Überlastungsanzeigen, keine Pausen

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H1rdy

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28.12.2006
Nord
Hallo,
mich interessiert wie bei Euch im Haus mit Ü-Anzeigen umgegangen wird? Z.B.
  • hat schon mal Jemand die Gewerbeaufsicht eingeschaltet, weil die MA keine Pausen machen können?
  • Wie ist es ausgegangen?
  • Was wird bei Euch in der Ü-Anzeige alles an Daten erhoben?
  • Wie werden die Daten ausgewertet?
  • Gibt es durch die Interessenvertretung Nachfragen auf Station oder welche Reaktionen gibt es überhaupt?
  • Welche Erfahrungen gibt es bei beim Umgang mit Ü-Anzeigen und nicht gemachter Pausen?
 
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Krankenpfleger,
Fachgebiet
Krankenhaus
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Monika 1974

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Gewerbeaufsicht? eher Heimaufsicht.Nie dazu gekommen ist,obwohl jeden Monat mehrere geschrieben werden.
Welche Daten werden erhoben?so wenig wie möglich;)nicht ohne Grund.
Interessenvertretung:MAV ,die bekommen immer eine Kopie
Keine Pausen:wichtig im Dienstplan und eigenen Kalender genau dokumentieren.
"Unsere" Überlastungsanzeigen(Vordrucke) wurden von einen Anwalt entworfen....auch nicht ohne Grund;)
 
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Ex. Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Naja, ich kenne keinen Arbeitgeber der sich auch nur Ansatzweise für Überlassungsanzeigen Interessiert.
Abgesehen davon ist die Bezeichnung dieser schon relativ hinterhältig, denn wer mag schon gerne zugeben das er seiner Arbeit nicht gewachsen ist und überlastet ist.
Viel interessanter finde ich das viele Kollegen die keine Pause bekommen dies nicht im Dienstplan vermerken und somit dann abgesehen von den Gesetzwidrigen Arbeitsbedingungen auch noch jedes mal ne halbe Stunde ihrer Arbeitszeit dem Arbeitgeber schenken.
Gibt Massig Arbeitszeiterfassungssysteme auch fürs Handy..... manchmal nicht wenig interessant das ne weile Gewissenhaft zu machen und die Stunden dann mit denen der Gehaltsabrechnung zu vergleichen ;-)
Meines Wissens ist es auch Juristisch nur begrenzt Sinnig ne Überlassungsanzeige zu schreiben, viel Sinniger ist es meines Erachtens eine Gefährdungsanzeige zu schreiben.
Sprich die Patienten/Bewohner sind in ihrer Gesundheit gefährdet weil zu wenig Personal vorhanden ist.
Meines Wissens ist es nur so möglich das die Mitarbeiter sich selbst wenigstens Juristisch absichern können.
Denn wenn in meiner Schicht durch „mein Verschulden“ jemand schaden nimmt, ist es ein gewaltiger unterschied ob ich mit meinem Gewissen zu hause Kämpfen muß, oder hinter schwedischen Gardinen.
Leider sind immer noch viel zu viele Pflegekräfte aus Unwissenheit bereit für ihren Geldgierigen Arbeitgeber auch noch in den Knast zu gehen :-(
Mit einer Gefährdungsanzeige kann man klar und deutlich machen das man die Verantwortung für die Sicherheit der Patienten/Bewohner Ablehnt, aufgrund eines Organisationsverschuldens des Arbeitgebers.
Bekannter weise sind einige Stationsleitungen und Arbeitgeber immer gern dabei den Mitbarteitern Massiv zu drohen, wenn sie Gefährdungsanzeigen schreiben.
Warum wohl ;-)
Abgesehen davon das es leere Drohungen sind, denn wollen sie bei dem wenigen Personal das sie haben, die noch weniger Qualifizierten raus schmeißen ?
Oha..... wie schwer mag es sein in unserem Job einen neuen Arbeitgeber zu finden.
 
