Umsetzung alternativer Pflegekonzepte!

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bavarian-nurse

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Hallo!
ich bin noch in der Ausbildung und wir haben im Unterricht in letzter Zeit häufiger über alternative Pflegekonzepte wie Basale Stimulation, Kinästhetik oder die Arbeit mir Aromaölen gesprochen!
Leider bleibt es oft nur bei der Theorie, da das ganze im Krankenhaus eher weniger umgesetzt wird.
Find ich persönlich sehr schade, da man doch gerade durch solche Angbote an die Pat. die Pflege um einiges schöner und angenehmer gestalten kann.
Es ist nur oft für uns als Azubi schwierig, das gelernte in der Praxis umzusetzten, da nur wenige diese Pflegekonzepte anwenden und einen so ein bisschen anleiten könnten oder es wird einem gleich mit Unverständniss begegnet.
Nun zu meiner Frage:
Wie wird in euren Häusern mit alternativen Pflegekonzepten umgegangen?
Werden Azubis beim umsetzten und erlernen unterstützt?

Danke!

bavarian-nurse
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin
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Krankenhaus PAF
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Bin im zweiten Ausbildungsjahr
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Fripi

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Also, zunächrst einmal halöte ich persönlich Kinästhetik und Basale Stimulation nicht für Alternativ. Beides ist soweit ich das überblicke zumindestens Wissenschaftlich begleitet worden und in Punkto Evidenzbasierter Pflege den ollen Tanten von Orem, Peplau & co ganz wesentlich überlegen. zu Aromapflege bin ich vermutlich nicht der richtige Ansprechpartner (ich finds ganz ehrlich affig) aber man muss fairer weise sagen das es den Nachweis gibt das Duftende Öle etwa bei Handmassagen eine höhere Wirkung zeigen als nicht duftende Öle - wobei allerdings der Hokuspokus um die Natürlichen und reinen Öle die nur so und so gewonnen werden dürfen und ja keinen Anteil an Erdölextrakten enthalten dürfen gelinde gesagt unbelegt ist.

Kinästhetik wird bei uns währen der Ausbildung gemacht und mit dem Grundzertifikat abgeschlossen (Klinikeigene Teainer). Auf den Stationen ist eigentlich jeder mit dem Grund und Aufbaukurs ausgestattet, außerdem sollte es pro Station 2-3 Peer tutoren geben (Unser KH hat da auch eine hünbsche Kinästhetik Auszeichnung). Angewendet wird oft sehr wenig, allerdings ist eine deutliche Aktzeptanz da wenn man mal etwas testen will, auch wenn es ein wenig ungewöhnlich ist.
Basale Stimulation wird hier leider auch sehr selten eingesetzt da sich halt alles sehr auf Kinästhetik beschränkt, aber auch da habe ich die Erfahrung gemacht das es okay ist wenn man mal Probiert - allerdings muss man sich solche Freiräume auf den meisten Stationen erkämpfen und zahlt nicht selten mit schlechten Bewertungen. Schicksal, ist mir persönlich aber bisher egal gewesen, wenn es um meine Pflegerische weiterentwicklung geht im gegensatz zu einer Note die am ende nichts mit meinem Examen zu tun hat kann amn auf sowas mal verzichten ;)

Wir Haben auch eine die das mit der Aromapflege macht, aber wie gesagt, da halte ich nciht wirklich was von ;)

lg,

Nils
 
Qualifikation
GUKP
Fachgebiet
Humanitäre Hilfe
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Algesiologische Fachassistenz
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romana

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Ostrach
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Hier spiegelt sich doch deutlich die zunehmende Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis ! Den Schülern werden tolle Konzepte vorgestellt, die in der Praxis kaum einer kennt und auch schlicht die Zeit dafür fehlt im Arbeitsalltag. Viele Kollegen haben gar keine Lust mehr, sich auf solche neuen Konzepte einzulassen, weil sowieso ständig Neues gefordert wird ( Doku, Hygiene, ...)
Bei uns haben 8 Kollegen den Kinästhetik-Grundkurs gemacht, alle fanden den toll, aber effektiv macht es ausser mir keiner. Obwohl es eine gute Sache ist. Da steh ich dann ziemlich allein da und zeige es zwar den Schülern (bin PA), erkläre ich die Lagerungstechnik und ihre Vorteile den Kollegen, merke ich, dass sie gar kein Interesse haben, Neues auszuprobieren.

