Unbeherrschbare Schmerzen

Meatball

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Hallo!

Ich bräuchte Hilfe bei der Beherrschung meiner Schmerzsymptomatik. Z.Zt. nehme ich die folgende Medikation:

Tagesdosis:
Gabapentin (3 x 300mg)
Katadolon (3 x 100 mg)
Sirdalud (3 x 2,0 mg)
Sevredol (Bedarf - bis 100 mg/Tag)
Fentanyl 75 µg (Wechselintervall Pflaster alle 3 Tage)

Das Fentanyl langt nicht mehr aus, um die z.T. unerträglichen Nervenschmerzen (Tumorschmerz durch Metastasen in (spinal) und an (osteo) der Wirbelsäule) in den Griff zu bekommen, eine Erhöhung des Gabapentin würde meine tumoröse Leber zu sehr belasten - es bleibt faktisch nur eine Erhöhung des Fentanyl... nur die Nebenwirkungen (Übelkeit/Erbrechen bei Tracheostoma nicht sooo angenehm) machen mir jetzt schon erhebliche Probleme.

Vielleicht kennt ja jemand von Euch noch andere Medi's, die ich ausprobieren kann?! - Meine behandelnden Ärzte doktern ewig lang rum und alle haben einfach nur Schiß, dass die Leber versagt, nur helfen kann/will mir im Moment offenbar niemand.

Meine Apotheke favorisiert z.Zt. Transtec-Pflaster - habt Ihr Erfahrung mit diesen Pflastern, und wie werden die in der Regel von den Pat. toleriert?

Für eine kurzfristige Antwort wäre ich dankbar.

Grüße

Hannes
 
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pdlandy

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hi,
ob transtec oder fentanyl,die intensivität dieser tts hängen von individuellen faktoren ab.da sie bereits unter einer metastasiertenden tumorerkrankung leiden,macht die schmerzintervention nach dem who-schema sinn.dieses beginnt mit opiodfreien analgetica,über schwach opoidhaltige bis hin zu stark opiodhaltigen analgetica.mit diesen schema machen palliativstationen und pflegeheime gute erfahrung,bzw. deren klienten.natürlich spielt ihre leber hierbei eine zentralle rolle.ist ihre prognose infaust,so müssen sie sich selbst prioritäten setzen.schmerzfreiheit/linderung und dadurch eine verkürzte lebenszeit oder schmerzen(und ich glaube ihnen,dass diese unerträglich sind und sich auf sämtliche soziale bereiche auswirken) und dafür länger leben.sie sind trotz erkrankung ein eigenständig handelnder mensch und haben auch autonom über ihre behandlung zu entscheiden.nicht der arzt!!!!!wünsche ihnen linderung
mfg
 
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pdlandy

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ich nochmal,#zu
 
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Allround

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Hallo Meatball,

es tut mir wirklich Leid, dass du Schmerzen erleidest und ich finde übrigens nicht, dass eine potente Schmerzbehandlung automatisch lebensverkürzend ist, wie im vorangehendem Posting!

Sind nicht Schmerzen auch marternd?

Du schreibst, dass schon lange rumgedoktort wird... auch von einem Schmerztherapeuten?

Ein Apotheker wäre bei deiner ernsten Erkrankung nicht als Facharztersatz anzusehen.

Fentanyl und Sevredol sind in deiner Medikation die echten potenten Schmerzmittel. Dazu nimmst du Muskelrelexantien und Antiepileptika.

Kannst du vielleicht noch die Schmerzmittel ergänzen mit Novalgin oder Tilidin?

Oder das Sevredol (eigentlich doch ein Akutmorphin, oder...:kopfkratz: ?)müsste vielleicht ausgetauscht werden?
Gegen oxygesic oder palladon?

Du musst auf alle Fälle zu einem Schmerztherapeuten, doktor nicht alleine rum und halte dich an die Anordnung.