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resigniert

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03.01.2013
Münster
Bei uns heißt es offiziell Gefährdungsanzeige und muss lt. Dienstanweisung geschrieben werden bei Unterbesetzung. Der AG ist auch gezwungen darauf zu reagieren, u.a. da diese Anzeige an mehrere Stellen (auch BR) gesendet werden muss.
ABER: anschließend wird alles versucht uns zu beweisen, dass diese Anzeige zu Unrecht geschrieben wurde und wir nur zu unorganisiert und zu "doof" sind. Stimmt ja auch: oft sind falsche Formulierungen gewählt worden und zu viele Emotionen darin - also völlig unprofessionell.
Fehlende Pausen gibts zurück - bei korrekter Begründung, also nicht nur: hatte keine Zeit
 
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GuK
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Naja, wenn es schon eine Dienstanweisung ist, warum hat der BR dann nicht schon lange einen Vordruck angefertigt ?
Bei dem man nur noch ankreuzen muß ?
Wir haben einen solchen Vordruck, und in diesen muß man eigentlich nur noch ankreuzten.
Ein paar Dinge wie PPR Einstufung von Hand eintragen, eintragen für wie viele Patienten man zuständig ist, welche extra Zeitaufwändigen Tätigkeiten anfallen ( Instabile Patienten, extrem pflegebedürftige Patienten Isolierungen wegen keimen u.s.w. )
Und erwähnen wie es zu dem Personalausfall gekommen ist.
Nebenbei gibt es noch ein kleines Handschriftliches Feld in dem man selbst Begründen kann warum man für die Patientensicherheit nicht garantieren kann.
Und man unterschreibt dafür das man sein möglichstes tut um die Patientensicherheit zu gewärleisten.
Da ist wenig Platz für Emotionen und es ist Juristisch alles drinn um sich selbst zu schützen.
Was das Wichtigste ist …. man hat das Teil in 5 Minuten ausgefüllt.

Und den Mittarbeitern vor zu werfen das sie zu doof oder zu unorganisiert sind, ist gelinde gesagt ne Sauerei, im Zweifelsfall sollte man sich dann mal als Arbeitgeber die Stationsleitung greifen, denn wenn sie so doof ist das sie auf ihrer Station nicht in der Lage ist organisierte Strukturen zu schaffen, dann können in der Regel die Mitarbeiter nicht wirklich viel dafür. :)
Unter anderem ist es schließlich ihr Job dafür zu sorgen auf ihrer Station Strukturen zu schaffen um die Arbeit möglichst effektiv zu organisieren.
Dazu gehört eine Dienstanweisung die eine klare Prioritätssteuerung vorschreibt, was in einer solchen Situation in welcher Wichtigkeit zu beachten ist, und was in solchen Situationen an Pflegerischen Tätigkeiten weg gelassen werden kann.
Vor allem das weg lassen ist zur Absicherung der Mitarbeiter notwendig.
Man kann nicht grundsätzlich davon ausgehen das jeder Mensch ein Organisationstalent ist, bloß weil er/sie Pflegekraft ist.
Das organisieren ist Aufgabe der Stationierung.
Sprich wenn es in solchen Situationen zu unorganisiertem Arbeiten kommt, haben nicht die einzelnen Mitbarteiter versagt, sondern die/der jene Welche der auf der Station die Organisationsverantwortung hat.
 
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Fachpfleger für Intensiv Medizin
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Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
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25.06.2000
Naja, wenn es schon eine Dienstanweisung ist, warum hat der BR dann nicht schon lange einen Vordruck angefertigt ?
Gefährdungsanzeigen ist lediglich der juristisch korrekte Titel einer Überlastungsanzeige. Beide sind jedoch ein und dasselbe. Was Du ansprichst ist jedoch nicht so einfach umzusetzen, da eine Überlastungsanzeigee innerbetrieblich ein gelenktes Formular ist. D.h., der Betriebsrat kann das nicht einfach a Gusto entwerfen und auf den Stationen bereitstellen, sondern es muss den normalen Zustimmungsweg durch die betrieblichen Hierarchien nehmen. Im Übrigen muss ein solches Formular auch nicht standardisiert zur Verfügung gestellt werden, sondern es reicht eine individuell weitgehend formlose Meldung.

Die Überlastungsanzeige an den Arbeitgeber ist letztlich auch keine Kann-Regelung, sondern eine Verpflichtung jedes Arbeitnehmers gegenüber seinem AG. D.h., jeder AN muss seinen AG auf solche Situationen aufmerksam machen, sobald er den Betrieb gefährdende Umstände entdeckt. Dies ist elementarer Bestandteil seiner Arbeitspflichten.

Und den Mittarbeitern vor zu werfen das sie zu doof oder zu unorganisiert sind, ist gelinde gesagt ne Sauerei, im Zweifelsfall sollte man sich dann mal als Arbeitgeber die Stationsleitung greifen, denn wenn sie so doof ist das sie auf ihrer Station nicht in der Lage ist organisierte Strukturen zu schaffen, dann können in der Regel die Mitarbeiter nicht wirklich viel dafür.
Das würde ich jetzt so nicht unterschreiben. Selbstorganisation ist primär die Verantwortung der Arbeitskraft selbst, eine Leitungskraft hat dies lediglich zu überwachen und gegebenfalls lenkend einzugreifen. Es wäre ein wenig billig, die Verantwortung hierfür Vorgesetzten zuschanzen zu wollen.
 
