Wundmanagement Wundversorgung Vakkuum- Sogverband mit kontinurlichen Sog proximal

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Tilidin

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HEY ihr chirurgischen erfahrenen Fachkräfte

Meine Frage dient in erster Linie der eigenen Wissensbefriedigung.

Ich hatte das Glück mit einer oben beschriebenen Saugvorrichtung fast drei Wochen versorgt worden zu sein.
So um den 5-6 Tag fing die Elektronik an zu spinnen, pausenlos war der Tank voll, obwohl gerade 100ml drin waren.Da pausenlos Alarm gegeben wurde, hat man sich für einen Austausch entschieden.
Am 7 Tag wurde mir die Schaumstoffeinlage ohne Alles aus dem Unterschenkel gerissen.

Ich war kurz vorm kollabieren, weil der Schmerz nicht auszuhalten war.
Die Ärztin war kurz vorm kollabieren, weil der Schaumstoff so fest ( eingewachsen) war, sie hat es mit allerletzter Kraft dann doch geschafft.

Nun konnte ich mein Knie, Teile des Unterschenkels u. die Beschaffenheit der Muskeln u. Gewebsanteile genaustens begutachten.( Die Wunde war ja ca. 23sm lang u. 7-8sm breit)
Leider war der Weg in die umgekehrte Richtung genau so schmerzhaft.
Nie in meinem Leben werde ich so etwas nochmals erleiden.
Es gab noch einen drauf: die Pflegekräfte sagten: warum lässt Du so etwas mit Dir machen, es ist kein üblicher Standard.
Ich konnte nur sagen, das ich von der postoperativen Versorgung in der Chirurgie, wenig Ahnung habe u. ich mich ein wenig auf die Ärzte verlassen würde

Jetzt kommt meine Frage:
Werden bei euch in den Einrichtungen, diese Saugdrainagen mit einer Kurznarkose, oder sogar mit einer richtigen Narkose gewechselt.?
Oder ist es gängige Praxis die Sachen einfach rauszureisen? u. neu unter Druck zu setzen.
Wie verkraften es die Pat.?
Danke für die Antworten, die nur meine Wissenlücken auffüllen sollen.
 
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Christian Kröhl

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AW: Vakkuum- Sogverband mit kontinurlichen Sog proximal

Das ist eine tadellose Sauerei. Nein, VAC-Wechsel - gerade bei derart ausgedehnten Wunden - sind mit ausreichend Analgetika abzudecken.

Und Du hast der Dame nicht auf die Nase gehauen?! Chapeau, ich hätte da meine Kinderstube vergessen. Sprich den Oberarzt an und mach ihm klar, was Du davon hältst. Und nebenbei: nicht ausreichende Analgetika-Gaben stellen den Straftatbestand der Körperverletzung dar.

In welchem Krankenhaus bist Du denn gerade (nur damit ich weiß, wo ich mich niemals reinlegen werde) ?
 
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leaving-the-moon

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AW: Vakkuum- Sogverband mit kontinurlichen Sog proximal

Vac-Wechsel kenne ich nur unter Narkose/Kurznarkose. Das scheint mir tatsächlich ein Fall für den Anwalt zu sein wegen Körperversetzung und es entspricht mit Sicherheit nicht den Regeln der ärtzlichen Kunst.
 
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Yvonne1305

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AW: Vakkuum- Sogverband mit kontinurlichen Sog proximal

VAC-Wechsel gibt es bei uns nur mit hochdosierter Schmerzmittel-Gabe oder unter Kurznarkose.... Im Mund-kiefer-Gesichts-Bereich werden viele Verbandswechsel unter ausreichender Schmerzmittelgabe gemacht.... Selbst der Tamponadenzug bei Kieferhöhlenrevision am 3.Post-OP-Tag wird nur mit hochdosierten Schmerzmitteln durchgeführt....

In dem Haus, wo Du jetzt liegst, würd ich mich allein aufgrund dessen schon nicht hinlegen.... Patienten müssen heut zu Tage keine Schmerzen haben....
 
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Tilidin

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AW: Vakkuum- Sogverband mit kontinurlichen Sog proximal

Danke für die Antworten

Christian: Du brauchst keine Angst zu haben, diese Klinik ist zwar für die Regelversorgung zuständig, liegt aber in Schleswig- Holstein. Somit ist es unwahrscheinlich das es dich ausgerechnet in diese Klinik ziehen könnte.
Der Ärztin konnte ich leider keine Scheuern, da ich mit dem auseinanderreizen der Madratze beschätigt war.
Der gute Oberarzt/Chefarzt: natürlich hab ich diesen 2 Tage später angesprochen, habe klar gesagt, das diese Behandlungsform wohl eine absolute Schweinerei sei.
Antwort Oberarzt: vor mehreren Ärzten u. St.- Leitung
Er selber währe in Deckung gegangen, er wollte diese Behandlung nicht ausführen, aber man wollte auch mal sehen, welche Schmerzen ein Mensch ertragen kann.?
Leider wurde gleichzeitig der Verbandswechsel durchgeführt, ich war mit dem abstützen des Oberkörpers bechäftigt. Wäre ich in einer anderen Position gewesen, hätte die Klinik spontan einen Pat. mit Kieferbruch mehr.

