Arbeitsrecht Unverschämtheit......

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edüsi

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04.04.2008
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Habe ich heute zu Lesen bekommen:

Das kann doch wirklich nicht wahr sein, oder ?
 

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Angie42

Angie42

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10.05.2010
36355
Hallo Edüsi,

warum macht euer Geschäftsführer dies? Hat es in der Vergangenheit irgendwie Probleme gegeben.
Also ich möchte als Arbeitgeber auch bitte frühzeitig Bescheid wissen, wenn jemand krank wird. Hierzu reicht mir erstmal eine telefonische Mitteilung, dass jemand evtl zum Arzt geht weil er sich nicht wohl fühlt. Ich muss ja dementsprechend (kleiner Betrieb) Erstatz besorgen, bzw muss evtl selber einspringen und es anders organisieren. Die Krankmeldung muss bei mir innerhalb von 2 Tagen vorliegen. Dies funktioniert auch ohne Probleme.

Ich denke mal das bei euch einiges schief gelaufen ist und er jetzt solche Massnahmen ergreift. Frag doch mal nach warum?

LG Angie
 
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Böserwolf

Böserwolf

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29.09.2008
kassel
AW: Unverschämtheit......

Hallo,

das findet man im Netz bei Arbeitsurteilen:


  • Teilen Sie Ihrem Arbeitgeber die Arbeitunfähigkeit am ersten Tag der Erkrankung bis 11.00 Uhr bzw. in den ersten Arbeitsstunden telefonisch, per Fax oder per email mit. Nennen Sie auch die mögliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Der Arbeitgeber erhält so die Möglichkeit, den Ausfall abzufangen. Bei mehrmaligem Verletzen dieser Anzeigepflicht oder einer verspäteten Abgabe der Krankmeldung riskieren Sie eine Abmahnung bzw. danach eine Kündigung
  • Nach spätestens 3 Kalendertagen ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Form eines ärztlichen Attests vorzulegen. Achten Sie darauf, ob in Ihrem Arbeitsvertrag, in der Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag eine frühere Frist aufgeführt ist. Ansonsten ist der Arbeitgeber berechtigt, die Lohnzahlung einzustellen
Allzu weit weg von der Anordnung ist das nicht.

Den Punkt, dass jeder Mitarbeiter nach 1 Woche Krankheit vor Arbeitsantritt zum Personalchef muss, finde ich natürlich übetrieben.

Hat es sich bei manchen AG's immer noch nicht rum gesprochen, dass langsam aber sicher akuter Personalmangel droht und man mit solchen Anweisungen nicht zum besten Betriebsklima beiträgt????

Schwarze Schafe, die sich bei jeder Gelegenheit krank melden gibt es natürlich immer. Habe ich gerade wieder bei meinem letzten Einsatz erlebt, da hat man sich - weil man Ostern keinen Dienst machen wollte - auch krank gemeldet. Ob nun zu Recht oder nicht, weiß ich nicht.
Aber komisch ist das dann schon.

gruß
 
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Angie42

Angie42

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10.05.2010
36355
Hallo Böserwolf,

Tja das mit dem Gespräch finde ich auch übertrieben. Aber wie gesagt, wer weiß was da passiert ist.

Lg
 
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HL, PDL
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Meine Tagespflege
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edüsi

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04.04.2008
33615
AW: Unverschämtheit......

Am selben Tag die AU vorlegen.Wie soll das bitte gehen, wenn ich mich morgens gerade noch zum Arzt geschleppt habe, oder mit LalüLala ins KH eingeliefert wurde? Soll ich dann noch 10 km zum Büro fahren,oder jemanden beauftragen? Das ist doch eine Frechheit.
 
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THOMMY

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29.12.2009
Einbeck
AW: Unverschämtheit......

Hallo Edüsi,

natürlich mag die Anordnung "übertrieben" wirken. Böserwolf hat schon einen interessanten Beitrag geschrieben, den ich voll und ganz unterschreibe. Der Berufsalltag zeigt, dass einige wenige Mitarbeiter immer wieder das Vertrauen der Kollegen und des Arbeitgebers in Frage stellen. Wenn ein Mitarbeiter sich vorher telefonisch meldet und mitteilt, dass er sich nicht wohlfühlt und den Arzt aufsucht, kann ich reagieren und im Sinne der Kollegen (und Patienten, Bewohner, Angehörigen) für Ersatz sorgen.

