Umgang mit schwangeren Kolleginnen?

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Bernd-Kl

Bernd-Kl

Mitglied
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Liebe Leute,

mich würde einmal interessieren, wie bei Euch mit schwangeren Kolleginnen verfahren wird?
Bei uns füllt die PDL einen Gefährdungsbogen aus, in dem in der Regel festgestellt wird, dass das Mutterschutzgesetz nicht einzuhalten ist und eine gesundheitliche Gefährdung der werdenden Mutter nicht ausgeschlossen werden kann (Pflegepersonal, Küchenpersonal etc. nicht Bürokräfte).
Dieser geht an die Krankenkasse und der AG spricht ein individuelles Beschäftigungsverbot aus.
Die Kollegin bekommt ihr volles Gehalt wie bisher und eine spezielle Versicherung bei den Krankenkassen übernimmt zwischen 80 und 100 % der Kosten (je nach Krankenkasse).
Wir machen das schon seit 25 Jahren so und wir meinen, dass das allen Beteiligten gerecht wird.
Wie wird das bei Euch gehandhabt?

Bernd
 
Qualifikation
Heilerzieher/Krankenpfleger
Fachgebiet
Im Ruhestand
S

summer-july

Mitglied
Basis-Konto
24.09.2007
48477
Bei meiner ersten Schwangerschaft war ich noch Vollzeit im Tagdienst tätig.
Arbeitszeiten wie immer, kein Nachtdienst, und Spät von 12:30 bis 20 Uhr.
Hatte nach wie vor meinen eigenen Bereich ( ( geriatrische Patienten) und bekam dabei einen Schüler oder 2 Praktikanten mit. Habe komplett bis zum Ende gearbeitet und musste am Anfang einmal zum Betriebsarzt und dort wurde der gefährdungsbogen ausgefüllt, ich wurde über das Mutterschutzrichtliniengesetzt aufgeklärt und das war es.
Bei uns hätte der Frauenarzt nur krankschreiben können, aber das ist ja auch nicht Zweck. Denn bei uns war man immer der Ansicht Schwangerschaft ist keine Krankheit und Bewegung ist immer gut.
Ich bin der Auffassung das es in der Geriatrie wie in vielen anderen Bereichen schon Schwangerschaftsgefährdend sein kann, aber mit eine spezielle Versicherung gibt es bei uns wohl nicht, denn da wurde noch keine
Schwangere ein Beschäftigungsverbot erteilt.
Von einigen meiner Kollegen weiss ich, dass sie auch ganz gerne Schwanger trotzdem weiter auch nachts gearbeitet haben. Natürlich wussten das die Kollegen nur unter "vorgehaltener Hand". Bisher ist noch nie etwas passiert, aber wenn dann ist es unverzeihlich und mit nichts wieder gut zu machen.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere mit Akutgeriatrie
M

Mietze-Katze

Mitglied
Basis-Konto
22.03.2007
13353
Hallo, ich habe auch bis zum Schluss gearbeitet.
Es kam zwar immer der " Finger " ja nicht zu schwer zuheben..., aber wenn ich jedes Mal gewartet hätte bis jemand Zeit hat oder in der Nähe war, dann wäre ich nie fertig geworden.
Ich steh auch auf dem Standpunkt - schwanger ist keine Krankheit - und ein gewisses Restrisiko bleibt immer.:suche:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Med.Klinik
J

JoAn 98

Mitglied
Basis-Konto
15.10.2007
Braunschweig
Hallo,
meine lieben Kollegen meinten, dass ich immer schön die "leichten" Bewohner machen sollte. Das ging bis zu dem Tag gut, bis ich Rot sah! Konnte einfach nicht mehr tagtäglich die gleichen Sätze ertragen! Ich hab dann nur noch Bewohner gebadet. B. Bed. hab ich dann Hilfe gehabt.
Ich denke, jede Schwangere weiß, was sie sich "zumuten" kann. Wenn wirklich eine Gefahr für Mutter und/ oder Kind besteht, finde ich die Handhabung im Betrieb von Bernd völlig korrekt. wenn der AG kein Beschäftigungsverbot ausspricht, kann das sonst der Gynäkologe tun. Dann gibt es auch bis zum Schluß das volle Gehalt.

Gruß, Joan
 
Qualifikation
ex. Altenpflegerin, WBL
Fachgebiet
Alten- u. Pflegeheim
K

Ken

Ich denke, jede Schwangere weiß, was sie sich "zumuten" kann.
Das Mutterschutzgesetz gibt´s also nur, damit das auch der Arbeitgeber weiß?

Bei uns läuft das auch nicht anders. Jede Schwangere muss sich selbst um sich kümmern und macht in der Regel mehr als sie müsste (dürfte).

Ich finde es allerdings sehr gut, wie es in Berds Betrieb läuft. Wenn man einer Schwangeren keine sichere Arbeitsstelle zuweisen kann, dann kann man sie eben nicht mehr beschäftigen.

