Arbeitsrecht Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

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Hundler

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Hallo zusammen !
Ich arbeite in einem kleinen privaten Altenheim. Habe dort einen Arbeitsvertrag über 35 Std
wöchentlich im Nachtdienst und muss im 5 Wochenrhythmus also 175 Std erbringen ( 17,5 Nächte a 10 Std. Pro Woche Urlaub werden 5,5 Tage berechnet. Ich arbeite in einer Woche 2 Nächte und in der nächsten Woche 5 Nächte und dieser Rhythmus geht immer so weiter.
Nun zu meiner Frage. Nehme ich 1 Woche Urlaub ( in der Woche wo ich normaler Weise meine 5 Nächte hätte ) berechnet mir mein Arbeitgeber aber nur 35 Arbeitsstunden an und ich rutsche mit 15 Stunden ins Minus. Ich muss demzufolge 1,5 Nächte zusätzlich arbeiten um aus dem Minus raus zu kommen. Ich habe im Jahr 32 Tage Urlaub. Bei einer Vollzeitstelle mit jeweils gleicher wöchentlichen Arbeitszeit kommt diese Rechnung ja hin doch nicht bei meinem Arbeitsrhythmus. Meine Kollegin rutscht auch immer weiter ins Minus. Wir können doch nicht unseren Urlaub raus arbeiten ! Das wir immer mal mit 15 Stunden ins Minus rutschen ist normal haben dann im nächsten 5 Wochen Rhythmus ein Plus von 15 Stunden und alles ist wieder ausgeglichen.
Ist dieses rechtens, gibt es dafür Berechnungen ? AVR oder ähnliches greift nicht, Arbeitgeber macht seine eigenen Gesetze.
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

Irgendetwas stimmt bei dieser Rechnung nicht.
Du hast also einen Arbeitsvertrag über 35 Wochenstunden und erhälst soviel Urlaub wie eine Vollzeitkraft. Das ist erstmal durchaus möglich und egal wie viele Tage Du in welcher Woche arbeitest kommst Du bei richtiger Rechnung nicht ins Minus. Erforderlich ist dafür, dass Du während des Urlaubs auch an normalerweise freien Tagen Urlaub einträgst, ansonsten hättest Du eh zu viele Urlaubstage.
Jetzt ist die Frage welche Tagewoche ihr habt, dementsprechend ergibt sich die Stundenzahl mit dem ein Urlaubstag berechnet wird.
Beispiel: Bei einer 5 Tagewoche rechnest Du 35Std/Woche dividiert durch 5 Arbeitstage, ergeben 7 Stunden, mit denen Dein Urlaubstag berechnet werden muss.
Bei einer 5,5 Tagewoche rechnest Du 35 Std/Woche dividiert durch 5,5, ergeben 6,4 Stunden, mit denen Dein Urlaubstag berechnet werden muss.
Die gleiche Rechnung für die 6 Tagewoche ergeben 5,5 Std für einen Urlaubstag.
Wieviel Stunden zählt nun Dein Urlaubstag?
Wenn Du also also eine Woche Urlaub hast in diesem 5 Tage Arbeitsrhythmus musst Du einfach nur in der darauffolgenden Woche noch 2-3 Urlaubstage eintragen, die dann mit den entsprechenden Stunden gerechnet werden und es dürfte keinerlei Minus entstehen.
Prinzipiell hat Dein AG Recht, dass er für eine Woche nur 35 Stunden berechnet, da er Dir ja kaum mehr Urlaub geben kann, als die vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit. Aber ebenso müsstest Du in der 2 Tage Arbeitsrhythmus Woche 35 Stunden berechnet bekommen, wenn Du die ganze Woche Urlaub einträgst.