Die Abgabe der Krankmeldung am ersten Tag ist für mich nur aus abrechnungstechnischen Gründen des Dienstplanes / Lohn- und Gehalt nachvollziehbar. Für mich ist wichtig, dass der Mitarbeiter am ersten Tag seiner Erkrankung auch beim Arzt gewesen ist und nicht erst "Tage später" - denn das Verhalten wäre unfair gegenüber den Kollegen. Mir ist dabei auch wichtig, zu betonen, dass es mir aufgrund meiner Berufserfahrung immer wieder passiert ist, dass auch langjährige Mitarbeiter oder Auszubildende (die ggf. vorher im öffentlichen Dienst gearbeitet haben) der Meinung waren, mal zwei oder drei Tage ausspannen zu müssen und dann quietschfidel von Kollegen im Eiscafe gesehen worden sind. Deshalb gibt es auch bei mir die Regelung, dass Mitarbeiter am ersten Tag den Arzt aufsuchen müssen. Die Krankmeldung kommt dann per Post oder wird persönlich abgegeben - und alle Mitarbeiter sind zufrieden.

Auch ich spreche meine Mitarbeiter nach der Rückkehr an und frage, wie es Ihnen geht. Nicht weil ich den Mitarbeiter massregeln will, sondern nachfrage, ob irgendetwas dienstliches zur Erkrankung geführt hat. Denn das nennt man "ehrliche" Fürsorgepflicht und ist "in" - denn als Mitarbeiter möchte ich doch auch ein Mitspracherecht nutzen. Als Chef kann ich doch nur etwas gemeinsam mit meinen Mitarbeitern ändern und bewegen. Und zufriedene Mitarbeiter fühlen sich gesund.

Deshalb einfach mal nachfragen, weshalb diese Anordnung "verhängt" worden ist.

Gruss

Thommy
 
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Einrichtungsleiter
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Vollstationäre Pflege
L

Lisy

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03.04.2008
SCHWÄBISCH GMÜND
AW: Unverschämtheit......

Hallo edüsi,
mir geht wie den anderen, auch ich kann nichts unverschämtes an der Anweisung finden. Ist bei uns auch nicht anderst.
Das diesesThema als Aushang / Dienstanweisung jetzt bei euch aufgetaucht ist, lässt eigentlich nur den Rückschluß zu, das viele Krankmeldungen sehr spät erst abgegeben wurden.
Es wird nie so heiß gegessen wie gekocht. Auf Nachfrage wird euer GF sicherlich genauer ausführen, wie das bei jedem Einzelnen (und in bestimmten Situationen) zu handhaben ist.
Lisy
@ böserwolf,
auch, wenn wir grad einen Pflegekräftemangel haben, lassen die PDL und GF nicht alles mit sich machen.
Lisy
 
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R

Ren-Hoeck

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29.09.2010
02906
AW: Unverschämtheit......

AW: Unverschämtheit......
Am selben Tag die AU vorlegen.Wie soll das bitte gehen, wenn ich mich morgens gerade noch zum Arzt geschleppt habe, oder mit LalüLala ins KH eingeliefert wurde? Soll ich dann noch 10 km zum Büro fahren,oder jemanden beauftragen? Das ist doch eine Frechheit.
Denke mal hier ist nicht gemeint, das die Krankschreibung sofort vorzuliegen hat, sonder viel mehr um einen Zeitnahen Anruf, dass Ersatz benötigt wird. Gab bei uns auch schon Fälle, bei denen MA´s früh einfach nicht erschienen sind (dienstwechsel um 7:00). Der Anruf um 7:30 von dem MA, dar nach der Nacht auf Ablösung wartet wurde nicht angenommen. am 3. Tag (ganz gesetzlich) kam dann die Krankmeldung per Post. Bei späterer Anfrage kam dann nur:

"Wenn ich krank bin bin ich krank"
 
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ambulant/Heimbeatmung
Angie42

Angie42

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10.05.2010
36355
Also, als ich noch AN war, habe ich meine Krankmeldung am gleichen Tag in die Einrichtung gegeben, entweder selber (wenn es möglich war) oder hab sie durch einen anderen abgeben lassen. Wo bitte liegt da das Problem? Auch als ich durch Notfall ins KH kam, wurde der Arbeitgeber informiert und die AU kam per Boten hin. Alles ist möglich, man muss es nur wollen.
Als AG hatte ich schon das ein oder andere mal Dienstbeginn 10.00 Uhr Anruf kam um 9:45 Uhr geht nicht geh zum Arzt (das sind die MA die sich bei anderen aufregen, das die kurzfristig krank werden). Sowas weiß ich schon morgens und nicht erst 15 Minuten vor Dienstbeginn.
Das dies dann bei einem kleinen Betrieb evtl alles kurzfristig lahm legen ist denen dann egal. Teamgeist sage ich da nur.