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Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
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Willy_Wuff

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01.12.2005
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Gefährdungsanzeigen ist lediglich der juristisch korrekte Titel einer Überlastungsanzeige. Beide sind jedoch ein und dasselbe. Was Du ansprichst ist jedoch nicht so einfach umzusetzen, da eine Überlastungsanzeigee innerbetrieblich ein gelenktes Formular ist. D.h., der Betriebsrat kann das nicht einfach a Gusto entwerfen und auf den Stationen bereitstellen, sondern es muss den normalen Zustimmungsweg durch die betrieblichen Hierarchien nehmen. Im Übrigen muss ein solches Formular auch nicht standardisiert zur Verfügung gestellt werden, sondern es reicht eine individuell weitgehend formlose Meldung.

Die Überlastungsanzeige an den Arbeitgeber ist letztlich auch keine Kann-Regelung, sondern eine Verpflichtung jedes Arbeitnehmers gegenüber seinem AG. D.h., jeder AN muss seinen AG auf solche Situationen aufmerksam machen, sobald er den Betrieb gefährdende Umstände entdeckt. Dies ist elementarer Bestandteil seiner Arbeitspflichten.



Das würde ich jetzt so nicht unterschreiben. Selbstorganisation ist primär die Verantwortung der Arbeitskraft selbst, eine Leitungskraft hat dies lediglich zu überwachen und gegebenfalls lenkend einzugreifen. Es wäre ein wenig billig, die Verantwortung hierfür Vorgesetzten zuschanzen zu wollen.
Das man nicht grundsätzlich der Leitung die Verantwortung in die Schuhe schieben kann ist mir schon klar, Und in dem Fall Überlassungsanzeige und Gefährdungsanzeige geht es auch nur indirekt um die Begrifflichkeit an sich, es geht viel mehr um die Wirkung auf den jenen Welchen der selbige schreibt.
Bei der einen Begrifflichkeit wird unterstellt das der Mitbarteiter seine Arbeit nicht schafft, er ist damit überlastet.
Bei der anderen Variante zeigt der Mitbarteiter dem Arbeitgeber an das seine Patienten/Bewohner in lieb und/oder Leben gefährdet sind, weil die Sicherheit der selbigen nicht zu gewährleisten ist.
Letzteres ist für den Schreiberling Psychologisch eine ganz andere Hausnummer.
Auch wenn es Juristisch das gleiche ist.
Und bei einer Überlassungsanzeige dem Mitbarteiter Unfähigkeit oder organisatorisches Unvermögen vor zu werfen ist gelinde gesagt von Seiten des AG ziemlich platt und so ziemlich das letzte, ist leider in meinen Augen so.
Ich habe viel zu oft von Kollegen mitbekommen in welcher Plumpen Art einige Arbeitgeber diesbezüglich untergebene unter druck setzen, eine solche Anzeige nicht zu schreiben.
Ist ja auch logisch, denn wenn eine solche Anzeige vorliegt, in der Schicht etwas passiert kann man nicht einfach mal die Verantwortliche Pflegekraft vor den Richter Zerren, denn diese hat die Verantwortung schon lange an den Arbeitgeber weiter gereicht.
Und Plötzlich würden vor Gericht begriffe wie Organisationsverantwortung und Verschulden des AG zur Debatte Stehen.
Und selbst wenn es wegen organisatorischer Schwächen des Mitbarteiters zu diesen Problemen kommen sollte, so ist und bleibt es, meines Erachtens, die Aufgabe der Stationierung mit diesem Mitarbeiter zusammen nach Lösungen zu suchen und ihn nicht als dumm zu bezeichnen.Leider sind viele Kollegen in solchen Situationen auch schnell eingeschüchtert.
Aber ganz Ehrlich einen Kollegen der eine, Überlassungsanzeige schreibt als unprofessionell und doof zu bezeichnen ist von Seiten der Führungskraft die dies macht nicht nur doof und unprofessionell, sondern ein Zeichen ihrer eigenen Inkompetenz.
Lustig wird es in solchen Situationen immer wenn der Arbeitnehmer der so bezeichnet wird die Fassung und Beherrschung behält, eindeutige Gesprächsbereitschaft anzeigt und dann von sich aus fragt was er hätte anders machen sollen und wie er hätte die organisatorischen Probleme lösen können.
Wenn dann die Führungsperson anfängt zu stottern und zu stammeln und keinen Lösungsvorschlag präsentieren kann........
Könnte man die Frage stellen ob sie in diesem Fall nicht Professioneller und kompetenter sein sollte :)
Denn wie du schon sagst, die Leitung hat die Aufgabe lenkend ein zu greifen, also muß sie auch in solchen Situationen, und vor allem in dieser, den Mitbarteitern lenkend helfen.
Wer einem Untergebenen Unvermögen Unprofessionalität oder gar Dummheit vorwirft ist in meinen Augen beim dritten Begriff schon mal als für seinen Job unqualifiziert geoutet, denn eine Führungskraft die einen untergebenen auf der Persönlichkeitsebene angreift ist entweder ne berechnende linke Person, oder aber wenn es aus Dummheit und mangelnder Leitungskompetenz passiert für ihren Job nicht geeignet.