Ich hoffe ich konnte mich verständlich machen, ansonsten frag nach, oder versuche es einfach mal durchzurechnen, indem Du es aufschreibst.
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

hartes Los, aber is wohl so.
Ich habe ein Soll von 6.72 Stunden am Tag. Wenn ich nun einen Urlaubstag habe, werden diese Stunden effektiv berechnete. An normalem Arbeitstag geht mein Dienst aber in der Regel 8.5 Stunden.
Dann fehlen noch die Wochenenden (2 Wochen Urlaub bedeutet bei uns, vorausgehendes Wochenende und anschliessendes ist frei. damit haben wir mit 10 Urlaubstagen tatsächlich 16 Tage frei).
Aber die Stunden fehlen halt. Für den Nachtdienst ist diese Rechung allerdings schon recht radikal, so wie du beschreibst.
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

Ich habe ein Soll von 6.72 Stunden am Tag. Wenn ich nun einen Urlaubstag habe, werden diese Stunden effektiv berechnete. An normalem Arbeitstag geht mein Dienst aber in der Regel 8.5 Stunden.
Das bedeutet also, dass Du jeden Tag Überstunden machst und eine 33,6 Stundenwoche hast?
Bei richtiger Rechnung kann es doch gar nicht passieren, dass man im Urlaub ins Minus kommt, ebenso nicht wenn man vor und nach dem Urlaub das WE frei hat.
Irgendwie steige ich nicht durch, es sei denn, dass generell eine andere Tagewoche besteht, der Urlaub aber generell in der 5-Tagewoche gewährt wird. Dann allerdings wird nicht richtig umgerechnet.
 
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pegean

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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

Wenn ich den DP schreibe werden alle MA normal mit ihren Diensten eingetragen.
Es steht also N für Nachtdienst da ,unterhalb des N steht die die Arbeitszeit also 9,25 h .
Nun mach ich den Soll-Ist-Abgleich .Stimmt der dann überschreibe ich die geplanten Urlaubsnächte mit U . Aber die 9,25 h ändern sich nicht .

LG
 
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Heiri78

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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

ok, bin nicht der Held von kurz und treffend

ich habe 42 Stunden (Schweiz), bei 5 Tage Woche. 80% Anstellung ergiebt 33.6 Stunden Soll in der Woche. Wie ich diese erreiche ist ja letzlich Wurscht, nur bei Urlaub werden genau die 6.72 Stunden, die ich theoretisch am Tagerbringen erbringen müsste, berechnet.
Das System von pegean scheint mir nun irgendwie suspekt. Schreibst du nun für z.B. 14 Tage Urlaub dann wirklich 14 x 9,25 Stunden auf? Oder stückelst du die Urlaubstage nur ein, wenn ein Dienst geplant war und ein "sowieso frei Tag" dann einfach frei (keine Kritik, nur Interesse).

Ich denke das Hauptproblem ist der Arbeitsrhythmus von Hundler.
An einen Beispiel:
Er arbeitet 2 Tage in der einen Woche, hat die nächste Urlaub (in der er 5 Tage arbeiten würde) und macht dann wieder 2 Tage. Effektiv hat er dann in 3 Wochen nur 75 Stunden zusammen. Währe der Rhythmus gerade andersherum, hätte er 135!
Wobei ihm in beiden Fällen kein monetärer Nachteil (oder Vorteil) entsteht, da er ja diese Mehr- oder Wenigerstunden ja auch erarbeitet, bzw. frei hat.
Daher verstehe ich nun letztenendes nicht weshalb es überhaupt ein Problem bezüglich nacharbeiten von Minusstunden gibt, da es dafür im Voraus schon Frei gab (siehe erstes Beispiel, Woche vor und nach dem Urlaub mit jeweils nur 2 Arbeitstagen).
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

. . . § 11 Bundesurlaubsgesetz: "Das Urlaubsentgelt bemißt sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, das der Arbeitnehmer in den letzten dreizehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat, mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes." . . .
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

Das System von pegean scheint mir nun irgendwie suspekt. Schreibst du nun für z.B. 14 Tage Urlaub dann wirklich 14 x 9,25 Stunden auf? Oder stückelst du die Urlaubstage nur ein, wenn ein Dienst geplant war und ein "sowieso frei Tag" dann einfach frei (keine Kritik, nur Interesse).

