Unüberlegte strenge Medigabe nach Arztanordnung oder verweigern???

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Dettini

Pflegekraft zwingt, situationsunabhängig und gegen besseren Wissens Medikamente zu verabreichen.
So ganz allmählich weiß ich nicht mehr, warum ich mir hier die Finger wund schreibe, wenn nur das gelesen wird, was man will. Hier werden Dinge behauptet, die keiner gesagt hat. Nun sage ich zum vierten Male, dass mich keiner dazu zwingt, denn ich bin ja so professionell, diese Dinger zu verabreichen. Aber es bedarf einer ärztlichen Rückversicherung.

So, und damit ist diese Diskussion für mich für heute beendet. Ich bin kein Vorbeter.
Gruß Dettini
 
Sonnensturm

Sonnensturm

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05.01.2006
63110
So ganz allmählich weiß ich nicht mehr, warum ich mir hier die Finger wund schreibe, wenn nur das gelesen wird, was man will. Hier werden Dinge behauptet, die keiner gesagt hat. Nun sage ich zum vierten Male, dass mich keiner dazu zwingt, denn ich bin ja so professionell, diese Dinger zu verabreichen. Aber es bedarf einer ärztlichen Rückversicherung.

So, und damit ist diese Diskussion für mich für heute beendet. Ich bin kein Vorbeter.
Gruß Dettini
Diesen Weg gehen wir gemeinsam:w-fahne_2.
Schreiten wir dann Seit an Seit...

:whistling Eveline
 
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Krankenschwester
meli26

meli26

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21.11.2006
45968
Hallo Hallo
also meine lieben habe nur die erste seite gelesen das dazu. Wenn ein Bew. aus welchen grund auch immer schreit ruft um hilfe oder wird agressiv.wird denke ich im Pflegebericht dokumentiert. wenn ein Notarzt da war hat i.m injeziert wird doch auch im doku mit name des arztes und i.m was verabreicht wurde eingetragen.
und die nächsten tage Beobachtet alles im doku im jeden schicht eingetragen mit uhrzeit. und wenn bei der beobachtund festgestellt wird das der Bew. wahrscheinlich überdosiert ist und nicht mehr aufstehen kann.
Hat die Kollegin mit dem Hausarzt gesprochen. und nach anordnung Medis abgestzt. Und das ist jetzt sehr wichtig ist dieses gespräch mit dem HA mit uhrzeit und inhalt des gespräches im doku eingetragen worden???
wenn der Bew. wieder in der nacht unruhig war. sollte er dann mit richtigen medis und dosierung eingestellt werden. denn dafür sind ja die pflegeberichte da um zu beobachten und einzutragen.
Wenn das gespäch eingetragen worden ist und weiter beobachtet wurde hat der oder die Pflegekraft der sich aufgeregt hat.kein grund sich aufzuregen. nochmals rücksprache mit dem verordneten HA zu halten egel ob im Früh oder Spätdienst. alles eintragen damit man auch den ganze ablauf nachvollzihen kann. das ist meine meinung

by by meli
 
Qualifikation
Altenpflegerin
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Tagespflege
Monika58

Monika58

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26.09.2005
Bonn
Wenn das gespäch eingetragen worden ist und weiter beobachtet wurde hat der oder die Pflegekraft der sich aufgeregt hat.kein grund sich aufzuregen. nochmals rücksprache mit dem verordneten HA zu halten egel ob im Früh oder Spätdienst. alles eintragen damit man auch den ganze ablauf nachvollzihen kann. das ist meine meinung

by by meli
Eine Meinung, die ich teile, zumal sie sich auf den beschriebenen Fall bezieht.

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
D

Dettini

Ich hätte gerne die genaue Quelle (rechtswirksame Urteile, Gesetzestexte o.ä.) die besagen, dass mit Vorliegen der ärztlichen Verordnung die Übernahme- und Durchführungsverantwortung des Pflegepersonals aufgehoben ist.