Denn von einer Stationsleitung sollte man einen Professionellen umgang mit Konflikten erwarten dürfen und die Persönlichkeitsebene hat bei jedem Konflicktgesprächen nichts zu suchen.
 
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17.02.2016
Wien
Ich hab dazu mal eine Frage.

Wie kann man einschätzen ob zu wenig Leute da sind?

Ich hatte vor kurzem, im Rahmen der Ausbildung, einen Einsatz in einem Altenheim Teilgeschütze Geronto/ mit Kurzzeitpflege.

Die ersten Tage ging es. War viel Arbeit und ich hatte noch nicht die Übersicht über die Station. Wir waren im Früh aber auch, so fand ich ausreichend besetzt. Es waren 2 Exa. Kollegen, 1 KPH, 1 Betreuungskraft und ich da. An manchen Tage sind zusätzlich noch 2 Schülerpraktikanten da.

Die letzten Tage waren die Hölle. Ich war mit EINER examinierten und insgesamt 18 Bewohnern. 6 davon Vollpflege Bettlägerig + 3-4 die nicht selbstständig essen konnten und der komplette Rest brauchte Unterstützung bei der Abendtoilette und Umziehen etc., im Spät komplett alleine. Früh wurde mit 3 Kollegen gefahren. 1 Exa. 1 KPH 1 Azubi.
Ich bin fast gestorben vor Überforderung. Es kommt immer drauf an wie der Tag so ist und mit wem ich gearbeitet habe, war es mehr oder weniger schlimm.

An manchen Tagen waren die Bewohner ruhig und umgänglich. Dann ist man gerade eben auf knapp mit allem Fertig geworden. Pause mußten wir aber wirklich dann kurz vor Feierabend machen. Sonst war keine Zeit.

Die letzten Tage war es einfach nur die Hölle. Die Bewohner waren unruhig, aggressiv, waren Unterwegs das wir stellenweise Angst hatten das sie abhauen, sind sich untereinander angegangen, haben mich auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten angegriffen und der Rest hat gebrüllt wie Kühe die 3 Tage nicht gemolken wurden. Keine Pause und min. 45 min. Überstunden meinerseits. Ich hatte da auch noch nen Zwischendienst von 5h. Hab in der Zeit die Arbeit gemacht die ich sonst in 7h gemacht habe.

Behandlungspflege (den Standarts entsprach das aber nicht), Medis, Nahrungsaufnahme, Vistien und wichtige Pflege bei Inkontinenz haben wir irgendwie geschafft. Danach waren wir aber auch geschafft. Komplette Grundpflege fiel häufig für Tage aus und die Station selber sah aus wie sau. Nix aufgefüllt. Stellenweisen die Materialien aus den Lieferboxen direkt genommen und meine Nerven waren blank.

Dazu waren auch mehrere Kollegen krank.

Jetzt eine Woche später und ne gute Woche Ruhe, weiß ich das ich total überfordert war. Aber nicht überfordert im Sinne das ich nicht wusste was ich tue. Ich hab mir in dieser Situation nahe zu die Verantwortung einer Examinierten aufgeladen. Was ich nicht zugetraut habe, hab ich aber nicht gemacht. Leider habe ich aber vieles gemacht, von dem sich niemand vergewissert hat ob ich es richtig mache. Habe ich ein Feedback eingefordert, kam nur ein gehetztes "du machst das schon richtig"

Die Überforderung hab ich sogar körperlich gemerkt. Ich wollte diesen Einsatz aber unbedingt durchhalten. Ich glaube ich hab mir damit keinen Gefallen getan. Ich bin so froh das dass vorbei ist.
Hatte mehrmals die Situation das ich im BW. Zimmer fast umgekippt wäre. Der Drang sich hinzulegen, nichts mehr zu machen oder einfach das Handtuch zu werfen war enorm groß. Ich hab zum ersten mal erlebt wie ich selber den Bewohnern gegenüber ungeduldig und unfreundlich wurde. Ich hab sogar gezweifelt ob ich diesem Job gewachsen bin und war sehr deprimiert.

