pflege

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Echtfreundlich

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Mitglied
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09.11.2013
30451
Hat Pipi gemacht, war komplett vollgeschissen, ich musste die Windel wechseln u.s.w.

Bis jetzt gab es in meiner Karriere nur 1 Heim in dem explizit auf korrekte Aussprache geachtet wurde. Ich kann immer nicht anders bei Übergaben oder Gesprächen mit Kollegen. Also ich fahre ihnen direkt ins Wort wenn so etwas in einem Satz fällt.

Ich versuche mich einfach professionell zu artikulieren in meinem Berufsleben.

Wie steht ihr dazu???
 
Qualifikation
exam. Altenpfleger
Fachgebiet
Pflegeheim
K

Kiki72

Mitglied
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22.04.2013
24601
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Unfassbar!!!! Leider erlebe ich sowas auch sehr häufig in vielen Einrichtungen - sowas geht gar nicht! Das ist einfach nur respektlos und sehr, sehr traurig. :sad:
 
Qualifikation
Freiberufliche Altenpflegerin
Fachgebiet
stationäre Altenpflege
T

Tombombalin

Mitglied
Basis-Konto
06.07.2013
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Hm ich weiß nicht ob das besser ist, ich sage bei denn 3 Beispielen immer.
Hat Wasser gelassen.
Stuhlgang wurde rumgeschmiert. Hatte Stuhlgang und Einlage hat nicht mehr gereicht.
Bin kurz Inko wechseln.
Ka ob das jetzt viel besser ist.
 
Qualifikation
Exam. Altenpfleger
Fachgebiet
Altenpflege
Echtfreundlich

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Mitglied
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Themenstarter/in
09.11.2013
30451
Qualifikation
exam. Altenpfleger
Fachgebiet
Pflegeheim
S

stern3007

Aktives Mitglied
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29.07.2005
Köln
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Ich finde es unmöglich, wenn Pflegepersonal sich derart unprofessionell ausdrückt.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
F

Fenius

Für mich klingt es immer so als ob man aus dem Ghetto kommt!

Gesendet von meinem GT-N7100 mit Tapatalk
 
P

pflegebekloppt

Gesperrter Benutzeraccount
14.08.2013
39108
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Viel Interessanter finde ich die Frage : " warum werden solche Formulierungen und Ausdrücke in der Pflege akzeptiert, tolleriert und überhaupt angewandt ?"
 
Qualifikation
Pfleger
Fachgebiet
in der Pflege
C

Cutter

Aktives Mitglied
Basis-Konto
16.11.2008
Hannover
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Oh weh. Hier hört sich das aber nach Heuchelei an ... tzzzz




Solche "Entgleisungen" finde ich gar nicht so schlimm, solange man unter sich ist, die Tür zum Dienstzimmer geschlossen und keine Angehörigen/Bewohner anwesend sind.


Jeder der mal einen richtig stressigen Dienst gehabt, bei dem man sich hochgradig genervt und kaputt zur Übergabe geschleppt hat wird wissen, das solche Äußerungen ein Ventil darstellen können. Ich habe eine Kollegin erlebt, die in ihrem Auto aufm Parkplatz sich derart laut "Luft" gemacht hat, das selbst das laute Autoradio dies nicht überdecken konnte. Im Landeskrankenhaus wurden solche Entgleisungen sogar mit einem Mediator in geschlossener Runde bewusst gemacht. Wobei es da auch um Abbau von Stress untereinander ging.
Solange die Türen zu sind ist es auch für mich ein Ventil. Man muss es ja nicht übertreiben, aber Einiges rutscht dann eben mal raus und jeder weis was gemeint ist. Es ist nichts Verachtendes oder wirklich Böswilliges, nur für den Moment ein Ventil.
Seit 2 Jahren arbeite ich auf einem Wohnbereich für demente Menschen. 22 Bewohner betreuen wir pro Schicht mit 2 Pflegekräften. 11 x Pflegestufe 3. Das ist nicht wirklich einfach. Wir sind ein sehr gutes und stabiles Team seit ca. 1 Jahr ohne Personalwechsel und Mobbing. Das Arbeiten macht wirklich spaß. Und wir sind stolz auf unsere Note 1 trotz der schweren Arbeit, physisch wie psychisch.