Gute Besserung, Allround
 
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Holzhacker

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Hallo Hannes,
fast 3 Jahre lang benutzte ich, wegen einer chronischen Krankheit, die Pflaster. Bei jedem hatte ich Nebenwirkungen wie du beschrieben hast. Außerdem empfand ich die Obstpation als das größte Übel. Schon am 2. Tag, nachdem ich das Pflaster geklebt habe, bekam ich wieder Schmerzen, und zudem hatte ich das Gefühl, ich käme langsam in den Entzug.
Seit ca einem Jahr nehme ich ein Hydromorphin, mit Namen Jurnista, in Tablettenform. Genau alle 24h nimmt man diese ein. Die Tablette hat eine Hülle mit einem winzigen Loch, und so wird das Medikament kontinuierlich abgegeben und die Hülle wird ausgeschieden. Das Jurnista gab mir die alte Lebenqulität wieder.
In wie weit Jurnista für dich in Frage kommt, weis ich nicht.

Ich muß Allround zustimmen, du solltst unbedingt einen Schmerztherapeuten aufsuchen! In fast jeder großen Klinik oder Uni ist eine Schmerzambulanz.

Die Behandlung mit BTM wirkt nur im präfinalen Stadium lebensverkürzend, und das auch nur für einige Stunden. Der einzige Nachteil bie uns ist halt, dass man abhängig wird und ab und zu in den Entzug rutschen kann.

Sevredol zeigt bei mir keine Wirkung.

Ich hoffe, es war etwas hilfreich für dich.
Viel Erfolg, und lass von dir hören.

Gruß Heidi
 
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who knows

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Sorry für dich, dass Du solch starke Schmerzen hast.
Gehe dringend zu einem ausgewiesenen Schmerztherapeuten.
Sicher haben Opiode Nebenwirkungen, aber mit entsprechender Begleitmedikation lassen die sich bessern (Antiemetika, Mittel gegen Obstipation)
In deinem Stadium hilft wahrscheinlich nur : Fentanyl TTS erhöhen, zusätzlich 4x40 Tropfen Novalgin, Paspertin zu den Mahlzeiten und Movicol zur Obstipationsprophylaxe.
Palladon ist kein Bedarfsmedikament bei FentaTTS, Oxygesic auch nicht!
Ebenso ist Tilidin nicht mehr state of the art.
Was das WHO- Schema angeht, so ist Meatball sowieso schon bei Stufe 3.
Je nach dem wo Du wohnst. such eine Schmerzambulanz.
Als letzte Möglichkeit gibt es noch Schmerzpumpen, mit der Möglichkeit der Bolusgabe.
Und was das Abhängigkeitspotenzial angeht: Mit einer derartigen Prognose, ist diese Argumentation völlig irrellevant. Da die Medikament in der Regel nicht mehr abgesetzt werden, entsteht auch keine Entzugssymptomatik. So ein Schwachsinn.
Hier geht es um Lebensqualität!
Gruß who knows
 
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Sittichfreundin

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Hallo Hannes!
Auch mir tut es leid, dass Du Dich so quälen mußt.
Vielleicht könnte Dir dieser Link weiterhelfen:
Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.
Dort findest Du auch Adressen von Schmerzzentren.
Zwar bin ich kein Arzt, doch denke ich, dass man auch Deine Schmerzen in Griff kriegen kann. Bitte laß Dich noch einmal an ein spezielles Schmerzzentrum überweisen. Ich möchte Deine Medikation nicht beurteilen, doch weiß ich aus meiner Erfahrung als Krankenschwester, dass die Kombination von sehr starken und auch schwächeren Schmerzmitteln sich gut ergänzt, da sie verschiedene Ansatzpunkte haben. Auch hat man wohl gute Erfahrung gemacht mit Medikamenten, die das Schmerzerleben und die Schmerzerfahrung und -verarbeitung positiv beeinflussen können (Amitryptilin).
Bitte gib nicht auf. Auch für Dich wird es eine Möglichkeit geben, Deine Lebensqualität so gut wie irgend möglich wieder herzustellen.
Von Herzen alle Gute! :eek:riginal:
 
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Meatball

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Hallo zusammen!

Danke für die schnellen und guten Antworten und die Mühen und Gedanken, die Ihr Euch gemacht habt. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle!

Natürlich bin ich seit Beginn meiner Erkrankung auch bei einem entsprechenden Schmerz-Therapeuten, der mich bislang auch sehr gut betreut hat (macht sogar Hausbesuche, was hier in Kiel nicht selbstverständlich ist).