Ich als Pflegeperson kann jederzeit die Durchführung einer ärztlichen Anordnung ablehnen, wenn ich es begründen kann (vgl. auch das Beispiel "Neurocil")

Mit den allerfreundlichsten Grüßen
Monika
Da es sich bei meiner Person weder um einen Auszubildeten handelt, der in der Praxis angeleitet werden muss, noch um einen Schüler einer Bonner Bildungseinrichtung für Gesundheitsberufe, denke ich mal, dass Ihr Eure Bildungslücke mit selbstgesuchten genauen Quellen selbst schließt. Ich werde mich selbstverständlich informieren und einen Wissenstransfer an die durchführen, die hier einen kultivierten Ton anschlagen.

Tut mir leid, ich bin nicht der Lakai für Praxisanleiter und Lehrer.

Liebe Sonntagsgrüße

Dettini
 
Monika58

Monika58

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26.09.2005
Bonn
Da es sich bei meiner Person weder um einen Auszubildeten handelt, der in der Praxis angeleitet werden muss, noch um einen Schüler einer Bonner Bildungseinrichtung für Gesundheitsberufe, denke ich mal, dass Ihr Eure Bildungslücke mit selbstgesuchten genauen Quellen selbst schließt. Ich werde mich selbstverständlich informieren und einen Wissenstransfer an die durchführen, die hier einen kultivierten Ton anschlagen.

Tut mir leid, ich bin nicht der Lakai für Praxisanleiter und Lehrer.

Liebe Sonntagsgrüße

Dettini
Vielen Dank für diesen sachlichen Beitrag in kultiviertem Ton.

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
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Leiterin Fachseminar für Altenpflege
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
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25.06.2000
Tut mir leid, ich bin nicht der Lakai für Praxisanleiter und Lehrer.
Hallo Detlef,

das sicher nicht - aber ich muß Monika recht geben, schließlich geht es darum, daß Du eine bislang geltende rechtliche Vorgabe mit Deiner Behauptung ad absurdum führen würdest. Da muß die Frage nach der Grundlage gestattet sein, denn ansonsten ist das nicht mehr als - entschuldige den Ausdruck - Geschwätz auf Basis des Hören-Sagens und hilft nicht, daß entstandene Problem zu lösen, oder ? Verstehs bitte nicht falsch.

Kurz zurück zu dem Geschehenen vor Ort. Die Pflegekraft hat tatsächlich einen Fehler gemacht. Sie hatte nicht nur das Recht, sondern im Gegenteil sogar die rechtlich verankerte Verpflichtung, auf Grundlage ihres Kenntnis- und Ausbildungsstandes diese Anordnung abzulehnen.

Wo ist aber nun der Fehler ?
Sie hätte den zuständigen Arzt unverzüglich hierauf aufmerksam machen müssen. Das bloße Dokumentieren reicht in diesem Fall nicht aus. Und das sich die unverzügliche Informaton des diensthabenden Arztes mit unter und in vielerlei Hinsicht schwierig gestalten kann, ist hier völlig zweitrangig.
Die Hausärztin ist sicherlich eine Ärztin, jedoch der Pflegekraft in diesem Falle weder anordnungs- oder weisungberechtigt - es sei denn, dies sei hausintern nachweisbar anders geregelt. Ist dies in dem hier beschriebenen Fall so, hat die Pflegekraft schlicht korrekt gehandelt.

Gruß,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
Aber wenn Du mehr Verantwortung für uns verbrieft haben willst, dann musst Du unseren Gesetzgeber darum bitten. Übrigens zum Thema Angst in den Knast zu gehen, einmal am Rande die Frage: Kennt jemand ein Beispiel, wo Pflegepersonal nach einem Urteil in den Knast musste? Jetzt mal die sogenannten Todesengel ausgenommen.
Jede Menge, ich hoffe Du hast Zeit :wink: : [google]Urteile Pflegefehler Fahrlässigkeit[/google] .
Juris, ein kostenpflichtiger Internet-Recherche-Dienst hinsichtlich Urteilen, gibt hier im Übrigen über 800 Urteile gegen Pflegekräfte aus. Leider erlaubt Juris eine entsprechende Verlinkung oder Weitergabe der Informationen nicht, sonst würde ich hier einige posten. Kurz zusammengefasst ist hier aber alles vertreten - von Geldstrafen bis Haftstrafen mit lebenslangem Berufsverbot. Und das betrifft nicht die berüchtigten Todesengel..