Ich denke das Hauptproblem ist der Arbeitsrhythmus von Hundler.
Hundlers Problem liegt m.E. darin, dass bei Urlaub nicht richtig umgerechnet wird.
Wenn sie arbeitet, dann hat sie jeweils eine 5, bzw. 2 Tagewoche. Der Urlaub wird aber generell in der 5,5 Tagewoche berechnet. Erkennt man daran, dass sie insgesamt 32 Tage Urlaubsanspruch hat.
Wenn sie also 32 Tage Urlaubsanspruch hat, dann ergibt ein Urlaubstag weniger Stunden...ABER...dafür muss sie auch an sonst freien Tagen Urlaub eintragen. Wenn das geschieht, kommt sie weder ins Minus, noch ins Plus.
Würde sie nur an den Tagen Urlaub nehmen, die sie sonst auch gearbeitet hätte, dann würde der Urlaubstag mit den Stunden gezählt werden, die sie auch erbringt, wenn sie arbeitet, allerdings hätte sie dann weniger Tage Urlaubsanspruch.
Das mag verwirrend klingen, ist aber nicht so schwer zu verstehen.

Allerdings muss der AG für jeden U-Tag die gleiche Stundenanzahl rechnen, die sich aus folgender Rechnung ergibt:
35 Wochenstunden dividiert durch 5,5 Tage/Woche, was 6,4 Stunden ergibt. Wieso der AG 7 Stunden rechnet ist mir unklar, würde nur stimmen, wenn er bei der U-Berechnung die 5 Tagewoche zu Grunde legt.
Entscheidend ist, dass sie, sofern sie in dem 5 Tage Arbeitsrhythmus Urlaub nimmt, auch noch die darauffolgende Woche an den freien Tagen Urlaub einträgt, damit kein Minus entsteht.
Die freien Tage, die sie sonst bei den 2 Abbeisttagen hat entstehen ja auch nur, weil sie die Woche davor mehr gearbeitet hat. Da der Urlaub aber weniger Stunden zählt muss sie logischerweise die darauffolgende Woche noch Urlaub nehmen, um frei zu haben. Wären bei ihr ca. 2 Urlaubstage und die Rechnung stimmt, bis auf eine Stunde, die ihr fehlt, was sich aber im Laufe des Jahres relativiert.
Ich hoffe ich konnte mich verständlich ausdrücken und zeigen wo das Problem liegt.
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

Wenn ich den DP schreibe werden alle MA normal mit ihren Diensten eingetragen.
Es steht also N für Nachtdienst da ,unterhalb des N steht die die Arbeitszeit also 9,25 h .
Nun mach ich den Soll-Ist-Abgleich .Stimmt der dann überschreibe ich die geplanten Urlaubsnächte mit U . Aber die 9,25 h ändern sich nicht .
Dafür haben Deine NW mit Sicherheit auch nicht den gleichen U-Anspruch wie ein Vollzeitler. Da liegt nämlich die Crux begraben.
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

. . . nochmal: § 11 Bundesurlaubsgesetz (siehe oben)! Aus dem Text folgt dass, wenn man für eine Urlaubstag eine Bezahlung im Durchschnitt der letzten 13 Wochen erhält, logischer Weise auch zur Stundenberechnung eines Urlaubstages die durchschnittlichen Arbeitsstunden der letzen 13 Wochen angesetzt werden müssen (abzüglich von Überstunden).
Weiter vorausgeschickt: Urlaub muss nur an solchen Tagen genommen werden, an denen ich zur Arbeitsleistung verpflichtet bin.
Wenn ich also üblicher Weise an 3 Tagen pro Woche jeweils 10 Stunden Nachtarbeit leiste, brauch ich auch nur 3 Urlaubstage, um zu einer ganzen Woche Urlaub zu gelangen. Und diese 3 Tage müssen dann mit oben genannten Durchschnitt bezahlt werden, also mit 30 Stunden und auch so berechnet werden . . .
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