LG
 
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HL, PDL
Fachgebiet
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Kessia

Kessia

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21.10.2010
Berlin
AW: Unverschämtheit......

Auch ich spreche meine Mitarbeiter nach der Rückkehr an und frage, wie es Ihnen geht. Nicht weil ich den Mitarbeiter massregeln will, sondern nachfrage, ob irgendetwas dienstliches zur Erkrankung geführt hat. Denn das nennt man "ehrliche" Fürsorgepflicht und ist "in"
Nun ja, ob dahinter nun wirklich eine Fürsorgepflicht steckt, möchte ich nicht beurteilen. Aber: Müsste ich nach einer Woche krank zum Personalgespräch (im übrigen kommt diese Aussage in der Dienstanweisung bei mir wie eine Drohung an!), würde ich etwas ganz anderes vermuten, als das sich der Arbeitgeber um mich Sorgen macht...
 
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Krankenschwester
Fachgebiet
Intensivpflege
K

Kalimera

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17.01.2001
Hamburg
AW: Unverschämtheit......

Also eine unverzügliche Krankmeldung ist in meinen Augen selbstverständlich, dass diese rechtzeitig VOR Dienstantritt zu erfolgen hat ebenso.
Die Aufforderung, dass auch die schriftliche AU am ersten Tag zu erfolgen hat, muss einen Hintergrund haben. Ich kenne durchaus Situationen, an denen dies nicht möglich ist, denke aber, dass in solchen Situationen sicher Einzelfallentscheidungen getroffen werden.

Ich persönlich würde es sehr nervig finden immer gleich am ersten Tag zum Arzt zu laufen, weil eine Erkältung, Kopfschmerzen und ähnliches manchmal nur 1-3 Tage brauchen. Dennoch haben auch bei uns MA diese Auflage und in meinen Augen auch zu Recht.
Es hängt sicher von der Größe des Betriebes ab, ob man diese Auflage im Einzelfall oder im Gesamten erlässt.
Die Maßnahme des Gespräches bereits nach einer Woche AU hat sicher auch Hintergründe und wird sicher von Niemand so gedeutet, dass der AG einfach nur fürsorglich handelt.
Wenn ich jetzt, unter dem Aspekt dieser Dienstanweisung, an meine bisherigen Krankmeldungen denke, dann würde mich diese Dienstanweisung weder erschrecken noch aufregen.
Ich hoffe ich werde nicht gesteinigt, wenn ich behaupte, dass diese Dienstanweisung genau für die Leute ist, die sich darüber aufregen.
Ich habe übrigens keine AG-Position.
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
P

pegean

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22.09.2009
düsseldorf
AW: Unverschämtheit......

sie durch einen anderen abgeben lassen.
Es gibt bei uns MA die fahren fast bis zu 2 h um ins Heim zu kommen.Da gibt es auch keine Verwandte und Bekannte die mal eben vorbei fahren können .Die arbeiten
nämlich .
Aber es gab vor einigen Jahren auch bei uns einen mehr wie erhöhten Krankenstand .Komischerweise wurden einige MA immer vor bzw. nach einem freien WE krank .
Und fast immer nur 2 Tage .
Kurzerhand verfügte der HL daß nicht mehr der ND wegen Krankmeldung angerufen werden durfte sondern man mußte ihn anrufen.Und zwar ihn rund um die Uhr .
Schlagartig sank der Krankenstand .

LG
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
altenheim-lt.nachtwache
P

Petruschka

Mitglied
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10.07.2001
3
AW: Unverschämtheit......

Ich bin Neujahr 2010 erkrankt und hatte nettes Fieber bloß an die 40° Grad. War nicht zu Hause sondern bei Freunden und 100 Km entfernt. Den Samstag und Sonntag hatte ich frei. War beim Arzt und der schrieb mich bis 6 Januar krank. Abends rief ich noch die Chefin an und teilte meine Arbeitsunfähigkeit mit und meine AU habe ich einen Tag später als FAX an Betrieb geschickt. Ich war erst am Dienstag in der Lage nach hause zufahren und haben dann meine AU abgegeben. Mit dieser reglung war die Chefin einverstanden.
Im PD ist es sogar schriftlich im Arbeitsvertag fest gehalten am ersten Tag eine AU vor zulegen.
LG
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Pflegedienst
N

nofretete

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28.09.2010
01983
AW: Unverschämtheit......