Da braucht man sich nicht zu wundern, warum viele Azubis schon während der Ausbildung das Handtuch werfen und unmotiviert sind.

LG
romana
 
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Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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smily

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Hallo zusammen,

@Fripi

zu Aromapflege bin ich vermutlich nicht der richtige Ansprechpartner (ich finds ganz ehrlich affig) aber man muss fairer weise sagen das es den Nachweis gibt das Duftende Öle etwa bei Handmassagen eine höhere Wirkung zeigen als nicht duftende Öle - wobei allerdings der Hokuspokus um die Natürlichen und reinen Öle die nur so und so gewonnen werden dürfen und ja keinen Anteil an Erdölextrakten enthalten dürfen gelinde gesagt unbelegt ist.
Vielleicht solltest Du zu Dingen, von denen Du, wie u selbst sagst, keine Ahnung hast, besser nichts sagen- nichts ist demotivierender als eine vorgefasste Meinung.
Sinnvoll und fundiert angewendet können Aromaöle sehr wohl "Chemie" ersetzen und das sollte als "Beweis" der Wirksamkeit durchaus genügen.
Wir jedenfalls wenden Aromaöle erfolgreich in der täglichen Pflege an und sorgen klinikintern für regelmäßige Schulungen bzw. haben auf den Stationen entsprechende Ansprechpartner.

Was Kinesthätik und Basale Stimulation angeht, würde auch ich nicht von alternativen Pflegemethoden sprechen, sondern diese Konzepte sind bereits (zumindest in der neurologischen Pflege) fester Bestandteil der täglichen Arbeit. Wie oft kann ich z.B. einem Patienten, der aus dem Akuthaus kommt mit der Info "sehr schwerer Transfer mit mind. 2 Pflegekräften" mittels dieser Konzepte Möglichkeiten anbieten, daß er besagten Transfer fast allein zustande bringt- und vor allem kostet das weder mehr Zeit noch Energie- ganz im Geggenteil. Und Erfolge führen dazu, daß es auch mehr angwendet wird.

Schüler werden bei uns selbstverständlich in diese Konzepte eingewiesen und können sich probieren- wo sollen sie es denn sonst tun? Klar klappt nicht alles beim ersten Mal und jeder von uns hat Stärken/Schwächen und Vorlieben/Abneigungen, aber die Vielfalt machts. Da hat man für jeden Patienten eine Fülle von Möglichkeiten, je nachdem, was dieser halt braucht.

LG smily
 
Qualifikation
Krankenschwester
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Neurologie / Pflege
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Tyosin

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AW: Re: Umsetzung alternativer Pflegekonzepte!

Hallo zusammen,
Vielleicht solltest Du zu Dingen, von denen Du, wie u selbst sagst, keine Ahnung hast, besser nichts sagen- nichts ist demotivierender als eine vorgefasste Meinung.
Sinnvoll und fundiert angewendet können Aromaöle sehr wohl "Chemie" ersetzen und das sollte als "Beweis" der Wirksamkeit durchaus genügen.

LG smily
Und eben das ist falsch.
Das genügt eben nicht als Beweis. (was überhaupt)
Wie soll es wirken, wodurch, was wird angeregt, wodurch ersetzt es "Chemie"?
Zeig mir eine fundierte, wissenschaftliche Doppelblindstudie und ich glaube dir.
Das es so eine Studie aber eben sowas nicht gibt und auch nie geben wird ist dieses Duftgepansche einfach nur Zeitverschwendung, Hokuspokus und Geldmacherei.
 
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Alraune

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AW: Umsetzung alternativer Pflegekonzepte!

Hallo Bavarian Nurse.


Es ist sicher frustrierend sein Gelerntes nicht anwenden zu können. . Sicher gibt es auch oft Situationen, wo gute Methoden auf unwillige Mitarbeiter treffen.


