Unterschriftenaktion DbfK und Verdi

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Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
Aber ist hier jemand wirklich überzeugt dass so etwas unter die Kategorie "Druck erzeugen" fällt? Das ist eher mal ein zaghaftes Melden und sagen: "wir sind viele".
Hi Max,

das einem hier das regelrechte Druckmittel - nämlich eine letztendlich durchführbare Konsequenz - fehlt, sehe ich ganz ähnlich. Nichts desto trotz beginnt jede Veränderung in den Köpfen der Menschen; und da muß der Umstand bzw. die Information leider erstmal hin. Man kann also auch sagen, hier geht es in erster Linie erst einmal um Populismus im Sinne von Popularität der Problematik. Und erst im zweiten Schritt haben Veränderungen dann irgendwo auch eine Chance, wenn der Bürger sich dem Thema animmt und dem gegenüber auch sensibler wird.

Wir kennen es doch alle - solange niemand öffentlich macht, was da schief läuft und welche Auswirkungen das hat, so lange wird auch niemand an den verantwortlichen Stellen etwas daran ändern.

Da fällt mir dann nur noch der sarkastische Satz ein: "Wir sind Deutschland!"

Ja, ja.. :ermm:

Gruß,
Christian
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
Z

Zischi

Mitglied
Basis-Konto
Schließe mich da Christian´s Meinung an, es muss erst mal in den Köpfen präsent werden. Der Frontal 21 - Bericht war für mich sowas wie ein Startschuss (endlich ist das Thema zur Prime Time in der breiten Öffentlichkeit angekommen). Die Aktion jetzt finde ich mehr als gut, es liegt jetzt, wie hier des Öfteren erwähnt, an jedem Einzelnen: unterschreiben, Links weitersenden, Unterschriftenlisten ausdrucken, Poster aufhängen, Flyer verteilen usw.
Was wird rauskommen? Wer dass genau sagen kann ist ein Prophet. Lasst uns erstmal anfangen und die Sache auf den Weg bringen!
Hab natürlich ebenfalls brav unterschrieben und den Link weitergesendet!

Schöne Grüße aus Österreich!
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, Bildungsreferent
Fachgebiet
Erwachsenenbildung im Gesundheits- und Sozialwesen, Ambulante Pflege
Weiterbildungen
Deutsches Netzwerk Primary Nursing
André Gottlieb

André Gottlieb

Mitglied
Basis-Konto
Hallo,
ich finde es klasse, dass jetzt viele bereit sind in den Berufsverband einzutreten! Damit wird die Finnland-Aktion für mich wahrscheinlicher. Nur wenn ein Berufsverband viele Mitglieder hat kann er auch mit einer starken Stimme sprechen. Ich bin ja viel auf Schulungen unterwegs, und spreche dann gerne aktuelle Entwicklungen in der Pflege an.

Es ist zwar einerseits erschreckend, dass "meine Schüler und Schülerinnen"" nicht wissen, wo sie Informationen (Prüfungsrichtlinien, Expertenstandards...) herbekommen und das es auch Berufsverbände für die Pflege gibt. Auf der anderen Seite finde ich es klasse, wenn ich zu einer Folgeschulung komme und dann einige davon tatsächlich in den DBfK eingetreten sind, oder sich die entsprechenden Unterlagen besorgt haben.

Da gebe ich Zische recht: Mühsam aber stetig nährt sich das Eichhörnchen!

Ich will hier nur noch kurz auf den "MLP-Gesundheitsreport 2007" aufmerksam machen: Allensbacher Bericht Nr. 18/2007
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewirt, Pflegewissenschaftler
Fachgebiet
Student
C.Tina

C.Tina

Mitglied
Basis-Konto
30.01.2006
25489
Hallo alle zusammen,

ich habe natürlich auch schon unterschrieben und etliche eMails verschickt :eek:riginal: :thumbsup2:


LG,Tina
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin
Fachgebiet
Senioren - und Pflegeheim
Weiterbildungen
Arbeitsgruppe Palliative Care
A

Altenpflegel

Aktives Mitglied
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26.11.2006
50735
Hallo zusammen,

natürlich ist es hilfreich eine möglichst große Öffentlichkeit zu gewinnen.

Die Frage ist nur wofür? Was sind die ganz konkreten Ziele der Kampagne? Sowohl der Aufruf, als auch die Pressemitteilung halten sich hier bemerkenswert allgemein.

Was also will ver.di (ich gehe davon aus, daß ver.di nicht eine Nebenrolle, sondern die Hauptrolle haben will)? Was also sollen wir unterschreiben?

