Arbeitsrecht verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

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Zalona

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09.08.2011
Duisburg
Eine Kollegin hatte im Nachtdienst einen Notfall wegen Panikattacke verbunden mit Luftnot (Copd-patient).
Die Feuerwehr wurde angefordert und behandelte die Patientin mit verschiedenen Medikamenten und entschied dann, die Dame nicht zu verlegen.Die noch laufende infusion sollte später gezogen werden, ein Behandlungsschein wurde nicht hinterlassen.
Der Notfall spielte sich ab in der Zeit von 4.20 - 6.15.
Der nächste Eintrag ist um 11.45, wo erneut die Feuerwehr angefordert musste wegen ähnlicher Problematik. Der diensthabende Notarzt hatte Probleme zu behandeln, da die Ärztin von nachts die Behandlung nicht im Computer festgehalten hatte, in der Dokumentation der Pk waren die verabreichten Medikamente ebenfalls nicht näher bezeichnet.

Die Kollegin hat nun eine Abmahnung erhalten wegen grob fahrlässigem Verhalten und Gefährdung der Bewohnerin.

Ist das so rechtens? Allgemein ist bei den Kollegen nicht bekannt, dass die Behandlung eines Notarztes der Feuerwehr detailliert dokumentiert werden muss, da Dieser die Pfegekräfte in den seltensten Fällen so mit einbezieht, dass sie alles mitbekommt. Und wer denkt schon in der Hektik daran, dem Arzt nachzurennen um alles zu erfragen ?!

Die PDL argumentierte, dass sie ein solches Verhaten bei einer guten Fachkraft voraussetzt
 
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AP
Fachgebiet
Stationäre Pflegeeinrichtung
SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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29.11.2008
Cottbus
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

. . . ich würde eher voraussetzen, dass ein guter Notarzt dokumentiert, was er verabreicht hat. Sollte es von der PDL anders gefordert sein (dass die MA dem Arzt hinterherrennen und fragen), wäre es erstens Aufgabe der PDL ihre Anweisungen den MA auch mal mitzuteilen. Wir sind nicht im Ratespiel, wo die MA erraten müssen, welche Verhaltensweise ihre PDL erwartet. Zweitens wäre es m.E. eine Frage des Umgangs mit Fehlern, dass man den Fehler auswertet, damit künftig entsprechend den Vorgaben gehandelt wird und die Kollegin ermahnt, sich daran zu halten. Eine Abmahnung scheint ganz schön überzogen und ist wie mit Kanonen auf Spatzen schiessen. Aber lasst ihr doch das Spielzeug, steckt die Abmahnung getrost hinter den Spiegel und handelt künftig danach, dann ist doch die Welt in Ordnung. Abmahnwütige PDLs ändert man eh nicht . . .
 
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Krankenpfleger
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Altenpflegeheim
Onkel Fritz

Onkel Fritz

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08.03.2012
Berlin
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

Der nächste Eintrag ist um 11.45,
Das finde ich eher fragwürdig, vom Frühdienst.:mad_2:
 
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KS
Fachgebiet
kein
N

nofretete

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28.09.2010
01983
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

Also sowas hab ich ja noch nie gehört, ich würd das nicht auf mir sitzen lassen, nein ganz bestimmt nicht. Ich hatte es zwar noch nicht, dass ein NA kein Protokoll daließ, aber trotzdem ist das nicht die Schuld des Nachtdienstes!
 
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Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
T

traveler

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09.12.2005
Kaufbeuren
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

Guter Notarzt oder nicht,

er hat gesetzlich zu Dokumentieren was er gemacht hat - Rettungsdienstgesetz.

Den Vorwurf den man euch machen kann - warum ist keinem Aufgefallen, dass kein Notfallprotokoll da ist oder hat es noch im Beisein des NA eingefordert oder bei der Leitstelle angefordert, dass es der NA faxt o.ä.?

Die Kollegin hat nun eine Abmahnung erhalten wegen grob fahrlässigem Verhalten und Gefährdung der Bewohnerin.

Ist das so rechtens?
Kann man so nicht beantworten, da die Begründung für obiges Verhalten wir nicht kennen.
Gefährdung - na ja schon, wenn nichts dokumentiertes vorliegt und weitere Medikamente in kürzerer Zeit durch 2NA notwendig werden oder der HA kommt zur weiteren Behandlung und keiner weiß was genaues.

