verbal unglaublich aggressiver tagespflegegast spaltet die ganze TP...erste abmeldung

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L

L. Li

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28.02.2007
40227
liebes pflegeboard,

wir diskutieren seit wochen über einen tagespflegegast dem einfach niemand gewachsen scheint, vor allem aber andere tagespflegegäste nicht.

die leitetende PK kam heute zu mir und legte mir die kündigung des TP-vertrages für den gast nahe da es schon zu ankündigungen von abmeldungen von anderen gästen gekommen sei und die situation sich immer weiter verschlimmere.

dokumentiert werden mittlerweile täglich zwischenfälle wie entwürdigende beschimpfungen die sich auf die figur, auf das geschlecht oder die behinderung oder krankheit anderer tagespflegegäste beziehen. so ist eine 89-jährige besucherin für ihn nur "die fette sau" und er läßt sich auch nicht davon abhalten.

besagter gast hatte mit 44 jahren einen hirntumor, wurde vielfach operiert und hadert so seit 10 jahren mit seiner situation.
alle versuche, zu schlichten, verständnis zu zeigen oder ähnliches verlaufen im nichts, eine halbe stunde später nennt er den zivi in "arschloch das hofffentlich bald verreckt" oder sagt zu einer 90-jährigen daß er sie tot schlagen will weil sie so alt ist daß sie kein recht mehr hat zu leben.
verbal ist er von anfang an auf einer art stammtisch-um-mitternacht-niveau.
"essen" ist bei ihm nur "fressen" usw.

hattet ihr einen ähnlichen fall und könnt uns raten?
gespräche wurden zuhauf geführt, in den letzten tagen sprachen die PK praktisch täglich mit ihm.
die ergotherapie hat dieselbe abgebrochen da er die therapeutinnen ununterbrochen mit sexuellen und einfach nur kranken, aggressiven sätzen belästigt hat.
eine neue ergo habe ich noch nicht für ihn gefunden da ich sagen muß was mit dem patienten los ist.
leider ist die ergo auch in einem extra raum und wenn er mit den therapeuten allein ist geht gar nichts mehr.

kognitiv ist einfach vieles weg bzw. war nie da, es gab gespräche mit der ehefrau in denen zum ausdruck kam, daß er schon vor der erkrankung ähnliche verhaltensmuster an den tag legte.

die ehefrau arbeitet und kann den ehemann zuhause nicht versorgen, er hat PS II.

oh mann, jeden tag so einen auflauf, kunden, die kündigen wollen und einen mann, der total uneinsichtig ob seines verhaltens ist........

ev. habt ihr einen rat?

L.Li
 
Qualifikation
Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
ambulanter PD
S

Surrogat

Respekt vor eurem Durchhaltevermögen und den wirklich offensichtlich qualitativ hochwertigen Versuchen die Situation für alle Betroffenen gütlich zu regeln!

Scheint jedoch als sei dieser Fall nicht zufriedenstellend lösbar, was ja durchaus manchmal vorkommen kann.

In Anbetracht der Tatsache das hier offensichtlich alle anderen massiv unter einer Person zu leiden haben die
schon vor der erkrankung ähnliche verhaltensmuster an den tag legte
möchte ich frei nach Mr. Spock raten "Das Wohl vieler wiegt schwerer als das Wohl weniger - oder das eines einzelnen."

Vieleicht ist dieser Mensch einfach in einer kontrollierten Umgebung mit einer konsequenten Medikation besser aufgehoben?

Gruss,

Surrogat
 
J

JoAn 98

Mitglied
Basis-Konto
15.10.2007
Braunschweig
Zu Eurem und dem Schutz der Tagespflegegäste würde ich in diesem Falle kündigen. So ein Gast bringt doch nur Unfrieden für alle Betroffenen. Wenn er vor seiner Erkrankung auch schon so geartet war, könnt Ihr ihm auch nicht helfen. Ich meine, Du mußt die anderen Gäste vor so einem Menschen schützen. Die Ehefrau kann einem zwar leid tun, aber das ist nicht Dein Problem. Verzichte lieber auf so einen Gast, als auf die , die Deine /Eure Hilfe gern in Anspruch nehmen.

Gruß, JoAn
 
Qualifikation
ex. Altenpflegerin, WBL
Fachgebiet
Alten- u. Pflegeheim
L

Lisy

Hallo L.Li.
mir stellt sich die Frage ob man mit Reden weiterkommt?
Ich denke eher, hier wäre eine Einweisung in eine einschlägige Einrichtung und dann eine eventuelle Medikamenteneinstellung sicher sinnvoller und analog eine Einzelbetreuung durch einen gerontopsychiatrisch ausgebildeten Pfleger sinnvoll.
Wenn wir jedem randalierenden Dementen den Zugang zu unseren Einrichtungen verwehren, ja, wer sind wir dann?
Lisy
 
M

ms-sophie

Aktives Mitglied
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14.03.2007
Mannheim
Hallo

ich möchte mich Lisy anschliessen. Ich erinnere mich an einen ähnlichen Fall (allerdings stationär bei uns). Der hat dann in der Nacht meinem Kollegen so in den Unterleib getreten, dass er rückwärts umgefallen ist.

Ich denke die Einweisung in eine psychiatrische Klinik wird wohl als einziges Helfen. Schickt Pflegeberichte mit, damit sich die Ärzte und PK vor Ort ein Bild machen können, welche Vorfälle es gab und wie ihr interveniert habt.
Nur so kann Ruhe in eure TP einkehren.

