unterbesetzter Spätdienst

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Schwester_Funny

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16.06.2008
60311
Hallo zusammen!

Ich muss einfach mal was loswerden.

Unser Pflegeheim ist vor kurzem umgezogen in ein neues haus, mit noch mehr betten natürlich, ENDLOOOOOOOOOS lange Gänge zum laufen und 2 Pflegekräfte für momentan 27 Bewohner im Spätdienst!

Bis zum 01.07. werden es ca. 31 auf unserer Etage!

Ich habe momentan die ganze woche Spätdienst zu zweit!:mad_2:

Es ist kaum machbar sich um die Bewohner vernünftig zu kümmern. Einige wollen gerne mal baden, aber es ist unmöglich zu schaffen. Wir haben auch einige schwere Leute dabei die Tagsüber im Rollstuhl sitzen und nichts mehr selber machen können. Wir heben sie ins Bett, wir heben sie auf die Toilette nur damit es schneller geht.

Ich habe Blasen an den Füssen, kann nur noch meine Rückenschmerzen mit Tabletten aushalten, Pausen können wir überhaupt nicht machen.

In der Mitarbeiterbesprechung wird gesagt, wenn das Haus voll ist bekämen wir mehr personal und sogar Alltagsbegleiter.

Wir arbeiten also seit einem Monat mit der gleichen Anzahl an Pflegekräfte wie damals, aber jetzt mit wesentlich mehr Bewohnern.

Wie ist das bei euch?

Ich finde, das ist menschenunwürdig, und man darf sich nicht wundern wenn immer mehr krank werden weil sie nicht mehr können.
 
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Altenpflegehelferin
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Plege
R

romana

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21.02.2008
Ostrach
Hallo Schwester Funny !

Als allererstes setzt Ihr Euch hin, und schreibt eine Überlastungsanzeige (ÜA)!!!!!!!
Ihr seid sonst nämlich mithaftbar, wenn etwas passiert, der AN muss bei bekanntwerden einer möglichen Gefährdung den AG darauf hinweisen.

In dieser Überlastungsanzeige muss drin sein:

-Sachverhalt der Beanstandung
-seit wann der Mangel besteht
-ob der Mangel schon früher angezeigt wurde(von/am/an)
-befürchtete Folgeschäden ( Personal + Bewohner)
-dem Mangel kann abgeholfen werden durch..(ist nicht zwingend)

Diese ÜA sollte von mehreren Pflegepersonen unterschrieben werden und zwecks Nachweis des Eingangs beim Empfang schriftlich bestätigt werden.

Ob sich dann am nächsten Tag etwas ändert, wage ich zu bezweifeln, aber Ihr seid aus der Mithaftung raus und der AG ist in der Pflicht zu handeln.

Dann würde ich nur die Aufgaben machen, die unbedingt nötig sind für die Bewohner. Keine Zeit für Dokumentation ? Schriftlicher Vermerk darüber und sein lassen !
Keine Zimmer putzen ,aufräumen, ....
Auch die Angehörigen können auf Nachfrage ,warum die Mutter so fettige Haare hat an die Heimleitung verwiesen werden, die zu wenig Personal bereitstellt !
Am besten jeden Tag aufschreiben in Form eines Protokolls oder ÜA, was nicht gemacht werden kann oder nur unter Nichteinhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Pause !

Seid mal richtige Erbsenzähler und schreibt jede nichtgemachte Pause auf, jede zusätzliche Minute.

Nützen diese Maßnahmen alles nichts, bleibt noch die Anzeige bei der Heimaufsicht, kann auch anonym gemacht werden.

Tut mir echt leid, dass Ihr unter solchen Bedingungen arbeiten müsst, aber wenn Ihr Euch nicht wehrt, wird das über kurz oder lang immer wieder passieren !

Viel Glück , schreib mal, wie's weitergegangen ist .

LG
Romana
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
QMB
Weiterbildungen
Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
B

Brain

Hi!..bei uns ist auch so ähnlich( 24 Bew.--2 PKs im Spät.)

ich glaube, wir müssen das echt mal machen so´n überlastungsantrag schreiben.....!!!!!

warum taut man sich nur nicht so?!...ich hoffe das es bei euch besser wird!!!