Aber es macht auch nicht jede pflegerische Methode macht bei jedem Patienten und in jeder Abteilung Sinn.
Manches wirst du noch anwenden können, wenn du später in den dafür prädistinierten Bereichen arbeitest.


In Bereichen, wo ein Großteil der Patienten viel Unterstützung in ihren Bewegungsabläufen brauchen um ihre Position zu verändern, wirst du auch mehr Kollegen finden, die kinesthetisch geschult sind und dies auch praktizieren.


Basale Stimulation wirst du überwiegend dort erfolgreich anwenden können ,wo du mit Patienten arbeitest, und eine Pflegebeziehung herstellst, die in ihrer Bewusstseinslage und Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt sind. Es beinhaltet ja erheblich mehr als mit oder gegen Haarwuchsrichtung zu waschen.
Auf einer Akutstation, mit zig Patienten wo viel Unruhe herrscht, viele Mitarbeiter unterschiedlich auf den Patienten einwirken, die ganze Diagnostik auf Hochtouren läuft und der Patient deshalb viel hin und hergeschoben wird sind die Randbedingungen dafür schon schlechter.
Die wirst du eher in rehabilitativen Einrichtungen oder im Heimbereich finden.


Auch bei den von dir genannten Beispielen wendest du ja nicht einfach eine Methode an, sondern du hast die individuellen Ressourcen und Probleme deines Patienten und versuchst mit den Pflegemaßnahmen und Methoden deine Pflegeziele zu erreichen.Es geht ja nicht darum eine Methode anzuwenden .Auch diese Ziele haben unterschiedliche Prioritäten in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen.


Die Pflege mit Aromaölen ist nochmal eine andere Geschichte. Hier arbeitest du mit stofflichen, konzentrierten Substanzen. Da kommt ganz schnell eine haftungsrechtliche Komponente dazu. . Ich wäre da vorsichtig. Wenn du die Öle therapeutisch anwenden willst, (ob das wissenschaftlich belegt ist oder nicht ist nochmal eine ander Schiene) solltest du dir vor Augen halten,dass du als Pflegekraft nicht befugt bist, eine Diagnose und Therapieentscheidung zu treffen.


LG
Astrid
 
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Krankenschwester
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smily

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AW: Umsetzung alternativer Pflegekonzepte!

@Tyosin

Und eben das ist falsch.
Das genügt eben nicht als Beweis. (was überhaupt)
Wie soll es wirken, wodurch, was wird angeregt, wodurch ersetzt es "Chemie"?
Zeig mir eine fundierte, wissenschaftliche Doppelblindstudie und ich glaube dir.
Das es so eine Studie aber eben sowas nicht gibt und auch nie geben wird ist dieses Duftgepansche einfach nur Zeitverschwendung, Hokuspokus und Geldmacherei.
Schon allein Dein Kommetar zeigt, daß Du weder willens noch fähig bist zu verstehen, um was es in der Aromatherapie geht. Es wäre reine Zeitverschwendung, Dir Wirkungsweise o.ä. erklären zu wollen, deshalb lasse ich das an der Stelle.
Ich bitte Dich nur nochmals, nimm bitte Abstand von so unqualifizierten Äußerungen, da sie der Sache an sich wenig dienlich und schon gar nicht verständlich sind.

smily
 
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Krankenschwester
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Neurologie / Pflege
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thorstein

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AW: Umsetzung alternativer Pflegekonzepte!

Mich fasziniert immer wieder der Glaube an die Pharmaindustrie. Welche fundierten wissenschaftlichen Doppelblindstudien liegen den zur Wirkungsweise von z.B. Neuroleptika vor. Ich wüßte wirklich gerne, was da in den Köpfen der Patienten genau passiert. Oder ist das Gehirn nach wie vor terra incognita und jeder Eingriff beruht letztlich auf dem Prinzip "try and error"? Doppelblind ist ja auch hübsch doppeldeutig.
 
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Altenpfleger
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Freiberufler73

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AW: Umsetzung alternativer Pflegekonzepte!