LG
der Ken
 
L

Lisy

Hallo,
es muß so laufen wie in Bernds Betrieb. Wenn etwas passiert zahlt euch die BG keinen Pfennig und der AG tritt in die Haftung.
Gruß Lisy
 
M

Manu123

Mitglied
Basis-Konto
10.10.2006
25774
Hallo,
Ich habe auch fast bis zum Schluß gearbeitet, aber kaum noch in der Pflege.
Ich war für den Tagesraum zuständig, habe Tabl. verteilt, mich um die Dokus gekümmert, war für die Beschäftigung zuständig etc. eigentlich alles wo ich nicht schwer heben musste.Ich denke es gibt viel auch für eine Schwangere zu tun, auch wenn man manchmal ein schlechtes Gewissen hat wenn man die anderen so schwer arbeiten sieht. Mir fiel es manchmal schwer zu akzeptieren,dass die anderen meine Arbeit mitmachen mussten, da man ja auf dem Dienstplan stand. Gut ich konnte ihnen auch Arbeit abnehmen und manchesmal fand ich den Tagesraum sehr anstrengend, weil mir doch manchmal die Unruhe sehr zu schaffen machte. Aber alles in allem wird bei uns Schwangerschaftsschutz eingehalten. Man ist ja nicht krank sondern nur etwas eingeschränkt. Ich finde es nicht gut die Krankenkassen damit zu belasten, es verteuert alles nur.
L G Manu123
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Pflegeheim
L

Lisy

Hallo Manu,
alls AG zahle ich zusätzlich zu den normalen Krankenversicherungsbeiträgen noch die sogenannte U 4?, diese Umlage soll die Kosten bei Arbeitsausfall wegen Schwangerschaft abfedern. Deshalb hab ich kein schlechtes Gewissen, wenn ich die Schwangeren freistelle.
Gruß Lisy
 
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
Basis-Konto
05.01.2006
63110
Es ist ja wohl auch ein Unterschied, ob die zukünftige Mutti stationär oder ambulant arbeitet.
Im stationären Bereich finden sich vielleicht noch Tätigkeiten, die statthaft sind, im ambulanten ganz bestimmt nicht. Autofahren ist auch schon eine Gefährdung.

:eek:riginal: Wassermann
 
Qualifikation
Krankenschwester
berggoass

berggoass

Mitglied
Basis-Konto
30.05.2006
83402
das mit dem Beschäftigungsverbot ist ja schön und gt, aber die Pflegekraft fällt für mich als WBL ersatzlos weg und ich kabnn zusehen, wie ich die Dienste abdecke. Wenn sich die schwangere krankschreiben lässt, dann bekomme ich nach 6 Wochen Ersatz, diese aber weniger Geld, wenn ih richtig informiert bin. Also an sich ein sehr schweres Thema. Ich sehe zu, dass die schwangere mehr im Bedreich Essenausgabe, Medikamentenvereteilen und leichter Pflege betraut wird und hoffe sie so möglichst lange bei Laune zu halten...
Ideal ist das alles nicht so ganz.
Hat jemand eine andere gute Srategie??? Habe auch gerade so nen "Fall"
 
Qualifikation
Altenpflegerin, WBL
Fachgebiet
Pflege
kleinergizmo

kleinergizmo

Mitglied
Basis-Konto
15.05.2005
61267
Hallöchen!

Ohne jetzt mit eigenen Erfahrungen oder Ähnlichem aufwarten zu können...

@berggoass:

(...) und hoffe sie so möglichst lange bei Laune zu halten...
Ich möchte in der beschriebenen Situation ja mit keiner Leitung tauschen, das ist sicherlich keine einfach zu lösende Problematik...

Aber um "bei Laune halten" geht es dabei doch nun wirklich nicht. Das Moralische mal völlig außer Acht gelassen, sollte einen als AG doch schon

Wenn etwas passiert zahlt euch die BG keinen Pfennig und der AG tritt in die Haftung.
dieser Abschnitt nach Alternativen suchen lassen, oder.....?

Ganz persönlich habe ich Kolleginnen mit in 2 Fällen sehr riskanten und teilweise traurigen Konsequenzen durchaus nicht so erlebt, dass sie einschätzen können, was ihnen gut getan hätte...

LG,
Gizmo
 
Qualifikation
Krankenpflegerin
Fachgebiet
Dialyse
berggoass

berggoass

Mitglied
Basis-Konto
30.05.2006
83402
mit bei Laune meine ich ja auch nicht, dass ich das Mutterschutzgesetz mißachte. Ich hoffe das ist nicht falsch angekommen. Ich wollte damit ausdrücken, dass ich versuche, so lange es geht, die Mitarbeiterin im Arbeitsalltag zu integrieren, ihr alternative Tätigkeiten anbiete, damit sie, sich kein beschäftigungsverbot ausstellen lässt, weil ihre Rechte sonst nicht gewahrt weden. Das geht eh nur im Einverständnis aller...
 