Mehr Aufschluß gibt möglicherweise der Artikel "Pflege ohne Kräfte" aus der aktuellen Novemberausgabe der "ver.di Publik":

Angemahnt wird hier eine breitere Finanzierung der Pflege. Favorisiert wird die sogenannte Bürger/innenversicherung, ein Modell der SPD, die diese vor dem Eintritt in die große Koalition vertrat, was insofern als überlebt erscheint, und zu dem die Autorin anmerkt: "Doch das Modell der Bürger/innenversicherung ist derzeit politisch nicht mehrheitsfähig".
Man darf sich vorstellen, welche Begeisterungsstürme ein solches Modell in der Öffentlichkeit entfachen wird; damit gewinnt man die SPD, die Bundesregierung und die gesamte Bevölkerung gleich mit - und zwar als Gegner.

Genauso populistisch- einnehmend ist folgende Feststellung: "Wir brauchen als unterstes Auffangnetz dringend die Ausdehnung des Entsendegesetzes auf alle Branchen und einen gesetzlichen Mindestlohn". Damit soll die 24 h- Pflege in Haushalten durch legale/illegale "Pflegekräfte" aus Osteuropa unterbunden werden. Die Konsequenz wäre, daß das Erbe futsch ist - Haus, Erspartes und sonstige Vermögenswerte müßten zu Gunsten einer ambulanten oder stationären Pflege veräußert werden. Spätestens hier dürfte der Aufschrei der Bevölkerung unüberhörbar, und jegliches Verständnis für die Pflege aufgegeben werden.

Was bietet ver.di sonst noch?

"dass Pflegende angemessen tariflich bezahlt werden - das sind zwischen 2000 und 2500 Euro brutto im Monat."
Ver.di scheint also schon im Vorfeld irgenwelcher Verhandlungen damit zufrieden zu sein, daß das Durchschnittseinkommen der Pflegenden auch weiterhin unter dem Durchschnittseinkommen Deutschlands liegt.

"(...) genug gut aus- und fortgebildete Fachkräfte (...). In einem Heim sind dies mindestens eine Pflegefachkraft für zwei Pflegebedürftige. "(...) eine aufwandsgerechte verbindliche Personalbemessung (...).
Was aber, wenn die nicht festgezurrte, und damit evtl. "weiche" Personalbemessung ergibt, daß eine Pflegefachkraft auch drei, vier, fünf ... Pflegebedürftige versorgen kann? Dann weiter wie gehabt.

Zu den Arbeitsbedingungen sagte der Artikel nichts - außer, daß sie schlecht sind; Lösungen finden sich demgemäß nicht.
Lösungen finden sich wohl auch eher mit den Arbeitgebern, denn mit der Bundesregierung.
Wer interne Arbeitsbedingungen oder Entgelt verändern will, muß mit den Arbeitgebern sprechen, so wie es z. B. die GDL versucht.

Da ver.di aber offenbar nur mit der politischen Ebene sprechen will, geht es hier wohl nur am Rande um ein Mehr an Personal, Verdienst oder interne Arbeitsbedingungen.

Vielleicht gelingt es ja aber dem einen oder anderen ver.di- Mitglied Genaueres zu erfahren. Ansonsten bleibt nur mitmachen, denn z. Z. gibt's nichts Anderes.

Grüße, Altenpflegel
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Langzeit- Pflegeheim für körperbehinderte, junge Menschen; PA
R

Rosi S.

Unterstützer/in
Basis-Konto
14.12.2005
München
Liebe Altenpflegel, deine Nächte sind aber lang!Hoffentlich schläfst Du jetzt wenigstens gut
@ alle: Durch die Privatisierungen gibt s nunmal nicht mehr "die Arbeitgeber" . Viele sind aus dem Tarif heraussen, viele nicht mehr beim öffentlichen Dienst beschäftigt, viele nicht mal in einem Arbeitgeberverband. Also würde die Diskussion mit den AG nicht viel bringen, weil man die nie unter einen Hut bringt. Ausserdem geht es ja um eine Aufwertung des Berufsstandes auch in der Bevölkerung!!! Und um einen Aufschrei oder auch Hilferuf des PP, der doch am AG einfach abprallt, aber von der Regierung zumindest angehört werden muss, besonders, wenn öffentliches Interesse besteht, und das können wir mit vielen Unterschriften unterstützen.
 
Qualifikation
Krankenschwester, PA
Fachgebiet
Berufsfachschule
wernecla

wernecla

Mitglied
Basis-Konto
26.03.2007
32427
Unterschrieben und an Schüler verteilt- Ehrensache.
Ich finde es wichtig und längst überfällig erst einmal zu demonstrieren:
1.) Wir sind viele
2.) es reicht- wir können und wollen so nicht mehr arbeiten (Das tolle der Bund [statistische Bundesamt liefert Zahlen ]= kein bloßes Gejammer !!!)
3.) Schritte werden folgen....