Bis auf einen Kollegen hat keiner Hilfe angefordert oder ne Email geschrieben oder sonst was... Wenn ich hilflos drein geschaut habe hieß es immer nur "Och das ist normal, ich bin froh das ich dich wenigstens da habe, ich hab das hier auch schon allein gemacht"

Ich weiß jetzt das war die absolute Überforderung, aber ich konnte das in diesem Moment nicht abwenden. Ich glaube ich bräuchte ein Coaching um das rechtzeitig zu erkennen und auch Hilfe einzufordern. Ich hab vieles gemacht von dem ich glaube das ich es nicht hätte machen sollen.
Auch was das angeht. Ich äußerte da häufig Unsicherheit, aber das wurde abgewendet. Ich hab das Gefühl wenn man mir dort ehrlich geantwortet hätte, dann hätte man mich ja auch nicht nutzen können. So stehe ich da und weiß nicht ob ich nicht sogar Fahrlässiges getan habe.

Nur eine einzige Kollegin hat sich geweigert mit einem Azubi alleine Dienst zu schieben.

Wie soll man da VORHER eine Überlastungsanzeige schreiben?

Ich hatte die MAV auf diesen Zustand angesprochen und die sagten mir nur: "Das ist erlaubt"

Ich kann das nicht richtig bewerten. Zu Schaden ist in der Zeit niemand gekommen, aber hätte es passieren können?

Was ich gelernt habe in der Zeit. Selbstständig zu arbeiten. Das habe ich aber schlichtweg im Gefecht gelernt und war in keinsterweise begleitet oder kontrolliert.
 
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Das klingt für mich nicht nur nach einer Überlastung, sondern nach einer massiven Gefährdung der Bewohner.

Und so wie Du es schreibst scheint es in diesem Haus ja nicht so selten der Fall zu sein, das diese Zustände herrschen.

Einmal abgesehen davon das Du als Auszubildender auch begrenzt Juristisch angreifbar bist …...

Klar die größte Verantwortung trägt die Person die Dir arbeiten delegiert, für die Du noch gar nicht ausgebildet bist, nur vergesse niemals das Du immer die Ausführende Verantwortung hast, denn Du muß sagen wenn Du bestimmte Tätigkeiten nicht verrichten kannst oder Darfst.

Um eine Mindestbesetzung der Station zu ermitteln gibt es rechnerische Möglichkeiten.

Dies bedeutet aber leider nicht das Arbeitgeber auch verpflichtet sind sich daran zu halten.

Leider bekommt der Gesetzgeber es nicht gebacken das gesetzlich zu regeln.

Und solange im Medizinischen Bereich der Raubritterkapitalismus solche Blüten treiben kann, und solange Pflegekräfte dieses Spielchen mitspielen, wird sich da vermutlich auch nichts daran ändern.

Was soll man dagegen machen, man ist ja als Pflegekraft machtlos …....

nein ist man nicht, man kann den Arbeitgeber wechseln, denn weder in der Alten noch in der Krankenpflege gibt es viele Institutionen die ausreichend Personal haben.

Und wenn es Zustände wie bei Dir annimmt, dann ist Endstufe bei weitem überschritten, irgendwann muß man einfach auch an seine Gesundheit denken.

Bei Dir war es ja glücklicherweise absehbar, da spricht es für Dich das Du gesagt hast das Dich da nun mal durchbeissen mußt.

Aber als Arbeitsplatz würde ich so etwas mir nicht antun, denn irgendwann ist einfach mal Selbsterhaltung angesagt.

Wenn ich soetwas lese frage ich mich was für Angehörige die armen Bewohner haben, das die sowas mit ihren Leuten machen lassen.

Wäre eine meiner Angehörigen in einem solchen Haus bin ich mir ziemlich sicher das die mich frühzeitig aus dem Vertrag lassen würden ;-)

Negative Presse fürchten solche Häuser oft mehr als nen Vampier das Weihwasser ;-)
 
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lulli00

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17.02.2016
Wien
Hey.

Also wenn ich mir einer Sache nicht sicher bin, mache ich sie nicht. Dann verweigere ich mich, ich hab keine Lust für diese Ausbeutung noch den Kopf hin zuhalten.

