Unklare Pneumoniefälle

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solojess

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17.04.2006
65614
Hallo liebe Kollegen,

ich habe ein ganz großes Problem.

In den letzten Wochen sind vermehrt Bewohner an einer Pneunmonie erkrankt.
Fakten: Es ist immer ein und derselbe Wohnbereich betroffen.

Es waren überwiegend mobile Bew. die selbständig essen und trinken.

Alle Bewohner nehmen im selben Speisesaal ihre Mahlzeiten sitzend ein.

Keiner der Bew. hatte eine Erkältung oder sonstige Erkältungsanzeichen.

Es ist kein Bewohner mit einer PEG oder bettlägerig.

Die Pneumonie kommt sehr schnell, morgens geht es ihnen noch gut am Nachmittag dann auf einmal hohes Fieber und jedes Mal die Diagnose beginnende Pneumonie.

Wir machen uns riesen Sorgen, da wir uns dieses gehäufte Auftreten nicht erkklären können.

Vielleicht fällt euch irgendetwas ein ???



LG solojess
 
Qualifikation
PDL
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stat. Altenpflege
Weiterbildungen
PDL
QB
Studium "Pflegemanagement"
Borgi

Borgi

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15.09.2006
86647
Puuuhhh, da würde ich mich auch sorgen!

Sputum/Blutkulturen einschicken fällt mir ein...irgendein Erreger macht sich breit und man sollte wissen welcher.
Leitungswasser überprüfen.u.u.u. irgendwo muss er ja herkommen.
Jedenfalls würde ich Hygienefachleute heranziehen, wenn die Hausärzte nicht wissen oder sagen können, was derzeit bzgl. Virusinfektionen (klingt mir danach, bin aber nicht Fachfrau) los sein könnte und welche Massnahmen zu treffen sind.

Was Ihr aber tun könnt: akribische Händedesinfektion!

Würde mich freuen, mehr zu erfahren!

LG Petra
 
Qualifikation
Krankenschwester/Pain Nurse
Fachgebiet
Neurologie
A

Ameise

Aktives Mitglied
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Hallo Solojess,

wenn es das Leitungswasser ist - dann könnten es auch Legionellen sein. Der Erreger ist beim Betroffenen am besten aus dem Urin nachzuweisen. Wann sind denn das letzte Mal Wasserproben gemacht? Duschen die Bewohner? Wobei es auch beim Baden aus dem Brauseschlauch (beim Haare) waschen kommen kann. Ich bin immer noch beim Verdacht Legionellen.:idee: Ansonsten gibt es noch alle möglichen anderen Erreger - aber so plötzlich und vor allem bei mobilen Bew. ohne vorherige Anzeichen?

Halte uns mal auf dem Laufenden was Ihr so gemacht habt. Was sagt denn die Hygiene dazu?

Gruß Ameise
 
Qualifikation
HFK
Fachgebiet
gGmbH
S

Surrogat

Hmm...warum waren Legionellen nach der Schilderung auch das erste was mir zu diesem Thema eingefallen ist...Sparmassnahmen...Heiswasserboiler nicht mehr dauerhaft auf über 60 ° C eingestellt...Heizkosten so hoch...Leitungssystem veraltet...Sparmassnahmen....Neue Duschköpfe?...nein zu teuer....Sparmassnahmen...als hätte ich sowas schon 'mal gehört...

Naja, sei's 'drum - wenigstens ist der Erreger leicht zu identifizieren und therapieren.

Mehr Info's:

RKI Legionellose

Viel Erfolg,

Surrogat
 
M

matras

Hallo Solojess,

wenn Ihr in der Einrichtung den Eintruck habt die Fälle hängen miteinander zusammen (und das entnehme ich Deiner Ausführung) seit nach dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet das Gesundheitsamt hinzuzuziehen: § 6 (3) IfSG "...Dem Gesundheitsamt ist unverzüglich das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, als Ausbruch nichtnamentlich zu melden."
Es ist Aufgabe der Gesundheitämter die Ursache herauszufinden und Maßnahmen zu entwickeln die weiter Erkrankungen verhindern helfen.