Wenn ich dann solche solche Verurteilungen von Verbalen Entgleisungen lese, hoffe ich, das es sich um Neuanfänger im Beruf handelt oder um Pflegekräfte die ein chilliges Arbeitsklima haben. Verbale Entgleisungen empfinde ich nicht als schlimm sondern habe Verständnis für diese Menschen, wenn die Tür zu ist!
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
Hannover
G

grille63

Neues Mitglied
Basis-Konto
14.11.2013
95131
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

da bin ich gar nicht deiner meinung.wer sich so artikoliert,solte überlegen,ob er den richtigen beruf hat.das ist einfach nur menschenunwürdi.was würdest du sagen,wenn dieser bewohner eins deiner eltern oder großeltern ist?wir werden alle mal alt und möchten dann gut behandelt werden.ich bin schon über 30 jahre in den beruf und rede nicht so über die menschen die ich pflege.den frust sollte man woanders auslassen und nicht auf so eine art und weise.
 
Qualifikation
freiberufliche Krankenschwester
Fachgebiet
Krankenpflege
T

Teetrinkerin

Aktives Mitglied
Basis-Konto
22.10.2009
Frankfurt
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Ich arbeite schon über 30 Jahre in der Pflege, die längste Zeit dabei in der Altenpflege.

Bei alten, dementen Menschen habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, dass sie mit Formulierungen wie abführen, Wasser lassen nichts anfangen konnten. Aber Pipi und Aa oder Kacka geht meistens.
Ich sehe es hier wie bei den Diskussionen zum duzen oder nicht: Solange ich grundsätzlichen Respekt vor der Person habe und der Situation angepasst auch mal die nicht so professionel klingenden Worte benutze, ist es nicht schlimm. Ich meine es dann nicht abwertend oder ironisch. Es ist dann eher eine außergewöhnliche Formulierung, bei der ich mir was gedacht habe.

Wo viel Dialekt gesprochen wird, kommt es auch manchmal zu lustigen (nicht lächerlichen) Erlebnissen: Klingelt ein alter Mann, ich frage nach seinen Wünschen, er sagt: ach, ich waas net, mei Leib drickt mich irschendwie .... ich: müssen sie auf die Toilette Hr. Dingsta? ... er: ei ja was den sonst ... ich: müssen sie abführen? er: hää, was? ich: Müssen sie gross machen, Stuhlgang ... ach, des is mir doch egal, ich muss ganz dringend scheisen! ... wir haben beide lachen müssen!

In der Doku würde ich auch schreiben, hat mit Stuhlgang geschmiert oder das Bett eingenässt. In der Doku hat die gängige Sprache professionel zu sein, da gibts keinen Grund für verbale Ausrutscher.

Während der Übergaben passiert es schon mal, dass verbal unprofessionel kommuniziert wird.
Meistens geschieht nichts und man spricht anschließend untereinander darüber, daraus haben sich auch schon echte Konflikte ergeben.

Mir selbst ist vor über 10 Jahren mal etwas passiert, das hat mich so geprägt und hängt mir heute noch nach, hatte aber auch einen Lerneffekt (gottseidank).
Ich habe einer alten Dame im Bad bei der Grundpflege geholfen, sie hatte geduscht. Sie konnte den Oberkörper gut selbst waschen, beim Rest benötigte sie Hilfe.
Wir beiden haben uns gut verstanden, ich mochte die alte Dame sehr.
Nachdem ich ihr Rücken und Beine gewaschen habe, sagte ich den verhängnisvollen Satz: jetzt müssen wir noch die Muschi waschen ... mir treibt es noch heute die Schamesröte ins Gesicht ... weiter geschah erstmal nichts.
Einige Tage später sprach mich ein Kollege an und sagte, du die Fr. Dingsda hat sich beklagt, du hast ein böses Wort benutzt als du sie geduscht hast. Es ging auf meiner Arbeitstelle in Windeseile durch die Räume und jeder wusste es und jeder sprach drüber.