[Zum bessseren Verständnis:
Ich bin seit 1998 erkrankt (Osteosarkom), seit ca. 4 Jahren ist klar, dass es keine Hoffnung auf Heilung mehr gibt, seit gut einem Jahr sterbe ich - ich bin also infaust erkrankt und die Medi's werden auch nicht mehr abgesetzt noch muß ich mir Gedanken über eine Abhängigkeit machen. Durch die oben angesprochenen Metastasen bin ich ab C2 inkomplett querschnittgelähmt, eine weiterere Metastase lähmt ab höhe L1 komplett. - Ungünstig an dieser QS-Lähmung ist auch der geringe Aktionsradius.]

Die Obstipationswirkung von Medikamenten ist für mich zweitranging, da ich nur über Irrigation (System von Coloplast) abführen kann.

Ein Umstieg auf Oxycodon ist nicht möglich, da ich auf dieses Medikament mit Unverträglichkeit reagiere (seufz... das war von der Schmerzlinderung nämlich ganz gut).

Eine Bolusgabe von Morphin (Hersteller des MO weiß ich im Moment nicht) für die zwischenzeitlichen Spitzen bzw. bei Transfers erfolgt inzwischen (war gestern im KH, konnte es nicht mehr aushalten) über den ohnehin liegenden Port über einen Perfusor. An Stelle von Fentanyl bekomme ich jetzt Morphin retard MST 3 x 60 mg, was mich zwar leicht sediert aber auch wieder auf einen erträglichen Level bringt.

Der Perfu schränkt meinen Aktionsradius noch weiter ein, läßt z.Zt. aber wieder auf ein erträglicheres Dasein hoffen...

Ich hatte - und habe - nur weiterhin die Hoffnung, dass sich auch ein anderer Weg als der des Perfusors finden läßt. Sobald die Schmerzsituation sich wieder etwas stabilisiert hat, werde ich mich ggf. doch noch mal auf Transtec oder ein anderes Präparat einlassen.

Ich kann jedenfalls dank Euch mal meinen "Cocktail" überdenken und habe etwas "Gesprächsstoff" für meinen Doc parat :wink:.

Grüße - und vielen Dank

Hannes
 
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Lieber Hannes,
wenn man Schmerzen hat, wird alles andere im Leben nebensächlich. Es ist wohl der schrecklichste Zustand, den ein Mensch haben kann.
Ich denke, Du bist in der Hand Deines Schmerztherapeuten gut aufgehoben. Manchmal ist es ein Herantasten, das Zeit braucht und das den Patienten in einen Zustand des verzweifelns bringt. Ich möchte hier nicht auf Medikamente eingehen, denn ich bin mir sicher, dass Dein Arzt um Deine Not weiß und seine ganze Kunst anwenden wird. Ich möchte Dir etwas über Deine Möglichkeiten sagen. Ganz wichtig ist, damit Du wieder die Herrschaft über Deinen Schmerz bekommst, ihn zu kontrollieren. Führe ein Schmerztagebuch. Das ist gerade auch in der Umstellung der Medis für Deinen Arzt ganz wichtig.Versuche , einen Verlauf der Scherzen zu dokumentieren. Versuche , Dir zwischendurch Ablenkung zu schaffen. Mit Hilfe von Musik, Düften (Aromaölen), Farben und Meditationstechniken ist es möglich , die Schmerzschranke zu schließen. Lenke Dich, so gut es geht ab. Das klingt dann, wenn der Schmerz einen zerfrißt , banal. Ist aber ein wesentlicher Teil der Schmerztherapie. Wenn Du es allein nicht schaffst, lass Dich von einer Pain Nurse (Schmerzexpertin aus der Pflege) mit anleiten. Du kannst außerhalb der Medikation viel selber tun, denn der Schmerz hat eben auch diese ganz stark psychische Komponente. Einen guten Weg hast Du schn gemacht, indem Du Dich hier mit uns austauscht...
Ich hoffe für Dich, dass Du wieder eine Lebensqualität erreichst und dass der Schmerz nach hinten tritt.
Ich wünsche Dir alles Liebe
Astrid
Ich wünsche Dir , lieber Hannes alles Gute!
 