Gruß,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
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Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
T

traveler

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09.12.2005
Kaufbeuren
Hallo Dettini,

gemach gemach. Schlecht geschlafen?

Auch ich habe manches mal Probleme mit Aussagen von Monika - Hallo Monika - da auch ich den Aussagen einer Schulleitung zunächst mal grosse Bedeutung zumesse und zum einen davon ausgehe, dass dies auch so an Schüler, MA, PA etc. weitergegeben wird, zum zweiten die Aussagen sehr genau reflektiert sein sollten, da im Zweifelsfall von einer SL diese als richtig angenommen serden. Habe darüber auch schon mit Monika Meinung ausgetauscht.

So auch hier!

Zitat Monika: "..., dass mit Vorliegen der ärztlichen Verordnung die Übernahme- und Durchführungsverantwortung des Pflegepersonals aufgehoben ist."

Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Deshalb wurde ja unterschieden zwischen Anordnungsverantwortung und Durchführungsverantwortung. In aller Kürze heisst dies doch nichts anderes, als dass die Maßnahme nach den derzeit gültigen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gültigen Standards durchgeführt wird. Dies kann ein Anordnugn, welche auch immer niemals ausser Kraft setzen?! Die Verantwortung für die Anordnung einer medizinischen Behandlung ist und bleibt immer beim Arzt. Setze ich mich darüber hinweg, muß ich schon sehr sehr seeeeeeeehr gute Gründe haben.

Folgende Szene: Ein Fachgutachter (natürlich Arzt, was sonst) informiert sich über mein Fachwissen, ob ich wirklich erfassen konnte was ich da tue bzw nicht tue. Hand aufs Herz, wer kann jetzt Auskunft geben über Wirkungsweise, Angriffspunkte, Indikation, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, biochemische Wirkung und Andokpunkten von den, na sagen wir mal nur die 5 am häufigsten verwendeten Medikamente in seinem Bereich. Ja, ja auch viele Ärzte werden da ihre Schwierigkeiten haben, aber die werden nicht Auskunft geben müssen.

Pharmakologisch noch ein wichtiger Einwand: Psychopharmaka und Neuroleptika wirken oft erst nach Erreichung eines bestimmten Spiegels, der bis zu 10 Tage dauern kann und nur innerhalb bestimmer Grenzen, sowohl nach oben wie auch nach unten. Auch da sollte in so einer Diskussion unterschieden werden. Die Vermischung von hochpotenten Medikamten mit kurzer Halbwertszeit und niederpotenten Medikamten mit langer Halbwertszeit und/oder spiegelrelevanz halte ich aus fachlicher Sicht für völlig daneben. Würde so eine Argumentation auf meinen o.g. fiktiven Gutachter kompetent wirken?

Ein weiterer Gedanke treibt mich um. Etwas überspitzt damit es deutlich wird: Der Arzt ordnet an, die Pflegekraft entscheidet ob sie´s macht oder nicht. Mir wird himmelangst in ein Krankenhaus oder ein AH ich oder Angehörige zu geben, wenn dies der Regelfall sein sollte. Zumal auch im AH die fachlich guten, pharmakologisch Wissenden meiner Beobachtung und Erfahrung nach nicht gerade die Mehrheit darstellen, in KH übrigens auch nicht besser.

Nicht dass mich jemand falsch versteht, ich plädiere unbedingt für fachlich versierte und selbständig denkende MA, die sich einmischen zum Wohle der Bew. und Pat. aber bleib bei deinem Fachgebiet und deiner Kompetenz und kommuniziere Intensiv mit anderen Professionen wo es Schnittstellen gibt.

Der beauftragte Arzt ist für die med. Behdlg. verantwortlich mit diesem besteht mittlelbar oder unmittelbar ein Behandlungsvertrag. Ein anderer Arzt darf sich das nicht einmischen da dieser nicht beauftragt wurde. Wird dieser auch nicht und nur seine Meinung sagen, aber nicht anordnen oder die Anordnung eines Kollegen ausser Kraft setzen. Keine Relevanz wenns hart auf hart kommt.