Allgemein ist bei den Kollegen nicht bekannt, dass die Behandlung eines Notarztes der Feuerwehr detailliert dokumentiert werden muss,
Natürlich aber vom NA selbst.

Grundsätzlich ist doch klar, dass Medigaben festgehalten werden müssen, also eine Doku MUSS vorliegen und wenn nicht, dann muss ich sie Einfordern - ist doch klar, das sollte doch nicht Gegenstand einer Diskussion sein - oder?

und
wenn eine Ärztin in der Nacht noch zusätzlich anwesend war, frägt man sich, warum braucht man da einen NA und
zweitens
warum dokumentiert diese das nicht
und
warum erhält die Ärztin nicht die Abmahnung?
 
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GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
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Angestellt
T

Tilidin

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23.04.2011
24211
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

Grundsätzlich würde ich die Rückmeldung von Schw. Wolfgang so unterschreiben,währe ich aber Mitglied in einer Gewerkschaft oder Verbandes, dann würde ich mich aber beraten lassen, um evtl. gegen diese Abmahnung vorzugehen.( Denn es scheint ein Schnellschuss zu sein, der vieleicht erzieherische Wirkungen haben soll.)

Allerdings, scheint der Notarzt ja 2 Std. vor Ort gewesen zu sein, inwieweit man hier der Nachtwache eine differenziertere Dokumentation abverlangen könnte, kann ich von hier nicht beurteilen.Das sie innerhalb von 2 Std. nicht die Möglichkeit hatte, wenigstens den Sani zu fragen, ist auch schwer zu verstehen.

Aber ersteinmal gilt der Grundsatz: Pflege ist nicht für die ärztliche Dokumentation verantwortlich u. Pflege hat kein Recht, dem Notarzt Vorschriften zu machen.
Die Verpflichtung zur Dokumentation, ist doch in der Berufsordnung der Ärzte geregelt,ich meine, das die kassenärztliche Vereinigung auch klare Aussagen getroffen hat.

Explizit geregelt ist die Pflicht des Arztes zur Dokumentation im ärztlichen Standesrecht (vgl. § 10 der Musterberufsordnung) und – für den vertragsärztlichen Bereich - in den Bundesmantelverträgen für Ärzte und Zahnärzte. Nach § 57 Abs. 1 BMV-Ä
Die ärztliche Dokumentation

Ist das so rechtens? Allgemein ist bei den Kollegen nicht bekannt, dass die Behandlung eines Notarztes der Feuerwehr detailliert dokumentiert werden muss
Diesen Satz würde ich so nicht stehen lassen, denn gerade die Tatsache, das die Bewohnerin in der Einrichtung bleibt, erfordert doch eine genaue Beschreibung der Abläufe u. Beschreibung des momentanen Istzustandes.
Denn was nicht dokumentiert ist, kann ich später nicht mit meiner Doku wiederlegen u. somit macht die Nachtwache sich angreifbar u. die Einrichtung macht sich angreifbar.
 
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Krankenpfleger,Fachpfleger Psych,PDL
Fachgebiet
Erwerbsunfähig
Weiterbildungen
Krankenpfleger
Fachpfleger für Psych.
große PDL- Ausbildung
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Eisenbarth

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01.11.2011
33181
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

stand die pflegekraft neben dem behandelnden arzt und stellte sie während oder nach der behandlung die frage:

"zur notiz: welche wirkstoffe, welche menge?", oder wurde das unterlassen? (unabhängig von der dokumentationsPFLICHT des arztes)
 
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-
Morbus Bahlsen

Morbus Bahlsen

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25.11.2011
Leipzig
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

Seit wann ist es als Pflegefachkraft meine Aufgabe zu dokumentieren, was der NA dem Bewohner verabreicht. Ich bin doch keine Sprechstundenhilfe.
Allerdings hätte ich dann zumindest folgendes dokumentiert: "Notarzt hat keine Angaben zu verabreichten Medikamenten gemacht. Notfallschein wurde ebenso wenig hinterlassen, wie Anordnung zum weiteren Vorgehen."

mE ist eine Abmahnung hier völlig überzogen und hat vor einem Arbeitsgericht keinerlei bestand. Allerdings ganz schuldlos ist die Pflegekraft auch nicht.
Ich hätte als PDL hier ein Kritikgespräch geführt und die Situation dann nochmal als Schulungsthema in der nächsten Dienstberatung aufgegriffen.
 
