Urlaubszeit und Zahlungsverzug der Krankenkasse

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Valentina

Valentina

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Hallo,
ich wollte mal in die Runde fragen, ob Pflegedienstinhaber, die ihre SGB XI bzw. V-Leistungen nicht über Abrechnungsstellen abrechnen ihre Vergütungen von den Pflege- bzw. Krankenkassen fristgerecht erhalten?

Mit der Begründung, es sei gerade "Urlaubszeit" wurde ich am Telefon von einer großen Kasse vertröstet, "man sei mit der Bezahlung etwas im Rückstand, würde meine Anfrage aber gerne weitergeben..".
Mittlerweile kümmert sich zwar mein Anwalt um die Angelegenheit, treibt Verzugszinsen ein und stellt der Kasse eine Rechnung für seine Bemühungen, aber ein Geldeingang ist bisher nicht zu verbuchen.

Wie sind Eure Erfahrungen,kommt ein Zahlungsverzug bei anderen Diensten nur sporadisch vor?
Valentina
 
Qualifikation
Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
L

Lisy

Hallo Valentina,
kommt manchmal vor, das die Kassen nicht zahlen. Ich hab übrigens aufgehört Telefonisch zu mahnen.
Ich schick den Kassen eine schriftliche Mahnung.
Dann zahlen die allermeisten für längereZeit wieder pünktlich.
Gruß Lisy
 
N

nursy

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19.09.2006
35457
Hallo Valentina,

ich muss sagen, dass seitdem wir die Abrechnung über Datenaustausch mit der AOK machen, das Geld sehr zügig kommt. :) Allerdings schmuggelt sich immer mal wieder eine Rechnung durch, die nicht bearbeitet wurde. Nach einer Mahnung unsererseits wird allerdings meist schnell reagiert und behauptet, die Rechnung liege ihnen nicht vor... (?!?).
Bei den anderen Kassen sind die Zahlungen auch meist fristgerecht, nur die Verhinderungspflege dauert immer ewig....
Also im grossen und ganzen klappt es eigentlich recht gut. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass in deinem Fall von einer grossen Kasse ( vermutlich die grüne.. ) die Ausrede mit der Urlaubszeit kam. Um Ausreden sind die nämlich nie verlegen. Unverschämt. Mit uns kann man´s ja machen. Sollten wir uns mal bei unseren Patienten erlauben, zu spät zu kommen, weil ja "Urlaubszeit" ist... Da wären wir schnell weg vom Fenster.

Aber wir kämpfen immer weiter.... KOPF HOCH!

LG Nursy
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
Valentina

Valentina

Aktives Mitglied
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Themenstarter/in
Liebe Nursy,
natürlich war es die grüne Kreativkasse! Genau dort verschwinden auch öfter einmal Rechnungen im Nirvana...

Heute wurden auch etwa 65% der Rechnungen bezahlt, allerdings 14 Tage zu spät, d.h. die Kasse darf mit zusätzlichen Ausgaben für Verzugszinsen und Anwaltskosten rechnen. Die Ausrede "Urlaubszeit" kommt sie dann teurer zu stehen.
Ok, ich gebe auch zu, dass ich eben jener Kasse nicht viel durchgehen lasse, wahrscheinlich wurde deshalb auch die Vergütung "eingefroren"...

Kleine Geschichte am Rande: vor ein paar Jahren war schon einmal "Urlaubszeit", da haben alle unsere Versicherten Briefe an den Sachbearbeiter ihrer Krankenkasse geschickt, was den los sei, weil der Pflegedienst seine Vergütung nicht mehr erhalten würde. Sie würden sich Sorgen machen, dass ihre Versorgung nicht mehr gewährleistet sei. Und siehe da - der damalige Abteilungsleiter hat daraufhin höchstpersönlich alle Versicherten angerufen und sich bei ihnen entschuldigt - das Geld war umgehend auf meinem Konto.
Grüße Valentina
 
Qualifikation
Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
L

Lisy

Hallo Valentina,
klasse Idee, das merk ich mir und setz das um. Die Zahlungseingänge bei mir sind im Moment ganz gut, nur die Keativkasse versucht mal wieder alle SGB V Leistungen an die Angehörigen zu deligieren. Ist echt zum.....
Und die eine oder andere Kasse zieht nach.
Gruß Lisy
 
G

Gerd

Mitglied
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15.06.2001
Neustrelitz
Hallo Valentina,
die Idee mit den Versicherten ist echt cool. Unsere Gesundheitskasse kommt auch immer wieder mal mit der Ausrede mit der Urlaubszeit. Ich schicke immer Mahnungen mit Gebühren und Zinsen. Sind aber nur einmal gezahlt worden. Bei den anderen Kassen reicht ein Anruf und dann wird sofort gezahlt. Sind aber nur seltene Einzelfälle.Passend zum Thema das jüngste Urteil des Bundessozialgericht:

BSG-Urteil: Kassen müssen Pflegediensten höhere Verzugszinsen zahlen
Das Bundessozialgericht (BSG) hat erstmals einem Pflegedienst einen Zahlungsanspruch auf Zinsansprüche für nicht vergütete Leistungen eingeräumt. Das Gericht gesteht im aktuellen Urteil (B 3 KR 10/06 R) dem Dienst auch Zinsansprüche schon für die Zeit vor der Klageerhebung zu.
Der Pflegedienst hatte die Krankenkasse verklagt, nachdem diese sich geweigert hatte, für rechtmäßig erbrachte Leistungen aufzukommen. Dabei ging es um die Frage, wer die über den Zeitraum des Zahlungsverzugs anfallenden Zinsen trägt. Im letzten Jahr hatte das Gericht erstmals einem Apotheker in einem parallelen Fall Recht gegeben. Jetzt stellte das BSG auch gegenüber Pflegediensten klar, dass die Verpflichtung der Krankenkasse zur Zahlung von Verzugszinsen im Verzugsfall zwingend geboten ist. Darüber hinaus entschied das BSG, dass der Zinssatz acht Prozent über dem Basiszinssatz beträgt. "Erfreulich, dass es nach diesem Urteil des Bundessozialgerichts keinen Zweifel mehr gibt und ausdrücklich der höhere Zinssatz bestätigt wurde", so Bernd Tews, Geschäftsführer des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa).
Zum Hintergrund: Das Urteil wird damit begründet, dass für Pflegedienste durch das Hinauszögern von Zahlungsvorgängen oder durch ungerechtfertigtes Einbehalten von Vergütungen durch Krankenkassen wirtschaftliche Gefahren entstehen. Die Dienste müssen zur Aufrechterhaltung ihres Betriebes evtl. Drittmittel in Anspruch nehmen, die erhöhte Kosten verursachen. Im Extremfall ist sogar die wirtschaftliche Existenz gefährdet. (Quelle: HÄUSLICHE PFLEGE 07/2007, Rubrik: Nachrichten)

Gruß

Gerd


AG FREIER HIMMEL
 
Qualifikation
Dipl.Sozialarbeiter
Fachgebiet
Pflegedienst
T

Tessa

Mitglied
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08.06.2007
64287
Liebe Nursy,
natürlich war es die grüne Kreativkasse! Genau dort verschwinden auch öfter einmal Rechnungen im Nirvana...

Heute wurden auch etwa 65% der Rechnungen bezahlt, allerdings 14 Tage zu spät, d.h. die Kasse darf mit zusätzlichen Ausgaben für Verzugszinsen und Anwaltskosten rechnen. Die Ausrede "Urlaubszeit" kommt sie dann teurer zu stehen.
Ok, ich gebe auch zu, dass ich eben jener Kasse nicht viel durchgehen lasse, wahrscheinlich wurde deshalb auch die Vergütung "eingefroren"...

Kleine Geschichte am Rande: vor ein paar Jahren war schon einmal "Urlaubszeit", da haben alle unsere Versicherten Briefe an den Sachbearbeiter ihrer Krankenkasse geschickt, was den los sei, weil der Pflegedienst seine Vergütung nicht mehr erhalten würde. Sie würden sich Sorgen machen, dass ihre Versorgung nicht mehr gewährleistet sei. Und siehe da - der damalige Abteilungsleiter hat daraufhin höchstpersönlich alle Versicherten angerufen und sich bei ihnen entschuldigt - das Geld war umgehend auf meinem Konto.
Grüße Valentina
Hi Valentina,

zwar sind die Abrechnungsstellen auch nicht gerade billig, aber die Zeit spare ich mir und brauche nicht bei den Kassen anzurufen, sondern versorge viel viel lieber die Patienten, das macht mehr Spaß und ist sinnvoller
:laughing:

Gruß Tessa
 
Qualifikation
Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
ambulante Pflege
Valentina

Valentina

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
Hallo Tessa,
zwar sind die Abrechnungsstellen auch nicht gerade billig, aber die Zeit spare ich mir und brauche nicht bei den Kassen anzurufen, sondern versorge viel viel lieber die Patienten, das macht mehr Spaß und ist sinnvoller
Auch eine Abrechnungsstelle habe ich ausprobiert. Das Geld kam zwar schneller, aber dummerweise wurden auch Rechnungen zurückgesandt, obwohl sie nachweislich genehmigt waren. Der ganze Ärger war die teuren Gebühren nicht wert.
Die Hauptarbeit an der Abrechnung ist und bleibt die Erfassung der Leistungen auf den Leistungsnachweisen. Der Zeitaufwand für das Erstellen der jeweiligen Rechnungen ist - dank des Computers - dann nur noch ein Klacks.
Gibt es Schwierigkeiten (siehe mein Beitrag) schalte ich den Anwalt des Berufsverbandes ein. Der nette Mann verhilft mir dann zu meinem Recht. Und die gesparten Gebühren für eine Abrechnungsstelle kann ich in wichtigere Dinge (PKW's, Fortbildungen, Zulagen usw.) investieren - oder mein Gewinnanteil ist dadurch höher.
Abrechnungsstelle ja oder nein muß aber jeder Unternehmer selbst für sich entscheiden.
Gruß Valentina

P.S. Die letzten 35% der Rechnungen wurden nun auch bezahlt, was die Verzugszinsen betrifft, bin ich optimistisch, dass ich sie erhalten werde. Und mit Spannung warte ich darauf, ob denn die nächste Abrechnung trotz "Urlaubszeit" fristgerecht gezahlt wird....
 
Qualifikation
Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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