Weiter vorausgeschickt: Urlaub muss nur an solchen Tagen genommen werden, an denen ich zur Arbeitsleistung verpflichtet bin.
Wenn ich also üblicher Weise an 3 Tagen pro Woche jeweils 10 Stunden Nachtarbeit leiste, brauch ich auch nur 3 Urlaubstage, um zu einer ganzen Woche Urlaub zu gelangen. Und diese 3 Tage müssen dann mit oben genannten Durchschnitt bezahlt werden, also mit 30 Stunden und auch so berechnet werden . . .
Hmmm, dann sagt dieses Gesetz also, dass es falsch ist, wenn die Urlaubstageberechnung generell auf der 5 Tagewoche beruht?
Die NW und TZ sind ja oft diejenigen, die ihr Stundensoll anders erbringen, sprich sie arbeiten mehr Stunden am Tag als ausgerechnet wäre, würden sie tgl. zur Arbeit kommen. Daraus resultiert, dass sie mehr zusammenhängende Tage frei haben.
fiktives Beispiel:
vertraglich vereinbarte 30 Wochenstunden.
Erbracht werden diese immer Mo/Di/MI, also an 3 Tagen/Woche. Bedeutet, dass sie den Rest der Woche frei haben, da das Soll erfüllt ist.
Wenn nun die Urlaubstage dahingehend berechnet werden, dass der AN nur an den Tagen Urlaub nehmen muss, die er sonst immer arbeitet erhält er logischerweise weniger Urlaubstage als die VZ. Dafür zählt sein Urlaubstag auch mit 10 Stunden.

Nun wird der Urlaub des AN aber in der 5-Tagewoche berechnet. Bedeutet, dass er, sofern er eine Woche frei haben möchte, auch 5 Tage Urlaub nehmen muss.
Diese 5 Urlaubstage zählen dabei aber nur 6 STunden. Dafür hat der AN auch den gleichen Urlaubsanspruch wie der VZ. Letzten Endes kommt es rechnerisch auf das gleiche raus.
Ich habe diesbzgl. jetzt auch nichts im Gesetz gefunden, was dem widerspricht.
ich denke aber, dass genau dies das Problem des Threadstellers ist.
Wäre schön, wenn dieser sich auch mal wieder zu Wort melden könnte, wie es nun aussieht.
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

. . . bleibt sich doch letzten Endes gleich - ob man nun 3 Tage a 10 Stunden Urlaub nimmt und den Rest frei, oder 5 Tage a 6 Stunden. Man geht ja auch nicht einher und verteilt die Wochenarbeitszeit eines Verwaltungsangestellten auf 6 oder 7 Tage, sondern genau auf die Tage, die üblicherweise gearbeitet werden ;-)

P.S.: Hallo Sijun, nun hatte ich doch den ersten Teil übersehen:
im Bundesarbeitsgesetz sind 24 Werktage als Mindesturlaub festgelegt. Und das sind die Tage von Montag bis Sonnabend. Woher leitest Du die 5-Tage-Woche ab?
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

. . . bleibt sich doch letzten Endes gleich - ob man nun 3 Tage a 10 Stunden Urlaub nimmt und den Rest frei, oder 5 Tage a 6 Stunden. Man geht ja auch nicht einher und verteilt die Wochenarbeitszeit eines Verwaltungsangestellten auf 6 oder 7 Tage, sondern genau auf die Tage, die üblicherweise gearbeitet werden ;-)
Sag ich doch, rechnerisch macht es keinen Unterschied, aber es gibt durchaus Situationen, wo es schlechter ist. z.B. wenn man einen Nebenjob hat.

P.S.: Hallo Sijun, nun hatte ich doch den ersten Teil übersehen:
im Bundesarbeitsgesetz sind 24 Werktage als Mindesturlaub festgelegt. Und das sind die Tage von Montag bis Sonnabend. Woher leitest Du die 5-Tage-Woche ab?
Nun ja, war ja nur als Beispiel gedacht und ist ebenso in die 6-Tagewoche umzurechnen. Und das scheint, auch per Gesetz, nicht verboten zu sein.
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

. . . den Mindesturlaub in die entsprechende Form umzurechnen ist nicht nur nicht verboten, sondern sogar ausdrücklich vorgeschrieben ;-). Da gibt es in den Anleitungsbüchern und Kommentaren entsprechende Formeln für die 5,- 4,- 3,- 2,- 1,- Tage-Woche, weil wie oben angeführt das BUrlG von der 6-Tage-Woche ausgeht . . .
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