Allerdings ist der Kelch der Gruppendynamik nicht an mir vorbei gegangen. Wenn man da auf einmal alleine mit einem Kollegen steht und die Welt geht unter, packste halt mit an. Und da hab ich schiss das mir was durch geht. Auch habe ich mich dabei sehr verausgabt.

Ja die Angehörigen. In der Regel haben die nicht mitbekommen wo es hapert. Nur das wir alle halt recht gestresst waren.

Diese Horrortage waren die letzten Tag des Einsatzes. Die hatten es aber echt in Sich. Über die Feiertage und häufig am WE war es genauso besetzt, aber die Bewohner bzw. die Kurzzeitpflege war nicht so aufgebracht und anspruchsvoll wie die letzten Tage. Da war die Arbeit zu schaffen.
Allerdings haben mir die Kollegen erzählt das es da öfter so zugeht. Jetzt kann ich das allerdings nicht beurteilen, ich war nicht dabei. Die paar Wochen die ich da war lassen aber vermuten das da was dran ist.

Irgendwie macht man sich bei einem Einsatz ja immer Gedanke ob man sich vorstellen könnte auf der Station zu arbeiten. Die ersten Wochen bis hin zum Zwischengespräch mit der Kursleitung war ich mir da auch nicht schlüssig. Die Kollegen sind auch ein tolles Team. In diesem Team hätte ich gerne gearbeitet. Aber das was ich in den letzten Wochen dort mitbekommen habe... niemals werde ich da arbeiten.

Und ich bin so froh wenn ich das Examen in der Tasche habe. Einerseits hat man als Azubi ja den Vorteil das man nicht für alles ran gezogen werden kann und das man Nein sagen kann. Wenn man dann den Mumm dazu hat. Auf der anderen Seite muß man schon ganz schön was aushalten um seine Stunden voll zu bekommen. Ich wäre so gerne einfach zur PDL, hätte sie gefragt ob sie noch alle Latten am Zaun hat und wäre einfach gegangen. Aber so lange ich noch in der Ausbildung bin, bin ich ein Stückweit auch abhängig.

Eins weiß ich aber sicher. Geht man später mit mir so um, bin ich weg. Ich kann nicht verstehen das sich Menschen sowas gefallen lassen.
 
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Christian Kröhl

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25.06.2000
Bei der einen Begrifflichkeit wird unterstellt das der Mitbarteiter seine Arbeit nicht schafft, er ist damit überlastet.
Bei der anderen Variante zeigt der Mitbarteiter dem Arbeitgeber an das seine Patienten/Bewohner in lieb und/oder Leben gefährdet sind, weil die Sicherheit der selbigen nicht zu gewährleisten ist.
Das mag Deine Interpretation sein, aber es hat mit der eigentlichen Bedeutung einer Überlastungsanzeige nichts zu tun. Die ist nämlich im Wortsinn zu verstehen: der Anzeige einer aufgetretenen und stattfindenden Überlastungssituation, in der eine fach- und sachgerechte Ausführung der übertragenen Aufgaben nicht mehr möglich ist und somit Betriebsablaufstörungen, physischer oder ökonomischer Schaden oder - in unseren Berufen - eine Gefährdung der Gesundheit (eigener oder fremder) und anderweitige Risiken entstehen, die geeignet sind dem Betrieb, Mitarbeitern oder Kunden schwerwiegenden Schaden zuzufügen. Darunter fallen natürlich auch sämtliche Haftungsrisiken und damit verbundene, mögliche Schadensersatzansprüche.

Ich kann das nicht richtig bewerten. Zu Schaden ist in der Zeit niemand gekommen, aber hätte es passieren können?
Eine kleine Faustregel: sobald Du für Dich zur Einschätzung gelangst, dass Du eine fach- und sachgerechte Ausführung Deiner Arbeitspflichten auch unter bestmöglicher Anstrengung nicht mehr gewährleisten kannst, tritt eine Überlastung auf. Das hat also nichts mit Faulheit oder ähnlichem zu tun, sondern damit, dass ein Mensch nicht mehr als arbeiten kann, als es ihm die Umstände erlauben. Stellt der AN dies also fest und zeigt diese Überlastungssituation seinem AG nicht an, trifft ihn bei eintretenden Schäden die volle Verantwortung und eine erhebliche Mitschuld (und Haftung) an den finanziellen Folgen, da er dem AG - entgegen seiner arbeitsvertraglichen Pflichten - keine Kenntnis und somit auch keine Möglichkeit der Abwendung ermöglicht hat.