Ich als Bew., Angehöriger oder Betreuer beauftrage einen Arzt, plötzlich kommt ein anderer Arzt und setzt dessen Behandlung ausser Kraft - hallo geht´s noch?
Ich spreche hier nicht von einem rechtfertigenden Notstand!!!

Ich möchte warnen vor Schnellschüssen wie du hast das Recht, oder völlig richtig Gehandelt, dafür ist meiner Meinung nach die Materie viel zu komplex.

Hoffentlich noch ein paar Aspekte über die es sich Nachdenken lohnt.

Gruß renje
 
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Fachgebiet
Angestellt
Monika58

Monika58

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26.09.2005
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Ich möchte warnen vor Schnellschüssen wie du hast das Recht, oder völlig richtig Gehandelt, dafür ist meiner Meinung nach die Materie viel zu komplex.

Hoffentlich noch ein paar Aspekte über die es sich Nachdenken lohnt.

Gruß renje
Angekommen :eek:riginal: . Danke!
Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
M

ms81

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18.06.2006
68169
Hallo alle zusammen,

ganz schön heisses Thema..... und interessante Diskussionen...

Habe mir so meine Gedanken gemacht, vorallem zu meiner persönlichen Einstellung zum Thema und bin etwas zwiegespalten.

Arbeite auch nicht im Altenheim, sondern im Krhs wo immer ein Arzt zur Verfügung ist...

Ich denke aber, unser eins hat eine fundierte Ausbildung und sollte erkennen und begründen können, warum die Medikamentengabe nicht stattgefunden hat... wenn möglich natürlich immer mit Arztrücksprache...
Was aber tun wenn kein Arzt greifbar? Oder nur ein "fremder" HA? Trotzdem strikt nach Schema F verfahren und ggf den Pat. gefährden?
Es geht ja nicht nur um Sedativa...
Wie sieht es bei einem Patienten aus, der morgens mit seinem RR im eher hypotonen Bereich ist, da würde man auch nicht zanghaft die eigentlich angesetzte antihypertensive Therapie verabreichen oder? Sondern ggf. hinauszögern oder aussetzen.
Wenn ein Patient somnolent ist, würde auch ich ihn nicht weiter sedieren und Rücksprache mit nem Arzt halten, aber was ist wenn kein Arzt vorhanden??!!
Würde ich mich klar gegen die Anordnung stellen. Ich habe eine Durchführungsverantwortung, das beinhaltet auch für mich, dass ich ggf. eine Anordung hinterfrage um einen Patienten nicht zu gefährden.
Jemand mit einer Pencillinallergie, welcher Penicillin erhalten soll, würde auch nicht, nur weil es angeordnet ist, dieses Medikament erhalten.

Weiter stellt sich auch mir die Frage, warum schreit dieser demente Patient?
Warum bekommt er soviel Sedation, dass eine Somnolenz hervorrgerufen wird? Wenn stört das Geschrei? Die Pflege, die anderen Bewohner oder fehlt dem jenigen wirklich etwas?
Vllt sollte überlegt werden, ob dem Pat auch mit einer Bedarfsmedikation geholfen wäre.

Sehr schön dass der Bewohner um 4:00 ausgeschlafen hatte und nicht wieder "abgeschossen" wurde:laughing:. Klar ärgerlich für die die schlafen wollen
...

Auch zu diesem Thema kann ich wieder nur sagen, dass das Miteinander in unserem Beruf nicht unter den Tisch fallen darf... Zwischen Pflege und Pflege, Arzt und Pflege, Pflege und Arzt und jeder sollte mitdenken...

Wie oft bekommen wir somnolente Patienten, die aspiriert haben und dann an ihrer Pneumonie versterben.... und im Pflegebericht steht für jede Schicht: schläfrig, reagiert kaum, Medikamente (hier Sedativa in der Anordnung) nach Plan erhalten....