Hallo und frohe Ostern alle zusammen !
Ach Leute,nun zankt Euch doch nicht wegen unterschiedlicher Meinungen,das geht nicht gut,hab ich selbst schon gemerkt :cry:.
Als ich mit der Freiberuflichkeit anfing,war abzusehen,daß die Masse der Aufträge aus der außerklinischen Beatmung kommen würde,also dachte ich mir,ich mache WBs in Kinästhetik und auch Aromatherapie,weil man ja in der Heimbeatmung 12h Zeit für den Patienten hat. Gut,also die Kinästhetik ist wirklich klasse :thumbsup2:,kann man prima umsetzen. Nur die WB Aromatherapie hätte ich mir schenken können,denn zum einen muß man erstmal ne Menge Überzeugungsarbeit beim Patienten leisten,zum zweiten sind die "vernünftigen" Aromaöle "sauteuer" und zum dritten ist ja nun wirklich noch kaum etwas zur Wirkungsweise usw. wissenschaftlich verifiziert worden,so daß es hiermit letztendlich wie mit der Homöopathie ist : Glaube ist alles! Deswegen darf man "Thyosin" nicht gleich "hauen",wenn er anderer Meinung ist,auch deshalb nicht,weil dies Forum hier ja nunmal ein Diskussionsforum ist ! Solche "hyperkritischen" Äußerungen,die ja zudem noch persönlich angreifen,darf man einfach nicht bringen:mad_2:. So und nun fröhliches Eiersuchen...ähm Ostereier versteht sich :laughing:.
 
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Krankenschwester
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Alraune

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AW: Umsetzung alternativer Pflegekonzepte!

Hallo freiberuflerin 73
dir und den anderen auch frohe Ostern.

Ich finde , hier mischen sich verschiedene Argumente.

Ob und welche alternativen Methoden wirken, sinnvoll sind , die Wirksamkei belegt ist u.s.w. ist eine Diskussionsebene die gerade hitzig geführt wurde.

In Bezug auf die Ausgangsfrage finde ich es wichtig, dass meines Wissens wir aber in unserer Berufsausübung ohne ärztliche Anordnung nichts davon anwenden d ü r f e n da wir eben weder Ärzte noch Heilpraktiker sind.
Im privaten Bereich ist das anders.
Uns ist die Heimaufsicht schon auf die Füße getreten, wenn ein Bewohner einen handelsüblichen Kräutertee bei Magen Darm Problemen bekommen hat. Wenn der Bewohner den gleichen Tee als Getränk zu sich nimmt, ist es ok, wenn aber in der Doku steht dass er ihn wegen Bauchbeschwerden angeboten bekommt, ist das nicht zulässig. Also entdecken die Bewohner bei Unpässlichkeiten ihre Liebe zum Fencheltee *gg*

Für die Erkaltungscremes , egal ob sie nun wirken oder nicht, haben wir für alle Bewohner eine ärztliche Anordnung ( Bedarf). Auch für homöopatische Mittel, die manche Angehörigen wünschen, muss eine entsprechende Verordnung vorliegen sonst werden sie von uns nicht verabreicht. Wenn du Aromaöle einsetzt und auf die Haut aufbringst ist es ja im Prinzip nichts anderes.als bei der Erkältungscreme.

Ist zwar spitzfindig aber wenn du eine Aromalampe zur Raumbeduftung nutzt weil dein Patient den Geruch mag, wirst du das dürfen, wenn du aber irgendwo schreibst, dass du die Duftlampe nutzt um auf seine Beschwerden zu lindern wird es heikel. Machst du eine Bauchmassage und das Massageöl enthält Fenchelöl ist es vermutlich ok. Schreibst du aber dass du Fenchelöl zur Behandlung seiner Blähungen eingesetzt hast kann die bei kleinlicher Betrachtungsweise ein Strick draus gedreht werden.

Im privaten Bereich kann jede Mutter ihrem Kind beispielsweise bei einer Erkältung wahlweise rezeptfreie Medikamente verabreichen, Aromaöle benutzen, mit Kügelchen jonglieren oder sich diverser Hausmittel bedienen . Im beruflichen Kontext eben nicht ohne das ok des behandelnden Arztes.

Die Kinesthetik ist ja keine Behandlungsmethode daher wird man du hier nicht in solche Grauzonen geraten.
LG
Astrid
 
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Fripi

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AW: Umsetzung alternativer Pflegekonzepte!

