Kardiologie Verantwortung ablehnen bei Rechtsherzkatheter???

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salsalady65

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14.01.2006
44803
Hallo, ich habe da gerade ein aktutes Problem einen RHK betreffend.

Ich arbeite als Arzthelferin im KH im EKG. Dort wurden vor Jahren auch RHK durchgeführt. Vor ca. 4 Jahren wurde ein neues Gerät angeschafft, mit dem kombiniert Belastungs-EKG's, Langzeitblutdruckmessungen und Rechtsherzkatheter durchgeführt werden können. Letztere wurden seit Anschaffung des Gerätes 3 mal durchgeführt. 2 mal davon war ich dabei und beide Untersuchungen wurden abgebrochen,weil das Gerät während der Untersuchung ausgefallen ist, die "einweisende" Person auch nicht wirklich Ahnung hatte, der Arzt eine andere Untersuchunsreihenfolge hatte als das vorgegebene Programm des Gerätes - kurz, es war eine Katastrophe. Im Februar letzten Jahres war der letzte RHK. Laut unserem Oberarzt sollten diese Untersuchungen auch gar nicht mehr bei uns laufen, und wenn nur als Einschwemmer auf der Intensiv. Sämtliche Materialien die wir dafür benötigen sind logischerweise nicht mehr auf Lager, insbesondere Kathether.

Jetzt hat unserer oberster Chef letzte Woche beschlossen, das wieder ein Herzkathether laufen soll. Der einzige Oberarzt, der sich etwas mit diesem Gerät auskennt ist diese Wochen in Urlaub. Die Untersuchung muss (!) aber diese Wochen laufen. Ich selber muss 2 Arbeitsplätze gleichzeitig bedienen, der RHK wäre dann der 3. Meine Kollegin ist an diesem Gerät vor 4 Jahren einmal trocken eingewiesen worden und hat auch keine wirkliche Ahnung wie man einen sterilen Tisch deckt. Selbst bei optimalster Organisation (die wir sicherlich hinkriegen würden) ist der durchführende Arzt an diesem Gerät gar nicht eingewiesen. Das heißt, es wären 2 nicht eingewiesene Personen die einen RHK legen sollen. Auf den Oberarzt will keiner warten, meine Fachvorgesetzte sagt, das sei nicht ihr Problem - wir hätten ja schließlich eine Einweisung bekommen.

Mir ist bei der ganzen Sachen nicht wohl. Verweigern will ich das ganze nicht, das würde eine Abmahnung zur Folge haben. Aber wie kann ich mich rechtlich absichern? Ein Arzt der nicht eingewiesen ist, Personal das nicht richtig eingewiesen ist , keine Routine da die letzte Untersuchung über ein Jahr her ist, ein absolut nicht steriler Raum der sehr eng ist.

Kann ich die Verantwortung für diese Untersuchung ablehnen und wenn ja - wie mache ich das? Ich habe richtig Magenschmerzen wenn ich darüber nachdenke!

Ich danke euch schon mal im Vorraus (ich hoffe, ich habe nicht zu durcheinander geschrieben) :cry:

Ulrike
 
Qualifikation
Arzthelferin
Fachgebiet
Kardiologie Funktionsbereich
F

Fleescha

Mitglied
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01.08.2007
14979
:nono: :spinner: :nono:

1. Der durchführende Arzt müsste allein schon ablehnen, wenn er keine Einweisung hat.
2. Ich habe jederzeit das Recht eine Maßnahme begründet abzulehnen (Arzt ist nicht eingewiesen, Vorfälle, Überforderung).
3. Wenn irgendetwas unvorhergesehenes passiert und die oben genannten Fakten nachgewiesen werden, sollten sich alle warm anziehen. Allein deshalb sollte es im Interesse des Trägers sein, das der Eingriff von einer eingewiesenen Person (Arzt) durchgeführt wird.


Ich würde die Teilnahme an der Maßnahme mündlich, wenn das nicht wirkt, schriftlich ablehnen (Begründung!!!). Eine Abmahnung würde ich, für das Wohl des Patienten und mein Eigenes, in Kauf nehmen.
Wobei ich nicht glaube, das eine Abmahnung, unter den von dir beschriebenen Umständen, haltbar ist.
 
Qualifikation
Gesundheits - & Krankenpfleger
Fachgebiet
Berlin/Brandenburg
Weiterbildungen
da gibt es keine Arbeitsgruppe... ;o)
M

ms-sophie

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14.03.2007
Mannheim
Hallo ulrike,

du hast jederzeit die Möglichkeit dein Veto einzulegen. Das Stichwort heisst Durchführungsverantwortung. Diese liegt wohl grösstenteils beim Arzt, wenn du dich jedoch auch materiell nicht qulifiziert genug fühlst, würde ich dies so mitteilen.

Eine Abmahnung für verantwortungsbewusstes Verhalten (dein AG wird es wohl anders sehen) halte ich für unwahrscheinlich.

Sophie
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
S

Surrogat

Kann mich den beiden Schreibern vor mir nur anschliessen.