Grüsse von einer grübelnden

Mareike
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Anästhesie
D

Dettini

das sicher nicht - aber ich muß Monika recht geben, schließlich geht es darum, daß Du eine bislang geltende rechtliche Vorgabe mit Deiner Behauptung ad absurdum führen würdest. Da muß die Frage nach der Grundlage gestattet sein, denn ansonsten ist das nicht mehr als - entschuldige den Ausdruck - Geschwätz auf Basis des Hören-Sagens und hilft nicht, daß entstandene Problem zu lösen, oder ? Verstehs bitte nicht falsch.
Hallo Christian,

ohne wenn und aber: Richtig ! Aber ist das eine geltende rechtliche Vorgabe? Für unsere Altenheime jedenfalls nicht, so viel ich weiß. Ich behaupte ja nicht, dass ich nicht irren kann, da müsste ich ja, verzeih den saloppen Ausdruck, ja mit der Muffe gebufft sein.

Ich werde morgen an meinem freien Tag in die Weltstadtbücherei der Stadt Hamm zwitschern, einen Kaffee oder Tee mit dem Leiter Dr. Pirsich schlürfen und den bitten, mir diese Gesetze rauszusuchen.

Wenn ich Recht behalte (clever ausgedrückt, oder?) dann muss es technisch machbar sein, hier einen Tusch zu spielen. Wenn ich Unrecht hätte, kann ich das ja mit der Schreibgröße 1 kundtun.

Aber eines weiß ich zu 200%. Es gibt eine Dienstanweisung in unserem Hause. Aber das war ja nicht die Frage.

Gruß
Detlef
 
D

Dettini

Hallo Dettini,

gemach gemach. Schlecht geschlafen?

Hallo Renje, allerdings, hat aber nichts mit dem Thema zu tun.

Auch ich habe manches mal Probleme mit Aussagen von Monika - Hallo Monika - da auch ich den Aussagen einer Schulleitung zunächst mal grosse Bedeutung zumesse und zum einen davon ausgehe, dass dies auch so an Schüler, MA, PA etc. weitergegeben wird, zum zweiten die Aussagen sehr genau reflektiert sein sollten, da im Zweifelsfall von einer SL diese als richtig angenommen serden. Habe darüber auch schon mit Monika Meinung ausgetauscht.

So auch hier!

Zitat Monika: "..., dass mit Vorliegen der ärztlichen Verordnung die Übernahme- und Durchführungsverantwortung des Pflegepersonals aufgehoben ist."

Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Deshalb wurde ja unterschieden zwischen Anordnungsverantwortung und Durchführungsverantwortung. In aller Kürze heisst dies doch nichts anderes, als dass die Maßnahme nach den derzeit gültigen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gültigen Standards durchgeführt wird. Dies kann ein Anordnugn, welche auch immer niemals ausser Kraft setzen?! Die Verantwortung für die Anordnung einer medizinischen Behandlung ist und bleibt immer beim Arzt. Setze ich mich darüber hinweg, muß ich schon sehr sehr seeeeeeeehr gute Gründe haben.

Meine Meinung. Wohlgemerkt zu dieser Aussage.

Folgende Szene: Ein Fachgutachter (natürlich Arzt, was sonst) informiert sich über mein Fachwissen, ob ich wirklich erfassen konnte was ich da tue bzw nicht tue. Hand aufs Herz, wer kann jetzt Auskunft geben über Wirkungsweise, Angriffspunkte, Indikation, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, biochemische Wirkung und Andokpunkten von den, na sagen wir mal nur die 5 am häufigsten verwendeten Medikamente in seinem Bereich. Ja, ja auch viele Ärzte werden da ihre Schwierigkeiten haben, aber die werden nicht Auskunft geben müssen.

Im Altenpflegebereich wirst Du zu 95% Pflegende antreffen, die darüber keine Auskunft geben können, weil ihre Kompetenzschwerpunkte sicherlich anders gelagert sind. Medikamentenlehre bezieht sich auf das Grundwissen.

Pharmakologisch noch ein wichtiger Einwand: Psychopharmaka und Neuroleptika wirken oft erst nach Erreichung eines bestimmten Spiegels, der bis zu 10 Tage dauern kann und nur innerhalb bestimmer Grenzen, sowohl nach oben wie auch nach unten. Auch da sollte in so einer Diskussion unterschieden werden. Die Vermischung von hochpotenten Medikamten mit kurzer Halbwertszeit und niederpotenten Medikamten mit langer Halbwertszeit und/oder spiegelrelevanz halte ich aus fachlicher Sicht für völlig daneben. Würde so eine Argumentation auf meinen o.g. fiktiven Gutachter kompetent wirken?