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Holzhacker

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Hallo who knows,

wie meinst du das mit Schwachsinn.

Kannst du mitreden? Ich meinte nicht Entzug durch Absetzen des Medikamentes.
Wenn das Pflaster sich etwas gelöst hat, und man merkt es nicht rechtzeitig, kommt man schon mal in den Enzug, und beim Jurnista braucht man nur Durchfall zu haben. Es ist ein fürchtbares Gefühl.

Das nur dazu.

Nette Grüße
Marie
 
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Popinga

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Hallo!

Ich bräuchte Hilfe bei der Beherrschung meiner Schmerzsymptomatik. Z.Zt. nehme ich die folgende Medikation:

Tagesdosis:
Gabapentin (3 x 300mg)
Katadolon (3 x 100 mg)
Sirdalud (3 x 2,0 mg)
Sevredol (Bedarf - bis 100 mg/Tag)
Fentanyl 75 µg (Wechselintervall Pflaster alle 3 Tage)
hallo hannes!
also, einige medikamente habe ich vorzuschlagen, die dir evtl. helfen könnten:
1. ein analgetika der stuffe I wie z.b. novalgin--> sollte grundsätzlich zu den opiaten gegeben werden.
2.ein antidepressivum wie z.b. amitriptylin, sie wirken bei der schmerzbekämpfung schneller als nur für reine depression , d.h. nach ca. 4-7 tagen schon
3. ein bisphosphonat(die osteoklastenaktivität+ihre vorstufen werdenin osteolytischen metastasen gehemmt,), wie z.b. pamidronat(aredia) oder zolendronsäure(zometa). ihre hauptindikation, in der schmerztherapie, besteht bei überwiegend osteolytischen metastasen.
4. steroide, wie z.b. fortecortin
5. ketamin, wird gegeben wenn die schmerzen mit opioiden allein nicht ausreichend behandelbar sind (wird in d. regel bei den neuropatischen schmerzen gegeben)
6. antiemetika bei übelkeit als feste gabe
7. gabapentindosis zu erhöhen wäre ja auch ´ne möglichkeit
8. erhöhung der fentanylgabe?
so, diese sind mir so spontan eingefallen. ich denke, es wäre grundsätzlich nicht schlech sich auf einer palliativstation einweisen lassen um dort richtig gut und unter beobachtung ein- bzw. umzustellen( denn wenn z.b.ketamin für dich in frage kämme, muß eine sehr gute symptombeobachtung erfolgen). auch andere probleme die du evtl hast könnten dort eingestellt werden.

p.s. es wäre hilfreich, wenn du schreiben könntest ,welche schmerzstärke du hast und schmerzart(neuropathisch u.s.w.)

ich wünsche dir linderung, möge sie schnell und wirkungsvoll sein!
schöne grüsse, popinga
 
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Verstorbenes Forenmitglied
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Hallo zusammen!

Als Feedback kann ich sagen, dass ich die vergangenen 24 h fast wieder auf meinem alten Level verbracht habe, die neue Dosierung mit dem Retard-Morphin funktioniert recht gut - ist noch kein Optimum aber besser als in den letzten Tagen allemal.

@ Astrid:
Ich bin inzwischen seit mehr als 10 Jahren chronsicher Schmerzpatient (seit Beginn meiner "Karriere" auch in Behandlung) und habe mir in dieser Zeit natürlich auch entsprechende Bewältigungsstragegien zurecht gelegt - trotzdem danke ich Dir für die Gedanken, die Du Dir gemacht hast.

Mir ist natürlich auch die Wechselwirkung von Psyche und Physis bekannt; das Führen eines Schmerztagesbuches ist inzwischen hinfällig geworden, da ich den Verlauf meiner Schmerzen gut artikulieren und vermitteln kann (abgesehen davon, dass der genaue Verlauf ohnehin in der Pflegedoku zu finden ist - grins... spart mir die Zeit und Mühe).


