Übernahme durch neuen Träger

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Kalimera

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Hallo Boardler,

mich interessieren Eure Erfahrungen, Berichte...ect. als Eure Einrichtung von einemneuen Träger übernommen wurde.
Wie wurde bei Euch vorgegeangen?
Wie ward Ihr involviert in diesen Prozess?
Wie ist man mit Ängsten, Unsicherheit...ect. umgegangen?
Welche Ängste und Unsicherheiten gab es unter Euch/den Mitarbeitern?
Habt Ihr als Leitung evtl. selbst schon mal einen solchen Prozess mitgestaltet?

Also einfach alles was Ihr mir dazus schreiben könnt und wollt würde mich interessieren.

Dankeschön
 
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Jonatan

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Hallo Sigrid
wir wurden dieses Jahr im Sommer von einem neuenTräger übernommen. In der Einrichtung ist bis Heute immer noch Unruhe. Die neuen haben sich auch nicht wirklich bei den kleinen MA vorgestellt und das schafft natürlich kein vertrauen . Bei uns wurde alles umgestellt alle laufenden Dokumente, Dienstplan, Lieferanten, Personalstruktur usw. Ich möchte dich nicht beunruhigen bei euch kann es ja ganz anders vor sich gehen.
LG. Jonatan
 
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Kalimera

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Hallo Jonatan,

erst einmal liebe Grüße in meine alte Heimat, habe lange Jahre nicht weit von Eppelborn entfernt gewohnt.

Was mich besonders interessieren würde welche Maßnahmen im Vorwege der Übernahme übernommen wurden um z.B. Unsicherheiten und Ängste bei den MA zu nehmen, bzw. Vertrauen zu schaffen oder zu erhalten?

Gab es z.B. Info-Veranstaltungen, wie wurde den MA bekannt gemacht, dass es einen neuen Träger geben wird, welche Infowege wurden benutzt.
Was wurde unternommen um die Motivation weiter aufrecht zu erhalten, Widerständen emtsprechend zu begegenen..ect.

Es wäre schön, wenn Du ein bisschen detaillierter den Prozess, insbesondere im Vorwege erläutern könntest.


Schön, dass wenigstens einer hier ist, der mir davon berichten kann.
 
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Jonatan

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Hallo Sigjun, das freut mich dass alte Gefühle etwas erweckt wurden bei Dir..
Zu Deinen Fragen versuche ich so gut ich kann Dir zu antworten. Unser neuer Träger hat sich dem Gesamten Personal einmal vorgestellt es konnten Fragen gestellt werden die aber nicht befriedigend beantwortet wurden...
Wir im Leitungsteam wurden als erster darüber in Kenntnis gesetzt und hatten dann die Aufgabe unsere MA zu informieren , es gab irgendwann im Sommer noch ein kurzes Infoschreiben von unserem alten gemeinsam mit dem neuen Träger der eine verabschiedete sich und der andere stellte sich kurz vor. Am Anfang hies es dass sich nichts ändern würde und dass alles beim alten bleiben würde!!!! Heute kann ich sagen dass dies nicht zutrifft es wurde nach und nach alles geändert. Die Ängste der MA kannst Du nur mit ganz viel Gesprächen etwas entschärfen. Ein detallierter Prozess im Vorfeld gab es bei uns nicht, deshalb kann ich Dir darüber auch nichts berichten. Ich hoffe für Dich dass es bei euch Menschlicher und detallierter abläuft als bei uns. Bei uns sind bis Heute noch sehr viele Fragen nicht geklärt. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich arbeite und wenn ich irgendetwas falsch mache melden die sich schon. Ich hoffe dass es Dir einwenig hilft.

Lg Jonatan
 
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Barbara2

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Hallo Sigjun,

ich weiß genau, wie es in Dir aussieht. Bei uns hat das Wort Fussion Ängste freigesetzt, das kann sich keiner vorstellen. Wobei Fusion und neuer Träger doch etwas anderes sind, die Umstände aber durchaus Ähnlichkeit haben
Wir, das gesamte Team haben es aber geschafft, sich noch einmal dagegen aufzulehnen und so haben wir eine Konsolidierungsphase von 2 Jahren erhalte, in denen wir beweisen müssen, das es doch geht.

