Umgang mit Alzheimer

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rennsemmel

Hallo,
habe z.Zt. einen Alzheimer Patienten (67j), wo ich nicht weiter weiß.
Seit ca. einem 3/4 Jahr bekommt er Aricept 10 (TD) vom neurologen verschrieben. Jetzt hat sich der Zustand verschlechtert, er wird aggressiv seiner Frau gegenüber, nimmt sehr wenig am Alltagsgeschehen teil, weiß Dinge nach mehreren sek. nichtmehr,...
Die ehefrau ist etwas überfordert, der Neurologe meint das Remenyl zu sehr sedieren würde ( das war vor einem 3/4 jahr). Ansonsten wird versucht immer den gleiche Tagesrythmus beizubehalten.
Ich schreibe mal nur ein paar Bsp. auf
Er ging um 20:00 ins Bett ohne sich von ihr zu verabschieden. Sie hatte Besuch, der dann gegen Mitternacht verschwand. Sie räumte noch auf, putze sich die Zähhne als der Mann neben ihr stand und sie anschaute und in einem Tonmeinte: Warum biste noch nicht im Bett, wo triebste dich rum!
Am nächsten Morgen steht sie um 7:00 auf ohne ihn zu wecken, um noch rechtzeitig die Mülltonne rauszustellen (die Müllabfuhr kam an dem Tag). Er bekommt das mit und meint: Warum biste nicht liegen geblieben, haste wohl nen andren!!
Oder: er soll das geschirr aufräumen, in den Schrank. Sie sagt ihm wo er ist. Zornig ruft er dann: WO soll der sch... hin, räum das gefälligst selber auf!!.
Oder er hat Hunger. Die frau sagt: in 30min,. gibt es Essen. NAch 5min. steht er wieder da und meint: Warum ist das Essen noch nicht fertig? Du sagst es ist fertig und dann schaffste es doch nicht
Das sind einige Beispiele in der letzten Zeit.
Probieren tun wir, das der Rhytmus beibehalten wird, dass wir nicht beide laut werden. Mehr eigentlich noch nicht.Die Frau hat bedingt akzeptiert, dass ihr Mann krank ist. In der Öffentlichkeit scheut sie sich aber und teilt nachbarn ,etc. nicht mit dass ihr Mann "krank"ist. Sie weiß dass es keine Heilung gibt, dass ihr Mann abbaut. Einer Selbsthilfegruppe will sie nicht beitreten, da sie dann ihrem mann sagen muss, wo sie hingeht und da er sowieso schon sauer ist, wenn sie das Haus verlässt ist es schwierig. Der Mann meint es ist alles in Ordnung, selbst eine patientenverfügung will er nicht machen, da er nun meint sie will ihn loswerden.
Gibt es irgendwie eine Möglichkeit, den beiden zu helfen? evtl.auch durch Medis??
 
JUTTA62

JUTTA62

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Hallo, arbeite in der stationären Altenpflege- und anscheinend merkt euer Patient, dass er abbaut(geistig) und ist deshalb so "gereizt", vielleicht hat er auch angst,dass seine Frau nicht mehr zu ihm steht, wenn er weiter abbaut und das drückt sich bei ihm durch diese Vorwürfe aus. In dieser Phase ist es sehr wichtig Verständnis für seine Situation zu zeigen+ ihn zu unterstützen. Wir schreiben unseren Bewohnern in dieser Phase den Tagesablauf genau auf, mit Uhrzeit, am besten wäre, wenn seine Frau und er (und ihr als Pflegedienst) das zusammen macht, grenzt ihn nicht aus! Nimmt der Mann Axura-( Memantin)- oder citalopram?
 
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rennsemmel

Hallo,
er nimmt Aricept, und seit ein paar tagen Risperidom 0,25. Ansonsten nimmt er noch ASS, Belok zok, Novo Norm, Acerbon, Lachsöl, Tebonin.und Lantus Insulin.
Das Problem ist auch, dass die Frau noch berufstätig ist, und der Mann morgens alleine ist.
 
JUTTA62

JUTTA62

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Hallo, wie schon gesagt,ich denke euer Patient ist noch in einer Phase in der er merkt, dass er sich eben nicht mehr alles meken kann u.s.w. Wenn seine Frau noch berufstätig ist, erhärtet sich mein Verdacht, dass er sich unnütz,für sie nicht mehr "ausreichend" fühlt, deshalb vielleicht die Vorwürfe, sie hätte einen anderen... Was macht er denn vormittags oder was hat er früher gern gemacht?(Beruf/Hobbies) Vielleicht braucht der Mann nur einfach mehr SINN in seinem Leben?! Schau mal: SIE geht arbeiten, SIE bekommt Besuch, hat wahrscheinlich ein intaktes soziales Umfeld. ER wird teilweise vom Pflegedienst betreut, ER sitzt zu Hause, ER merkt, dass er "krank/dement" ist.
Nach Axura/Ebixa o.ä. oder Citalopram fragte ich, weil es ja auch sein könnte, dass diese Medikamente ihm helfen könnten!
 
nursebc1989

nursebc1989

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Hey arbeitet ihr auch mit biografie arbeit und Validation das machen die bei uns im Pflegeheim und das funktioniert echt super
 
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josephine

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Hi rennsemmel,

gibt`s bei euch vielleicht eine Tagesbetreuung?

Wir bekommen häufig Demenzpatienten, die vorher mit Tagesbetreuung und Pflegedienst einige Jahre gut zuhause klar kamen. Das würde deinem Patienten eine geregelte Struktur geben und etwas, was einem Arbeitsalltag nahe kommt.

viel Erfolg,

josephine
 
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