@Astrid

Darf ich in dem Zusammenhang vorschlagen Kügelchen zum Süßen des Tees zu benutzen? Sollte eigentlich auch klappen, schließlich ist da Milchzucker drin, sonst nix, das ist ja der Trick.

@Thorstein
Zu neuroleptika gibt es eine riesige Auswahl an DB-Studien - Die sagen aus DAS da etwas wirkt, können es teilweise auch chemisch beschreiben, aber die WIRKUNG ist nicht komplett absehbar. Deswegen wird in der Psychiatrie ja auch so viel damit experimentiert, was dem einen Patienten hilft klappt beim anderen nicht.
Und nein, bisher kann keiner genau erklären wie viele Medikamente funktionieren. In einem Großen Anästhesielehrbuch steht auf der ersten Seite"Die Wirkung der meisten für die Anästhesie genutzten Medikamente ist völlig ungekläärt"... es sind aber trotzdem in Doubleblind-Studien feststellbare Effekte die da eintreten. (Der eine Patient schläft ein, der andeere nicht ;) )
Und ja, das finden solcher Medikamente ist ein "Try and Error"-System, macht ja nix solange ich am ende keinen error benutze :D
Die meisten Kritiker (Grundsätzlich zähle ich mich auch zu denen) stört ja nicht das man Aromatherapie macht, sondern das man es tatsächlich als Therapie verkauft. Das zeug hat bisher nur eine umstrittene Wirkung und es gibt keine sauberen Studien dazu, das ist halt ein Problem.
Gruselig ist für mich persönlich bei der Aroma-Therapie ja das herumgemache um die "echten" Öle. Ich bin überzeugt davon das ein mit Duftstoffen angereicherter Pflegealltag deutliche Steigerungen im Wohlbefinden ermöglicht. Aber ich bin genauso überzeugt davon das jedes halbwegs gut duftende Öl sowas kann, das gerede von den "echten" und "reinen" ölen hat für mich das gleiche kaliber wie die Tatsache das ein Apotheker Homöopathische Medikamente mehrfach gegen das Buch von Hahnemann klopfen muss damit sie "echt" sind (!sic). Das ist für mich die Grenzregion zur Religion, und da hört mein Verständnis dann echt auf.

lg, Nils
 
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Schwester Christa

Schwester Christa

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AW: Umsetzung alternativer Pflegekonzepte!

Hallo zusammen,

auch wenn es mit der Ausgangsfrage nicht mehr viel zu tun hat, muss ich mich doch auch noch mal in die gerade laufenden Diskussion einklinken. Und zwar zu Gunsten der "alternativen Behandlungsmethoden"!

Die Arbeit mit alternativen Pflegekonzepten heißt ja nicht, dass hier willkürlich Halbwissen eingesetzt wird. So wie das Bobath- und Kinesthetikkonzept mittlerweile fester Bestandteil ganzer Ausbildungszweige sind,
so ist auch z.B. auch für die Aromapflege ein Konzept vorhanden. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, haben bei uns im Haus die Verantwortlichen eine fundierte Ausbildung zum Aromaexperten durchlaufen! Diese
geben in regelmäßigen AGs ihr Wissen an interessierte Kollegen weiter. Das hat nichts mit "Herumgepansche" zu tun und auch die Glaubensfrage stellt sich nicht. Wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse und Studien
liegen zur Genüge vor, auf die entsprechende Literatur wurde hier auch schon verwiesen. Und der Placebo-Effekt, um den es ja bei der "Glaubensfrage" geht, stellt sich im Prinzip bei jedem Medikament ein.
Auf meiner Station haben wir eine eigene kleine "Forschungsarbeit" am laufen, wo wir die Wirksamkeit verschiedener Ölmischungen im Drogenentzug untersuchen.