Das Vorgesetzte auf Überlastungsanzeigen mitunter allergisch reagieren, hat 2 ganz einfache Gründe. Zum einen lässt sich niemand gerne ein Organisationsverschulden und damit Schlechtleistung attestieren - auch und gerade nicht gegenüber deren Vorgesetzten und der Unternehmensleitung - , zum anderen geht es im Schadensfall nicht selten um Millionenbeträge, die ein Betrieb einem durch und in der Überlastunssituation Geschädigten als Schadensausgleich zu bezahlen hat.
 
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Willy_Wuff

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Naja, das ist die Feinheit in unserem Job, wir arbeiten nicht mit Holz.

Wenn unsere Patienten zu recht im Höchsten Maße unzufrieden sind, dann reagieren sie wie Menschen ;-)

Sie fordern ihr recht ein, werden wütend u.s.w.

Dementsprechend verhalten sie sich auch, was natürlich insgesamt den Zeitaufwand für die einzelnen Pflegekräfte erhöht.

Im Wahrsten Sinne des Wortes ein Teufelskreis.



Was viele Arbeitgeber und auch leider Pflegekräfte gerne vergessen.......

Wir bieten eine Dienstleistung an, die sich unsere Arbeitgeber in der Regel sehr gut bezahlen lassen.

Und wenn der der es bezahlt auch ein Minimum an Dienstleistung erwartet und diese nicht bekommt, dann wird er zu recht Sauer.

Und wenn ich für meine Unterbringung mehrere Tausend Euronen im Monat hinlegen muß und dann auch noch zum Bittsteller degradiert werde, dann würde ich auch richtig heftig gallig werden.

Ich muß da irgendwie immer wieder an nen TV Beitrag denken den ich mal gesehen habe ;-)

Da war ne ältere Frau, die sich auf der AIDA einquartiert hatte. ( Solange sie keine Pflege Braucht geht das ja ;-) )

Mit der Begründung …. das ist genau so teuer wie nen anständiges Pflegeheim, aber auf der AIDA ist der Service um längen besser.
 
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lulli00

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17.02.2016
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Eine kleine Faustregel: sobald Du für Dich zur Einschätzung gelangst, dass Du eine fach- und sachgerechte Ausführung Deiner Arbeitspflichten auch unter bestmöglicher Anstrengung nicht mehr gewährleisten kannst, tritt eine Überlastung auf.
Und da zweifle ich ein wenig. Hat mein Kollege das wirklich nicht im im Griff oder ist er wirklich unorganisiert? Leider mußte ich in der Vergangenheit auch die Erfahrung machen, das der ein oder andere echt keine Prioritäten setzten kann und diese Interne Hackordnung herrscht, nichts an die nächste Schicht weiter zu geben. Aber auch das sie nicht in der Lage sind sich nicht von den da oben auseinander nehmen zu lassen. Sprich sie sind zu Emotional und das nutzt man oben aus. End vom Lied ein 2. mal kommt keiner nach so einer Watschen...

Würde mir einer heute vorwerfen ich wäre schlecht organisiert, den würde ich mit dem nackten Arsch ins Gesicht springen und mir zeigen lassen wie es besser geht. Ich hätte auch kein Problem die PDL persönlich zur Unterstützung antanzen zu lassen.

Ich hab mal über die Allg. Situation im KH mit der MAV gesprochen. Da hieß es das KH könne sich keine Leiharbeiter leisten. Nachvollziehbar ist das für den normalen AN nicht. Ich hab keine Zahlen und die sind auch nicht zugänglich. Nen Geschäftsbericht finde ich nirgends und sind angeblich absichtlich unter Verschluß. Wir Azubis müssen echt überall die größten Löscher stopfen, werden ständig zum Aushelfen auf andere Stationen verliehen. Mit Ausbildung hat das in meinen Augen wenig zu tun.
Gezielte Praxisanleitung gibt es seit Monaten nicht mehr. Unsere allg.Praxisanleiter haben auch bis auf einen, alle in den Sack gehauen und sind woanders hin. In der Schule ist es auch m.M.n. ne totale Katastrophe. Gerne lässt man mich durch die Blume wissen ich wäre zu verwöhnt. Hab schon 2 Ausbildungen hinter mir. Das hier ist eine Katastrophe, ich hab noch nie so eine schlechte Organisation gesehen, noch nie wurden meine Rechte so oft und selbstverständlich beschnitten und noch nie mußte ich mich so sehr dagegen wehren. Probleme werden schlichtweg ausgesessen. Mit dieser Zerissenheit muß man dann leben und gucken das man wenigstens zu seinem recht kommt. Das kostet auch kraft.
 