Liebe Grüße Matras
 
D

dr.poops

Auf unserer Station sind in den letzten Wochen sämtliche Wasserhähne etc. ausgetauscht worden, weil wir ein verstärktes Aufkommen an Pseudomonas-Infektionen hatten und die betroffenen PatientInnen leider auch noch isoliert werden mussten. Ich glaube, bei euch ist es allerhöchste Eisenbahn und ich drück euch allen die Daumen, daß es ohne größere Probleme in den Griff zu kriegen ist! käthe
 
Morpheus

Morpheus

Mitglied
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06.10.2006
45897
Hallo Solojess,
erst einmal sehr gut das du im Forum dieses Problem schilderst, und hier nach Lösungen suchst. Die angegebenen Vorschläge sind zutreffend: Gesundheitsamt sollte über die PDL informiert werden, dies ist kein Zeichen von Schwäche sondern von gewissenhaftes Arbeiten mit Imungeschwächten Menschen. Als erstes solltet Ihr Euer Wasser überprüfen lassen, die Leitungen mehrere Minuten laufen lassen bevor Wasser entnommen wird, wenn möglich ABKOCHEN.
Aber es sollte auch der Erreger beim Personal gesucht werden, leider kommen immer noch MA zur Arbeit, die eigentlich ins Bett gehören.
Habt Ihr Krankheitsausfälle bei den Mitarbeitern ??

Sind die Bewohner in den letzten 2 Wochen gegen GRIPPE geimpft worden ??
Dies kann auch solche Erkrankungswellen auslösen.

Eine "Isolation" (nicht im Sinne IFG) des Wohnbereiches sollte in Erwägung gezogen werden, hier zumindest die Mahlzeiteneinnahme im gemeinsamen Speisesaal einschränken.
 
Qualifikation
RA; GuK (A+I), QMB, MPG-Beauftragter, Dozent im Gesundheitswesen
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AG: Notfallmanagement
AG. Medizinprodukte
AG: Qualitätsmanagement
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solojess

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Themenstarter/in
17.04.2006
65614
HAllo,
vielen Dank für die vielen vielen Tips.

Unser Wasser wurde heute sofort untersucht.

Gegen Grippe war noch niemand von den Bewohnern geimpft gewesen, das scheidet also aus.

Erkrankter Ma haben wir zur Zeit auch nicht.

Wir haben heute bereits das Gesundheitsamt eingeschaltet, die sind morgen vor Ort, bin gespannt was da herauskommt.

Werde euch auf jeden Fall berichten , was es war und was dagegen unternommen wurde.


LG solojess
 
Qualifikation
PDL
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PDL
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Studium "Pflegemanagement"
M

matras

Hallo,

bitte auf dem Teppich bleiben, bei einer Grippeschutzimpfung werden Anteile der inaktiven Hülle von Grippeviren gespritzt. Wie bitteschön soll da eine Lungenentzündung entstehen:spinner: ? In einem seriösen Forum sollten nicht persönliche, subjektive Ansichten zum Besten gegeben werden, sondern den hilfesuchenden fundierte Hilfe aufgezeigt werden.
- Sorry WoSch

Gruß Matras
 
Morpheus

Morpheus

Mitglied
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06.10.2006
45897
Hallo Matras,
sicherlich hast du Recht das dies ein seriöses Forum ist, hier wurden ja auch schon die richtigen Ansätze hervorgehoben, aber durchaus ist es möglich, auch oder gerade hier -an nicht alltägliche Ursachen- zu denken und diese auch zur Diskussion zu stellen.

Nach der Impfung benötigt das Immunsystem etwa 14 Tage, um einen vollständigen Immunschutz aufzubauen, in dieser Zeit reagiert der Körper durchaus auf "andere Einflüsse" sehr sensibel. Und dies ist durchaus im Rahmen des "Ausschlussverfahren" erwähnenswert. Es ist gar nicht so selten, das ein gesunder Mensch nach einer solchen Impfung eine leichte Erkrankung durchmacht, wenn nun bei Patienten / Bewohnern mit einer leichten Immunschwäche nun ein weiterer -sonst harmloser Erreger- den Körper schwächt, könnte dies auch zum Auslösen einer "beginnenden Pneumonie" führen.
 
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J

Jungsmama

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17.05.2007
00000
Hallo,

würde mich mal interessieren, was draus geworden ist:suche:

vielleicht habe ich ja auch falsch gelesen, aber wenn mit dem Wasser was nicht in Ordnung wäre, müssten dann nicht mehr Bewohner erkranken und nicht "nur" von einem Wohnbereich? Und dann würde es doch bestimmt auch die nicht so mobilen BW noch häufiger treffen?:neugier:
 
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