Urlaub ohne Verlangen?!?

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Belami2004

Hallo. Ich würde gerne wissen ob es rechtens ist, dass meine Vorgesetzte (ich bin Betreuungsassistentin in einem Seniorenheim) bei sogut wie jedem neuen Dienstplan 1 bis 2 Tage meines Jahresurlaubes ohne Absprache mit mir eintragen darf. Ich bin Mutter von zwei Töchtern (4 und 12 Jahre) und bin auf eine sehr genaue Urlaubsplanung angewiesen! Urlaub in Ferienzeiten wird mir verweigert... Ich schaffe es nicht zwei Wochen im Jahr mit meiner Familie Urlaub zu machen. Hat jemand einen Tip wie ich mich verhalten soll?!? Ich bin verzweifelt. Vielen Dank!
 
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MickeyBo

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Eigentlich ganz einfach, der Urlaub muss in jedem Falle mit dir abgesprochen werden (was nicht heisst das jeder Termin gewährt werden muss - mit 2 Kindern dürftest du aber vom sozialen Gesichtspunkt vorrangig sein)
und der Urlaub muss zusammenhängend gewährt werden:

BUrlG § 7 Absatz 1
Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.


BUrlG § 7 Absatz 2
Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, dass dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen.
Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden und hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub von mehr als 12 Werktagen, so muss einer der Urlaubsteile mindestens 12 aufeinanderfolgende Werktage umfassen.
 
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Der Eine

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Hallo Belami2004,

Traurig, dass du so einen Arbeitgeber hast. Ich kenne es eigentlich nur so, dass Kolleginnen/Kollegen mit Kindern in der Urlaubszeit bevorzugt werden. Ein zusammenhängender Urlaub von mindestens 2 Wochenin der Ferienzeit (Sommer oder Herbst) ist ein muss.
Vielleicht hilft dir diese Seite weiter: Gesetzlicher Urlaubsanspruch - Arbeitsrecht 2017
Im Besonderen der Absatz: Die zeitliche Festlegung vom Urlaub laut geltendem Recht



Viel Erfolg
Der Eine
 
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lulli00

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BUrlG - Einzelnorm

Urlaubsgesetz §7

- Der Urlaub ist nach den wünschen des AN zu geben. Nur in dringend Betrieblichen Fällen darf davon abgewichen werden.
- Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, auch hier darf der Urlaub nur in dringenden Fällen unterbrochen werden.
- Eltern ist unter den Sozialen Gesichtspunkten Vorrang zu gewähren. Bindung an die Ferien, Kinderbetreuung etc.

Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ist das was dort passiert nicht zulässig. Ich weiß nicht welche dringenden Betriebliche Gründe eine Solche Handlungen rechtfertigen.
 
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Belami2004

Danke für Eure Antworten! Es ist wirklich untragbar das mir aus welchen Gründen auch immer einfach Urlaub gegen wird. Die Tage fehlen dnn natürlich... was kann ich denn nun machen? Gibt es eine Anlaufstelle für so etwas? Kleiner Nachtrag: es handelt sich um ein privat geführtes Heim.
 
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lulli00

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Einfach zum DP Gestalter gehen und ihm sagen das er dich für die Tage in Dienst planen soll.

Und mal Fragen was der Mist soll das man dir jeden Monat 2 Tage Urlaub gibt. Was ein Schwachsinn.
Passiert das eigentlich nur bei dir oder auch bei anderen?

Wenn das nix bringt zum Betriebsrat.

Hast du keinen solltest du dich rechtlich beraten lassen. Nach meinem Verständnis würde ich, nachweisbar, an den Tagen meine Arbeitskraft anbieten. Nimmt man diese nicht an ist das eben Pech des Dienstherren. Dann kann man dir weder urlaub noch Minustunden aufdrücken.

Aber ich bin kein Anwalt

Auch würde ich ein Anwaltliches Schreiben verfassen lassen, solches Gebahren in Zukunft zu unterlassen.

Ich vermute das sowas nicht aus Unwissenheit passiert, da steckt was hinter
 
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stern3007

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Das Arbeitsrecht gesteht Arbeitnehmern ein Anrecht auf Urlaub an 12 aufeinander folgenden Werktagen zu (auf Basis der sechs-Tage-Woche). Das solltest du deinem AG mal um die Ohren hauen.
 
