Arbeitsrecht Unbezahlte Stunden im 8:00h Nachtdienst, obwohl diese beim Patienten >vor Ort< gemacht werden (???)

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Ano Nym

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26.08.2015
Hallo,
ich soll in Kürze 8 Stunden Nachtschicht bei einer Patientin vor Ort in ihrer Wohnung machen, soll aber davon nur 4 Stunden bezahlt bekommen.
Die Arbeitszeit ist von 23:00h abends bis 07:00h in der Früh.
Es handelt sich um den Job einer Asistenzpflege (Teilzeit 30h/KW.) bei einem körperlich stark eingeschränkten Menschen.
Wenn es sich um Rufbereitschaft, sprich ich bin daheim, handeln würde, dann wäre es ok, aber doch wohl nicht wenn ich außer Haus bin und dort übernachten muss(!)

Bin auf Euer Feedback gespannt ;)
 
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29.09.2008
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AW: Unbezahlte Stunden im 8:00h Nachtdienst, obwohl diese beim Patienten >vor Ort< gemacht werden (???)

Mit was für einer Begründung denn? Wenn du 8 Stunden arbeitest, müssen diese auch gezahlt werden.
 
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stern3007

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29.07.2005
Köln
AW: Unbezahlte Stunden im 8:00h Nachtdienst, obwohl diese beim Patienten >vor Ort< gemacht werden (???)

Die AGs versuchen es doch immer wieder. Bei einer Rufbereitschaft darf dir der AG nicht den Anwesenheitsort vorschreiben. Du mußt erreichbar sein und zügig deinen evtl. angeforderten Einsatz absolvieren können. Schreibt dir der AG vor, dass du bei der Pat. verweilen sollst, ist es keine Rufbereitschaft sondern Bereitschaftsdienst, den er bezahlen muß.

Lasse dich nicht auf solche Konstrukte ein.
 
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Ano Nym

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26.08.2015
AW: Unbezahlte Stunden im 8:00h Nachtdienst, obwohl diese beim Patienten >vor Ort< gemacht werden (???)

Zur Frage >wie der AG es begründet< (...vorher noch einmal kurz die Situation geschildert):

Es sollen ab jetzt 8 Std. in der Nacht beim Patenten verbracht werden, sprich: Man ist außer Haus, auf der Arbeit, beim Patient, wovon nur 4 Std. bezahlt werden sollen.
- Der Patient wurde bisher in der Nacht 8 Std. nur per Rufbereitschaft versorgt, sprich man war selbst daheim, fuhr raus sobald der Patient anrief.
Jetzt muss sie auch in der nacht versorgt werden, womit sich die Situation komplett ändert.

Der AG sagt nun >das nur 4 von 8 Stunden bezahlt werden, zzgl. 25% Nachschichtzulage<.
- Vorher wurden bei Rufbereitschaft 1,5h pauschal bezahlt.
Der AG argumentiert jetzt >Wer damit nicht einverstanden ist kann gehen<.

Insofern gibt es keine akzeptable Begründung seitens des AG´s, die auch nur ansatzweise akzeptiert werden könnte.
Weiter argumentiert der AG (Zitat): "Der MA wird ja vor Ort überwiegend ruhen bzw. schlafen können und ist insofern nicht in Arbeit" (Zitat Ende).

:) :) :) :) ...kein Witz!!

In meinen Augen ist dies A) gesetzeswidrig sowie B) ein reines Machtspiel um die Stunden nicht zahlen zu müssen.
Eine MA hat bereits gekündigt, deren Stunden jetzt von den verbliebenen 6 Pflegern vorrübergehend übernommen werden müssen.
Dies macht weitere Nachtschichten sowie zudem ca. 15 Std. pro Monat pro Person aus.
 
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Böserwolf

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29.09.2008
kassel
AW: Unbezahlte Stunden im 8:00h Nachtdienst, obwohl diese beim Patienten >vor Ort< gemacht werden (???)

Furchtbar was manche AG sich so rausnehmen.
Frag doch deinen Chef mal, ob er mit der Kasse auch nur 4 Stunden abrechnet oder ob er die vollen 8 Stunden in Rechnung stellt:mad_2:

Ansonsten schließ dich deiner Kollegin an und kündige ebenfalls. Wenn du nicht gerade auf dem Land wohnst, ist es kein Problem heute eine neue Arbeitsstelle zu finden.
Evtl. sind auch die anderen Kollegen nicht dazu bereit, dann könnt ihr alle zusammen mit dem Chef reden, ob er ggf. auf alle MA verzichten kann....
 
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Altenpfleger
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Ano Nym

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26.08.2015
AW: Unbezahlte Stunden im 8:00h Nachtdienst, obwohl diese beim Patienten >vor Ort< gemacht werden (???)

Genauso wird es gehandhabt & siehts aus >Böserwolf< ;)
 
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Onkel Fritz

Onkel Fritz

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Ano Nym

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26.08.2015
AW: Unbezahlte Stunden im 8:00h Nachtdienst, obwohl diese beim Patienten >vor Ort< gemacht werden (???)

Woher weißt Du das nur eine Stunde in der Nacht bezahlt wird >Onkel Fritz<, ...hast Du mit denen Kontakt aufgenommen / dort angerufen?

Ob Ruhezeit oder was auch immer:
Bin ich auf der Arbeit / sprich nicht zu Hause in Rufbereitschaft / sprich an meinem auswärtigen Arbeitsplatz, so ist diese Arbeitszeit in vollem Umfang zu vergüten.
 
