Arbeitsrecht Urlaubsanspruch und Verplanung

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Peterpan-2

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12.03.2005
59846
Habe eine halbe Stelle (19,5 h/5 Tage-Woche) mit zur Zeit 26 Tagen Urlaubsanspruch + 1 Ausgleichstag + Nachtwachenausgleichstage. Jetzt hat uns der Pflegedienstleiter letzte Woche mitgeteilt, dass die Nachtwachenausgleichstage immer falsch berechnet worden sind. Das Halbe-Stellen mit den doppelten Ausgleichstagen berechnet werden, da wir Nachtwachen wie eine komplette Stelle abdecken. So komm ich auf 6 zusätzliche Tage, wovon allerdings drei Tage Resturlaub sind, der offiziell bis Ende März genommen werden müßte. Hat jemand Ahnung, ob man in diesem Fall , darauf bestehen kann, dass der Resturlaub auch später genommen werden darf?
Bei uns ist es auch vorgeschrieben( Stationsleitung), daß wir unseren kompletten Urlaub auf das ganze Jahr verplanen müssen. Darf der Arbeitgeber oder erst recht eine Stationsleitung das verlangen? So sollen wir z.B. den jetzt bekannt gewordenen zusätzlichen Urlaub an bestimmten Tagen nehmen. Urlaub sozusagen fremdverplant.
 
Qualifikation
Fachkrankenpflege Intensiv
Fachgebiet
Intensivpflege
Bethke Axel

Bethke Axel

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27.02.2002
24118
Hallo Andrea02,
leider verstehe ich die Aussage deiner Leitung nicht. Der Ausgleich für Nachtwachen, jedenfalls im BAT, ist im § 48a geregelt.
Um jetzt zu wissen wie viel Nachtwachenzusatzurlaub du bekommst muß man wissen wieviele Tage du im Durchschnitt in der Woche arbeitest.
Grüsse
Axel
 
Qualifikation
Ltd. Krankenpfleger
Fachgebiet
Chirurgische Ambulanz/ Internistische Aufnahmestation
M

Markus Schmidt

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31.01.2001
50679
Hallo!

Also die Geschichte mit den Ausgleichstagen verstehe ich nicht.

1. Du hast Anspruch auf 26 Tage Urlaub (wenn Du unter 30 bist)

2. Dieser Urlaub ist "nach Absprache mit dem Mitarbeiter" zu gewähren, d.h. Deine Stationsleitung kann Dir nicht vorschreiben wann Du ihn zu nehmen hast, nur wenn schwerwiegende innerbetriebliche Gründe vorliegen. Ist im KH i.d.R. nicht der Fall. Aber ... auch Du kannst Deiner Leitung nicht vorschreiben wann sie ihn gewähren muss. Wie gesagt ... nach Absprache. Der Urlaubsplan soll gemeinsam erarbeitet werden.

3. Ich vermute mal das Du unter Ausgleichstage den Nachtwachenzusatzurlaub verstehst. Pro 100 bzw. 110 Stunden geleisteten Nachtdienst gibt es im folgenden Jahr einen zusätzlichen Urlaubstag, max. aber 5 Tage. Unabhängig von Deiner Wochenarbeitszeit.

Grüße aus Köln

Markus
 
Qualifikation
Case-Management
Fachgebiet
operative Intensivpflege
P

Peterpan-2

Neues Mitglied
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Themenstarter/in
12.03.2005
59846
Das ist richtig, was Markus gesagt hat bezüglich Urlaubsberechnung. So wurde mir das auch vorgerchnet. Aber jetzt heisst es neuerdings, das man mit einer halben Stellen mehr Anspruch auf NAchtwachenurlaubstage hat, nämlich das doppelte, da wir ja Nachtwachen wie eine ganze Stelle abdecken. In meinem Fall wären das von 2004 3 Urlaubstage mehr, da ich geade knapp über 225 h Nachtwache gemacht habe (habe erst Mitte letzten Jahres wieder angefangen zu arbeiten). das heißt dann das ich Ansprch auf 6 Tage Urlaub habe. Für mich natürlich gut, jedoch ist jetzt meine Frage, ob der Urlaub verfallen kann, da die übliche Regelung auch bei uns gilt, Resturlaub bis zum Ende März genommen zu haben. Kann der Urlaub verfallen? Oder kann ich auf Verlängerung der Frist drängen, da ich erst Anfang März über den Urlaub aufgeklärt wurde?

Andere Frage wegen der Urlaubsplanung: Wieviel muß ich im voraus verplanen? Mir und meinen Kollegen ist es klar, das auf einer Station Urlaubsplanung eine Absprache ist,und man auch mal den unbeliebteren Zeitraum nehmen muß, oder zu Gunsten der Kolegen Urlaub verschiebt, stückelt etc. Wir stören uns lediglich daran, das unsere Leitung verlangt, alle Tage zu verplanen-ohne Ausnahme, sonst würde sie die Tage verplanen. Und das im Herbst des Vorjahres-also eine Vorplanung von ca. 15 Monaten. Ist das so o.k.?