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MickeyBo

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Die Arbeitnehmervertretung (Betriebsrat, MAV) ist Ansprechpartner für solche Fälle falls es denn überhaupt eine (funktionierende) gibt.
Ansonsten kannst du natürlich einen Anwalt für Arbeitsrecht einschalten.
Der beste Weg ist sicher in eine Gewerkschaft einzutreten, dort hast du dann während deiner gesamten Mitgliedschaft eine Rechtsberatung und anwaltlichen Rechtsschutz, hast eine zusätzliche Freizeit-Unfallversicherung, Arbeitszeugnisberatung, Lohnsteuer-Service ....
 
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Microknee

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Hallo Belami,
solch ein Vorgehen deiner Vorgesetzten ist natürlich nicht zulässig!!

Dafür gibt es Gesetze, wie das Bundesurlaubsgesetz. Gesetze sind bindend und da kann sich eine Vorgesetzte nicht einfach hinwegsetzen.
Such als erstes das Gespräch mit ihr und überreiche ihr dabei das Bundesurlaubsgesetz. Dieses findest du im I-Net.

Hol dir zusätzlich Rat bei der Gewerkschaftsvertretung (DGB) in deiner Nähe und zeige diese Praktiken an. Das geht auch ohne Mitgliedschaft.

Gleichzeitig kannst du das Gewerbeaufsichtsamt informieren (geht auch anonym). Das ist eine Behörde, die die Einhaltung gesetzlicher Regelungen kontrolliert und Verstöße empfindlich bestraft.
Allerdings: wo kein Kläger, da kein Richter. Was heißt, wenn keine Mängel angezeigt werden, hat die Behörde auch keinen Grund mal unangekündigt vorbeizuschauen und zu kontrollieren.

Auf jeden Fall hast du das Recht auf deiner Seite!

Schönes Wochenende
 
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Belami2004

Danke für Eure Infos. Ich werde mal sehen wie weit ich gehen kann... Ich möchte meinen Job natürlich behalten. Danke auf jeden Fall!
 
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resigniert

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Danke für Eure Infos. Ich werde mal sehen wie weit ich gehen kann... Ich möchte meinen Job natürlich behalten. Danke auf jeden Fall!
Deine Antwort zeigt mir, dass du erpressbar bist, obwohl du ja jetzt weißt, das der AG gegen deutsches Recht verstößt
 
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Ich werde mal sehen wie weit ich gehen kann... Ich möchte meinen Job natürlich behalten.
Man sollte sich grundsätzlich nicht erpressen lassen. Ein AG der nicht klein bei gibt ist einfach eine miese Type und mit solchen Menschen will ich sicher nicht zusammen arbeiten. Und wenn die Kollegen keien eier in den Hosen haben würde ich auf die auch keine Rücksicht nehmen.
Die AGs können solche Spielchen nur solange treiben wie ds Personal mitspielt.
 
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Belami2004

Ich bin nicht erpressbar! Ich möchte nur versuchen eine Lösung zu finden! Wenn es die nicht gibt bin ich schnellstmöglich da weg. Das könnt ihr glauben!!!
 
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niemand

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Leider gibt es bei uns auch dieses Problem, dass Urlaubstage eingetragen werden, die ich nicht geplant habe, das trifft alle Kollegen. Die Begründung: planbare Ausfalltage, in jedem Monat müssen eine bestimmte Anzahl von Urlaubstage genommen werden. Die Anzahl ist festgelegt (PDL hat für jede Station anhand eines bestimmten Schlüssels, die Tage errechnet). Der PR wurde auch schon zu diesemThema befragt, die Praxis in jedem Monat eine bestimmte Anzahl von U Tagen einzuplanen ist okay. Mit dem Mitarbeiter sollten die Tage besprochen werden, jeder sollte gerecht in ungeliebten Urlaubsmonaten, U Tage nehmen.14 Tage am Stück bekommst Du bei uns immer, berücksichtigt wird der genaue Zeitraum, bei Überschneidungen/Problemen, wird mit den Kollegen nach einer Lösung gesucht.
 
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Leider gibt es bei uns auch dieses Problem, dass Urlaubstage eingetragen werden, die ich nicht geplant habe, das trifft alle Kollegen. Die Begründung: planbare Ausfalltage, in jedem Monat müssen eine bestimmte Anzahl von Urlaubstage genommen werden. Die Anzahl ist festgelegt (PDL hat für jede Station anhand eines bestimmten Schlüssels, die Tage errechnet). Der PR wurde auch schon zu diesemThema befragt, die Praxis in jedem Monat eine bestimmte Anzahl von U Tagen einzuplanen ist okay. Mit dem Mitarbeiter sollten die Tage besprochen werden, jeder sollte gerecht in ungeliebten Urlaubsmonaten, U Tage nehmen.14 Tage am Stück bekommst Du bei uns immer, berücksichtigt wird der genaue Zeitraum, bei Überschneidungen/Problemen, wird mit den Kollegen nach einer Lösung gesucht.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das dieses Prozedere der Rechtsnorm entspricht.

