Arbeitsrecht Urlaubsjahresplanung

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S

Suseline

Mir wurde gerade eine Frage gestellt und ich kenne die Antwort nicht:

Wann muss ein Jahresurlaubsplan aushängen?

Was passiert, wenn Leute buchen möchten und es wird ihnen untersagt - weil
noch kein Plan existiert? (Fernreise ins Ausland, erfordert frühe Buchung wegen Preisen).

Danke
A.S.
 
J

JoAn 98

Mitglied
Basis-Konto
15.10.2007
Braunschweig
Guten Morgen,
normalerweise steht im Tarifvertrag, wann die Urlaubsplanung fertig sein soll. Wir müssen alles Ende Oktober für das kommende Jahr in die Verwaltung runtergeben. Nachbesserungen werden dann im November gemacht.
Gruß, JoAn
 
Qualifikation
ex. Altenpflegerin, WBL
Fachgebiet
Alten- u. Pflegeheim
S

Suseline

Themenstarter/in
Hallo JoAn,
in unserem Tarifvertrag steht nur die Urlaubsdauer, Regelungen für SU und sowas. Nichts über die Jahresplanung.
Im Bundesurlaubsgesetz konnte ich auf die Schnelle auch nichts finden. Es scheint aber schon so zu sein, dass die MA in die Röhre gucken, wenn die Urlaubsplaung von oben vertrödelt wird.
Ich such einfach weiter.
Danke.
A.S.
 
F

ferdi

Aktives Mitglied
Basis-Konto
20.03.2007
44379
Wann muss ein Jahresurlaubsplan aushängen?
spätestens im Dezember.

Es scheint aber schon so zu sein, dass die MA in die Röhre gucken, wenn die Urlaubsplaung von oben vertrödelt wird.
sicher und einklagbar ist der Urlaub nur so:

"Musterbrief und Urteile"
Betrifft: Urlaubsantrag
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit beantrage ich Urlaub vom Samstag, dem 30. Juni 2005, bis einschließlich Sonntag, dem 28. August 2005. Ich möchte Reise und Hotel günstig buchen. Teilen Sie mir darum bitte in der üblichen Frist von vier Wochen mit, falls sie wegen dringender betrieblicher Belange im Sinne von § 7 Abs. 1 BUrlG dem Antrag nicht entsprechen wollen.
Mit freundlichem Gruß


Urteile: Schriftliche Genehmigung abwarten!
"Für die wirksame Urlaubsgewährung bedarf es des Zugangs der Freistellungserklärung, die als einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung erst mit dem Zugang wirksam wird." BAG - 23.Januar 1996 - AZ: 9 AZR 554/93

Nicht willkürlich widerrufen
Der Arbeitgeber darf einen bereits genehmigten Urlaub nicht ohne wichtigen Grund kurzfristig widerrufen. Es muss sich dabei um einen Notfall (zwingende Notwendigkeit) handeln, der einen anderen Ausweg nicht zulässt.
Einem Arbeitnehmer war gekündigt worden, weil er einen genehmigten und dann kurzfristig widerrufenen Urlaub trotzdem angetreten hat. die Kündigungsschutzklage der Arbeitnehmers hatte Erfolg; die Kündigung wurde für unwirksam erklärt. Das Gericht folgte hierbei dem Argument des Arbeitgebers nicht, der urlaub sei unter Vorbehalt genehmigt worden. eine Urlaubseinschränkung unter Vorbehalt, so das Gericht, kenne das deutsche Arbeitsrecht nicht.
(Arbeitsgericht Frankfurt/M. - 9. Mai 2000 - AZ: 4 Ca 6588/99; ähnlich BAG - 19. Dezember 1991 - AZ: 2 AZR 367/91)
Der Arbeitgeber ist nicht berechtigt, einen Arbeitnehmer einseitig aus einem vorbehaltlos erteilten Urlaub zurückzurufen. Der festgelegte Urlaubstermin kann jedoch einvernehmlich abgeändert werden. (LAG Hamm - 11. Dezember 2002 - AZ; 18 Sa 1475/02

ferdi
 
Qualifikation
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Fachgebiet
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05.07.2001
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