Umfrage über den Pflegeberuf

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pidgo

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Hallo,

Mein Name ist Benjamin, ich beschäftigte beruflich und privat mit Künstlicher Intelligenz und seit ein paar Wochen frage ich mich, wie man Künstliche Intelligenz mit Pflege verbinden kann.

Daher brauche ich eure Hilfe: Ich möchte gerne die Leute hinter der Alterspflege kennen lernen.
Ich habe da einige Fragen für Alterspfleger und dem Menschen dahinter, sodass ich gerne ein paar Interviews führen möchte. Es handelt sich um ein qualifiziertes Interview: Ich möchte gerne auch Rückfragen stellen.

Wenn ihr die Welt ein Stückchen für euch und pflegebedürftigen Menschen besser machen wollt, dann schreibt mir eine Nachricht. Wir besprechen alles weitere.
Ich kann euch gerne auch von meinen Ideen erzählen!

Liebe Grüße
Benjamin
 
Qualifikation
Altenpflege
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Umfrage
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Cutter

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Ideen zur Hilfe hab ich viele. Nur leider sind die ITler was KI angeht meist an den direkten Kontakt Mensch-Maschine interessiert. Und diese Schnittstelle ist extrem kompliziert, wegen der Emphatie von Menschen.

Als Unterstütztung für Hilfskräfte könnten Tätigkeiten ohne den Umgang mit Menschen sehr hilfreich sein.
- Tische zum Essen eindecken / abräumen
- Geschirr spülen oder die Spülmaschine gefüllen
- Wäsche sortieren
- Mülleimer leeren

Also quasi hauswirtschaftlich Tätigkeiten.
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
Hannover
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pidgo

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@Cutter Ich gebe dir Recht, dass Mensch-Maschinen-Kommunikation extrem kompliziert ist. Ich habe daher an etwas gedacht und habe dir deswegen einmal eine Nachricht gesendet?
 
Qualifikation
Altenpflege
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Umfrage
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Christian Pagel

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Hallo Benjamin, du kannst mich gerne anschreiben, wir können gerne ein Interview führen.
 
Qualifikation
Einrichtungsleiter, Projektmanager
Fachgebiet
Altenpflege, Qualitätsmanagement
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dawala

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Hallo Benjamin,

ich habe zwei Beispiele aus der Praxis. Vom ersten hörte ich Ende der 1970-iger Jahre:

In einem deutschen Krankenhaus waren einige ständig wiederkehrende Aufgaben digitalisiert worden. Medikamentenherrichtung nach Plan, Essensausgabe erinnere ich. Dann fiel eines schönen Tages die IT aus. Es dauerte mehrere Tage, bis der Missstand von Experten behoben werden konnte. In dieser Zeit musste das Pflegepersonal zusehen, wie es an Informationen bezüglich Medikamentation, Diäten für die einzelnen Patienten kommen konnte. Denn auch die Ärzte konnten sich nicht immer an ihre Verordnungen erinnern. Die Menschen, Pflegepersonal und Ärzte, arbeiteten rund um die Uhr und es starben trotzdem Patienten weil die nötigen Informationen nicht greifbar waren.

Als ich mich das letzte Mal um eine Stelle bewarb zeigte mir die Kollegin, dass sie an ihrer digitalen Maschine insgesamt VIER Mal die gleichen Informationen eingeben musste. Und während ich ihr zusah baute sich vor meinem Inneren Auge in C64 ein Befehlsbaum auf um diese Hirnlosigkeit abzubauen.

Ja. Wir leben nicht mehr in den 1970iger Jahren. Aber in wohl keinem Staat auf dieser Erde haben die führenden Zuständigen für die digitale Welt in der Vergangenheit so große Inkompetenz an den Tag gelegt wie in unserem. Wäre es anders wäre nur eine einzige Dokumentation nötig und das System würde auch gleich
mit den Kostenträgern abrechnen
Bestellungen tätigen
Gehaltsabrechnungen durchführen

und zu den drei Letztgenannten jeweils EINE Papierversion ausdrucken. Denn KI wird immer anfällig bleiben für Stromausfälle - das Krankenhaus hatte ein Notstromaggregat welches aber eben auch nicht ging - und Hacker.