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PDL
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Heimbeatmung
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Krisenintervention, Ernährungsberatung, PDL, Mentor, Pflegeexperte außerklinische Intensivpflege
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Eisenbarth

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01.11.2011
33181
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

also mich würde es schon stören, wenn in "meinen" akten nicht stehen würde, was d. pat./bw wann, in welcher menge und warum bekommen hat - bei NA-aktionen doppelt.

eine abmahnung halte auch ich für - nicht nur überzogen, sondern auch: kontraproduktiv.
 
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AP
Fachgebiet
-
N

nofretete

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28.09.2010
01983
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

Also ich habe keine Zeit mit nem Zettel 2 Stunden neben NA zu stehen und immer wieder zu fragen, was gibts jetzt, was gibts jetzt? Spätestens nach 10 minuten hätte er mich rausgejagt. Das einzigste, was man dem ND vorwerfen kann, nicht darauf geachtet zu haben, dass das Protokoll dableibt. Übrigens bisher hat sich noch kein NA in einer Akte verewigt, von den BAs wird es auch nur auch Nachfrage gemacht meinerseits gemacht!
 
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Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
P

pegean

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22.09.2009
düsseldorf
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

wenn in "meinen" akten nicht stehen würde, was d. pat./bw wann, in welcher menge und warum bekommen hat -
Das stört mich überhaupt nicht denn es geht beim NA-Einsatz darum ganz schnell einem Menschen zu helfen .Meistens kommen sie sowieso ins KH und wem hilft es dann momentan genau zu wissen was verabreicht wurde ?Mir jedenfalls nicht.
Wenn ich den NA holen muß dann ist der Bew.meistens nicht mehr reaktionsfähig .
NA kommt mit 3-4 Begleitern innerhalb der nächsten 5-10min. .Situation wird kurz erklärt und dann übernimmt der NA .
Derweil kriegt einer der Begl. Überleitungsbogen u.Med.plan/KK-Karte in die Hand gedrückt .Der Bew. liegt dann schon auf der Liege und ab gehts .Da kommt es auch schon mal vor wenns ganz schnell gehen muß das ich noch nicht mal Zeit habe nach der Verdachtsdiagnose zu fragen .
Ist alles vorbei setze ich mich hin und schreib ins Berichtsblatt wie Bew. vorgefunden wurde ,von wann bis wann NA vor Ort war .
Und falls gewünscht das Angehörige informiert wurden oder das angerufen wurde aber keiner den Hörer abnahm -das mit genauen Uhrzeiten .
LG
 
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krankenschwester
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altenheim-lt.nachtwache
SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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29.11.2008
Cottbus
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

. . . na endlich meldet sich mal jemand zu Wort, der die Situation vor Ort aus der Praxis kennt und weiß, dass die Nachtwache keine Zeit hat, sich ewig mit dem Notarzt und dessen Tätigkeit zu befassen. Man hat immerhin noch einige andere Leute zu versorgen und in manchen Häusern auch noch ein Arbeitsprogramm abzuarbeiten. Die Nachtwachen, die rumsitzen, wachen und auf einen Notfall warten, um sich dann intensiv drum kümmern zu können, gibts wohl eher nicht . . .
 
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Krankenpfleger
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Altenpflegeheim
M

mary_jane

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10.02.2008
München
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

Dafür hab ich vollstes Verständis, dass sich die Nachtwache nicht neben den Notarzt stellen kann.

In diesem Fall blieb der Bewohner aber in der Einrichtung, d.h. er muss weiterhin betreut werden von der Pflegekraft vor Ort und diese sollte auch wissen, was an Medikamenten verabreicht wurde und wie es nun weitergeht.
Es kann natütlich nicht sein, dass der Notarzt einfach ohne Protokoll abzischt, aber es kann auch nicht sein, dass man das so hinnimmt und das auf sich beruhen lässt, auch wenn man es nicht verbockt hat.
Ich denke, man hätte zumindestens in der Leitstelle noch mal anrufen können und das Problem schildern. Sollte daraufhin kein Protokoll zeitnah nachgereicht werden, würde ich den Vorfall genaustens dokumentieren und auch erläutern warum man nicht eintragen kann, was verabreicht wurde.