Das Problem für die "Pharmagläubigen" dürfte am ehesten sein, dass die Untersuchungen in vielen "alternativen" Bereichen anders funktionieren, als ihr es kennt.
Wer z.B. versucht, die Wirksamkeit homöopathischer Mittel per Doppelblind-Studie zu untersuchen, der hat das grundsätzliche Wesen der Homöopathie nicht verstanden, die ja eben nicht symptomatisch arbeitet, sondern
das problem ganzheitlich angeht, wobei die Anamnese eine entscheidende Rolle spielt. Das bedeutet, dass evtl. 2 Patienten mit den gleichen Symptomen völlig unterschiedliche Mittel bekommen, weil die Ätiologie eine andere ist.

@Astrid: Wie kommst du darauf, dass Pflegende keine Diagnosen stellen dürfen? Schon mal was von Pflegediagnosen gehört...? Und selbständiges, kritisches Denken ist auch nach wie vor erlaubt. Es kommt nur gerade etwas aus der Mode und es braucht wieder mehr Mut, zu seiner eigenverantwortlichen Profession zu stehen. Wenn entsprechende Konzepte bestehen und die Klinikleitung dahinter steht (was bei uns der Fall ist), dann ist Pflege
in der Lage im Bereich "alternativer Konzepte" eigenverantwortlich zu handeln; auch ohne ausdrückliche Anweisung der Mediziner, die in der Regel keine oder wenig Ahnung von der Materie haben.

@Fripi: Wenn du nichts von alternativen Konzepten hältst, warum klinkst du dich dann in eine solche Diskussion ein, wo es in der Ausgangsfrage zunächst mal um einen positiven Erfahrungsaustausch geht? Versteh´ ich nicht...
Und zum Thema "reine Öle" kann ich dir folgendes sagen: Die Firma PRIMAVERA untersucht ihre Öle u.a. mit gaschromatographischen Untersuchungen auf schädliche Rückstände und Unreinheiten. Das ist eben der Unterschied zu "jedem halbwegs gut duftenden Öl", und genau das erwarte ich von einem Öl, mit dem ich die Patienten einreibe, oder sie darin baden lassen oder mit dem ich eine Wundbehandlung durchführe. Du widersprichst dir da selbst, wenn du diesen gravierenden Qualitätsunterschied ignorierst. Das ist ungefähr so, als würde ich ein modernes Händedesinfektionsmittel mit "jedem halbwegs hochprozentigen Alkohol" vergleichen.
Wohl aus Kostengründen haben wir gerade Öle eines anderen Herstellers im Haus. Den Qualitätsunterschied erkennst du schon, wenn du dir Tür zu unserem Aromaschrank aufmachst am Geruch...
 
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AW: Umsetzung alternativer Pflegekonzepte!

Hallo Schwester Christa,
tut mir leid,wenn ich Dich etwas korrigieren muß,aber im Ausgangsthread wird lediglich die Frage gestellt, ob und wie solche alternativen Behandlungskonzepte angewandt oder umgesetzt werden. Diese Fragestellung fordert doch eine Pro und Kontra-Diskussion heraus und somit ist Fripi hier völlig auf der "richtigen Schiene" :thumbsup2:. Das Problem mit,z.B. Aromaölen,ist,daß der Einzelne davon selbst überzeugt sein muß,um sie erfolgreich anzuwenden und da die Aromatherapie bis dato noch nicht bundeseinheitlich als Behandlungsmethode anerkannt ist,kanns nun mal jeder damit halten,wie er das will,frei nach dem Motto : "Was der Bauer nicht kennt,ißt er nicht" :laughing::laughing:. LG Sibille
 
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AW: Umsetzung alternativer Pflegekonzepte!