Ich arbeite eine 4,5-Tage-Woche in Teilzeit, wobei festgelegt ist, dass ich in der geraden Woche 4 und in der ungeraden Woche 5 Tage arbeite.
Also muss ich auch in den geraden Wochen 4 und in den ungeraden Wochen 5 Tage Urlaub eintragen.
Genauso trage ich mein "Stunden-Soll" im Krankheitsfalle nur an den Tagen ein, an denen ich auch wirklich "zum Dienst erschienen" wäre.
Die Sollstunden sind an jedem Tag gleich, egal obs die 4- oder die 5-Tage-Woche ist... (also Wochenstunden / 4,5).
Passt bisher eigentlich alles wunderbar und ist doch auf jedes Modell übertragbar, oder?
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

. . . den Mindesturlaub in die entsprechende Form umzurechnen ist nicht nur nicht verboten, sondern sogar ausdrücklich vorgeschrieben ;-). Da gibt es in den Anleitungsbüchern und Kommentaren entsprechende Formeln für die 5,- 4,- 3,- 2,- 1,- Tage-Woche, weil wie oben angeführt das BUrlG von der 6-Tage-Woche ausgeht . . .
Ich glaube wir reden aneinander vorbei.
Nochmal ein Beispiel:
TZ, arbeitet im Rhythmus 7 Tage Dienst, 7 Tage frei. Dienstrhythmus von jeweils Mi bis Di der darauffolgenden Woche, ergibt einmal eine 5 und eine 2-Tagewoche. Berechnung des Urlaubs bisher für den 7 Tage Rhythmus und auch nur an regulär sonst gearbeiteten Tagen muss Urlaub genommen werden. Urlaubstag zählt mit 10 Stunden. Die Urlaubstage sind entsprechend weniger als die eines VZ MA.
Jetzt Berechnung des Urlaubs generell als wenn in der 5 Tagewoche gearbeitet werden würde. Urlaubsanspruch wie VZ. Urlaub muss jetzt auch genommen/eingetragen werden an Tagen, die nicht gearbeitet werden. Urlaubstag zählt jetzt 7 Stunden.
Deine Meinung dazu? Wie erwähnt, rechnerisch bleibt sich alles gleich.
 
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Pflege
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SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

. . . "Der Urlaubsanspruch ist ein durch das BUrlG bedingter Freistellungsanspruch des Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber, von der vertraglichen Arbeitspflicht befreit zu werden, ohne dass die Pflicht zur Zahlung des Arbeitsentgelts berührt wird (Entgelttheorie; BAG seit 1982)."
Wenn ich laut Dienstplan frei habe, habe ich auch keine arbeitsvertragliche Arbeitspflicht - ich habe ja frei. Wieso sollte also an einem Tag, an dem ich eh nicht zur Arbeit verpflichtet bin, Urlaub stehen? Grübel, grübel . . .
 
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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

Hallo!
Also erstmal: Das zitierte "Urlaubsentgelt" bezieht sich auf § 11 des Bundesurlaubsgesetz. Das heißt zum Beispiel, wenn ich Urlaub habe, darf mein Gehalt nicht geringer ausfallen als im Durchschnitt des Jahres. Wenn ich z.B. während des Urlaubs keine Schichtarbeit leiste, bekomme ich einen Ausgleich dafür, dass mir bspw. die Wechselschichtzulage entgeht.
Im Wortlaut:
(1) Das Urlaubsentgelt bemißt sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, das der Arbeitnehmer in den letzten dreizehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat, mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes. Bei Verdiensterhöhungen nicht nur vorübergehender Natur, die während des Berechnungszeitraums oder des Urlaubs eintreten, ist von dem erhöhten Verdienst auszugehen. Verdienstkürzungen, die im Berechnungszeitraum infolge von Kurzarbeit, Arbeitsausfällen oder unverschuldeter Arbeitsversäumnis eintreten, bleiben für die Berechnung des Urlaubsentgelts außer Betracht. Zum Arbeitsentgelt gehörende Sachbezüge, die während des Urlaubs nicht weitergewährt werden, sind für die Dauer des Urlaubs angemessen in bar abzugelten.
(2) Das Urlaubsentgelt ist vor Antritt des Urlaubs auszuzahlen.

Das hat aber nichts mit der Berechnung der dem Mitarbeiter zustehenden Urlaubstage zu tun!