Die Abmahnung halte ich auch für völlig überzogen.
 
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Gesundheits-und Krankenpflegerin/Studentin
Fachgebiet
chirurg. ITS
L

Lexus

AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

Die Nachtwache des Hauses oder der Station ruft den Notarzt, ruft die Polizei, verweist fremde Leute von der Station, und , und, .....
Die hat zu diesem Zeitpunkt nicht nur die Verantwortung und alleinige Fürsorgepflicht über die Bewohner, sondern auch die Dokumentationspflicht, wie auch die Mitteilungspflichten bei Übergabe.

Von diesen Pflichten entbindet sie auch kein anwesender und vergesslicher Notarzt, welcher wieder in den Nachthimmel verschwindet.
Auch hätte hier ein Kontakt über die Rettungsleitstelle die Medikamentation nachträglich erfassen können.

Des einen Nachlässigkeit rechtfertigt nicht die Nachlässigkeit des anderen, zumal die PFK zum Zeitpunkt des Geschehens nicht nur Hausrecht ausübt, sondern weiterhin für die verbleibende Bewohnerin die Sorge trägt.

An dieser Stelle möchte ich anfügen, dass sowieso die Dokumentation jedermanns Freund ist, aber Noteinsätze erfordern eben auch besondere Sorgfalt und Aufmerksamkeit.
Was wäre denn gewesen, wenn ein z.B. anaphylaktischer Schock, etc. eingetreten wäre.

Bin etwas überrascht, dass hier PFK mit einem Schulterzucken reagieren und diesen Vorfall als Lapsus ansehen.
Auch würden mögliche Schmerzensgeld- oder Schadensersatzforderungen an den Heimträger gestellt werden, welcher für seine Mitarbeiter haftet.
Derweil sich die Fachkraft "krank" meldet und allen Ärger aus dem Weg geht, um andernorts ihre "Verantwortung" einbringen zu können, dank eines wohlwollenden Arbeitszeugnisses.

Kurzum, ich sehe hier eine Abmahnung für gerechtfertigt.
PS. ...vielleicht war bei dieser PKF längst eine überfällig und man hatte schon öfter ein Auge zugedrückt?
 
leaving-the-moon

leaving-the-moon

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29.06.2011
Karlsruhe
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

@DAMA1 warst nicht du es der erst kürzlich meinte man müsse ihm nicht den Unterschied zwischen krank sein und krank feiern erklären?

Wie kommst du eigentlich in diesem Zusammenhang darauf dass die Pflegekraft sich "krank" melde? ... oder dass sie längst überfällig sein könnte?
Was heißt eigentlich überfällig sein im Zusammenhang mit Abmahnungen?
Heißt das, dass man es bisher versäumt hat, entsprechende Kritikgespräche mit klaren Zielvereinbarungen zu führen und jetzt die Gelegenheit sieht das quasi zeitsparend mittels Abmahnung nachzuholen?
Möglich liebe DAMA ist alles - auch dass es sich bei der PK um eine schlampige arbeitsunwillige Kraft handelt - dies aber ohne nähere Informationen so mal in den Raum zu werfen zeugt dann doch von einer mir etwas suspekten Grundhaltung.
Nix für ungut, aber deine Beträge zu diesem und anderen Themen und die Beschreibungen deines eigenen Hauses passen für mich nicht zusammen.


Ich sehe den Fall kritisch. Ich hätte erwartet, dass die PK zumindest festhält welche Medikation die Infusion noch enthält oder um welche Infusion es sich handelt. Allerdings weiß ich nicht auf wie viele Klingeln die PK in der Zwischenzeit noch laufen musste... ich gehe davon aus, dass sie sowieso schon ihrer ARbeit hinterhergelaufen ist.
Ich persönlich wäre allerdings davon ausgegangen, das der NA auf seinem Protokoll festhält was er in der Zeit der Anwesenheit gemacht hat und ich dies hinterher bekomme, damit ich das nachvollziehen kann. Ich wäre im Leben in einem Heim nicht auf die Idee gekommen, dass ich daneben stehen muss und mitdokumentieren.
Ich halte es sogar für möglich, dass der NA schnell ins Zimmer geschaut hat in dem die PK gerade beschäftigt war um zu sagen: Da hängt jetzt noch ne Stero, die soll noch einlaufen und danach können sie die Viggo ziehen. Ich bin dann mal weg.
Und da steht man dann, kann nicht weg, weil der Bewohner sonst aus dem Bett kippt...