GLG Brain:eek:riginal:
 
R

romana

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21.02.2008
Ostrach
Ja warum traut man sich nur nicht so ?Weiss ich auch nicht, habe aber eine Ahnung. Erst mal ist es ein zusätzlicher Aufwand, ist schwierig unterzubringen wenn man sowieso die Arbeit nicht schafft. Dann sollte jemand den Entwurf zu Papier bringen, ist auch nicht jedermanns Ding, obwohl wir doch täglich Berichte schreiben, abgesehen davon wird das auch kein Deutschaufsatz, für den man Noten bekommt. Dann ist da noch die Angst vor Repressalien des AG's, die aber unbegründet ist, wenn man mehrere MA einbezieht.Außerdem setzt es voraus, dass man sich mit der Sache auseinandersetzt und überlegt, was Abhilfe schaffen könnte und welche Veränderungen nötig sind. Damit, dass der AG vielleicht eine zusätzliche Kraft einstellt, ist es meist nicht getan und der AG will schon genau wissen, ob man alle Möglichkeiten zur optimalen Nutzung aller Ressourcen schon ausgeschöpft hat. Und eben den Aufwand scheuen viele. Aber seid sicher, auch für den AG bedeutet es eine Auseinandersetzung, da er besser als die meisten seiner MA heißt, was in einem Haftungsfall auf ihn zukommt.Und wenn diese Sache publik wird, der Eindruck nach außen ist ja sooooo wichtig !!!

Also traut Euch doch, frei nach dem Motto : Schlimmer kann's eh nicht werden !

LG
Romana
 
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S

Schwester_Funny

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16.06.2008
60311
Guten Morgen!:eek:riginal:

Also erstmal danke für eure Antworten!

Als ich gestern in den Spätdienst kam, erfuhr ich das mangels Pflegekräfte unser PDL im Frühdienst einspringen musste!

Er hatte 5 Leute gewaschen und war danach fix und fertig, nassgeschwitzt und konnte nicht mehr.

Und WIR? Wir müssen das jeden Tag machen, und nicht 5 Bewohner sondern meistens pro PK 10 Bewohner !!!!:spinner:

Ich habe mich richtig gefreut das er das mal miterleben konnte! :laughing: :thumbsup2:

Heute soll wieder ein neuer Bewohner kommen und am Montag der nächste.

Ich habe mit Müh und Not noch geschafft das Zimmer für den neuen Bewohner fertig zu machen, sonst hätte er auf ner latexmatraze schlafen können.

Auf Nachfrage an PDL wurde uns erneut mitgeteilt das im August mehr Personal kommen würde. Sollen wir uns mal darauf verlassen???:innocent:

LG:mad_2:
 
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Altenpflegehelferin
Fachgebiet
Plege
R

romana

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21.02.2008
Ostrach
Nur das geschriebene Wort zählt !Alles andere kannst Du vergessen !
Hier wird auf Eure Kosten und der Eurer Gesundheit Gelder für Personal gespart, das schon da sein sollte, und nicht erst im August !
Und überlegt mal, da ist Urlaubszeit, wer lernt Personal ein ?

Ich hätte das Zimmer nicht vorbereitet sondern schriftlich in Form einer ÜA formuliert, dass solche Zusatzaufgaben bei der personellen Besetzung schlicht nicht zu schaffen sind ohne Abstriche bei der Versorgung der Bewohner. So eine Aufgabe wie Zimmer vorbereiten und Reinigen kann durchaus delegiert werden an pflegefremdes Personal z.B. Hausmeister, Reinigungspersonal.
Schließlich ist die Aufnahme ja der Leitung vorher bekannt, dann hat sie auch Zeit zum Organisieren.
Vorausgesetzt, die PDL weiss um Eure Not und ihr habt Eure Überlastungsanzeigen gemacht.

Viel Glück weiterhin, nicht locker lassen !

LG
Romana
 
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Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
G

gabriel_1_9_8_1

Neues Mitglied
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28.06.2008
35232
Meinen Gruß.
Es ist vor allem wichtig, dass die Kollegen nach der Abgabe der Überlastungsanzeige weiterhin zusammenhalten.
Vor einigen Jahren hatte eine ehemalige Kollegin über die Zustände im Tagdienst ebenfalls eine Überlastungsanzeige an die Heimleitung geschrieben (zu wenig Pflegekräfte bei einem hohen Pflegeaufwand -> Tracheostoma, Demenz, MRSA usw.)
Am Anfang haben viele Kollegen sie unterstützt, nur wolte dann niemand mehr eine Unterschrift leisten. Sie unterschrieb als Einzige und kam den ganzen Ärger der Heimleitung ab. Natürlich haben dann die :bae: "netten Kollegen" :mad_2: behauptet, davon nie etwas gewusst zu haben.
Leider war ich zu dieser Zeit im Urlaub und konnte so nicht eingreifen. Erfahren habe ich es auch erst später.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Stationäre Altenpflege
L