Gruss Sophie
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
T

traveler

Aktives Mitglied
Basis-Konto
09.12.2005
Kaufbeuren
Hallo,

mal nicht verbiegen hier. Was heißt kontollierte oder einschläge Umgebung oder Einrichtung? Warum nennt ihr das Kind nicht beim Namen? Einweisung evt. Zwangseinweisung in eine Psychiatrie zur Therapie und wahrscheinlich medikamentösen Einstellung.

Manche Pat., Gäste, Bewohner sind in einer bestimmten Phase ihrer Erkrankung in bestimmten Einrichtungen fehl am Platz.

Ich hoffe dass ich o.g. verschiedene Einlassungen aufgrund der Kürze falsch verstanden habe. Kündigung um meine Einrichtung und Gäste vor ihm zu schützen? Das kann jeder Laie. Wenn wir schon soviel Wert darauf legen wie qualifiziert und professionell wir sind, sollte uns schon mehr einfallen - oder? Wie gesagt ich hoffe ich habe das falsch verstanden.

Meine Idee:
1. Angehörige einbeziehen, Schritte besprechen und organisieren, denke ist eh geschehen.
2. psychiatrisch, neurologisches Konsil.
3. je nach Zustand, Bedürftigkeit, Meinung der Angehörigen Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus.
4. Einschaltung von Sozialdienst, Casemanager etc.
5. evtl. Betreuung anleiern lassen

Therapiefähig - ja - nein? Suche einer geeigneten Einrichtung. Ich bitte nicht falsch verstanden zu werden - ich meine jede Einrichtung hat die Pflicht die geeigneten Schritte vozubereiten zu einzuleiten. Das Weitere zu organisieren ist natürlich Aufgabe anderer Stellen.

Auch die Ehefrau braucht unbedingt Unterstützung.

Gruß renje
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
M

ms-sophie

Aktives Mitglied
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14.03.2007
Mannheim
Hallo Renje,

ich halte die ambulante, medikamentöse Einstellung bei der Kostellation für gefährlich. Die Ehefrau könnte damit überfordert sein. Keiner weiss, wie er auf die Medis reagiert. (Schutz der anderen TP-Gäste).

Gruss Sophie
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
L

Lisy

Hallo Renje,
ich hab mit Absicht nicht Einweisung in die psychiatrische geschrieben, da es noch viel mehr Möglichkeiten gibt. Zum Beispiel die psychiatrische Tagespflege oder die ambulante psychiatrische Versorgung, um mal ein paar Beispiele zu nennen.
Gruß Lisy
 
T

traveler

Aktives Mitglied
Basis-Konto
09.12.2005
Kaufbeuren
Hallo ms-sophie,

habe mich wohl mißverständlich Ausgedrückt. Bin deiner Meinung. Die geschilderte Situation lässt mich zweifeln, ob da ohne intensive Therapie noch was zu machen ist und die funktioniert wie bei anderen Schwerkranken halt nur in der Klinik.

Psychiatrisch/neurologisches Konsil/Einschätzung evtl. zur Vorbereitung einer Einweisung durch den Facharzt, wie bei somatischen Erkrankungen auch. Steht der Pat. unter Betreuung, gehts evtl. freiwillig?

Kündigen, dann bin ich das Problem los hat für mich nichts mit qualifiziertem Handeln zu tun, das kann jeder Ungelernte. Zuerst alle Möglichkeiten ausschöpfen, Fachärzte hinzuziehen/empfehlen Sozialdienst, Casemanager, evtl. stationäre Einweisung unterstützen/vorbereiten etc., natürlich unter Einbindung der Ehefrau und hilft alles nichts kann die Kündigung am Ende der Kette stehen.

ja Lisy du hast recht. Aber hier scheint ein Mensch psychisch völlig dekompensiert zu sein und eine intensive wahrscheinlich auch medikamentöse Therapie zu brauchen. Deshalb meine ich mit aller vorsicht aus der Ferne, kein langes rumpusseln sondern intensive Therapie. Bei einer dekompensierten Erkrankung im somatischen Bereich würde kaum jemand auf die Idee kommen - probier mers mal Ambulant, sondern setzen wirs nach dem KHaufenthalt ambulant fort. Wie gesagt mit aller vorsicht aus der Ferne.

Gruß renje
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
L

L. Li

Mitglied
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Themenstarter/in
28.02.2007
40227
renje, du schreibst mir aus der seele und genauso wird es auch - in hoffentlich absehbarer zeit sein.

- der TP-gast steht nicht unter betreuung
- seine ehefrau ist selbst in der klinik tätig, dennoch mit der situation (die sich im übrigen zuhause genauso darstellt!!) völlig überfordert
- habe heute mit a) patient selbst, b)ehefrau, c) hausarzt, d)tochter die den vater nach einer endwürdigenden auseinandersetzung seit 3 monaten nicht mehr gesehen hat und e) mit unserer PIA gesprochen - UFF!

"hier scheint ein Mensch psychisch völlig dekompensiert zu sein "

trifft es m.e. am allerbesten. dieser satz ist so prägnant, und der krankheitswet dabei so offensichtlich daß ich mir erlaube, ihn in dem falle weiterhin zu verwenden.

ich halten euch auf dem laufenden, vielen dank für euere anregungen,

L.Li
 
Qualifikation
Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
ambulanter PD
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

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05.07.2001
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