DAS halte ich für eine realistische Situation - so wie ich (Not-)Ärzte kenne. Vielleicht hat er auch noch hingeworfen, was er so gespritzt hat - vielleicht auch nicht.

Im Zweifel für den Angeklagten - in dem Fall die PK - FÜR den Mitarbeiter des eigenen Hauses. Ein Gespräch, nachfragen wie es tatsächlich gelaufen ist, was sonst noch los war (lässt sich ja u.U. auch an der Doku anderer Bewohner nachvollziehen) und dann der Hinweis, dass man das nächste Mal bitte darauf achtet, was gelaufen ist auch im Sinne des Bewohners und des Heimes - JA - gute Idee. Eine Abmahung... ich kann mir gerade kaum ein Szenario vorstellen, das das rechtfertigen würde.
 
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PFK Intensiv und Anästhesie
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Freiberufler, Intensiv und Anästhesie
Weiterbildungen
abgebrochenes Studium von anno dunnemal, FWB Anästhesie und Intensiv, FWB Stationsleitung, Peer Toutoring Kinaesthetics,
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Eisenbarth

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01.11.2011
33181
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

Also ich habe keine Zeit mit nem Zettel 2 Stunden neben NA zu stehen und immer wieder zu fragen, was gibts jetzt, was gibts jetzt? Spätestens nach 10 minuten hätte er mich rausgejagt. Das einzigste, was man dem ND vorwerfen kann, nicht darauf geachtet zu haben, dass das Protokoll dableibt. Übrigens bisher hat sich noch kein NA in einer Akte verewigt, von den BAs wird es auch nur auch Nachfrage gemacht meinerseits gemacht!
ich auch nicht.


dafür reichen 30-60 sekunden am ende oder nach der behandlung. bitte auch den konkreten ablauf hier nicht vergessen.

dies auch als antwort an pegean.
 
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AP
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-
E

Eisenbarth

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01.11.2011
33181
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

. . . na endlich meldet sich mal jemand zu Wort, der die Situation vor Ort aus der Praxis kennt und weiß, dass die Nachtwache keine Zeit hat, sich ewig mit dem Notarzt und dessen Tätigkeit zu befassen. Man hat immerhin noch einige andere Leute zu versorgen und in manchen Häusern auch noch ein Arbeitsprogramm abzuarbeiten. Die Nachtwachen, die rumsitzen, wachen und auf einen Notfall warten, um sich dann intensiv drum kümmern zu können, gibts wohl eher nicht . . .
ich stand nächtens schon mindestens drei mal mehr oder weniger neben dem NA, jede dieser aktionen dauerte maximal 15 minuten & ich war durchaus in der lage, dabei die verabr. medis zu dokumentieren. dass die nacht durch die solchermaßen verlorene zeit nochmal ganz besonders lustig wird, ist eh klar.
btw haben altenheimzimmer eine schelle - und die bitte "können sie bitte kurz schellen, wenn sie fertig sind" wird eigentlich schon erhört ;)
 
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03.04.2008
SCHWÄBISCH GMÜND
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

So ich hab jetzt das Eingangsposting nochmals angeschaut.
Wir wissen nicht was für ein Haus es ist, wie viel Personal in der Nacht Dienst hatte, wie die Bewohnerstruktur aus sieht und so weiter. Wir wissen auch nicht ob es der 1. Notfall für die Kollegin ist, ob es einen Standard Notfall gibt u.s.w.
Das einzige was für mich klar aus dem posting hervor geht, ist die Tatsache, das da wohl mehrere Personen Fehler gemacht haben und das es jetzt ein "Bauernopfer" erbracht wird. Die betroffenen Kollegin sollte ein Gedächtnissprotokoll für sich erstellen, damit sie hinterher, wenns je vor Gericht geht, noch weiß wie es gelaufen ist. Ansonsten, wie Schwester Wolfgang schon schrieb:Abmahnung hinter den Spiegel stecken und gut ist.
Eventuell die Problematik an Richtung Betriebsrat oder QM / PDL "schieben" damit ein ordentlicher Notfallstandard dabei rauskommt.
Lisy
 