Wenn dein AG dir eine - korrekt formulierte - schriftliche Abmahnung ( Abmahnung - Wikipedia ) aufgrund deines völlig korrekten Verhaltens (Überforderung, inefiziente Einweisung auf Medizinprodukt, fragliche Delegierfähigkeit - Rechtsherzkatheter- )gibt, wird es denke ich jedem Anwalt für Arbeitsrecht ein Leichtes sein, ihn dafür belangen zu lassen.
Und ich denke dein AG weiss das auch und spekuliert nur auf den Samaritereffekt ("Das packen wir schon!") bzw. deine rechtliche Unsicherheit bzw. Abhängigkeit als Beschäftigte.

Drohung mit arbeitsrechtlicher Konsequenz (Kündigung bzw. Vorbereitung derselbigen) in Einheit mit dem Zwang eine nicht zum primären Tätigkeitsfeld gehörende potentiell riskante, weil erwiesen unsichere, ärztliche Massnahme durchführen zu sollen...
...klingt für mich ein wenig nach Nötigung ( § 240 StGB Nötigung ).


Die Untersuchung muss (!) aber diese Wochen laufen
Und warum "muss" das sein - kann unter der gegeben Konstellation nicht einfach eine Verlegung in eine andere Kardiologie veranlasst werden...oder geht's hier ganz schnöde um die Kohle und Reputation?

Stichworte: Patientensicherheit und QM? Unter den von dir beschriebenen Umständen ist das wohl eher nicht gewährleistet....

Gruss,

Surrogat
 
S

salsalady65

Neues Mitglied
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Themenstarter/in
14.01.2006
44803
Hallo Surrogat

>> "Und warum "muss" das sein - kann unter der gegeben Konstellation nicht einfach eine Verlegung in eine andere Kardiologie veranlasst werden...oder geht's hier ganz schnöde um die Kohle und Reputation? "<<

Das wird es wohl sein, die Kohle! Alle Versuche meinerseits heute noch irgendwas zu "retten" sind fehlgeschlagen. Verschieben ist nicht. Jetzt versuche ich morgen früh noch unseren Betriebsrat zu aktivieren. Der Katheter soll nämlich auf jeden Fall morgen laufen.
Der Arzt lässt sich da auf keine Diskussion ein. Den Spruch "Das machen sie schon" kenne ich nur zu gut. Aber der bringt mich gerade auch nicht weiter.

Gruß
Ulrike
 
Qualifikation
Arzthelferin
Fachgebiet
Kardiologie Funktionsbereich
U

UlrichFürst

Wem bist Du den Unterstellt? Sprich: wer ist Dein direkter Vorgesetzter? Falls das nicht der Arzt ist, der diese dubiose Anordnung gemacht hat, würde ich mich an meine(n) direkte Vorgesetzte(n) wenden.

Ulrich
 
S

salsalady65

Neues Mitglied
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14.01.2006
44803
Hallo Ulrich,

unterstellt bin ich meiner Fachvorgesetzten. Sie ist diejenige die für Dienstanweisungen etc. zuständig ist. Aber auch sie steht auf der Seite des Arztes.

Der Katheter ist mitlerweile gelaufen - zum Glück ohne große Probleme! Auch wenn sich der durchführende Arzt den leitenden Pfleger von der Intensiv während der Untersuchung als Unterstützung geholt hat.

Ich habe vorher noch mit unserem Betriebsrat gesprochen. Der hat mir gesagt, wenn ich dem behandelnden Arzt sowie meiner Fachvorgesetzten unter Zeugen unmissverständlich klar gemacht habe das ich damit ein Problem habe unter solchen Vorraussetzungen zu arbeiten, bin ich aus der Verantwortung raus, sollte etwas passieren. Letztendliche Entscheidungsgewalt hat ja nun mal der Arzt! Die Verantwortung liegt dann bei dem Arzt und meiner Fachvorgesetzten.

Da unser Oberarzt aber diese Woche aus seinem Urlaub wieder da ist laufen auch noch einige Diskussionen. Vom Tisch ist dieses Thema jedenfalls noch nicht.

Ulrike
 
Qualifikation
Arzthelferin
Fachgebiet
Kardiologie Funktionsbereich
S

Surrogat

Der hat mir gesagt, wenn ich dem behandelnden Arzt sowie meiner Fachvorgesetzten unter Zeugen unmissverständlich klar gemacht habe das ich damit ein Problem habe unter solchen Vorraussetzungen zu arbeiten, bin ich aus der Verantwortung raus, sollte etwas passieren. Letztendliche Entscheidungsgewalt hat ja nun mal der Arzt! Die Verantwortung liegt dann bei dem Arzt und meiner Fachvorgesetzten.
Solange das "was passiert" nicht aufgrund deines persönlichen Handelns (oder Unterlassens) geschieht - denn dann bist du im Rahmen der Durchführungsverantwortung natürlich haftbar.

Zu diesem Thema findet sich hier Delegation und Durchführungsverantwortung ein interessanter Artikel.

Gruss,

Surrogat
 
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05.07.2001
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