Übernahme der Kosten der stationären Pflege im Notfall

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aigbre

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Hallo,

meine Mutter hatte einen Verkehrsunfall und war in stationärer Behandlung im
Krankenhaus. Sie hat zuhause einen Pflegefall (Ehemann), Pflegestufe II.

Da die leiblichen Kinder alle berufstätig sind, wurde eine Unterbringung in einem
Pflegeheim organisiert.

Meine Mutter wurde heute entlassen, sieht sich aber noch nicht in der Lage, die Pflege
wieder zu übernehmen:

Wir haben heute meinen Stiefvater besucht - beim V
erlassen des Pflegeheims hat man
meiner Mutter eröffnet, daß das Heim der Pflegeversicherung bereits ca. 900,-- Euro
(allerdings gerechnet auf 28 Tage) in Rechnung gestellt hat. Meine Mutter hat eine
Rechnung - ebenfalls in Höhe von rund 900,-- € erhalten!

Frage: Es handelt sich um einen absoluten Notfall! Ist es nicht mögich, eine vollständige
Kostenübernahme (ggf. auch mit Attest vom Hausarzt) über die Pflegeversicherung zu erwirken!

Oder besteht alternativ die Möglichkeit, bei den leiblichen Kindern eine Kostenbeteiligung
zu erwirken?

Auch hier wäre ich sehr dankbar um Eure Antworten

Andrea
 
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josi83

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AW: Übernahme der Kosten der stationären Pflege im Notfall

Für die Kinder gibt es immer noch keine Möglichkeit. In Deinem anderen Fall hast Du geschildert, der Stiefvater habe eine Immobile.
 
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kassel
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AW: Übernahme der Kosten der stationären Pflege im Notfall

Ich weiß jetzt nicht ob die Ehefrau für die Kosten aufkommen muss!
Aber wenn dein Vater Vermögen hat, eben diese Immobilie, muss er seinen Anteil leisten.
Warum erkundigst du dich nicht mal bei der Krankenkasse/Pflegeversicherung, die können dir doch am besten Auskunft geben, wer was zahlen muss.
 
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josi83

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AW: Übernahme der Kosten der stationären Pflege im Notfall

Aus dem Sozialgesetzbuch 11 § 42 Kurzzeitpflege:

(1) Kann die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden und reicht auch teilstationäre Pflege nicht aus, besteht Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Einrichtung. Dies gilt: 1.für eine Übergangszeit im Anschluß an eine stationäre Behandlung des Pflegebedürftigen oder
2.in sonstigen Krisensituationen, in denen vorübergehend häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich oder nicht ausreichend ist.

(2) Der Anspruch auf Kurzzeitpflege ist auf vier Wochen pro Kalenderjahr beschränkt. Die Pflegekasse übernimmt die pflegebedingten Aufwendungen, die Aufwendungen der sozialen Betreuung sowie die Aufwendungen für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege bis zu dem Gesamtbetrag von 1.470 Euro ab 1. Juli 2008, 1.510 Euro ab 1. Januar 2010 und 1.550 Euro ab 1. Januar 2012 im Kalenderjahr

Vielleicht hilft das ja weiter.
 
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josi83

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AW: Übernahme der Kosten der stationären Pflege im Notfall

Ich weiß es nicht genau, aber eventuell ist dein Fall so zu erklären:
Das Pflegeheim hat mit der Pflegekasse 900 Euro abgerechnet. Die sind für pflegebedingten Aufwendungen, soziale Betreuung und Behandlungspflege (siehe § 42). Die sogenannten Hotelkosten für Unterkunft und Ernährung werden meines Wissens nicht getragen, daher die Rechnung an den Ehemann.
Aber am Besten informierst Du Dich bei der Pflegekasse oder einer Beratungsstelle.
 