@ popinga:

meine durchschnittliche Schmerzstärke liegt bei 4 (was ich als "relativ erträglich" einstufe). Damit komme ich ganz gut klar und verzichte bei diesem Level auch auf weitere Maßnahmen. Zwischenzeitlich - oder wie in den vergangenen Tagen unter dem Fentanyl - ist der Schmerz auch mal auf 8 und höher gestiegen. Es handelt sich dabei zu 90 % um neuropathische Schmerzen, die restlichen 10 % bestimmen die "typischen" Knochenhautschmerzen. Sie heben sich stark von dem restlichen Schmerzgeschehen ab, sind eher z.B. einem akuten Knochenbruch zuzuordnen (also dröhnend und stark bewegungs-/lageabhängig).

Die neuropathische Schmerzkomponente sickert trotz der hohen Lähmung immer noch durch, die Knochenschmerzen haben in ihrer Intensität seit der C2-Lähmung stark nachgelassen.

Ich nehme als Antiemetikum MCP-Tropfen, die bislang auch gut die Übelkeit im Griff hatten, soll heißen, ich habe immer gut auf die Tropfen angesprochen bis das Fentanyl kam. Das Zeug hat mich 3 Wochen (so lange habe ich es mit dem Medi versucht!) in einer Tour brechen lassen...

Auf Novalgin kam es nach mehr als 6 Jahren Anwendung (10/1998 - 12/2004) schlagartig zu Blutungen im Gesicht u. am Hals (scheinbar direkt aus den Poren, also keine äußeren Verletzungen o.ä.) und die Gerinnung war im Keller. Ich denke also, ich werde von dem Medi eher Abstand nehmen...

Steroide werden immer mal wieder verabreicht, z.B. wenn der Gewichtsverlust zu stark wird und der AZ wieder mal ein Stück weiter runter gerutscht ist - allerdings nicht als Dauermedikation da die Leber alsbald ohnehin ihren Dienst versagen wird (deshalb will mein Schmerztherapeut auch das Gabapentin nicht weiter erhöhen). Leider lassen sich meine Ärzte sehr stark von dem drohenden Leberversagen abschrecken (ist zumindest mein Eindruck).

Ich meine: Was soll mir denn noch großartig passieren? Ein Unfall beim Bungee-Jumping wird es wohl eher nicht sein - :laughing:!

Auf Anti-Depressiva möchte ich ehrlichgesagt lieber verzichten, denn die bisherigen Versuche (z.B. Saroten, Stangyl u. Doneurin) als Nachtmedikation haben mich auch am nächsten Morgen noch recht komisch aus dem Pyjama gucken lassen. Ich spreche offenbar sehr gut auf die sedierende Komponente dieser Medis an... wenn alles nichts hilft, werde ich allerdings noch mal einen Versuch starten (muß ja auch was im Angebot befindlich sein, dass mich nicht gleich für 24 h umhaut).

Das Ketamin werde ich am Dienstag aber mal ansprechen (da kommt mein Doc wieder vorbei). Dafür würde ich ggf. auch einen stationären Aufenthalt in Betracht ziehen, den ich ansonsten für mich ablehne. Ich habe von meinen 10 Jahren Krankheit mindestens 4 - 5 Jahre im KH verbracht... ich will nicht auch noch in einer Institution versterben.

Habe mich gut eingerichtet (Pflegedienst, der Palliativbetreuung zuhause macht, 24-h-Betreuung gewährleistet auch durch private Helfer) und vermeide seit ca. 6 Monaten jegliche Kontakte mit Krankenhäusern o.ä. Die Möglichkeit, meinen Tagesablauf noch ansatzweise selbst bestimmen zu können gibt mir das Gefühl von Kontrolle - und das hilft mir ungemein bei ansonsten völligem Kontrollverlust nicht zu verzweifeln.

Grüße

Hannes
 
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hallon hannes!
sprich deinen doc auf die bisphosphonate an und evtl. würde sinn machen ein anderes analgetika der stufe I, wie ibuprofen oder evtl. ein coxib(wenn du schon kein novalgin verträgst). es könnte die schmerzbekämpfung optimieren. aber wenn ich so lese was du schreibst, dann denke ich, daß du dich da auch etwas auskennst und wirst schon eine richtige wahl treffen.

also, schöne grüße von popinga!:wink:
 
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Grawlix

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Hi,

wenn das Morphingut wirkt, ist das ja schonmal nicht schlecht.