Ich glaube auch das dieses Personalgespräch nicht rechtens ist, wenn mein AG meint ich bin nicht krank, dann kann er dies der Krankenkasse melden und je nachdem wie begründet dieser Verdacht ist, müßte ich dann dort zu einem Arzt. Er selbst ist keiner und kann demzufolge auch nicht beurteilen, wie krank ich bin. Nichtsdestotrotz gibt es solche und solche AN, auch bei uns, die sich zu spät krankmelden oder erst melden, wenn sie beim Arzt waren.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
E

edüsi

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04.04.2008
33615
AW: Unverschämtheit......

Ich verstehe selbstverständlich alle "Arbeitgeberfreundlichen" Argumente. Aber meines Erachtens nach, sollte man sich als AG auch an geltende Gesetze halten. Die schriftliche Forderung ist eindeutig, daß die AU am selben Tag der Ausstellung vorzuliegen hat. Geht nicht immer und unbedingt, trotz Arztbesuch.Zweitens, völlig ad absurdum, das Mitarbeitergespräch vor Dienstbeginn: Wenn ich beispielsweise bis Sonntag arbeitsunfähig bin, Montag aber dienstplanmäßig um sechs anfangen müßte, darf ich das ja nicht, weil ich vorher erst ein Gespräch mit "dem Büro" haben muß.Die Damen und Herren der "Führungsriege" in unserem Betrieb mit ca 70 Mitarbeitern, erscheinen denn auch bereits "schon" um 9.00 Uhr (nach Wochenenden und Feiertagen auch mal ein Stündchen später)Dann muß ich ja auch erst mal einen Termin bekommen.Gut, ist mir egal, tut mir für meine Kollegen leid, die ja bereits mit mir ab 6.00 an der "Front" rechnen. Ich werde diese seltsamen Anordnungen künftig sehr ernst nehmen.Das trägt sicherlich alles zum besseren Betriebsklima bei. Glücklicherweise kenne ich einen guten Anwalt.Obwohl, für solche Kinkerlitzchen und Befindlichkeitsstörungen des Arbeitgebers, reicht eigentlich ein gesunder Menschenverstand.

Achso, wie gründet man eigentlich einen Betriebsrat ? Es wurde sowas ja schon einmal bei uns versucht...
 
Qualifikation
Altenpfleger/PA
Fachgebiet
ambulant betreute Wohngruppe
SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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29.11.2008
Cottbus
AW: Unverschämtheit......

. . . das mit dem Betriebsrat ist schon mal eine gute Idee und das mit dem Anwalt ebenfalls, denn bei allem Verständnis der Fraktion der Dienstplanverantwortlichen hier im Forum - ich finde den Aushang ebenfalls jenseits des guten Tones. Auch wenn etwas vorgefallen sein sollte - man kann nicht pauschal alle MA in Sippenhaft nehmen. Und die Androhung, keine Lohnfortzahlung leisten zu wollen, klingt schon sehr nach Nötigung. Wie von anderen schon beschrieben - wenn mich eine akute Krankheit gepackt hat, dann habe ich andere Probleme, als dafür Sorge zu tragen, dass die AU-Bescheinigung in die Firma kommt. Ich würde dem Chef dringend mal einen Einblick in das EntGFortzG, speziell die §§ 3 und 5 empfehlen. Und dem Personal - einen BR zu wählen - das ist schon eine gute "Spaßbremse" für Chefs, die ihre MA als Leibeigene betrachten . . .
 
Qualifikation
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Fachgebiet
Altenpflegeheim
E

edüsi

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Themenstarter/in
04.04.2008
33615
AW: Unverschämtheit......

@SchwesterWolfgang:
Endlich eine Schwester die mich versteht.....

Schwester edüsi
 
Qualifikation
Altenpfleger/PA
Fachgebiet
ambulant betreute Wohngruppe
R

Ren-Hoeck

Mitglied
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29.09.2010
02906
AW: Unverschämtheit......

BR ist ne gute Idee. Wenigstens dort sollte die Gewerkschaft mal tatsächlich helfen können. Sollten jedenfalls der richtige Ansprechpartner sein für Leute, die nicht wissen wie.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
ambulant/Heimbeatmung
SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

Unterstützer/in
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29.11.2008
Cottbus
AW: Unverschämtheit......

