ver2fehlte Leben - Ein Film über Sterbehilfe und Pflege

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Alfanje

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Hallo zusammen,

bin vorhin auf euer Forum gestoßen und hoffe das ich im richtigen bereich schreibe.

Ich habe einen 20 minütigen Film über aktive Sterbehilfe und Pflege gedreht, und würde gern eure Meinung und kritik entgegen nehmen.

ver2fehlte Leben on Vimeo


Würd mich freuen wenn ihr mal reinschaut und hier nen Kommentar hinterlasst!

Alfanje
 
Qualifikation
Pflegeschüler
Fachgebiet
MKH-Schwerte
P

Paulinchen

hi,
habe mir gerade das video angesehen und ersteinmal, hut ab, sehr genial gemacht!! :thumbsup2:

ich musste am ende ersteinmal luft holen..... beim ansehen bewirkte es ein wenig emotionales chaos in mir, weil ich mir vorgestellt habe, wie es wäre wenn wenn ich als pk in dieser situation wäre... puh... wenn ich mich zurück erinnere, gab es auch bei mir schon situationen, wo sich pat. den tod gewünscht haben und es mich gequält hat, nichts tun zu können...
ich möchte da nicht weiter drauf eingehen, ich glaube das ganz viele hier im forum so etwas schon erlebt haben und nachempfinden können wie unangenehm so etwas ist....
ich finde es ok, dass es in einem land "legal" ist sterbehilfe zu leißten (natürlich unter berücksichtigung, dass alles rechtens von statten geht)
ich finde das jeder mensch das recht hat, selbstbestimmt mit seinem leben das zu machen was er will! (ich glaube das laut gesetztbuch der freitot sogar mal strafbar war, oder noch ist)
und wenn ein mensch, unheilbar krank ist, keine lebensqualität mehr sieht und ein vielleicht qualvolles ende zu erwarten hat o.ä., ist es für mich persönlich nachvollziehbar, wenn er sich den tod wünscht...

wenn ich mir vorstelle, dass ein geliebter mensch an meiner seite sich den tod wünschen würde, puh... ich wüsste nicht wie ich reagieren würde, es würde mir auf der einen seite das herz zereissen weil er sich den tod wünscht, auf der anderen seite würde es mir das herz zereissen, ihn dabei zu sehen wie er sich quälen muss......

ich werde es noch ein wenig auf mich wirken lassen, ein wenig nachdenken und vielleicht, wenn sich noch mehr dazu äußern sollten, mich noch einmal daran beteildigen...

LG von hier nach da
 
Vaiolenz

Vaiolenz

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Hallo, Alfanje!
Liebe Grüße erst einmal nach Schwerte!
Der Film ist krass, gut gemacht!
Was die Thematik angeht:da hast Du Dich an ein heißes Eisen herangewagt!
Ich frage mich immer wieder, wie es wäre, wenn ich einen Menschen pflegen müßte, bei dem keine Chance mehr besteht, ein Leben in guter Qualität zu führen. Es gab in der Vergangenheit Menschen, die am Limit waren. Bis dato war für mich die Sache sehr eindeutig: ich habe das einfach nicht zu entscheiden. Bestehen eine Patientenverfügung, eine klare Absprache mit dem Hausarzt, mit den Verwandten, soweit es lebensverlängernde Maßnahmen betrifft, muß ich dem Patienten wohl einen würdevollen Tod gewährleisten. Aber selbst dann war es in meiner Vergangenheit nicht immer eindeutig und es wurde gegen den Willen einer Patientin verfahren (im Krankenhaus). Aktive Sterbehilfe ist, rein schon aus unserer Geschichte heraus (für mich) nicht diskutabel. Sicher ist so etwas in der Art schon in Deutschland möglich durch entsprechende "Firmen" aus dem nahen "Ausland", aber ich halte es für moralisch verwerflich. Ich allein habe nicht das Recht zu entscheiden, ob der Mensch, der vor mir liegt, tatsächlich sterben will oder schwerste Depressionen durchlebt und wieder gesunden könnte. Na klar wäre das schon heftig, wenn ich meine Eltern leiden sehen müßte. Da wüßte ich schon echt nicht, was ich tun sollte, ganz klar. Ich hoffe, dass sie entsprechende Schritte für ein würdevolles Sterben bereits eingeleitet haben, ich werde wohl morgen mit ihnen telefonieren. Alles andere jedoch bringt uns zu einem Focusartikel von vor einem Jahr, indem das Pflegepersonal schlechthin mit einem "Gottkomplex" behaftet wird. Entscheiden über Leben und Tod. Mit einer Spritze. Ich halte von der palliativen Pflege sehr viel, also sollten wir uns vielleicht in einem legalen, kompetenten Rahmen bewegen, um von unserem Schmuddelimage loszukommen (Mörder, Folterer, faule Menschen,.....).
Blankes Leid ist (leider) noch nicht ganz zu messen, wohl aber der Schmerz und der muß nicht sein.
Ich danke Dir für dieses super kontroverse Thema und bin gespannt auf weitere Antworten.
Sorry, wenn ich zu krass war, aber das ist nur meine Meinung, ich möchte Dir nicht vor den Kopf stoßen, das liegt mir fern.
Liebe Grüße,
Dein Jens.
 
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Altenpfleger, Pflegeexperte Wachkoma, PA, Hygiene
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24- Stunden Heimbeatmung
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Ich würde mich auf eine Fachweiterbildung in Palliative Care freuen. Und das schon seit nunmehr sechs Jahren. Ich pack das..........!
SaarNadja

SaarNadja

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Nur ein Wort:

Ergreifend!!!
 
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sammygirl

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Hallo alfanje,
ich fand den Film sehr bedrückend und sehr gut gemacht.Wir alle werden tagtäglich mit dem Sterben konfrontiert und Euthanasie ist nach wie vor ein sehr heikles Thema.Respekt,dass du dich da dran getraut hast!
 
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Altenpflegehelferin,Azubi zur Altenpflegerin
Fachgebiet
Geronto-psychatrische Station
panik

panik

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@ alfanje
Ich bin beeindruckt und emotional sehr ergriffen.Ohne"Viel"hast du die Situation in der wir so oft sind,in Szene gesetzt,ohne Reißerei ohne viele Worte.Der Film "erwacht"zum Leben durch unsere Erfahrungen und Gedanken, die wir dabei nochmal durchleben.
Sehr mutig von dir!
LG panik
 
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Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
Seniorenheim
Weiterbildungen
*Ausbildung zur Krankenschwester
*Studium: Neuere und neueste Geschicht und Literaturwissenschaften
* Weiterbildung zur PDL 2009
Meatball

Meatball

Verstorbenes Forenmitglied
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Hallo Alfanje,

danke für diesen Film!!!!

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich in meiner Küche gesessen und mehrere Ampullen Morphin zu einer letalen Dosis aufgezogen und dann "gut" in einem Gurkenglas in meinem Kühlschrank verwahrt - mit dem Ziel, dieses letale Dosis dann zu verwenden, wenn für mich der Zeitpunkt erreicht gewesen wäre, an dem ich mein Leben als nicht mehr lebenswert erachtet hätte.

Ich habe meinen Zeitpunkt verpaßt, bin nicht länger in der Lage, dieses "Vorhaben" selbständig in die Tat umzusetzen.

Dennoch kann ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, meinen (in diesem Falle unnatürlichen) Tod und alle daraus resultieren Konsequenzen einem anderen Menschen aufzubürden - das ist für mich auch ethisch-moralisch unvertretbar.

Hoffe auf eine rege Diskussion.

Grüße

Hannes
 
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Rentner
Fachgebiet
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