Ich hab mich so geschämt.

Ich hab mir da echt nichts dabei gedacht - das ist wohl das Grundproblem gewesen - und bös gemeint habe ich es erst recht nicht, ich mochte die alte Dame sehr gerne. Dieser Ausrutscher und die anschließende Diskussion die lange Zeit andauerte, hat mich da sehr sensibilisiert und so etwas ist mir nie mehr passiert.
Bei der alten Dame habe ich mich entschuldigt, sie war sehr verwundert über meine Zerknirschtheit, vermutlich waren meine Kollegen mehr entsetzt über dieses Verhalten, als die alte Dame selbst.

Gerade heute mache ich mir Gedanken, ob es im Team hochgepusht wurde, aber das ist ein anderes Thema.

Mal verbal einen Frust richtig rauslassen zu dürfen, sollte bei geschlossener Tür im Team möglich sein, wer sollte es sonst verstehen als die Menschen, welche die selbe Arbeit tun.
Was ich schlimm finde, ist es sich drüber aufzuregen und es selbst nicht besser zu machen.
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Pflege
S

Stripping

AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Finde es schon gut, wenn Einrichtungen auf den Ton sensibilisiert sind, denn es zeigt mir, dass ein Faden zu erkennen ist. Ihnen bleiben sogar noch Möglichkeiten, sich auf sowas schwieriges wie Kommunikation zu beziehen. Verständlich, wenn man entgleist - solange es meine Peinlichkeit nicht berührt, gerne.

@Cutter,

ich finde nicht,dass es etwas mit Berufsanfängern zutun hat. Wenn ich schon lese,dass du als Helferin diese Ansicht einer Fachkraft damit untergräbst, bin ich bedient. Genau da kommen wir nämlich zum größten Problem in der AP!
 
F

Fleschor_Max

Aktives Mitglied
Basis-Konto
08.09.2007
04275
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

.ich bin schon über 30 jahre in den beruf und rede nicht so über die menschen die ich pflege.den frust sollte man woanders auslassen und nicht auf so eine art und weise.
Was machst du z.B. wenn du da einen strammen Nazi vor dir hast, mit Hakenkreuz-Tattoo und trotz >30J alt und Familie noch entsprechende T-Shirts mit eindeutigen Sprüchen trägt, also noch voll drin ist. Ich wurde fast zwei dutzend Mal von Nazis überfallen, war einmal richtig in deren Gewalt incl. psychischen Trauma. Damit ich auch so einen Menschen professionell pflegen kann, muss ich hinter geschlossener Tür lästern können.

Mein professioneller Anspruch ist nicht, dass ich nicht hinter der Tür läster, sondern dass ich auch mit solchen Patienten so umgehe, dass die nicht im geringsten die Vermutung bekommen könnten, ich würde über sie lästern.
Das heisst, der Nazi hat meine Geringschätzung nicht im mindestens mitbekommen, der hat bei mir auch bei Schmerzstufe 3/10 schon ein Schmerzmittel bekommen, und hat dann aus dem Nähkästchen geplaudert. Hat sich als Familienvater ein KRAD zugelegt, kam mit ner TIA an. Als er dann sagte, "zum GLück ist bei mir mit der Durchblutung alles in Ordnung", musste ich allerdings das Zimmer schnell verlassen.
Das ist für mich das wichtige, dass der Klient sich genauso behandelt fühlt wie jeder andere, und nicht was ich ausserhalb des Zimmers sage. Frustabbau muss sein. Damit meine ich natürlich Tarzan-Deutsch/Pipi-Kacka-Sprache.