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Lisy

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AW: Übernahme der Kosten der stationären Pflege im Notfall

Zitat:
Die sogenannten Hotelkosten für Unterkunft und Ernährung werden meines Wissens nicht getragen, daher die Rechnung an den Ehemann.
Aber am Besten informierst Du Dich bei der Pflegekasse oder einer Beratungsstelle.[/QUOTE]
Wenn eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt, können diese Kosten über die niederschwellige Betreuung bezahlt werden. Einfach im Heim und bei der Pflegekasse nachfragen (wie die Rechnung dann aussehen soll, damit die Kasse es erstatten kann)
Geuß Lisy
P.S.
Aigbre, du solltest dich unbedingt von der Kasse oder einem Pflegeberater beraten lassen, darauf hast du einen gesetzlichen Anspruch.
 
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josi83

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AW: Übernahme der Kosten der stationären Pflege im Notfall

Zitat:
Die sogenannten Hotelkosten für Unterkunft und Ernährung werden meines Wissens nicht getragen, daher die Rechnung an den Ehemann.
Aber am Besten informierst Du Dich bei der Pflegekasse oder einer Beratungsstelle.
Wenn eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt, können diese Kosten über die niederschwellige Betreuung bezahlt werden. Einfach im Heim und bei der Pflegekasse nachfragen (wie die Rechnung dann aussehen soll, damit die Kasse es erstatten kann)
Geuß Lisy
P.S.
Aigbre, du solltest dich unbedingt von der Kasse oder einem Pflegeberater beraten lassen, darauf hast du einen gesetzlichen Anspruch.[/QUOTE]
Hey, hatte ich ganz vergessen, die Möglichkeit gibt es auch noch. Sag mir mal eben, in welchem § ich einen Hinweis bekommen. Im 87 b find ich das nicht. Danke
 
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Lisy

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AW: Übernahme der Kosten der stationären Pflege im Notfall

Hallo josi,
was meinst du jetzt, die niederschwellige Betreung, das ist der § 45 oder das Recht auf Beratung?
Grüßle Lisy
 
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josi83

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AW: Übernahme der Kosten der stationären Pflege im Notfall

Ja, das ist 45 im ambulanten, ich dachte bei der Kurzzeitpflege greift 87 b. Aber ich hab jetzt gesehen in 45 b. Nur wo ist definiert, dass es auch für Hotelkosten aufgewendet werden darf.
Oder begründet sich das aus 45 b mit dem Abschnitt
"Er dient der Erstattung von Aufwendungen, die den Versicherten entstehen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Leistungen 1.der Tages- oder Nachtpflege,
2.der Kurzzeitpflege,..."
Danke
 
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AW: Übernahme der Kosten der stationären Pflege im Notfall

Hallo josi,
(grins) du hast dir die Antwort schon selber gegeben, mit dem § 45 kann man alle Aufwendungen, die einem für die Betreung durch "professionelle" entsehen abdecken.
Gruß Lisy
die noch immer weder zitieren- noch mit den smilys umgehen kann.
 
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Paddy

AW: Übernahme der Kosten der stationären Pflege im Notfall

Aloa,

so, ich werd` dann mal loslegen. Also, Kurzzeitpflege: die Pflegekasse stellt 1510 Euro für 28 Tage pro jahr zur Verfügung. Davon werden in einem Pflegeheim die Pflegekosten getragen. Die Hotelkosten müssen von der Person oder Angehörigen übernommen werden. Die Investitionskosten werden meist von der Stadt, Kreis o ähnliches übernommen.

Verhinderungspflege:Genauso wie Kurzzeitpflege, ABER, der Anspruch auf Verhinderungspflege ergibt sich erst, wenn die Pflegestufe seit mind. 6 Monaten besteht. Die Verhinderungspflege kann allerdings auch ambulant in Anspruch genommen werden. In deinem Fall würden Dir mit der Hilfe eine Pflegedienstes 1040 Euro + 1510 Euro zur Verfügung stehen. Die 1510 Euro können auch stundenweise abgerechnet werden.

Ich würde deine Mutter nach hause holen und einen Pflegedienst beauftragen !

LG Paddy
 
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aigbre

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AW: Übernahme der Kosten der stationären Pflege im Notfall

Hallo Paddy,

vielen Dank für Deine konkrete Information - das mit der Verhinderungspflege ist mir neu und hilft mir gewaltig weiter.

LG, Andrea
 
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