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pdl
P

pegean

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22.09.2009
düsseldorf
AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

Auch hätte hier ein Kontakt über die Rettungsleitstelle die Medikamentation nachträglich erfassen können.
@Dama1 : Von Dir als PDL so einen Satz zu lesen erstaunt mich doch sehr .Dir ist aber schon bewußt das in dem Moment wenn ein Bew. das
Heim verlässt der einweisende/ behandelnde Arzt nur noch den Angehörigen/Betreuern Auskunft geben muß aber nicht MA des Heimes ?
[QUOTEAuch würden mögliche Schmerzensgeld- oder Schadensersatzforderungen an den Heimträger gestellt werden, welcher für seine Mitarbeiter haftet. ][/QUOTE]
Wie werden denn Deiner Meinung nach solche Forderungen begründet ?
 
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krankenschwester
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altenheim-lt.nachtwache
L

Lexus

AW: verabreichte Medikamente vom Notarzt nicht dokumentiert - Abmahnung!?

Wie kommst du eigentlich in diesem Zusammenhang darauf dass die Pflegekraft sich "krank" melde? ...
...aus langjähriger Erfahrung als PFK oder eben auch in Führungsposition. Es gibt Mimosenarten, welche bei Berührung sofort welken.
Auch ist bei Strafgerichten die größte Ungerechtigkeit erkennbar, welche Urteile zu ungunsten des Angeklagten ausgehen, da doch mindestens 80 % zuvor auf "unschuldig" plädierten.

Bei etwa 80 Mitarbeitern ist eben nicht die Einsicht zur Arbeit und Verantwortung gleich geschaltet, auch nicht bei gleicher und gerechter Bezahlung, welches in sich schon ungerecht ist, weil Leistung messbar ist.


oder dass sie längst überfällig sein könnte?
Was heißt eigentlich überfällig sein im Zusammenhang mit Abmahnungen?
Heißt das, dass man es bisher versäumt hat, entsprechende Kritikgespräche mit klaren Zielvereinbarungen zu führen und jetzt die Gelegenheit sieht das quasi zeitsparend mittels Abmahnung nachzuholen?
Ich sehe professionelles Handeln so, dass immer zunächst ein klärendes Gespräch geführt werden muss oder sollte. Dennoch hat ein Gespräch keine arbeitsrechtliche Sanktionswirkung, wie ebenso eine Ermahnung keine hat.
Da es aber in gut geführten Häusern klare Regeln geben sollte, steht hier der Mitarbeiter ebenso in der Pflicht seine Aufgabe innerhalb dieser Regeln ohne Aufforderung hierzu wahrzunehmen. Dieses gilt für alle Mitarbeiter, einschließlich der Leitungskräfte, ergo auch der PDL.

PK welche Resistenz gegen Regeln zur Erfüllung ihrer Aufgaben aufweisen, muss man eben auch konsequenterweise schulen und gegebenenfalls auch bei groben Pflichtverletzungen Abmahnen, da dieses so im Arbeitsrecht vorgesehen ist.
Im Übrigen erfolgt eine Abmahnung immer in Kenntnis der MAV, welches zwangsläufig ein Gespräch zur Notwendigkeit voraussetzt.


Möglich liebe DAMA ist alles - auch dass es sich bei der PK um eine schlampige arbeitsunwillige Kraft handelt - dies aber ohne nähere Informationen so mal in den Raum zu werfen zeugt dann doch von einer mir etwas suspekten Grundhaltung.
Nix für ungut, ....
Ob Ihnen meine Grundhaltung nun fragwürdig, zweifelhaft oder gar verdächtig vorkommt, ist mir tatsächlich wurscht, wenngleich Sie auch den Stein der Waisen besitzen mögen.

Bin auch immer wieder gerne im Forum schon deswegen, weil ich explizit auch durch Sie soviel mehr an Wissen und Lebenserfahrung hinzulernen darf und kann. Diese kann meine Ausbildung und auch das Studium niemals aufwiegen.
Frage mich nur längst, weshalb sie kein Haus eröffnen, um Milch und Honig fließen zu lassen.
 
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