. . . ich kenne nur zu gut das Problem derjenigen hier im Forum, die selbst für die Dienstplanabsicherung verantwortlich sind - habe selbst jahrelang Dienstpläne geschrieben. Irgendwann rief eine Kollegin an, dass sie AU ist. Den Anruf hat meine Stellvertreterin entgegen genommen. Und ich war so fasziniert, wie sie auf die Meldung reagierte - etwa mit den Worten: "ach, mein Gott, das tut mir aber leid, möchtest Du erzählen, was Du hast? Wie lange wird`s denn dauern? Ach, Mensch, leg Dich bloß wieder hin und kurier dich richtig aus - wir kommen schon klar! Tschüs, und gute Besserung!"
Und mir fiel beim Zuhören ein, dass ich solche minimal mitfühlenden Worte schon lange nicht mehr für erkrankte MA hatte, weil mir im gleichen Moment der Meldung der Dienstplan einfiel. Meine Reaktion auf solche Meldung war dann meist anders, etwa: "Ach du Schei....benkleister, was hast Du denn nun schon wieder? Ach je, da kommst Du wohl so bald nicht wieder!"
Und ich kam mir in diesem Moment, als ich die Worte der Kollegin hörte, richtig schlecht und herzlos vor.
Zu meinem Glück brauch ich keine Dienstpläne mehr schreiben und bin diese Last los. Dafür schreibt jetzt die erwähnte Kollegin die Pläne und nun ratet mal, wie diese jetzt auf eine AU-Meldung am Telefon reagiert? Richtig, nicht anders, als ich damals!
Was ich mit dieser kleinen und wirklich realen Beispielgeschichte sagen will - es kommt immer auf den Blickwinkel desjenigen an, der die AU-Meldung entgegen nimmt. Was aber auch noch daraus abgeleitet werden kann - ist es nicht schlimm, dass in einem eigentlich sozialen Beruf der soziale Blick auf die MA total weg ist? Es wird alles getan, um die Pflegekunden zufrieden zu stellen und dafür werden die MA verheizt, ausgelutscht bis zum immer häufigeren burn-out und auf ihren Gemütern herumgetrampelt, ganz so, als ob wir keine Nerven, sondern Drahtseile in uns hätten . . .
Bei uns gibt es zum Glück einen BR und wenn er auch keine Wunder vollbringen kann, weil von uns ständig (MDK, Heimaufsicht Medien etc.) ein Mercedes SL zum Preis eines rostigen Fahrrades verlangt wird - aber er kann dafür sorgen, dass es etwas menschlicher zugeht und die Wildwüchse beschneiden.
Edüsi, wenn Ihr ernsthaft vorhabt, einen BR zu wählen, dann müsst Ihr das ganz vorsichtig beginnen, damit die Sache nicht in die Hose geht - ich könnte Dir da bei Bedarf ein paar hilfreiche Seiten nennen, zusätzlich zur gewerkschaftlichen Unterstützung, die ich Euch auch dringendst empfehlen würde . . .
 
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Krankenpfleger
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Altenpflegeheim
Angie42

Angie42

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10.05.2010
36355
Moin Schwester Wolfgang,

ich finde den Namen immer noch klasse.
Aber mal zu deiner Schilderung, ich als Chefin habe heute noch die Aussage: "Ok, kurier dich bitte aus, ruf mal an wenn was sein sollte. Pass bitte auf dich auf". Dies mache ich immer noch auch wenn mir bewusst wird, dass mir dadurch das Wasser bis zum Hals stehen wird. Denn jeder Druck den ich meinen MA durch meine Aussage entgegenbringe, behindert uns alle. Mich kostet es Energie wenn ich mich aufregen und mein MA denkt vieleicht blöde Kuh, wenn ich negativ reagiere.

Meine MA sind auch so, dass sie mir von sich aus erzählen was los ist, ich würde nie Fragen, was hast Du/ haben Sie denn? Was mir zeigt das dies ein Wahnsinns Vertrauen ist.
Ein Ma rief mich am WE mal an und schilderte mir ein Problem mit seinem Sohn, er wollte eigentlich nur wissen wie wir das regeln können. Ich hab ihm sofort frei gegeben, damit er das am kommenden Tag klären kann auch wenn ich zusätzliche Arbeit hatte.

Meine MA sind mir sehr wichtig und wir funktionieren nur wenn wir zusammen halten.


LG ANgie
 
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