A) Klare Forderung = Personalmindestbesetzung...
Zu der Frage des richtigen Ansprechpartners:
Pflegesatzverhandlungen = Qualitätsanforderungen = Überwachung durch Länder (Aufgabenbereich) und natürlich KV.
Arbeitgeber ist meiner Meinung nach nicht der richtige, erst als letztes Glied in der Kette.
(siehe auch Übersichtsgrafik) ist schwer zu lesen.
Fakt ist das die Länder sowohl einen Sicherstellungsauftrag über die Krankenversorgung gegenüber den Versicherten (Wähler) haben.
Aufsichtspflicht über die Krankenversicherungen der einzelnen Länder (wenn diese den Bogen bei den DRG´s zu sehr überspannen, unlauterer Wettbewerb...)
Und natürlich mit dem Krankenhausplan einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung "leisten".
Deshalb denke ich ist die Landesregierung sehr wohl der richtige Ansprechpartner.
Die Grafik stammt aus Busse,R und Riesberg,A.
"Gesundheitssystem im Wandel" http://www.euro.who.int/document/e85472g.pdf
im Auftrag der WHO.


 

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Qualifikation
Diplom Pflegepädagoge
Fachgebiet
krankenpflegeschule
D

dr.poops

ich bin nun mit einem satten stapel unterschriftenlisten in den nachtdienst geknattert (finde das effizienter mit den listen, denn dann spricht sich das fixer herum und die kollegInnen diskutieren auch darüber - es haben auch einige ärztInnen unterschrieben:wink:). witzig fand ich dann die reaktion eines kollegen, der seit einiger zeit im betriebsrat sitzt, der seinerseits nie müde wird, auf jeder noch so kleinen veranstaltung für den eintritt bei "ver.di" zu werben. "warum weiß ich von der aktion denn nichts?" fragt der mich. mich. bin ich im betriebsrat oder der? hoho. auf jeden fall sind die zettel schon reichlich voll und ich druck jetzt gleich noch eine aus, damit meine freundInnen da auch unterschreiben. dr.poops
 
André Gottlieb

André Gottlieb

Mitglied
Basis-Konto
Hallo, ich als alter Besserwisser habe die Grafik als PDF erstellt, damit das besser zu erkennen ist.

Mich freuen Eure Aktionen und Reaktionen!

Vielleicht wird dann etwas daraus,
mfg
A.G.
 

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Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewirt, Pflegewissenschaftler
Fachgebiet
Student
André Gottlieb

André Gottlieb

Mitglied
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Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewirt, Pflegewissenschaftler
Fachgebiet
Student
A

Altenpflegel

Aktives Mitglied
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26.11.2006
50735
Hallo Rosi S,
Liebe Altenpflegel, deine Nächte sind aber lang!Hoffentlich schläfst Du jetzt wenigstens gut
:laughing: Danke für deine Sorge um meinen Nachtschlaf; sei beruhigt - im Urlaub geht sowas schon mal.
Durch die Privatisierungen gibt s nunmal nicht mehr "die Arbeitgeber" . Viele sind aus dem Tarif heraussen, viele nicht mehr beim öffentlichen Dienst beschäftigt, viele nicht mal in einem Arbeitgeberverband. Also würde die Diskussion mit den AG nicht viel bringen, weil man die nie unter einen Hut bringt.
Glaub ich schon, da die "Privaten" ja sicherlich nicht mit schlechteren Arbeitsbedingungen werben wollen und daher wohl mitziehen müßten.

LG Altenpflegel
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Langzeit- Pflegeheim für körperbehinderte, junge Menschen; PA
R

Rosi S.

Unterstützer/in
Basis-Konto
14.12.2005
München
Unsere AG werben zur Zeit garnicht, es gibt bei uns (noch) viele GuKp, die nach der Ausbildung keinen Job haben. Ausserdem gibt es viele Ortsgebundene im ländlichen Raum, die nicht die große Auswahl haben. Und man überlegt sich jeden km mehr bei diesen Spritpreisen. Glaub mir, unsere AG können sich ihre Mitarbeiter aussuchen! Wir sind auch im Grenzgebiet, also können wir eh nur in eine Richtung.
Trotzdem hoffe ich, dass du recht hast!
 
Qualifikation
Krankenschwester, PA
Fachgebiet
Berufsfachschule
wernecla

wernecla

Mitglied
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26.03.2007
32427
Hi Rosi
heißt das nicht Hakuna Matata
" es gibt keine Probleme" ?
 
