Verändertes Vorgehen bei MDK-Prüfungen

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asselsel

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Wird der Beruf Altenpflege durch die neue Art der unangemeldeten MDK-Prüfung attraktiver?


Für eine Forschungsarbeit mache ich eine kleine Umfrage.
Unter folgendem Link könnt Ihr abstimmen. Das Ergebnis können wir ggf. dann mit dem Hinweis auf den Fachkräftemangel den Politikern schicken. Eure Stimme zählt! Hier geht es zur Umfrage:

https://docs.google.com/forms/d/1-Gi1M9-Orxl1edLOoZh3gFA5zcAiDxcu6NV38r-iuhA/viewform

(Den Link müsst Ihr leider kopieren und einfügen, geht irgendwie nicht automatisch.)

Zur Info: Bei MDK- Prüfungen werden ab Januar 2014 Pflegekräfte während ihrer Arbeit beobachtet (z.B. bei der Durchführung der Grundpflege) und die Beobachtungen werden zur Beurteilung der Qualität der Pflegeeinrichtung herangezogen.
 
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AW: Verändertes Vorgehen bei MDK-Prüfungen

Zur Info: Bei MDK- Prüfungen werden ab Januar 2014 Pflegekräfte während ihrer Arbeit beobachtet (z.B. bei der Durchführung der Grundpflege) und die Beobachtungen werden zur Beurteilung der Qualität der Pflegeeinrichtung herangezogen.
Hast du dafür eine Quelle?
 
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Altenpfleger, Wundexperte ICW, Pflegemanager B.A.
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THOMMY

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Einbeck
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AW: Verändertes Vorgehen bei MDK-Prüfungen

Die geänderten Prüfungsrichtlinien haben nichts mit einer "Begleitung oder Beobachtung während der Grundpflege" zu tun. Vielmehr haben u.a. sich die Anzahl der zu begutachteten Bewohner (jetzt 9 unabhängig von der Belegung - je 3 Bew. in PST 1, 2 und 3) und andere Richtlinien verändert. Die Prüfer des MDK können jetzt die Pflegekräfte befragen. Die gegebenen Antworten fließen mit in die Prüfungsergebnisse ein. Deshalb sollte in jeder Einrichtung festgelegt werden, wer in welcher Form Antwort gibt. Denn auch fachlich nicht korrekte Antworten finden sich dann im Protokoll wieder und müssen anschließend erklärt und korrigiert werden.

Die Beurteilung wird sich ab dem 01.01.2014 durch ein "Punktesystem" verändern. Experten gehen davon aus, dass sich die bisherigen Benotungen um etwa eine halbe Note verschlechtern werden. Auch die Fragestellungen werden sich verändern. Zahlreiche, weiterführende Hinweise gibt es in der Fachpresse und bei den Berufsverbänden wie beim bpa.

Gruß

Thommy
 
Qualifikation
Einrichtungsleiter
Fachgebiet
Vollstationäre Pflege
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asselsel

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AW: Verändertes Vorgehen bei MDK-Prüfungen

Ja, klar habe ich eine Quelle:
Vereinbarung nach §115 Abs 1a Satz 6 SGB XI über die Kriterien zur Veröffentlichung sowie die Bewertungssystematik der Qualitätsprüfungen ........ in der Fassung vom 10.6.2013
Anlage 3 Ausfüllanleitung für die Prüfer, Seite 2

Dort heisst es:
"Die Prüfung der bewoherbezogenen Kriterien erfolgt anhand der Ausfüllanleitungen" (gemeint sind die neuen QPR, die sind aber noch nicht veröffentlicht). Informationsquellen/Nachweise sind:
- Inaugenscheinnahme des in die Stichprobe einbezogenen pflegebedürftigen Menschen,
- Auswertung der Pflegedokumentation
- Auskunft/Information/Darlegung (Darstellung und Begründung anhand des konkreten Lebenssachverhalts) durch die Mitarbeiter,
- Auskunft/Information der Bewohner oder teilnehmende Beobachtung."

"Die Prüfung der einrichtungsbezogenen Kriterien erfolgt anhand der Ausfüllanleitungen" (s. o.). "Informationsquellen/Nachweise sind:
- Auswertung der Dokumentation
- Beobachtungen während der Prüfung
- Auskunft/Information/Darlegung durch die Mitarbeiter,
- Auskunft/Information der Bewohner."
 
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QM Pflege
Fachgebiet
QM
P

pegean

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AW: Verändertes Vorgehen bei MDK-Prüfungen

teilnehmende Beobachtung."
Was aber noch nicht bedeutet das während der Grundpflege jemand zuschaut .Denn dann hätten diese 2 Worte hinter
- Inaugenscheinnahme des in die Stichprobe einbezogenen pflegebedürftigen Menschen,
stehen müssen .
Beobachtet werden können nämlich auch Essenzubereitung/Ausgabe ,Richten/Ausgabe der Med. usw...,können die MA Infektionslösungen zubereiten ...
Wenn die Prüfer die i.d.R. erst um 08.00 Uhr in der Einrichtung erscheinen wählen sie die Bew.aus die begutachtet werden .Dann müssen diese bzw. die Betreuer/Angehörige erstmal zustimmen das sie in die Prüfungen einbezogen werden .Das kann dauern .
 