Neues Argument und, wie ich finde, ein sehr wichtiges dazu!


Ein weiterer Gedanke treibt mich um. Etwas überspitzt damit es deutlich wird: Der Arzt ordnet an, die Pflegekraft entscheidet ob sie´s macht oder nicht. Mir wird himmelangst in ein Krankenhaus oder ein AH ich oder Angehörige zu geben, wenn dies der Regelfall sein sollte. Zumal auch im AH die fachlich guten, pharmakologisch Wissenden meiner Beobachtung und Erfahrung nach nicht gerade die Mehrheit darstellen, in KH übrigens auch nicht besser.

Der lasche Gebrauch von Bedarfsmedikation im Pflegealltag graust mich stets aufs neue.

Nicht dass mich jemand falsch versteht, ich plädiere unbedingt für fachlich versierte und selbständig denkende MA, die sich einmischen zum Wohle der Bew. und Pat. aber bleib bei deinem Fachgebiet und deiner Kompetenz und kommuniziere Intensiv mit anderen Professionen wo es Schnittstellen gibt.

Dazu bin ich meines Wissens auch in einem Altenheim verpflichtet. Nicht aus Feigheit, sondern auch aus Verantwortungsgefühl gegenüber meinen Bewohnern.

Der beauftragte Arzt ist für die med. Behdlg. verantwortlich mit diesem besteht mittlelbar oder unmittelbar ein Behandlungsvertrag. Ein anderer Arzt darf sich das nicht einmischen da dieser nicht beauftragt wurde. Wird dieser auch nicht und nur seine Meinung sagen, aber nicht anordnen oder die Anordnung eines Kollegen ausser Kraft setzen. Keine Relevanz wenns hart auf hart kommt.

Das ist auch meine Sicht der rechtlichen Lage in der Altenhilfe.

Ich als Bew., Angehöriger oder Betreuer beauftrage einen Arzt, plötzlich kommt ein anderer Arzt und setzt dessen Behandlung ausser Kraft - hallo geht´s noch?
Ich spreche hier nicht von einem rechtfertigenden Notstand!!!

Dies wird von unseren Hausärzten auch niemand machen, weil sie zumeist nach dem Grundsatz habeln: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu." Das wäre ja auch nicht kollegial!

Ich möchte warnen vor Schnellschüssen wie du hast das Recht, oder völlig richtig Gehandelt, dafür ist meiner Meinung nach die Materie viel zu komplex.

Das ist eine vernünftige Aussage.

Hoffentlich noch ein paar Aspekte über die es sich Nachdenken lohnt.

Gruß renje
Lieber Renje,
schon zu Beginn Deines Beitrages als "Schlafforscher" wusste ich, da folgt etwas Entspanntes nach. Das es auch ausgewogen war, hat mich gefreut und ich habe ja einige Aspekte so kommentiert, das sie für mich hilfreich waren.

Liebe Grüße
Detlef
 
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
Aber ist das eine geltende rechtliche Vorgabe?
Hallo Detlef,

für das Berufsbild Krankenpflegekraft bzw. Gesundheits- und Krankenpflegekraft [sic! = seit wann berate oder versorge ich gesunde Patienten im Krankenhaus !?!:motzen:- es lebe unsere Gesundheitsministerin..], kann ich das mit Sicherheit sagen. Allerdings muß ich zugeben, daß ich das für die KollegInnen der Altenpflege nicht so vertreten kann. Ich bin davon ausgegangen, daß es hier keine Unterschiede geben kann. Nur - mit Deinem Beitrag wirft das bei mir nun die Frage auf, ob dem auch so ist :wassat:..?

Freu mich auf Deine Rückmeldung - ganz gleich in welcher Schriftgröße :wink: .

Herzliche Grüße,
Christian.
 
Qualifikation
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Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
U

UlrichFürst

Ich als Bew., Angehöriger oder Betreuer beauftrage einen Arzt, plötzlich kommt ein anderer Arzt und setzt dessen Behandlung ausser Kraft - hallo geht´s noch?
Ist ganz normaler Alltag im Krankenhaus ... sonderlich gut ist das natürlich nicht...