Es sind halt Krankenhaus- Erfahrungen, die sicherlich in vielen Formen tägl. in Deutschland vorkommen.

Wenn ich meine Gefühle noch mal hoch kommen lasse, dann kommen mir Zweifel auf, ob mich z. B. 40-50 Tr. Valeron gerettet hätten.

Straftatbestand: der Tipp ist sicherlich gut, aber soll ich mich jetzt 3-4 Jahre in einem Verfahren begeben, mit einem unsicheren Ausgang?
Das ich mir den Erreger( Staphylococcus aureus) bei der ersten OP dort eingefangen haben, kann ich auch nicht beweisen.
Ob die lezten vier OPs das Problem behoben haben steht leider noch in den Sternen.
Die Diagnosen: chronische entzündliche Nekrosen, chronische Osteomyelitis, u. schlafende Stahylokokken in der Knochenhaut stehen leider noch aktuell im Raum.
Die Kompetens der Klinik ist beendet, bei den kleinsten entzündlichen Veränderungen sind dann größere OPs in Hamburg ( Bobath- Krhs) geplant.
Was die Schuldfrage angeht, da kann ich sicherlich 20 Gründe anführen, aber wie soll ich die Beweispflicht führen.? ( im Internet gibt es ausreichende Beispiele, das diese Prozesse nicht zu gewinnen sind, selten mit einem Vergleich abgeschlossen werden)
Natürlich war ich schon bei zwei anderen Fachärzten, aber die blocken sofort, wollen sich auf keinen Fall mit einer schriftlichen Aussage, die Finger verbrennen.

Aber erstmal Danke für die Antworten u. die Gewissheit, das diese Behandlungsform nicht der Regel entspricht.
Alles andere werde ich noch mal in Ruhe überdenken.
Als erstes werde ich den Kostenträger aktivieren, der hat vieleicht das größte Interesse Kosten wieder reinzuholen.
 
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ms-sophie

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AW: Vakkuum- Sogverband mit kontinurlichen Sog proximal

Hallo,

meine Mutter hat vor einiger Zeit einen Autounfall und die Unterarmverletzung wurde ebenfalls mit VAC versorgt. Ich habe mich geärgert, weil sie jedesmal eine Kurznarkose bekommen hat. Ich habe den Arzt angesprochen, ob es nicht auch eine Leitungsanästhesie getan hätte. Hintergrund: Meine Mutter ist 74 und nach den ganzen Kurznarkosen 10 Wochen jeden 3. Tag. Kognitiv ziemlich neben der Spur. Hat eine ganze Weile gedauert bis sie wieder OK war.

Der Arzt hat mir damals zugestimmt, man könnte es probieren.... Dann war aber die Therapie beendet.

Ist der Verbandswechsel so schmerzhaft??? Ich war überrascht als ich diesen Threat gelesen habe, da ich vor Jahren mal eine Fobi im ambulanten Dienst hatte, da sollten wir als PK das ambulant machen. Oder sind es zwei versch. Systeme. Damals hat man uns geschult, damit man die Patienten früher entlassen konnte.

Sophie
 
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Tilidin

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AW: Vakkuum- Sogverband mit kontinurlichen Sog proximal

Hey leaving- the- moon
Danke für den Tipp, die Seite liest sich gut, ist vieleicht etwas überfrachtet mit Danksagungen.
Das Problem ist das Geld, lange Verfahren kosten viel Geld u. als Klagender muss du dann in Vorkasse gehen nach meinem Kenntnissstand.
Sollte man Glück haben u. nach drei Jahren einen Vergleich zu bekommen, dann hat man sicherlich schon viel Geld verloren.
Hey ms -sophie
Man hat mich kalt u. unwissend erwischt. Ich kann nur sagen, das es grauenhafte Schmerzen sind, die auch noch lange anhalten.
Das ein solcher VAC- Wechsel im ambulanten Dienst ausgeführt wird, kann ich mir absolut nicht vorstellen. Es sei den, es gibt da noch andere Sauganlagen, die vieleicht nur über kleine Wundareale selbsthaftend liegen.?

Komme gerade vom Hausarzt, der hat mir nochmals bestätigt, das man bei meiner ausgeprägten Wunde den Vac- Wechsel ohne Kurz- Narkose nie hätte ausführen dürfen.
Wörtlich: Man hat alle Regeln der ärztlichen Kunst verlassen.
Ich lasse es erstmal ein paar Tage sacken, dann entscheide ich.
Danke für eure Meldungen
 
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AW: Vakkuum- Sogverband mit kontinurlichen Sog proximal

@tilidin:

Auch ich kenne den Vacuseal- Schwamm- Wechsel nur unter ausreichender Analgesie oder in Kurznarkose. Dort werden allerdings hauptsächlich Opiate eingesetzt und später kombiniert mit peripher wirksamen Analgetika.

Eine VAC Pumpe wird immer auf einen Sog von 125 mmHg eingestellt.