Qualifikation
Diplom Pflegepädagoge
Fachgebiet
krankenpflegeschule
R

Rosi S.

Unterstützer/in
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14.12.2005
München
@wernecla: Ich hab das wo abgeschrieben, aber frag mich nicht mehr wo. Werde das mal recherschieren!
 
Qualifikation
Krankenschwester, PA
Fachgebiet
Berufsfachschule
L

Lisy

Ach ihr Lieben,
wieso verteufelt ihr immer alle privaten Anbieter, ich zahl übertariflich und hab den Aufruf auch schon ausgehängt.
gruß Lisy
 
A

Altenpflegel

Aktives Mitglied
Basis-Konto
26.11.2006
50735
Hallo wernecla,

natürlich haben Bundesregierung und Landesregierungen die von dir angeführten Kontroll- und Regulierungsmechanismen - nur werden sie nicht eingesetzt um Besserung zu schaffen.
Man möchte die Pflege nicht subventionieren, sondern sie sich "gesund- schrumpfen" lassen, um die Sozialkassen und die Regierungshaushalte zu schonen.

Daß man dieses Denken mit Unterschriften und Überzeugungsarbeit ändern kann, kann ich mir einfach nicht vorstellen.

Sehr gut vorstellen, kann ich mir dagegen, daß eine weitere Erhöhung des Kostendrucks auf die stationäre und ambulante Pflege mittels durchgesetzter Forderungen nach Personal-/ Einkommenserhöhungen und besseren Arbeitsbedingungen die Schmerzgrenze der Träger überschreitet.
Die nachfolgenden Schmerzschreie werden bis in die höchsten Etagen der Regierungen gehört werden. Ich glaube erst dann - aber dann ganz bestimmt - wird ein Nachdenken über eine breitere Finanzierung der Pflege einsetzen.
Auch deshalb halte ich die Arbeitgeber für die geigneteren Ansprechpartner.

3.) Schritte werden folgen....
Der letzte Schritt wäre wohl der Arbeitskampf; und gegen wen richtet er sich? Eben, gegen den/die Arbeitgeber.

Gruß, Altenpflegel
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Langzeit- Pflegeheim für körperbehinderte, junge Menschen; PA
Thomas aus Aachen

Thomas aus Aachen

Mitglied
Basis-Konto
Die verdi-Betriebsgruppe am UK Aachen unterstützt voll und ganz diese Aktion.
Zuerst haben wir im Haus die Flyer verteilt und dann in einer zweiten Aktion vor dem Haus Unterschriften gesammelt. Dazu haben wir die Plakate auf DIN A 1 hochkopiert und ein Transparent gemalt "www.uns-reichts".
Die Resonanz war klasse, von KollegInnen, PatientInnen, BesucherInnen, und selbst Ärzte haben unterschrieben.
Leider ging die Aktion nur knapp eine Stunde, da wir dann vom Kaufmännischen Direktor vertrieben wurden, da die Aktion nicht genehmigt sei und er verwies auf sein Hausrecht.
Wir werden weitermachen....
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Psychiatrie
C

christ

Mitglied
Basis-Konto
22.01.2007
66571
Wo kann man denn nachgucken, wieviel Unterschriften bisher gesammelt
wurden ?

Gruss
christ
 
Qualifikation
Stationsleitung, Fachwirt im Sozial-und Gesundheitswesen IHK
Fachgebiet
Klinik
R

Rosi S.

Unterstützer/in
Basis-Konto
14.12.2005
München
Qualifikation
Krankenschwester, PA
Fachgebiet
Berufsfachschule
S

Surrogat

„Uns reicht’s!“

Unterschriftenkampagne gegen Stellenabbau und unzumutbare Arbeitsbedingungen zeigt Wirkung.

Unterschriftenkampagne des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) e. V. und Vereinter Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sammelt in vier Wochen über 20.000 Unterschriften / Gewerkschaft und Berufsverband machen auf unerträgliche Pflegesituation während der Feiertage aufmerksam.

Berlin, den 20. Dezember 2007

Die Protestkampagne „Uns reicht’s!“, mit der sich der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e.V. und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), mit Unterstützung des Deutschen Pflegerates, gemeinsam gegen Personalabbau und unzumutbare Arbeitsbedingungen in der Pflege wenden, zieht eine erste Bilanz: Seit Ende November haben sich online auf www.pflege-uns-reichts.de und den ersten, in Kliniken und Heimen ausliegenden Unterschriftenlisten über 20.000 Pflegekräfte in ganz Deutschland eingetragen. Überall im Land entstehen kleine und größere Initiativen, in denen Pflegekräfte sich gegen ein Kaputtsparen ihres Berufs wehren. Sie machen damit nachdrücklich auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der deutschen Pflege aufmerksam und stellen konkrete Forderungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen zum Wohle von pflegebedürftigen Menschen und Mitarbeitern. Ziel der Kampagne ist es, die gesammelten Unterschriften an die Bundesregierung zu übergeben.