Für die Berechnung der Urlaubstage pro Jahr muß man stets ausrechnen, in welcher Tage-Woche man arbeitet. Wenn ich lange Schichten arbeite, dann habe ich insgesamt weniger Tage Urlaub pro Jahr. Dafür erhalte ich aber pro Urlaubstag mehr Stunden auf das Stundenkonto! Wenn beispielsweise eine Nachtschicht 10 Stunden hat, und ich an 2 Tagen, an welchen ich dienstplanmäßig Nachtdienst hätte, Urlaub nehme, dann werden mit 20 Stunden Arbeitszeit gutgeschrieben, und dafür werden 2 Urlaubstage angerechnet von der zuvor errechneten Anzahl an Jahresurlaubstagen.
Wenn Du also regelmäßig im Wechsel eine Woche 2 Nächte arbeitest, die andere Woche 5 Nächte, dann hast Du eine 3,5-Tage-Woche. Wenn Dir in einer 5,5-Tage-Woche 32 Tage Jahresurlaub zustehen, dann sind es in einer 3,5-Tage-Woche gut 20 Urlaubstage. Urlaub nimmst Du an den Tagen, an denen Du Nachtdienst hast, denn an den anderen hast Du je eh frei. So brauchst Du für die erste Woche 2 Urlaubstage und für die nächste 5. Wenn Du also 2 Wochen wegfahren willst, dann reichen Dir 7 Urlaubstage. Denn Urlaub mußt Du ja nur an Arbeitstagen nehmen. Und pro Urlaubstag bekommst Du dann 10 Stunden angerechnet, so wie Du gearbeitet hättest. Dabei kommt man nicht ins Minus! Gut erklärt ist dies auf dieser Web-Seite: http://www.jusline.de/index.php?cpid=f92f99b766343e040d46fcd6b03d3ee8&lawid=164&paid=3

Allerdings ist es möglich, dass Euer Betriebsrat, falls ihr einen habt, eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen hat, in dem die Berechnung anders gemacht wird. Entscheidend wird das, wenn man im Urlaub krank wird. Wenn der Urlaub so berechnet wird wie bei euch, dann mußt Du auch für jeden Tag, den Du im Urlaub krank wirst, die 6,4 Stunden wieder angerechnet bekommen, und der Urlaubstag bleibt erhalten, und zwar auch an den Tagen, an denen Du nach Deinem Rhythmus frei gehabt hättest. Wenn das nicht der Fall ist, dann stimmt die Berechnung nicht! Und außerdem mußt Du Deinen Urlaub gleichmäßig in der Woche mit 2 Nächten sowie auch in der Woche mit 5 Nächten nehmen dürfen. Solange unter dem Strich dasselbe rauskommt, würde ich mich nicht aufregen. Frag einfach Deinen Betriebsrat, ob es eine Betriebsvereinbarung dazu gibt und kläre auch ab, wie es gerechnet wird, wenn Du im Urlaub krank wirst.
 
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thorstein

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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

Hmmm, dann sagt dieses Gesetz also, dass es falsch ist, wenn die Urlaubstageberechnung generell auf der 5 Tagewoche beruht?
Könnte sein, dass hier das Grundproblem der Diskussion liegt. Das Bundesurlaubsgesetz beschreibt einen Mindeststandard, der tatsächlich nicht unterschritten werden darf. Regelungen, wie zum Beispiel die Berechnung nach der 5-Tagewoche sind dann völlig unproblematisch, wenn das Ergebnis, also der Urlaubsanspruch über dem Mindeststandard liegt.
Ich arbeite im Nachtdienst (60%), bekomme 35 Urlaubstage a 4,8h. Was wäre jetzt das Argument, zu verlangen, den Urlaub auf eine 2,3-Tage-Woche herunterzurechnen?
Das ist allerdings nur meine Argumentation! Ich habe leider keine Quelle dafür. Fakt ist aber, dass in sehr vielen Häusern der Urlaub entsprechend der 5-Tage-Woche berechnet wird, völlig unabhängig davon, wie die Mtarbeiter tatsächlich eingesetzt werden.

Grüsse
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Nachtdienst
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Sittichfreundin

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AW: Urlaub und dann ins Minus rutschen !?

@ thorstein: Und wenn Du sagen wir mal 2 Wochen Urlaub hast und die 2 Wochen krank bist, was kriegst Du dann gutgeschrieben?
 
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Krankenschwester
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