Hallo Schwester Christa,
ich bin durchaus dafür, auch komplementäre pflegerische Methoden, sofern fachlich begründet und entsprechend qualifiziert ,anzuwenden darf es aber nicht. Möglicherweise habe ich meine Aussage aber zu sehr verallgemeinert. Ich konkretisiere :also ich darf es an meinem Arbeitsplatz nicht ( Heim ) Selbständig denken schon, aber in der Umsetzung bin ich sehr beschränkt.
Keine Wickel mit Zusätzen, keine Mundspülungen mit beispielsweise Salbei, keine Bepanthen Salbe, keine Heilerde keinen Fencheltee sofern zur Symptomlinderung eingesetzt, keine Erkältungssalbe, und sei sie aus dem Aldi- die Liste ließe sich fortsetzen- ohne ärztliche Verordnung. Kann sein, dass es daran liegt, dass ein Heim keinen Behandlungsauftrag hat. Ist auch keine Vorgabe der Leitung, sondern von der Heimaufsicht bemängelt worden. Ich kann es auch ein Stückweit nachvollziehen, weil sonst die Gefahr besteht, dass jeder macht was er will , je nach persönlicher Ideologie und die Bewohner vor selbsternannten Gurus, die es auch unter Fachkräften gibt, geschützt werden sollen.
Natürlich darf ich selbständig denken, handeln aber nur bedingt.Wenn du mir einen rechtsverbindlichen link geben kannst in dem definiert ist , was ich als Pflegefachkraft mit welchen Methoden eigenverantwortlich behandeln darf ohne mir eine ärztliche Verordnung einholen zu müssen , wäre ich dir dankbar. Es würde meine Möglichkeiten, den Beschwerden der Bewohner zeitnah zu begegnen ,erheblich erweitern.
 
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Hallo, ein Weg wäre, den HA zu informieren. Wenn der sein okay per Unterschrift gibt, dann kann gesalbt und geschmiert werden.
Es gibt ja auch noch die Möglichkeit der Dokumentation, wie evtl.:" Auf ausdrücklichen Wunsch des/r Herrn/ Frau... wurde ihm/ihr... ."
:eek:riginal:Wasserfrau
 
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Hallo Wasserfrau,
so machen wir es ja auch, nehmen Kontakt mit den Praxen auf, die Sprechstundenhilfe hölt Rücksprache ruft irgendwann zurück oder wir telefonieren, fahren in die Praxis holen das Rezept, kopieren es, geben es an die Apotheke weiter, ändern den Pflegehinweis des Bewohners, informieren die Gruppe und dann kann es losgehen.

So liefe es korrekterweise. Zum Glück geben uns stellen uns die Hausärzte die Verordnung auch im Nachhinein noch aus, was aber schon wieder nicht so ganz richtig ist. Um dem Bewohner schnell zu helfen sind wir in der Grauzone.

DIe auf ausdrücklichen Wunsch ...Schiene geht bei unserem Klientel größtenteils nicht.

Und um zu den mehr oder weniger alternativen Methoden zurückzukommen, viel Aufwand für ein Fenchelöl oder was auch immer.
 
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@Astrid, das ist eben ein Riesenproblem. Aber ich denke mal, anders ist das nicht zu realisieren, ohne Ärger zu kriegen. Sowas kann ma einem Aussenstehenden auch nicht erklären und das sind Eure Pädagogen in diesem Fall ja auch.
Das Gesicht von einem Arzt möchte ich dann auch mal sehen, wenn er eine VO für Fenchelöl o.ä. ausstellen soll.

LG Wasserfrau
 
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@Wasserfrau
ich glaube, das können sich auch die Kollegen aus dem krankenhausbereich nicht vorstellen. Anstelle eines Griffs in den Medikamentenschrank oder Pflegewagens nur individuell Verordnetes.Vorher Karte einlesen lassen , ggf Überweisung holen usw.
Genug gejammert.
 
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Ja, das ist eben der Unterschied zwischen Heim und KH. Theoretisch dürfen die das im KH ja wohl auch nicht, einfach mal 'ne Pille gegen Schmerzen oder zum Schlafen. Wird aber gemacht, nachträglich abgesegnet. (denke ich mal) Wenn dieses Medikament usw. nicht vertragen wird, kann sofort Hilfe geholt werden.
:kopfkratz:Wasserfrau
 
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Ich hoffe mal nicht, dass es im Krhs so läuft.
Zu meiner Zeit im Krhs ( 1998 das letzte Mal ) haben wir keine nicht verordneten Medikamente gegeben, aber im Krhs sind halt immer Ärzte greifbar und die Medikamente in der Regel bevorratet. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass wir beispielsweise eine Bepanthen Salbe hätten anordnen lassen müssen.
Die starren Begrenzungen der Heimaufsichten haben ja leider auch ihre Gründe.
Jetzt haben wir uns aber weit vom ursprünglichen Thread entfernt.
Schönen Abend noch
Astrid
 
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