Warum werden bei euch jeden Monat U Tage geplant? Ich hab das nicht verstanden. Was sind Ausfalltage?

Urlaub dient deiner Erholung und soll so genommen werden das du dich auch erholen kannst. bzw. Wichtige Dinge erledigen kannst. Das mit der Erholung im Urlaub ist immer so ne Sache ;)
 
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Hier werden vermutlich DP nach gewichteten Sollstunden erstellt.

Sprich, es ist natürlich für den DP deutlich einfacher den Urlaub übers ganze Jahr zu verteilen, als wenn alle in den Sommermonaten weg wollen, bei knapper Personaldecke oft ein Problem.

sophie
 
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Hallo belami, ich glaub, es liegt gerade ein kleines Missverständnis vor. Wenn ich das richtig verstehe, erhälst du auf jeden Fall deinen zusammenhängenden Jahresurlaub?! Das sind in der Tat mindestens 14 Tage. Dann hast du ja noch mehr Urlaub, vielleicht insgesamt 28 Tage. Da gibt es halt verschiedene Möglichkeiten. Nochmal 14 Tage zusammenhängend. Wobei du glaub ich keinen Anspruch darauf hast, dass diese wieder in einer Ferienzeit sind. Bei uns gibt es noch eine besondere Regelung, da wir viele Betreuungskräfte sind. Es soll nicht ein Bereich komplett unbesetzt sein. Man kommt ja trotz des Urlaubs eh nicht geschickt durch alle Ferien der Kinder. Leider.
Es gibt dann auch die Möglichkeit, dass der weitere Urlaub aufgeteilt, quasi gekleckert wird. Hier paar Tage im Anschluß an Frei. So dass man schon mal zusammenhängend viellleicht vier Freie Tage hat. Dort nochmal 2 freie Tage. Bis dein Urlaub die 28 Tage erreicht hat. Wenn du das so nicht möchtest, solltest du nicht gleich an Kündigung denken. Sondern nochmal fragen, ob nicht eine weitere zusammenhängende Woche möglich ist.
Klar, vieles wird dann doch in die urlaubsarme Zeit gelegt. Februar, November. Aber geplant und geregelt muss es schon sein. Mach am besten selbst einen geeigneten Vorschlag.
 
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lulli00

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Nein. Ein Problem welches der AG hat die Schichten zu besetzten kann nicht das Problem des AN sein.

Hier muß ein vernünftiges Urlaubsmanagement her und nicht so ein faules Ei das man jeden Monat X Tage abgilt, weil der AG damit besser rechnen kann. Der Urlaub ist Grundsätzlich zusammenhängend bzw. wenn es nicht anders geht min 12 Tage am Stück zugeben, heißt nicht das es auch nur dabei bleibt. Urlaub gehört dem AN und der kann diesen nehmen wie er will. Er muß sich mit dem AG absprechen das es auch für den AG passend ist. Allerdings hat der AG eine Sorgfaltspflicht das der AN den Urlaub so nehmen kann wie er möchte. Nur bei dringenden Betrieblichen Gründen kann der AG den Urlaub beschneiden oder verwehren. Und diese Gründe sind doch recht wenig. Ein Organisationsverschulden ist kein Grund Urlaub zu verwehren.

Die einzige Ausnahme wo der AG einen AN zum Urlaub zwingen kann ist wenn der Betrieb gänzlich geschlossen ist und das gängige Praxis in dem Betrieb ist. Das sind dann die Betriebsferien.

Das was der AG hier macht ist Mist und das würde ich mir als AN nicht gefallen lassen. Mein Urlaub gehört mir und den gebe ich nicht so her weil mein AG das besser rechnen kann oder weil er sich nicht die Mühe machen will, nen vernünftigen urlaubsplan aufzustellen.

Ein kinderloser hat übrigens genauso Anspruch auf Urlaub in der Ferienzeit, allerdings kann es sein das ein anderer aus Sozialgründen vorgezogen wird.
 
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