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Onkel Fritz

Onkel Fritz

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08.03.2012
Berlin
AW: Unbezahlte Stunden im 8:00h Nachtdienst, obwohl diese beim Patienten >vor Ort< gemacht werden (???)

Ich weiss es eben.
Und es scheint immer noch so zu sein, sonst hätte sich vielleicht jemand für diese Stelle gefunden, seit Mai?
 
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Ano Nym

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26.08.2015
AW: Unbezahlte Stunden im 8:00h Nachtdienst, obwohl diese beim Patienten >vor Ort< gemacht werden (???)

Hallo,
ich habe diese Frage zwar schon gepostet, bekam dort jedoch leider keine Rückinfos zur Gesetzeslage.

Ich soll in Kürze 8 Stunden Nachtschicht bei einer Patientin vor Ort / in ihrer Wohnung machen, davon aber nur 50% / sprich nur 4 Stunden bezahlt bekommen.
Die Arbeitszeit ist von 23:00h abends bis 07:00h in der Früh, bei der Patientin vor Ort, sprich ich muss dort auch nächtigen.
Es handelt sich um Asistenzpflege bei einem körperlich stark eingeschränkten Menschen, also nicht um Rufbereitschaft / bin also nicht daheim und sitze am Telefon.
Wenn ich dort nächtige und außer Haus bin, handelt es sich lt. Gesetz um meine Abwesenheit sowie zeitgleich reine Arbeitszeit.

Bitte keine rein spekulativen Feedbacks, sondern nach Möglichkeit Rückinfos wie es bei Euch gehandhabt wird.
Freue mich auf Euer Feedback ;)
 
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Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
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25.06.2000
AW: Unbezahlte Stunden im 8:00h Nachtdienst, obwohl diese beim Patienten >vor Ort< gemacht werden (???)

Bitte keine rein spekulativen Feedbacks, sondern nach Möglichkeit Rückinfos wie es bei Euch gehandhabt wird.
Hallo Ano Nym,

der oben stehenden Satz ist ein Paradoxum in sich, da sich ein offensichtlich großer Teil der Pflegedienste um die rechtlichen Vorgaben nicht schert und sich die betroffenen Pflegekräfte entweder ebenfalls nicht dafür interessieren oder sich derartigem kommentarlos fügen.

Aber kurz zusammengefasst:
Die Arbeitszeit ist von 23:00h abends bis 07:00h in der Früh, bei der Patientin vor Ort, sprich ich muss dort auch nächtigen.
Wenn dem so ist, handelt es sich um Vollarbeit mit anteiliger Arbeitsbereitschaft, da Du die Arbeit aus "wacher Aufmerksamkeit im Zustand der Entspannung" selbsttätig bei erkennbarem Arbeitsanfall wieder aufnimmst. Es handelt sich dabei also nicht um Rufbereitschaft, da hier die Arbeitsaufnahme ausschließlich dann stattfindet, sobald Sie Dir durch den AG mitgeteilt und die Arbeitsleistung angefordert wird.

Tatsächlich kann eine Arbeitsbereitschaft geringer vergütet werden, als eine Vollarbeits-Stunde. Allerdings nur dann, wenn dies durch eine Tarif- oder Betriebsvereinbarung bzw. eine individualvertragliche Regelung so bestimmt ist. Liegt eine derartige Regelung nicht vor, ist die Arbeitsbereitschaft ebenso zu vergüten wie eine Vollarbeits-Zeitstunde. Wird Arbeitsbereitschaft nicht oder zu einem völlig unangemessenen Stundensatz vereinbart oder abgerechnet, ist dies sittenwidrig und somit nichtig.

Was bedeutet das für Dich?
1. Dein Betrieb kann grundsätzliich ein geringeres Gehalt für die Arbeitsbereitschaft ansetzen, muss dieses jedoch tariflich oder vertraglich festlegen.
2. Besteht keine Tarifbindung oder Betriebsvereinbarung oder vertragliche Regelung, sind diese Stunden mit dem selben Stundensatz zu berechnen, wie Vollarbeitsstunden.
3. Dein Arbeitgeber kann Dir eine Änderungskündigung ausstellen, in der er eine geringere Entlohung der Arbeitsbereitschaft vereinbaren möchte. Sind die Bedingungen sittenwidrig, kann hiergegen eine Kündigungsschutz- wie auch eine Feststellungsklage betrieben werden. Sind die Bedingungen rechtlich einwandfrei, kannst Du diese Änderungskündigung annehmen und mit diesen Bedingungen im Unternehmen weiter tätig sein oder die dann ordentliche/betriebsbedingte Kündigung wird zum angegebenen Datum wirksam.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
A

Andy56

Neues Mitglied
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10.06.2009
Bielefeld
AW: Unbezahlte Stunden im 8:00h Nachtdienst, obwohl diese beim Patienten >vor Ort< gemacht werden (???)

Hallo.
du schreibst, dass du dort schlafen kannst und nur im Bedarfsfall arbeiten mußt. Also ist es keine reine durchgehende Arbeitszeit.
Bei uns hat der Nachtdienst Zugriff auf im Haus schlafende Kollegen, die eine Grundvergütung pro Nacht bekommen, egal wie oft sie angefordert werden.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger
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Nachtwache Psychiatrie
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Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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