lealine

Neues Mitglied
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29.06.2008
63584
Hallo,
das alles kommt mir bekannt vor. Ich bin als einzige Fachkraft für ca. 36 Bewohner zuständig mit 2 PH, zumal die eine MA um 12 Uhr Feierabend hat. Pause ist nicht einzuhalten,bin für alles Verantwortlich laut PDL(Dekubitus usw.)Bin zuständig für 4 PEG Anlagen, 12 Insulin Injektionen,Mediausgabe für 36 Bew.sowie bei 13 Bew. die GP.TTTTOOOOOOLLLL. Jeder MA beschwert sich,ich würde gerne handeln,jedoch machen die Kollegen dann einen Rückzieher,aber davon wird es auch nicht besser.Jedes mal Einspringen durch Krankheit macht langsam den Job nicht mehr Aktraktiver für Leute die diesen noch erlernen wollen.
Vielleicht habt Ihr ja eine Anregung auch vielleicht zw. Weiterbildung in der Altenpflege da ich nicht nur "waschen und waschen und waschen" möchte.
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Altenpflegeeinrichtung
S

safra

Mitglied
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07.04.2008
82319
Hallo Kollegen
Bei uns herschen ähnliche Zustände.34 Bew. 1 Fachkraft und APH sind im Spätdienst.Uns wird dann erzählt das wir eh zuviel Leute sind .Aufgaben gibt es genug im Spätdienst ,da wir auch noch zusätzlich das Abendbrot für die Bew machen müssen wird es schon manchmal eng.Dann kommt es darauf an mit wem hat man Spätdienst .Manche APH oder PHK stellen sich stur und machen nur das was sie auch müssen oder ziehen ihr eigenes Ding durch das heißt die machen nur die Bew. die sie meinen machen zu wollen und dann gehen sie um 20 Uhr nach Hause.Zwischendurch machst du noch Visiten und den ganzen Papierkram + Bew ins Bett bringen.Wenn du Feierabend hast bist du kaputt.Bei uns wird sich nichts ändern somit mach ich nur noch das was ich schaffe und nach mir die Sinflut.Anders geht es leider nicht und Einspringen ne das seh ich nicht ein um den Dauer Notfall meines AG zu unterstützen :spinner: .Wenn wir ne Überlastungsanzeige starten würden ziehen nicht alle mit und zudem müssen wir dann zum Gespräch beim Chef des sieht er als Aufhetzung des Personals.Da sag ich nur die spinnen bei uns:spinner:
Liebe grüße an alle
safra
 
Qualifikation
Weiterbildung zur gesundheits und Pflegeberater
Fachgebiet
TÜV
F

falcrum29

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23.04.2007
10178
Hallo an alle

Tja da haben wir es wieder ... das Grundübel für die Altenpflege ... kein Zusammenhalt .... nix organisiertes. Bei uns höre ich dann auch immer .... "aber die ARMEN Bewohner" die müssen doch mal dies und die müssen doch mal das. Mag ja sein ... aber dazu benötigt man halt etwas Personal. Ich habe abgelehnt im SD jemanden zu Duschen oder Zu Baden.Da ich als einzige Fachkraft im Notfall sofort präsent sein muss fällt das schon mal aus.Und wie andere schon sagten arbeite ich nach dem Prinzip der Priorität. Also zuerst die Behandlungspflege ... Medikamente Insulin usw. , dann kommt Nahrung und Lagerung. zum Schluss das in's Bett bringen,.Alles andere kommt wenn noch Zeit ist.
Was mich ärgert sind die "netten" Pflegeleitbilder .. der Mensch steht im Mittelpunkt ....phaaa ... das könnte ja den Eindruck erwcken das wir ... die MA keine Menschen sind ... denn wir stehen wohl eher selten im Mittelpunkt.Dabei ist die rechnung eigendlich ganz einfach ..... zufriedene MA ... gute Arbeit ... gute Arbeit gute Auslastung der Einrichtung ..... gute Auslastung ... guter Ruf .... sprich Spass an der Arbeit .... weniger Krankschreibung .... weniger Stress ... mehr bereitschaft auch mal etwas mehr zu machen ....zufriedene Bewohner = weniger Aufwand weil sie besser drauf sind ...... Betriebsklima positiv .... zufriedene MA. Lernt jeder BWL Student im 1. Semester. Die scheinbare "einsparung" führt oft zum unökonomischen wirtschaften und zum Ruin.

Gruß falc
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Altenpfleger / Caritas
B

Brain

ja da haste echt recht mit dem Pflegeleitbildern...da steht echt tolles drinn..aber es ist schwierig in so einem zustand danach zu arbeiten, dat wissen wir alle:bae:

was mich nur voll anko.....ist, dass von manchen leuten das persönliche Motto lautet: "Schakka wir schaffen das!!!!"...egal wie schlimm die umstände sind ...also das bringt mich echt zum::mad_2: .....na ja...
 
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

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Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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