Ulrich
 
U

UlrichFürst

Arbeite auch nicht im Altenheim, sondern im Krhs wo immer ein Arzt zur Verfügung ist...
Wo gibt's denn so was:wink:

Auch zu diesem Thema kann ich wieder nur sagen, dass das Miteinander in unserem Beruf nicht unter den Tisch fallen darf... Zwischen Pflege und Pflege, Arzt und Pflege, Pflege und Arzt und jeder sollte mitdenken...
Das halte ich für am wichtigsten!!!

Ulrich
 
R

Rixte

Hallo @ alle,
Ich habe mich durch fast alles durchgelesen,
Es ist erstaunlich, welche Diskussion in Gang gesetzt wird, nur dadurch, das ich Selbstverständliches nicht geschrieben habe, sondern es einfach voraus gesetzt habe.

Natürlich dürfen ärztliche Verordnungen nicht einfach außer Kraft gesetzt werden.
Aber es gibt Situationen, wo ich handeln muss, und mich im nachherein mit dem Arzt in Verbindung setzen muss.

Was ich bei meinen ersten Beiträgen sagen wollte ist, dass wir mitdenken müssen, und die Durchführungsverantwortung bei uns liegt. Sie wird nicht aufgehoben durch eine ärztl. Anordnung.

Ich habe aus der Vergangenheit einen Fall in Erinnerung, Wo ein Pat. Auf Grund von Unruhe eine zusätzliche Med. gabe bekommen hat(AO). Eine Kollegin hat dann noch die normale Anordnung verabreicht. Es wurde weder verbal, noch schriftl. Widerrufen. Der Pat. Ist gestürzt, aufgrund der Gangunsicherheit. Daraufhin wurde die Kollegin zur Rede gestellt, nicht der Arzt. Sie hätte doch auf Grund ihrer Ausbildung wissen müssen, dass die Tagesdosis nicht gegeben werden durfte.

Diese ganze Diskussion, zeigt doch unser Dilemma. Wir sitzen irgendwie immer zwischen den Stühlen.

Wobei ich auch noch zu bedenken geben möchte, dass eine verbale Anordnung ohne Zeugen, was am Telefon so gut wie immer der Fall ist, auch widerrufen werden kann.
Selbst vor langer Zeit erlebt. Kein korrektes Verhalten, aber wenn der Chef fragt, ist es günstiger der/die Andere hat Schuld.

Um es kurz zu machen, die Ärzte sind uns gegenüber weisungsbefugt, wir müssen ihre Anweisungen ausführen, aber nicht in jeder Konsequenz.

Ich für mich habe auf Grund solcher Erfahrungen beschlossen, ich stehe lieber für meine eigenen Fehlern grade, als für die anderer.
Deswegen, werde ich auch alles, was in meinen Augen nottut, Hinterfragen, und mir meine eigene Meinung bilden, und sie natürlich dem zuständigen Arzt mitteilen, und es mir schriftlich geben lassen, oder ihn selber machen lassen, wenn ich der Meinung bin, dass eine Entscheidung falsch ist,

Um nicht wieder eine große Diskussion auszulösen. Es sind Notsituationen oder Veränderungen, und nicht alle Anordnungen, die gegeben werden. Nicht im Alleingang, sondern mit den Ärzten.

LG Rixte
 
G

Glücksstern

Hallo Detlef!

Ich weiß jetzt nicht, ob ich Dich missverstanden habe, aber Du schreibst, dass 95% der Altenpflegekräfte keine Antwort auf Fragen bezüglich der Medikamente geben könnten ( Wirkung, Nebenwirkung, Wechselwirkung etc. ) Wie kommst Du darauf? Das kann ich so absolut nicht stehen lassen, weil unser Wissen im Bereich der Medikamtenlehre weit über das Grundwissen hinausgeht, zudem beschäftigen wir uns doch tagtäglich auch damit und es wäre schlimm, wenn wir über das was wir tun keine Ahnung hätten. Dazu kommt ja auch noch die Erfahrungswerte und Bereitschaft uns auf diesem Gebiet immer wieder fortzubilden. Wir sind Spezialisten am alten Menschen und dazu gehört ein umfangreiches Fachwissen.