Zu der Frage bezüglich meiner Wochenarbeitszeit. Ich arbeite relativ flexibel. Je nach Bedarf. Festgelegt sind nur die Wochenenden, ansonsten haben wir eine MOnatsplanung, in der ich auf meine Stunden von ca. 80 komme (19,5 h/ Woche). Aber wie so häufig in der Krankenpflege nur Theorie.
 
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Fachkrankenpflege Intensiv
Fachgebiet
Intensivpflege
Bethke Axel

Bethke Axel

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27.02.2002
24118
Hallo!

Also die Geschichte mit den Ausgleichstagen verstehe ich nicht.

1. Du hast Anspruch auf 26 Tage Urlaub (wenn Du unter 30 bist)


2. Dieser Urlaub ist "nach Absprache mit dem Mitarbeiter" zu gewähren, d.h. Deine Stationsleitung kann Dir nicht vorschreiben wann Du ihn zu nehmen hast, nur wenn schwerwiegende innerbetriebliche Gründe vorliegen. Ist im KH i.d.R. nicht der Fall. Aber ... auch Du kannst Deiner Leitung nicht vorschreiben wann sie ihn gewähren muss. Wie gesagt ... nach Absprache. Der Urlaubsplan soll gemeinsam erarbeitet werden.

3. Ich vermute mal das Du unter Ausgleichstage den Nachtwachenzusatzurlaub verstehst. Pro 100 bzw. 110 Stunden geleisteten Nachtdienst gibt es im folgenden Jahr einen zusätzlichen Urlaubstag, max. aber 5 Tage. Unabhängig von Deiner Wochenarbeitszeit.


Grüße aus Köln

Markus
Zu Punkt 1.: Nach dem BAT hast du recht, nach dem Bundesurlaubsgesetz stehen dir nur 24 Tage zu.

Zu Punkt 2: richtig!

Zu Punkt 3: Das ist nicht ganz richtig. Nach dem § 48a BAT stehen einem höchstens 4 Tage Nachtwachenzusatzurlaub ( NZU ) zu. Erst wenn man innerhalb des Jahres in dem der Anspruch entsteht das 50. Lebensjahr vollendet hat, hat man Anspruch auf 5 Tage NZU.

Grüsse aus Kiel
Axel
 
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Ltd. Krankenpfleger
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Chirurgische Ambulanz/ Internistische Aufnahmestation
Bethke Axel

Bethke Axel

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27.02.2002
24118
Das ist richtig, was Markus gesagt hat bezüglich Urlaubsberechnung. So wurde mir das auch vorgerchnet. Aber jetzt heisst es neuerdings, das man mit einer halben Stellen mehr Anspruch auf NAchtwachenurlaubstage hat, nämlich das doppelte, da wir ja Nachtwachen wie eine ganze Stelle abdecken.
----das ist nicht richtig. Im BAT § 48a Punkt 7 steht: Zusatzurlaub nach den Absätzen 1 bis 4 ( in diesen ist erläutert für wieviele geleisteten Nächte man wieviele freie Tage bekommt) darf insgesamt vier - in den Fällen des Absatzes 5 ( hier wird auf das Lebensalter 50 Jahre eingegangen ) fünf - Arbeitstage nicht überschreiten.
Eine Ausnahme für Teilzeitkräfte wird nicht gemacht. Also ganz klar, niemals mehr als vier bzw. fünf Arbeitstage frei!!!
Auch wenn es weh tut.

In meinem Fall wären das von 2004 3 Urlaubstage mehr, da ich geade knapp über 225 h Nachtwache gemacht habe (habe erst Mitte letzten Jahres wieder angefangen zu arbeiten). das heißt dann das ich Ansprch auf 6 Tage Urlaub habe.
-----siehe oben. Leider ist das verkehrt.

Für mich natürlich gut, jedoch ist jetzt meine Frage, ob der Urlaub verfallen kann, da die übliche Regelung auch bei uns gilt, Resturlaub bis zum Ende März genommen zu haben. Kann der Urlaub verfallen?
----Nachtwachenzusatzurlaub kann nicht mit ins nächste Jahr genommen werden. Sollte der Anspruch, den man 2003 erworben hat, nicht im Jahr 2004 genommen werden, verfällt er.
Dies gilt nicht für normalen Jahresurlaub.
Auch normaler Jahresurlaub muß bis zum 31.12. des Anspruchsjahres genommen werden, sollte dies aber aus besonderen Gründen nicht möglich sein ( Erkrankung, betriebliche Gründe) muß er bis zum 31.03 des Folgejahres angetreten sein ( Bundesurlaubsgesetz ). Nach dem BAT verlängert sich die Frist bis zum 30.04.

Oder kann ich auf Verlängerung der Frist drängen, da ich erst Anfang März über den Urlaub aufgeklärt wurde?
---Leider verfallen. Nicht nur der Arbeitgeber hat Pflichten, auch der Arbeitnehmer. Er muß wissen zu welchen Bedingungen er arbeitet. Bist du dir über die Bedingungen nicht sicher geh zu deiner Mitarbeitervertretung oder zu deiner Gewerkschaft. Diese klären dich über weitere Vorschriften auf.