„Der Start unserer Kampagne ist geglückt“, sagte Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des DBfK e.V., heute in Berlin. „Der bisherige Rücklauf und die vielen Anrufe und Gespräche mit Pflegekräften aus Krankenhäusern, ambulanten Pflegediensten und Heimen zeigen uns, dass wir eine unerträgliche Situation publik gemacht haben. Gerade während der Feiertage leiden Patienten, Heimbewohner und Pflegekräfte ganz besonders unter dem hohen Zeitdruck und der katastrophalen Personalsituation, viele sehen Weihnachten und dem Jahreswechsel mit großer Sorge entgegen.“

Ellen Paschke, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand, sagte zum bisherigen Verlauf der Unterschriftenaktion: „Unsere Mitglieder setzen sich vor Ort mit großem Engagement für die Kampagne ein, so dass wir die Aktion in den kommenden Wochen ausweiten und in vielen Bundesländern noch intensiver gestalten werden. Wenn wir heute nicht Alarm schlagen, werden wir morgen in Deutschland keine qualitativ ausreichende Pflege mehr haben. Mit Stellenabbau und unerträglichen Arbeitsbedingungen muss jetzt Schluss sein!“





Der deutschen Pflege droht nach Auffassung des Berufsverbandes und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft nach einem jahrelangen Arbeitsplatzabbau angesichts des kontinuierlich steigenden Pflegebedarfs der Zusammenbruch. Die Arbeitsbelastung der Pflegekräfte ist heute in allen drei Kernbereichen der Pflege – Krankenhäuser, stationäre Altenhilfe sowie ambulante Pflege – nicht mehr zu bewältigen und unzumutbar. Ursachen für die Krise sind neben dem Pflegepersonalabbau bei gleichzeitig steigendem Pflegebedarf auch höhere Patientenzahlen und der Anstieg pflegeintensiverer, u. a. chronischer Erkrankungen wie z. B. Demenz. Die Situation wird durch den zunehmenden Einsatz von nicht-ausgebildeten Hilfskräften und eine Aufweichung gesetzlicher Bestimmungen zur pflegerischen Mindestausstattung verschärft. Obwohl diese Entwicklungen seit Jahren bekannt sind und aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland künftig bedeutend mehr Pflegekräfte benötigt werden, baut man gleichzeitig die Ausbildungsplätze für Pflegefachkräfte weiter ab.

Forderungen der Pflegekräfte an die Bundesregierung.

Angesichts der unzumutbaren Bedingungen in der Pflege stellen der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mit ihrer Unterschriftenkampagne diese Forderungen an Gesellschaft und Politik:

Patienten und Pflegekräfte haben ein Recht auf eine Personalausstattung in allen Versorgungsbereichen, die eine qualitativ hochwertige und dem Bedarf angemessene pflegerische Versorgung gewährleistet.
Die Pflege benötigt verpflichtende analytische Personalbemessungsverfahren zur Sicherstellung dieser Personalausstattung.
Pflegefachkräfte verdienen eine Vergütung, die den Anforderungen und Belastungen ihrer Tätigkeit angemessen ist.
Die Kampagne setzt sich für Arbeitsbedingungen ein, die es möglich machen, den Pflegeberuf wieder mit Freude und Stolz – und möglichst ein Leben lang auszuüben.
Pflegekräfte sind keine Lückenbüßer und Dispositionsmasse für ungeliebte Tätigkeiten anderer Berufe.
Die Pflegenden in Deutschland erwarten Respekt und Anerkennung für die Leistung, die sie für den Behandlungserfolg erbringen.
DBfK und ver.di fordern die Bundesregierung auf, sich endlich aktiv für die dauerhafte Sicherstellung der pflegerischen Versorgung in Deutschland einzusetzen.
Weitere Informationen:

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V.
Salzufer 6, 10587 Berlin
Telefon: 030/219 157 0
Telefax: 030/219 157 77
Mail: dbfk[at]dbfk.de
Web: DBfK - Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bundesverwaltung - Fachbereich 3: Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
Telefon: 030/69 56 18 30
Telefax: 030/69 56 31 41
Mail: gerd.dielmann[at]verdi.de
Web: ver.di: Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
 
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