Und direkt am Menschen hat KI absolut Nichts verloren. Zumindest so lange nicht wie Menschen Lebewesen sind und keine Maschinen.

Gruß

dawala
 
Qualifikation
Krankenschwester, Industriekauffrau
Fachgebiet
zwangsverrentet
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kotzfisch

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KI in der Pflege ist ein lustiger Gedanke.Eigentlich eine unmenschliche Dystopie.
ES gibt nicht einmal ein vernünftiges Dienstplanprogramm und da will er Ki einsetzen.
Lächerlich.
 
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SLVT
Fachgebiet
Forensik
N

Nadine Schüßler

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Wichtig sind vielleicht zum Thema einige begrifflichen Klärungen:
Ich finde die Orientierung hier hilfreich.
KI ist NICHT: Dokumentationswirrwarr, in dem Textbausteine die komplexen Zusammenhänge pflegerischer Tätigkeiten möglichst kurz festhalten sollen und dabei deren Qualität dokumentieren und Abrechnung ermöglichen. Falsche Eier legt diese Wollmilchsau. KI ist nur so gut und hilfreich, menschlich oder entmenschlicht, wie die Menschen, die sie konzipieren, umsetzen und die "maschinellen Lernprozesse" gestalten. Daher müssen Programmierende, Pflegende und zu Plegende hier notwendiger Weise eng zusammenarbeiten.
Dies ist bei der Entwicklung von Dokumentationssystemen leider überhaupt nicht gelungen.
Wir können aber aus diesen Debakeln lernen!

Und hier mal ein Beispiel für eine KI-Smarthome-Telcare-Lösung: Addison Care by Electronic Caregiver
 
Qualifikation
Master of Science
Fachgebiet
Pflegewissenschaft und -praxis
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Cutter

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Die derzeitigen Softwarelösungen für die Pflegenden sind alle nicht perfekt und werden es auch nie. Software ist in der Regel statisch und nur gelegentlich gibts Updates. Die beziehen sich meistens aber auf Fehler und wenig auf neue Inhalte.
Und genau da hapert es, denn die Pflege verändert sich ständig und bald täglich kommen neue Ideen und Anweisungen, die irgendwie umgesetzt müssen. Die Software spielt da nur bedingt mit. Ein Beispiel:
Ein Leistungskomplex wurde erstellt. Darin enthalten sind mehrere Leistungen. Diese Leistungen sind angepasst an eine Gruppe/Station/Wohnbereich. Jetzt kommen neue Anweisungen, die da mit rein sollen. Das klappt auch noch ganz, jedoch stellt man fest, das diese neuen Dinge nicht für alle Bewohner/Klienten/Patienten gelten sollen. Also: ein zweiter, ähnlicher Leistungskomplex wird erstellt. Jener eben für diese neuen Änderungen. Wenige Tage später: die nächste Änderung ... und wieder ein neuer Komplex. Nach einem halben Jahr wird es dann unübersichtlich und man stellt fest, das kaum noch jemand da durch steigt.
Dazu noch Hürden wie zB vordefinierte Pflegehilfsmittel. Ein Beispiel: ein Rollstuhl, aber eigentlich möchte die PFK eine Pflegerollstuhl eintragen. Die tauchen aber in dem Dropdownmenü der Software nicht auf, ein Mangel der dem MDK sehr wohl auffällt. Und wenn es nicht möglich ist (aufgrund statischer Software) hier selbständig Dinge nachzutragen, ist die Software im Grunde nicht gut nutzbar.
Und da gibt es eine Menge an Dingen, mich stören. Egal welche Software. Mir ist noch keine vor die Augen gekommen, die man ansatzweise als perfekt bezeichnen kann. Irgendwo klemmt es immer. Von intuitiver Benutzung mal ganz abgesehen.
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
Hannover
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