Andere Frage wegen der Urlaubsplanung: Wieviel muß ich im voraus verplanen?
----Eigentlich den gesamten Jahresurlaub. Natürlich gibt es manchmal Hausinterne Sonderregelungen.

Mir und meinen Kollegen ist es klar, das auf einer Station Urlaubsplanung eine Absprache ist,und man auch mal den unbeliebteren Zeitraum nehmen muß, oder zu Gunsten der Kolegen Urlaub verschiebt, stückelt etc. Wir stören uns lediglich daran, das unsere Leitung verlangt, alle Tage zu verplanen-ohne Ausnahme,
----Das ist ihr gutes recht. Sie muß für den reibungslosen Ablauf sorgen, dazu gehört die Vorplanung, wann welche Mitarbeiter nicht da sind. Dies auch langfristig.

sonst würde sie die Tage verplanen.
---- Das ist so einfach nicht. Sie soll den Urlaub nur nach Absprache mit den Kollegen planen. Hier gibt es schon Urteile, dass sie nicht nach gutdünken Urlaub verteilen und anordnen darf. Einigen sich die Mitarbeiter aber nicht, oder verweigern sie eine Planung, so hat der Arbeitgeber das recht, den Urlaub nach den gültigen Rahmenbedingungen festzulegen und zu planen.

Und das im Herbst des Vorjahres-also eine Vorplanung von ca. 15 Monaten. Ist das so o.k.?
---- Damit der Arbeitgeber planen kann, muß in der Planung das gesamte Jahr vorkommen. Somit muß eigentlich die Planung am 31.12. des Vorjahres abgeschlossen sein.
Wir fangen bei uns mit der Urlaubsplanung im Oktober des Vorjahres an, sin Ende November Anfang Dezember damit durch und dann muß dies die Pflegedirektion genehmigen. Am 15.01. des Urlaubsjahres muß sie nach un seren Richtlinien damit fertig sein.
Das ist manchen Kollegen zu spät. Diese wollen buchen und manche Angebote sind im Januar schon weg. Also auch hier gibt es zwei Seiten.


Zu der Frage bezüglich meiner Wochenarbeitszeit. Ich arbeite relativ flexibel. Je nach Bedarf. Festgelegt sind nur die Wochenenden, ansonsten haben wir eine MOnatsplanung, in der ich auf meine Stunden von ca. 80 komme (19,5 h/ Woche).
----Wie lang sind deine Schichten. Artbeitest du 5 Tage in der Woche?

Aber wie so häufig in der Krankenpflege nur Theorie.
Grüsse aus Kiel
Axel
 
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Ltd. Krankenpfleger
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Chirurgische Ambulanz/ Internistische Aufnahmestation
A

annascott

Mitglied
Basis-Konto
26.09.2007
66540
AW: Re: Urlaubsanspruch und Verplanung

2. Dieser Urlaub ist "nach Absprache mit dem Mitarbeiter" zu gewähren, d.h. Deine Stationsleitung kann Dir nicht vorschreiben wann Du ihn zu nehmen hast, nur wenn schwerwiegende innerbetriebliche Gründe vorliegen. Ist im KH i.d.R. nicht der Fall. Aber ... auch Du kannst Deiner Leitung nicht vorschreiben wann sie ihn gewähren muss. Wie gesagt ... nach Absprache. Der Urlaubsplan soll gemeinsam erarbeitet werden.

Sorry...wollt Markus zitieren, habs aber irgendwie versemmelt :-(
 
Qualifikation
Gesundheits und Krankenpflegerin, WBL, Hygienebeauftragte
Fachgebiet
Seniorenzentrum
A

annascott

Mitglied
Basis-Konto
26.09.2007
66540
AW: Re: Urlaubsanspruch und Verplanung

Hallo....bin seit April examiniert und arbeite zur zeit in einem KH auf ner Inneren....soweit ganz ok.....aber auch ich bekomme meinen Urlaub vorgeschrieben...ich hatte eine Woche ( 6Tage) im Juli, 5 Tage im August und im September sollen es auch nochmal 6 Tage sein!!! Jede Beschwerde von mir das ich im September keinen Urlaub machen will und auch nicht brauche wurden überhört....man meinte nur ich muss bis ende der Probezeit meinen Urlaub genommen haben...
Sachen gibts..tztzt ich seh mich mal in Ruhe nach nem neuen AG um denn hier stimmt vieles nicht...
lg Anna
 
Qualifikation
Gesundheits und Krankenpflegerin, WBL, Hygienebeauftragte
Fachgebiet
Seniorenzentrum
Joan Doe

Joan Doe

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23.06.2009
Wolfsburg
AW: Re: Urlaubsanspruch und Verplanung

Hallo Annascott

Sorry...wollt Markus zitieren, habs aber irgendwie versemmelt :-(
... und hättest auf einen Beitrag aus dem Jahr 2005 geantwortet :bg:


LG Joan
 
Qualifikation
Altenpflegerin/Sozial- und Pflegeberater in der Altenhilfe
Fachgebiet
Arbeitsuchend
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

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Teammitglied
05.07.2001
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