Ursache & Therapie bei Apoplex

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E-Lyte

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Hallo zusammen :grin:

Ich habe ein bißchen Probleme bei der Therapiefindung bei einem >Hämorrhagisches Infarkt<

Es wird in meinen Lehrbüchern meistens nur die therapeutischen Ansätze mit Lysetherapie und andere für den Ischämischen Schlaganfall beschrieben...

Aber was wird konkret bei einer Blutung gemacht? Drainage legen, Kraniotomie, Shunt?
Finde leider wenig drüber.
Deshalb hoffe ich auf eure kompetente Hilfe :suche:
 
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E-Lyte

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Ich habe es jetzt großteils rausgefunden.
Berichtigt mich bitte, wenn ich falsch liege:

- Ausräumung der Raumforderung

- Innerhalb 2-5 Tagen kann sich ein Hirnödem ausbilden --> Medikamente oder Kraniotomie zur Druckentlastung

- Sauerstofftherapie, da das Gewebe des ZNS von der Versorgung mit O² zu 100% abhängig ist. Das ZNS besitzt keine O²-Speicher & hat damit eine geringe Strukturerhaltungszeit.

- langsame Blutdrucksenkung und nicht zu stark, um eine ausreichende Durchblutung des Gehirns (& insbesondere der Umgebung der Infarktareale) zu gewährleisten

- Bei bestehender Linksherzinsuffizienz, Diurese mit Schleifendiuretika

- Ausgleich von Hypo- als auch Hyperglykämie.....KANNN MIR DAS BITTE JEMAND ERKLÄREN? BEGRÜNDUNG! DANKESCHÖN!!!

- Später Thromboseprophylaxe nach Arztanordnung


Sekundärprävention:

- Prophylaxe mit Thrombozytenaggregationshemmern

Ganze Zeit über:

- Physio- und Ergotherapie, Logopädie
 
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Fripi

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Hallo E-Lyte,

Bei der Hypoglykämie ist natürlich wieder das Problem das das Gehirn einen großteil des Glukosebedarfs des Körpers benötigt. Dementsprechend muss natürlich für eine gute versorgung des Gewebes auch der Glukosespigel stimmen. Wieso eine Hyperglykämie ein schlechteres Outcome hat ist wohl laut meinen Büchern nicht wirklich geklärt, sicher ist jedoch das es einen Effekt gibt. Eingegriffen wird jedoch erst ab Werten um 250 bis 300, dabei muss man sehr vorsichtig sein da eine Hypoglykämie entsprechend sehr schwere Folgen haben kann.
Hyperglykämie ist auf jeden fall auch langfristig zu sehen, langfristig macht es die Blutgefäße kaputt. Ein erklärungsansatz den ich dazu bekommen habe (und verständlich finde) ist folgender:
Bei einer Hyperglykämie existiert ein Mangel an Glukose in den Zellen, deswegen erhöht der Körper den Glukosespiegel im Blut, kann er dies nicht über Nahrungsaufnahme baut er Fettzellen in Kohlehydrate um, dabei entstehen quasi abfallstoffe die wiederrum die Plaques in den gefäßen Bilden können.

Das ZNS ist auch deshalb so "Strukturschwach" weil es keine regenerationsmöglichkeiten hat - eine untergegangene Nervenzelle ist weg, das war es...

Thromboseprophylaxe ja, aber bei einem Hämorrhagischen Apoplex ist das genauestens abzuwägen. Bei einer erneuten Blutung ist nichts gewonnen. Meiner meinung nach würde man normalerweise auf solche Maßnahmen verzichten, kenne da aber gerade keine aktuellen Leitlinien.

Achja, bei Hirnödemprophylaxe kann man noch sowas wie OK-Hochlage einbauen.

Zusätzlich fällt mir noch ein: Temperatur genau regeln, antipyretische Maßnahmen werden schon bei 38°C angewendet weil man davon ausgeht das eine erhöhte Temperatur auch den Sauerstoffbedarf erhöht und dementsprechend das Outcome verschlechtert (Meines Wissens nach Wissenschaftlich nicht verifiziert).

Das Bobath-Konzept geht unter anderem auch davon aus das benachbarte Hirnareale des betroffenen Bereichs quasi erinnerungen an die alten Abläufe haben und diese gerade am Anfang sehr gut übernehmen können. Deswegen ist die schnelle und konsequente Umsetzung von rehabilitationsmaßnahmen die Interdisziplinär angewendet werden äußerst wichtig.

Liebe Grüße,

Nils
 
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E-Lyte

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Vielen Dank, Nils! :eek:riginal:
Du hast mir sehr geholfen! :thumbsup2:
 
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