Ich hoffe, dass ich Dich falsch verstanden habe oder nicht richtig interpretiert.

Liebe Grüße Glücksstern
(Oh man, es wird Frühling, die Sonne scheint hier wie verrückt ):happy:
 
D

Dettini

Hallo Detlef!

Ich weiß jetzt nicht, ob ich Dich missverstanden habe, aber Du schreibst, dass 95% der Altenpflegekräfte keine Antwort auf Fragen bezüglich der Medikamente geben könnten ( Wirkung, Nebenwirkung, Wechselwirkung etc. ) Wie kommst Du darauf? Durch langjährige Beobachtung und Diskussionen diesbezüglich. Da werden, weil der Bewohner Novalmin im Bedarf hat -natürlich genau aufgeschlüsselt, wieviel Tropfen, wie oft max. in 24 h.-
dem Bew. auch verabreicht, weil er über Kopfschmerzen klagt. Da werden Hypertonikern Medikamente verabreicht, die den RR weiter steigen lassen.
Das alles völlig kritiklos, weil wohl, was kann es für einen anderen Grund geben, völlig ahnungslos. Wenn ich mich dann mit den Ärzten freundlich auseinandersetze, hören mir die Kolleginnen ganz gespannt zu, können aber kaum nachvollziehen, was da besprochen wird. Wie gesagt, ich frage ja nach und stelle eine solche Behauptung nicht einfach auf.

Das kann ich so absolut nicht stehen lassen, weil unser Wissen im Bereich der Medikamtenlehre weit über das Grundwissen hinausgeht, zudem beschäftigen wir uns doch tagtäglich auch damit und es wäre schlimm, wenn wir über das was wir tun keine Ahnung hätten. Dazu kommt ja auch noch die Erfahrungswerte und Bereitschaft uns auf diesem Gebiet immer wieder fortzubilden. Wir sind Spezialisten am alten Menschen und dazu gehört ein umfangreiches Fachwissen.

Glücksstern, lieber Glücksstern. Ich möchte hier nicht als einer gelten, der sich automatisch zu den verbleibenden 5% rechnet. Ich gebe ja zu, (schäm) dass ich sicher etwas übertrieben habe, was die 95% anbelangt.
Wenn ich meine Nase nicht ständig in die gelbe Liste stecken würde, hätte ich null Ahnung und müsste mich tatsächlich nur auf die Ärzte und deren Wissen verlassen. In meinem Kurs hatten wir vor 10 Jahren gerade mal 21 Stunden Medikamentenlehre. Da habe ich noch nicht einmal Grundwissen vermittelt bekommen. Alles das habe ich mir in meiner Freizeit oder vor Ort im Bedarfsfall aneignen müssen. Darüber beklage ich mich auch nicht. Aber wie viele machen das denn? Du weißt, dass ich Dein Fachwissen, Deine Courage und Deine Menschlichkeit sehr schätze. Dass Du Spezialistin am alten Menschen bist, ist mir auch bewußt. Ich staune ja manchmal auch wieviel Fachwissen hier im Board zutage kommt. Meine Erfahrungen mit Kolleginnen und Kollegen bezüglich Medikamente sieht da anders aus. Und ich meine dies wirklich nur in Bezug auf Medikamente. Ich schlage nicht verbal auf meine Kollegen ein, bitte nicht falsch verstehen, aber im Bezug auf Medikamente sehe ich gegenüber dem Krankenpflegepersonla schon Defizite. Das andere unterschreibe ich Dir unbesehen.

Ich hoffe, dass ich Dich falsch verstanden habe oder nicht richtig interpretiert.

Leider nicht, Du Gute, so sind meine Beobachtungen im engen Wirkungskreis und ich möchte dies nicht verallgemeinert wissen.


Liebe Grüße Glücksstern
(Oh man, es wird Frühling, die Sonne scheint hier wie verrückt ):happy:
Übrigens habe ich mich gewundert, warum nicht früher auf diese Provokation reagiert wurde.

Liebe Grüße Detlef
 
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