Qualifikation
Altenpflegerin, WBL
Fachgebiet
Pflege
kleinergizmo

kleinergizmo

Mitglied
Basis-Konto
15.05.2005
61267
Hallöchen,

so hab ich es auch gar nicht interpretiert... Essensausgabe und Medis okay, der Begriff "leichte Pflege" war wohl das, was ich da wohl etwas weiterinterpretiert habe.

Das war es nämlich, was in meinem Umfeld immer ziemlich schnell einen fließenden Übergang darstellt - das haben hier ja auch schon einige geschildert.

Der Bewohner, der nur ein bisschen Waschhilfe braucht, sich eigentlich fast selbst mobilisiert, etc....
Da sind Tage, an denen das Aufstehen etwas schlechter klappt, man beim Helfen am Waschbecken doch ein bisschen mehr rumhüpft als sonst oder der immobile Patient sich beim Lagern doch etwas steifer macht als normalerweise...
Dann "für jede Kleinigkeit" einen Kollegen zu holen, ist halt auch nicht immer drin, alleine aus Zeitgründen nicht... Und "zur Last" fällt frau ja schon durch die geänderte Aufteilung und schwere Pflegefälle, die auf weniger Kollegen verteilt werden.

Das war das, was ich eigentlich meinte... Das sind die Alltagsdinge, die ein AG im stationären Ablauf oft wohl erst mitbekommt, wenn etwas schief gegangen ist.


An sich ist die Bemühung, die Kolleginnen möglichst lange im täglichen Alltag einzubinden, mit Sicherheit kein schlechter Ansatz! :)

LG,
Gizmo
 
Qualifikation
Krankenpflegerin
Fachgebiet
Dialyse
N

nanny

Mitglied
Basis-Konto
26.04.2006
21255
Bei uns in der ambulanten Pflege werden die Kolleginnen sofort freigestellt, weil wir nun mal ausschließlich allein arbeiten und niemand zur Hilfe da ist. In der stationären Pflege gibt es sicherlich auch Arbeiten, die weder Mutter noch Kind gefährden, das muss man einzeln abschätzen. Schwangerschaft ist keine Krankheit, kann aber zu einer werden und das will schließlich niemand.
Gruß nanny
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegekasse
L

Lisy

Hallo bergoass,
wie wir alle schon richtig erkannt haben, ist eine Schwangerschaft keine Erkrankung. Deshalb erhält sie bei einem Berufsverbot die vollen Bezüge.
Auch sonst hat sie keinen Nachteil, der AG übrigens auch nicht. Dieser zahlt sowieso für jeden AN die Umlage an die jeweilige Krankenkasse. Von dieser Umlage wird dann der Gehalt an die MA weiterbezahlt.
Diese Variante finde ich besser, als der MA das Gefühl zu geben, geduldet zu werden.
Ich hab das "Spiel" 3 mal erlebt und ich bin immer über meine Grenzen gegangen, nicht aus Dummheit sondern aus dem gleichen Grund wieso ich immer eingesprungen bin, bei Bedarf. Ich konnt es einfach nicht mitansehen.
Und deinen Dienstplan mußt du auch aufrecht erhalten, wenn jemand echt krank wird.
Gruß Lisy
 
T

traveler

Aktives Mitglied
Basis-Konto
09.12.2005
Kaufbeuren
Hallo,
da hätte ich doch mal ne Frage:
Wenn der AG nicht mehr zahlungspflichtig ist, wer zahlt dann die AGbeiträge für Rente-, Kranken-, Arbeitslosen-, Pflegeversicherung. Doch sicher nicht die Krankenkasse?

renje
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
L

Lisy

Hallo renje,
die werden von der Berufsgenossenschaft bezahlt.
Gruß Lisy
 
T

traveler

Aktives Mitglied
Basis-Konto
09.12.2005
Kaufbeuren
Hallo Lisy,

Danke
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
Bernd-Kl

Bernd-Kl

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
Wieso fällt die Stelle denn dann weg?. Bei uns wird sie 1:1 ersetzt.
Bernd
 
Qualifikation
Heilerzieher/Krankenpfleger
Fachgebiet
Im Ruhestand
T

Toxin

Neues Mitglied
Basis-Konto
14.11.2007
15746
hallo!

wir haben im moment 6 (!) schwangere! in österreich ist das recht komisch...die meisten gehen spontan mal in frühkarenz! der rest wird im haus (neurologische stationen,rehas und aufnahme) verteilt. es arbeitet nicht eine am bett!!!! das ist für den rest (uns) ganz besonders lustig! weil nachbesetzungen gibs nur bedingt...unsere momentane-stations-schwangere kümmert sich um medis (einteilung) das telefon, übernimmt die eingaben ins medocs (computer, also physio,logo-anforderungen ect.)sie übernimmt die aufgaben der "statinsleitung" (die meistens nicht da ist)
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
neuro/intensiv/frührehab
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

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