Im Vergleich :


Beim Redon besteht ein unkontrollierter Sog--> dies bedeutet das der Sog nicht einstellbar ist. Der Sog kann dann unverhältnismäßig extrem hoch sein. Dies ist aber normal. Eine Redondrainage mit noch angeschlossener Redonflasche verursacht beim ziehen mit Sog sehr starke Schmerzen, die danach noch länger nachklingen können. Natürlich zieht man eine Redondrainage und jegliche Drainagen am Besten ohne Sog und eben auch immer mit einem hochpotentem Opiat, wie z.B. Piritramid = Dipidolor. Die therapeutische Einzeldosis beträgt allerdings schon 15- 30 mg (also sogar 1-2 Ampullen) i.v. Bei der Bülaudrainage hingegen kann man je nach dem beide Verfahren wählen. Aber auch dort gibt man im Vorfeld immer ein Opiat als Analgetika.
 
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freiberuflich, Bayern, Studentin Pflegepädagogik staatliche Hochschule Ba-Wü
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Tilidin

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AW: Vakkuum- Sogverband mit kontinurlichen Sog proximal

@tilidin:

Auch ich kenne den Vacuseal- Schwamm- Wechsel nur unter ausreichender Analgesie oder in Kurznarkose. Dort werden allerdings hauptsächlich Opiate eingesetzt und später kombiniert mit peripher wirksamen Analgetika.

Eine VAC Pumpe wird immer auf einen Sog von 125 mmHg eingestellt.

Im Vergleich :


Beim Redon besteht ein unkontrollierter Sog--> dies bedeutet das der Sog nicht einstellbar ist. Der Sog kann dann unverhältnismäßig extrem hoch sein. Dies ist aber normal. Eine Redondrainage mit noch angeschlossener Redonflasche verursacht beim ziehen mit Sog sehr starke Schmerzen, die danach noch länger nachklingen können. Natürlich zieht man eine Redondrainage und jegliche Drainagen am Besten ohne Sog und eben auch immer mit einem hochpotentem Opiat, wie z.B. Piritramid = Dipidolor. Die therapeutische Einzeldosis beträgt allerdings schon 15- 30 mg (also sogar 1-2 Ampullen) i.v. Bei der Bülaudrainage hingegen kann man je nach dem beide Verfahren wählen. Aber auch dort gibt man im Vorfeld immer ein Opiat als Analgetika.
Danke für deine Ausführungen
Die VAC- Pumpe lief auch bei mir mit 125 mmHg, nach 7 Tagen gab die Pumpe halt laufend Alarm, darum hat man das Schaumstoffkissen dann aus der Wunde gerissen.
Ich hab ja auch selber Schuld, was verlasse ich mich blind auf Ärzte. Aber solche Schmerzen beim rausreizen u. beim Wiedereinbau habe ich nicht erwartet u. einen solchen ausgeprägten Wundzustand auch nicht.
Es gibt halt med.- Bereiche, da bin ich unwissend.
Es scheint ja klar zu sein, das wir uns hier am Rande eines ärztlichen Kunstfehlers befinden.
Die normalen Redondrainagen ( die ich auch hatte) sind ja dagegen die reinste Erhohlung. Das ziehen aus dem Kniegelenk nimmt einem auch kurzfristig die Luft, steht aber in keinem Verhältnis.
Ist halt alles Sch.: ein Schienbeinbruch u. Knieverletzung, dann fängt man sich solche Komplikationen ein, die schlimmstenfalls noch die Amputation bringen Können. ( Knochenfraß)
Die ausgeprägte Fraktur wurde angeblich nicht im Rö. gesehen, obwohl die sofortige Punktion der Kniekehle eindeutige Anzeichen für eine frische Fraktur zeigte.
( Fettaugen aus dem Knochen im Punktat.) Dadurch war ich auch noch eine Woche mit dem zertrümmerten Unterschenkel zu Hause. Angeblich hätte ich nur einen kleinen Bänderschaden.
Ich muss mich bremsen, da ist so viel Druck, der will raus.
Ich schau mal was ich mache.
Danke für deine Meldung
 
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Microknee

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AW: Vakkuum- Sogverband mit kontinurlichen Sog proximal

Hallo tilidin!
Bei uns werden die VAC-Verbände immer in Kurznarkose durchgeführt. Die Patienten kommen jeden 2. Tag zu uns in den OP und der VAC-Verband wird dort gewechselt, bis der operative Wundverschluß erfolgen kann.
Bei zwei Patienten wurde der Wechsel auf eigenen Wunsch der Patienten ohne Narkose durchgeführt. Die beiden bestätigten aber, dass sie keinerlei Schmerzen hatten. Die Wunden waren allerdings nicht so großflächig und tief, wie du deine beschreibst.
Ich finde deine Behandlung ebenfalls unzumutbar und würde mich gegen die Klinik und vorallem die Aussage des Chefarztes zur Wehr setzen.


Alles Gute für deine weitere Behandlung in einem hoffentlich kompetenten Haus!
LG Microknee
 
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