Arbeitsrecht Urlaub dirket nach dem Nachdienst ohne Freizeitausgleich

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fringssv

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Moin !
ich arbeite seit 12 Jahren auf einer Intensivstation im hohen Norden und das leidige Thema Urlaubsplanung und Familie wird immer mehr zu einem Problemfall bei uns. Meine Frau ist ebenfalls Krankenschwester und wir haben zwei kleinere Kinder, beide schon Schulpflichtig. Seit drei Jahren hatten wir keinen einzigen Urlaubstag mehr miteinander. Mir wird sogar vorgeschrieben, bis März schon 5 Tage zu verplanen, wenn ich das nicht tue, werden die Tage einfach irgendwo direkt nach einem Nachtdienst verplant, d.h. ich komme aus dem Nachtdienst direkt in den Urlaub. Darf dieses überhaupt ? Unsere Leitung sagt, es gäbe da Ausnahmeregelungen, ich habe keine gefunden bisher. Zudem werden zusätzliche Urlaubstage, die ich mir eben wegen der vielen Nächte erarbeitet habe, einfach so verplant, ohne zu fragen. Das passiert aber bei uns im ganzen Haus.
Vielleicht hat jemand vom Euch auch dieses Problem oder weiss, was es da für mich als Pfleger für Möglichkeiten gibt, rechtliche Grundlagen zu finden um
- gegen den Urlaub direkt nach einer 5 Tage Nachtschicht anzugehen (wir arbeiten 10,25 Stunden in der Nacht)
-und was tun gegen willkürliche Verplanung des mir zustehenden Urlaubs ohne meiner Zustimmung (der Zusatzurlaub wird einfach im Jahr einzeln verteilt, oft direkt nach Nachtdiensten, unsinnigen Einzeltagen in der Woche etc)

Da die Verplanung eh schon eine Katastrophe ist, weil die Beaufsichtigung der Kinder bei uns gerade in der ferienzeit kaum gewährleistet ist, möchte man ja wenigstens auf seine Rechte bestehen. Aber in der Pflege scheint das gerade aufgrund unserer fehlenden Lobby hier in Deutschland das Hautproblem zu sein.


:wassat:
 
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Krankenpfleger
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Kalimera

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AW: Urlaub dirket nach dem Nachdienst ohne Freizeitausgleich

Wenn Du Dich hier durchgelesen hast wirst Du schon mal einen Teil Deiner Antworten finden.
BUrlG - Einzelnorm oder auch Bundesurlaubsgesetz
Du kannst direkt nach dem Nachtdienst Urlaub machen sofern es nicht der Tag nach dem letzten Nachtdienst ist, da Du an diesem Tag ja bereits von 0:00h an bis Schichtende gearbeitet hast.
Es gibt meines Wissens keinen rechtlichen Anspruch darauf, dass zuerst die, durch die Nachtdienststunden, entstandenen Mehrarbeitsstunden zu verplanen.

Aber ich finde es seltsam, dass Ihr (anscheinend) keine Urlaubsplanung habt, wo jeder MA seine Urlaubswünsche für das kommende Jahr einträgt und sich letzten Endes alle so einigen, dass jeder mit der entstandenen Lösung leben kann. Dieser Plan dann zur Genehmigung bei der PDL vorgelegt wird und die diesen dann genehmigt.
Warum machst Du Deiner Leitung z.B. keinen Vorschlag, wann Du beispielsweise evtl. noch bestehende Resturlaubstage nehmen möchtest und Ihr schaut gemeinsam, ob das möglich ist?
Was Du als unsinnig ansiehst mögen z.B. viele meiner Kollegen gerne wie: mal einen freien Tag in der Woche, oder die Verlängerung von Frei nach dem ND durch Urlaub.

Aber wenn ich mir Deinen Post nochmal durchlese ist mir nicht ganz klar wogegen Du nun rechtlich vorgehen möchtest. Gegen einzelne Urlaubstage, die Deiner Meinung nach unsinnig verteilt werden, oder wird Dein gesamter Urlaubsanspruch für das Jahr einfach so gestückelt verplant?

Nichtsdestotrotz: miteinander reden, Situation schildern, Lösungen anbieten halte ich für das Mittel der Wahl, was meiner Meinung nach auch als erstes angwendet werden sollte.
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
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