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krankenschwester
Fachgebiet
altenheim-lt.nachtwache
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asselsel

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AW: Verändertes Vorgehen bei MDK-Prüfungen

Ich vermute, dass es auch geschehen kann, "dass bei der Grundpflege" Prüfer "teilnehmend beobachten". Das das immer der Fall sein wird, glaube ich auch nicht. Ich vermute aber schon, dass Prüfer den Pflegekräften während ihrer Tätigkeit viel mehr auf die Finger schauen werden, wenn sie die Beobachtungen mit in die Auswertung einfliessen lassen dürfen. Bei Heimaufsichtsbegehungen scheuen sich Prüfer zumindest in Baden Württemberg oft nicht, bei der Grundpflege von Bewohnern anwesend zu sein und die pflegerischen Maßnahmen im Einzelnen zu bewerten.
 
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QM
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ms-sophie

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AW: Verändertes Vorgehen bei MDK-Prüfungen

Hallo,

ich habe noch nie erlebt, dass ein Prüfer weder von der Heimaufsicht oder vom MDK bei einer kompletten Grundpflege zugegen war. Dafür haben die meiner Meinung nach auch gar keine Zeit.
Ansonsten haben Peagan und Thommy es schon gut erklärt.
Sophie
 
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josephine

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AW: Verändertes Vorgehen bei MDK-Prüfungen

Ich bin mir jetzt nicht hundertpro sicher, aber beobachten konnten die Prüfer doch schon immer, oder etwa nicht? Zumindest in den Prüfkriterien , die ab 2009 galten, war da meines Wissens eine entsprechende Formulierung. Allerdings habe ich es nie erlebt.
(Und bevor es jetzt wieder losgeht: Ja, ich spreche von Prüfungen durch MDK und/oder Heimaufsicht in einem Pflegeheim!)

@sophie: Wie kommst du drauf, dass die keine Zeit hätten? In meiner Einrichtung waren damals 12 Personen für insgesamt 9,5 Stunden. Hätten sie die Kollegin nicht zu zweit über die fachlich korrekte Anwendung von ATS ins Kreuzverhör genommen, und hätte ich nicht drei der Herrschaften die WHO Definition eines Deku ersten Grades zunächst zitieren und dann erläutern müssen (wohlgemerkt, weil sie einen solchen, der dokumentiert, beschrieben und versorgt war nicht als Dekubitus anerkennen wollten, dass sei eben ein roter Fleck, der könne ja diverse Ursachen haben.), wäre sicherlich etwas mehr Zeit für anderes geblieben. Zum Beispiel für Gespräche mit den Bewohnern. Die versuchtenn Gespräche liefen ausschließlich nach eingehendem Studium der Dokumentation und nur bei Bewohnern in deren Anamnese unter AEDL 1 " Kommunikation stark eingeschränkt Ressource: Non-verbal möglich mit... " stand.
Befragungen des Personals fanden statt, allerdings zu so gnadenlos wichtigen Themen wie, ob der Arbeitsplatz mit Öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sei ( die Antwort der Kollegin war ein freundlicher Fingerzeig aus dem Fenster, wo der S-Bahnhof zu sehen ist. Ihr Hinweis, dass der Bahnhof Rollstuhl gerecht ist wurde mit der Frage quittiert, ob wir Rollstuhlfahre in der Verwaltung hätten.)

Es tut mir leid, aber alle Prüfungen die ich erlebt habe wirkten wie reine Schikane, waren in keinerweise hilfreich und in der Regel haben sich MDK und Heimaufsicht gestritten und uns widersprüchliche Informationen gegeben. Für mich wäre es eine echte Entwicklung, wenn es eine Kontrollinstanz gäbe, die tatsächlich mit in die Pflege, Küche, Hauswirtschaft geht, und dann die Doku anschaut. Und diese sollten Ihr Geld nicht aus einem Topf der Krankenkassen beziehen.
Dann komm ich auch gerne wieder zurück in die Altenpflege.

josephine
 
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Palliativ
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PA, Palliative Care
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ms-sophie

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AW: Verändertes Vorgehen bei MDK-Prüfungen

Hallo Josephine,

das Prüfer in fachliche Diskussionen einsteigen ist gar kein Thema, ich denke, darum ging es hier auch nicht. Ich bleibe dabei, um eine Grundpflege zu visitieren, dafür fehlt ihnen die Zeit.

Das Beispiel mit den ATS ist gut. Hat der Prüfer dabei zugesehen, wie sie angezogen wurden oder hat er vielmehr beurteilt wie sie angelegt waren.

Das du Prüfungen so negativ erlebt hast tut mir leid für dich. Ich kenne es auch, dass sie gerade anfangs als die PTV rauskamen mit sehr vielen Prüfern aufgetreten sind, dies war meist sehr anstrengend, weil sie dann eben auch viel Personal bündeln. Inzwischen kommen sie auch in grossen Häusern in kleineren Delegationen, weil sie gemerkt haben, dass es so "entspannter" ist. Ich habe den Prüfer bisher als fair, höflich und beratend erlebt, das was bemängelt wurde war durchaus nachvollziehbar. Ebenso habe ich noch nie erlebt,dass die Prüfer mit jemandem gesprochen, der kein Ansprechpartner war. Die Heimaufsicht kommt schon seit Jahren mit 1 Person, auch hier ist ein höflicher Ton. Natürlich vergisst man niemals, dass es sich um eine Prüfung handelt.
Auch die Bewohnerbefragung erfolgt mit Menschen die noch antworten können und deren Betreuer oder sie selbst vorher zugestimmt haben.

Sophie
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
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