Die Fentanylpflaster kann ich dir nicht empfehlen - einfacher Grund sie wirken langsam und schwer. Wenn du magst, sende ich dir gerne Umrechnungstabellen.

Thema MCP: Bei Opiaterhöhung ist Übelkeit bei 9 von 10 Menschen vorhanden (in deinem Fall nach dem Fentanyl). Tropfen halte ich generell für schwierig. Wenn dir eh schon Übel ist oder du erbrichst, gibt es besser Möglichkeiten als Tropfen (die du dann eh wieder ausspuckst). Halte die Medikation bei dir zu unübersichtlich und experimentell.

Wenn du magst, schick mir deine email (meine ist [email protected]), vielleicht können wir dann mal telefonieren.Geht besser als über das Forum :eek:riginal:

Gruß

Grawlix
 
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Hallo Meatball,
Habe mich gut eingerichtet (Pflegedienst, der Palliativbetreuung zuhause macht, 24-h-Betreuung gewährleistet auch durch private Helfer) und vermeide seit ca. 6 Monaten jegliche Kontakte mit Krankenhäusern o.ä. Die Möglichkeit, meinen Tagesablauf noch ansatzweise selbst bestimmen zu können gibt mir das Gefühl von Kontrolle - und das hilft mir ungemein bei ansonsten völligem Kontrollverlust nicht zu verzweifeln.
Ich finde es wirklich klasse, wie du dein Leben meisterst und dass du trotz deiner Situation den Humor nicht verloren hast, auch wenn es ein bißchen nach Galgenhumor klingt.
Ich wünsche dir alles Gute.
Liebe grüße Sabine
 
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Hallo,

nach dem Gespräch mit meinem Doc hier der aktuelle Stand:

Habe mich dazu durchgerungen, doch noch mal ins KH zu gehen um mich dort stationär erneut neu einstellen zu lassen u. ggf. dort auch den Umstieg auf Transtec zu machen. Ebenfalls soll dort das Ketamin sowie die Gabe der Biphosphonate besprochen - und falls ich dafür in Frage komme - auch durchgeführt werden.

Dank Euch tut sich also was...

Grüße

Hannes
 
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Popinga

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hey hannes!
alles gute für das krankenhausaufenthalt. ich hoffe dort kann man deine schmerzen gut einstellen!
berichte wie es dort gewesen ist!

schöne grüsse, popinga
 
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Hallo Hannes,
ich arbeite in einem Hospiz und wir habe gute Schmerztherapeuten.
ich denke du hast noch Spielraum nach oben.
Ich kenne Patienten, die liegen beim Fentanyl bei 200µg.
Das Problem ist aber, das es bei Nervenschmerzen nicht so gut hilft.
Hast du schon mal an Amitryptilin gedacht? manchmal hilft auch Voltaren sehr
gut zusätzlich?
Gruß Reiner
 
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Hallo Rainer,

danke für die Antwort. Dass ich das Fentanyl noch nach oben steigern konnte, hatte mir mein Doc auch gesagt. Leider mußte ich aber die von Dir auch angesprochene Feststellung machen, das Fentanyl bei neuropathischen Schmerzen nicht wirklich greift.

Ich habe nach längerem Warten jetzt endlich für Montag einen Platz auf einer Palliativstation bekommen!!! :eek:riginal: Da soll ich dann erstmal auf Transtec u. ggf. Ketamin u. Biphosphonate eingestellt werden - bin gespannt, wie und ob es wirkt. Im Moment betreibe ich "Flickschusterei", was auf Dauer natürlich keine Lösung ist.

Wollte mich eigentlich nur abmelden... so, Freunde! Ab Montag "geistere" ich für eine Weile nicht mehr durchs Forum :wink:...

Grüße

Hannes
 
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Manu5959

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Hallo Hannes,

Wollte mich eigentlich nur abmelden... so, Freunde! Ab Montag "geistere" ich für eine Weile nicht mehr durchs Forum :wink:...
Grüße Hannes
ich wünsche Dir ,das deine Schmerzen für dich erträglich eingestellt werden können und wünsche Dir alles Gute.


Grüßle Manu
 
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Altenheim
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