Im übrigen sollte man mal überlegen, dass dieses Tarzan-Deutsch nicht im Sinne der aktivierenden Pflege ist. Wer mit alten Menschen sprachlich so umgeht wie mit einem Kleinkind, sorgt dafür, dass ihr eigenes sprachliches Ausdrücksvermögen mit der Zeit sinkt. Das ist doch logisch. Ihr formt deren Sprache um, und Sprache dient auch dazu Denken zu strukturieren.
Es ist doch positiv im Sinne einer aktivierenden, geistig anregenden Pflege wenn Ausdrücke nicht verstanden werden und man sich dann darüber unterhält. Man muss den aktiven Wortschatz erhalten und fördern und nicht sich auf 1000 Kernwörter zurückziehen.
 
Qualifikation
GuKPf, Student
Fachgebiet
innereITS
P

pflegebekloppt

Gesperrter Benutzeraccount
14.08.2013
39108
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Hinter verschlossener Tür, als "Psychohygiene" sag ich ...O.K.
Aber als generellen Umgangston in Dienstübergaben oder sonstigen ein absolutes NOGO !!!
 
Qualifikation
Pfleger
Fachgebiet
in der Pflege
S

Stripping

AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Und wie schauts manchmal in der Realität aus? "auf gehts, ne Runde Chillen"
 
L

Lisy

Unterstützer/in
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03.04.2008
SCHWÄBISCH GMÜND
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

sagt wer zu wem und wann? Nö Leute so gehts eigentlich nicht. Ganze Gedankengänge verständlich zu schreiben wäre doch echt nett.
Und mal ganz ehrlich: ich bin nun auch nicht mehr die Jüngste und ich frag jeden Tag bestimmt 4 mal einen mir neuen Begriff ab und was der bedeutet. Für Demente muß das die reine Katastrophe sein.
Aber das ist jetzt nicht wirklich das Thema.
Lisy
(also nicht überbewrten und zurück zum Thema)
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
N

nofretete

Aktives Mitglied
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28.09.2010
01983
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Wir "lästern" auch mal, dass muß ganz einfach sein. Zu Hause mit ner Freundin tut man es auch und in der Arbeit, ja warum denn nicht?
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
L

Lisy

Unterstützer/in
Basis-Konto
03.04.2008
SCHWÄBISCH GMÜND
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Hallo nofretete,
klar lästern wir alle gerne, egal ob Mann oder Frau und auch den Zickenalarm gibt es überall- auch egal ob zwischen Männern oder Frauen- nur, es ist halt ein doch erheblicher Unterschied ob im Betrieb gelästert wird oder in der Familie.
Wenn im Betrieb gelästert wird kann sich keiner sicher sein ob nicht über ihn gelästert wird, wenn er den Raum verlässt und das macht jeden Einzelnen dann doch sehr unsicher und öffnet eventuell "Tür und Tor" für mobbing. Das werde ich bei uns sicher nie zulassen. Meine Kollegen sollen sich wircklich sicher sein das über niemanden gelästert wird -auch nicht über Kunden/ Patienten. Klar kann man/ nein muß man sich "auskotzen" könen- aber das geht auch ohne lästern.
Lisy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
S

Stripping

AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

nofretete,

zuhause hast du die Leute um dich, in deren Gesellschaft du dich wohl fühlst. Im Dienst eben nicht immer. Da muss man mit Leuten zusammen sein, die nicht den Kaffeetisch mit einem teilen.
 
N

nofretete

Aktives Mitglied
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28.09.2010
01983
AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Man wird mitunter auch daheim unter Freunden verraten, ist mir schon passiert, ebenso wie auf Arbeit. Die Woche gabs wieder so ein Fall auf Arbeit, so richtig zum ausk.....und genau das hab ich auch getan.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
S

Stripping

AW: Verbale Entgleisung in der Pflege

Lisy ich würde gerne meine Gedankengänge verständlich schreiben... aber meine Möglichkeit mit dem Tippen ist eingeschränkt. Ich breche mir entwe4der die Finger, oder habe Dekubitus an den Fingern...

(kan niht mal zitiern, scollen. nix, nada, null niente)

in Bezug auf deinem Betrag:

...sagte ne PK zu nerBEW
 
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