Umgang mit SIS

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mastachief

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Hallo zusammen,

mich würde interessieren wie Ihr im ambulanten Bereich mit der SIS umgeht?

Erstellt Ihr eine komplette SIS, wenn ein Kunde z.B. nur eine Wunde hat und Ihr diese auf HKP versorgt? Wie geht Ihr hier vor?
Mir ist es nicht klar, wann die SIS erstellt werden muss und wann nicht. Auch in einem ganzen Buch über SIS habe ich hier keine wirkliche Antwort gefunden.

Grüße
Björn
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
ambulante Pflege
Callmesunshine

Callmesunshine

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Hey ,
Wir (ambulant) haben vor kurzem umgestellt auf das Strukturmodell.
Bei reinen SGB V Leistungen Erfassen wir keine SIS nur bei SGB XI Leistungen und natürlich wenn SGB V dazu kommt.

Ich weiß nicht ob man das immer so machen muss aber die erste MDK Prüfung haben wir bereits erfolgreich hinter uns :)

Lg
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Qualitätsmanagement
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Menschenkind

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Keine schlechte Frage.
Aus meiner Prüfpraxis (Heimaufsicht) - die sich nicht auf die ambulante Pflege in der eigenen Häuslichkeit bezieht sondern maximal auf ambulante Wohngruppen im Setting der ambulanten Pflege - muss ich sagen, dass der Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden nur sehr rudimentär angewendet wird (und zwar egal in welchem Setting!):
Oftmals erlebe ich eine Versorgung nach dem Schema: Patient hat eine chronische Wunde, ich habe eine Arztverordnung, ich verbinde und dokumentiere die Wunde...im besten Fall heilt sie ab. - Fertig -

Der Expertenstandard jedoch beschreibt eine ganze Menge mehr, als nur die reine Wundversorgung und diese Faktoren werden oftmals nicht berücksichtigt:

- Erarbeitung eines gesundheitsbezogenen Selbstmanagements (Seite 36, 44, 45)
- Anschließend eine Rezidivprophylaxe z.B. mittels einer Beratung (weil nach Abheilen einer Wunde und ausschl. SGB V-Leistung ist der Pflegedienst dann ja raus). (S. 39, 44, 45)
- Weiterführende Maßnahmen z.B. bei Diab. Fußsyndrom
- Weiterführen der Kompressionstherapie, Vermeiden von Verletzungen, Bewegungstraining, etc bei Ulcus cruris venosum
- Lebensumstellung bei Ulcus cruris ateriosum

- Maßnahmenplanung zum Umgang mit und zur Vermeidung von wund- und therapiebedingten Beeinträchtigungen (Schmerz, Mobilitätseinschränkung, Wundgeruch, Verstärktes Wundexsudat), Umgang mit Körperbildstörungen.

Zum Umgang mit diesen wundassoziierten Besonderheiten sehe ich in den Dokumentationen, die ich bisher gesehen habe keine Angaben!

So...und jetzt komme ich wieder zurück zur SIS:
Eine Vielzahl der Faktoren, die oben beschrieben wurden hängen von der Compliance des Bewohners (Kognitive und kommunikative Fähigkeiten = TF 1) ab, haben Auswirkungen auf Mobilität (=TF 2) oder Wunden haben ihre Ursache in Krankheitsbedingten Anforderungen und Therapien (=TF 3) oder Auswirkungen wie Schmerz (ebenfalls TF 3). Wenn dann auch noch wundspezifische Faktoren wie Wundgeruch, Isolation, Scham hinzukommen, dann sind wir auch schnell bei Auswirkungen im Sozialen Bereich (=TF 5).

Jetzt die Frage: Macht es aus pflegefachlicher Sicht Sinn, sich mit diesen Themen im Rahmen der vorgegebenen Qualität des Expertenstandards und im Sinn des Bewohners zu beschäftigen?
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Pflegefachmann
Fachgebiet
Heimaufsicht/WTG-Behörde
Weiterbildungen
Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
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