Wobei ich nicht weiß, worum es bei Dir geht.
Darf ich fragen, warum Ihr einen neuen Träger bektommt?

LG
Barbara2
 
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mobileSchwester

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Hallo

Ich arbeite seit zwei Jahren für ein privates Alten- und Pflegeheim, welches quasi in Familienbesitz ist. Wir sind keine Kette sondern nur ein Haus. Vor ca. acht Jahren hat diese Familie ein neues Altenheim gebaut und dieses nach einiger Zeit verkauft. Den Mitarbeitern wurde angeboten, dass sie entweder vom neuen Besitzer übernommen werden oder mit den alten Besitzer an dessen alte Betriebsstätte (welche da gerade im Umbau war) mitgehen können. die Übernahme kam für die meisten völlig überraschend. Der "alte" Chef kam mit den "neuen" Chef zu einer Versammlung und der Verkauf wurde bekanntgegeben. Für die Mitarbeiter die im Betrieb blieben hat sich einiges geändert. Ich weiß das weil viele nach einiger Zeit gekündigt und sich quasi bei uns wieder beworben hatten. Die Löhne wurden anders, und für viele niedriger berechnet. Das Betriebsklima wurde schlechter und es gab Kompetenzprobleme zwischen den Leitungskräften.

Vor vier Monaten hat nun der aktuelle Betrieb Insolvenz angemeldet. Wir warten gerade auf den Verkauf. Es herrscht große Verunsicherung, gerade bei den Mitarbeitern, die die Situation schon erlebt haben. Wir wissen noch garnicht wie es weitergeht und wer unser neuer "Chef" wird. Die Situation ist nicht einfach und es besteht viel Gesprächsbedarf. Wir spielen im Team gedanklich immer wieder alle Möglichkeiten durch und reden viel darüber was gerade auch im Team passiert. Wir warten jetzt einfach ab und halten den Betrieb aufrecht.

Gruß Yvonne
 
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Barbara2

Barbara2

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Hallo Yvonne,

in diesen unruhigen Zeiten kann man nur dafür sorgen,
- das die Patienten versorgt sind, so gut es geht;
- dafür sorgen, das der eine starke Kollege den schwächeren hilft;
- das der mit der meisten Erfahrung zu Wort kommt und Ruhe reinbringt in diese Situation;

Zukunftsprognosen stellen wäre irrsinnig, denn jeder denkt und fühlt anders.

Letztendlich muß jeder tun was er für richtig hält.
Auf alle Fälle, meiner Meinung nach überleben nicht nur die Starken, sondern die, die wissen, was sie wollen und vor allen Dingen, die die wissen, was sie nicht wollen.

Vielleicht helfen ja meine kleinen Hilfestellungen, aber in meinem Team hat diese Ansprache geholfen.

Ganz liebe Grüße und alles Gute für Euch

Barbara2
 
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Kalimera

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@ all
Danke für Eure Postings
@Barbara

Ich suchte Informationen deshalb, weil ich einen Vortrag darüber halten soll im Rahmen eines Assesments.
Ich danke Dir für Dein Mitgefühl, allerdings brauche ich es (noch) nicht. Ich persönlich habe bisher nur eine Umstellung der Organisationsform auf eine gGmbH mitgemacht und dabei wurde jeder MA durch Anhänge an den Lohnzettel informiert. Ist sicher auch nicht so einschneidend gewesen wie ein neuer Träger, da Tarifverträge, und Besitzstandswahrungen alle übernommen wurden.
 
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Lisy

Hallo Sigjun,
das ist auch bei einem Trägerwechsel nicht anderst. Besitzstandwahrung und und Tarifvertrag müßen 1 Jahr lang weitergelten für die Kollegen die übernommen werden.
Gruß Lisy
 
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