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Kommt mir alles sehr bekannt vor, was Du da schreibst.

Die Feinheit ist das die Klinikbetreiber scheinbar der Meinung sind das ihre Angestellten völlig verblödet sind, denn sonst würden sie in den Mitbarteiterversammlungen nicht regelmäßig solchen ausgemachten Blödsinn verbreiten.
Übrigens immer sehr spaßig wenn man das Direktorium auf eigene Widersprüche hinweist ;-)
Und wenn ein Klinikbetreiber keinen Geschäftsbericht veröffentlicht, dann hat es gründe, denn würde es ihm wirklich so schlecht gehen wie er immer rum Jammert, dann wäre das ja ne Möglichkeit sein Geheul zu untermauern.

Einfache Rechnung.

Bei der Budget Planung des Jahres wird er ( Zumindest sollte er ) Vollbesetzte Stellenschlüssel einplanen. Rechnet man nun einmal die Bruttogehälter zusammen die eingespart werden weil massig stellen nicht besetzt sind, dann sind das Gewinne ungeplante Gewinne die er in Leiharbeit investieren kann, ohne dabei ungeplante Verluste machen zu müssen.
Passiert aber nicht.
Angeblich können die Armen Kliniken sich das ja nicht leisten.
( Schaue man sich mal Geschäftsberichte von Klinikbetreibern an die selbige veröffentlichen müssen stellt man fest das einige davon Millionengewinne erwirtschaften )
Leiharbeit können sie sich angeblich nicht leisten, sie können es sich aber leisten das Leben und die Gesundheit der Patienten/Bewohner zu riskieren, sie können es sich leisten die Gesundheit der Mitbarteiter zu ruinieren.
Es Herrscht im Eildorado des Gesundheitswesens leider das was ich als Raubritterkapitalismuss bezeichne, hemmungslose und gewissenlose Geldgier.
Dies wird dem Arbeitgeber immens dadurch erleichtert das in der Pflege leider das Dackelgehn weit verbreitet ist. Wenn sie in Sicherheit sind wird unglaublich laut und gewaltig gekläfft, wenn sie Rückgrat zeigen sollen wird gewinselt, der Schwanz eingekniffen und Rückwärts gelaufen, so lange bis sie wieder in Sicherheit sind.
Und gerade weil einige Arbeitgeber aus Gewinnsucht das Leben und die Gesundheit der Patienten gewissenlos aufs Spiel setzen sind die Überlastungs- Gefährdungsanzeigen so wichtig.
Nicht um dem Arbeitgeber klar zu machen das er es mit seiner Geldgier übertreibt, das ist dem Schnuppe, solange der Rubel Rollt und solange die Mitbarteiter seine Gier mit der eigenen Gesundheit finanzieren.

Es geht ausschließlich um den Eigenschutz der einzelnen Mitarbeiter.
Denn Du kannst Dir sicher sein, dieser wird deinen Hals bedenkenlos für sein eigenes verschulden, vor Gericht in die Schlinge legen, sofern er dazu auch nur ansatzweise die Möglichkeit hat.
Und mit der Gefährdungsanzeige reichst Du deine Verantwortung für die Sicherheit der Patienten weiter, einfach weil Du Deinem Arbeitgeber mitteilst das Du nicht mehr in der Lage bist diese Verantwortung zu tragen, aufgrund der aktuellen Situation sind Deine Patienten in Leib und/oder Leben gefährdet, obwohl Du alles Dir mögliche unternimmst um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.
Dein Arbeitgeber ist Organisatorisch dafür verantwortlich das dieses Problem schnellst Möglich behoben wird.
Selbstmurmelnd haben wir alle blindes Vertrauen in unser Geldgailes Managment, deswegen heben wir uns das Original der Gefährdungsanzeige selbst verständlich für die eigenen Unterlagen auf :)
Nicht das die Hausinternen Faxe versehentlich im Schredder landen :)

Is absolut richtig was die Organisation angeht, viele sind wirklich massiv unorganisiert und bekommen es auch nicht auf die Reihe, und genau darin sehe ich eine der Leitungsfunktionen.
Dann muß eine Prioritätenhliste erstellt werden an der sich die Unorganisierten orientieren können und müssen.
Würde mir einer heute vorwerfen ich wäre schlecht organisiert, den würde ich mit dem nackten Arsch ins Gesicht springen und mir zeigen lassen wie es besser geht. Ich hätte auch kein Problem die PDL persönlich zur Unterstützung antanzen zu lassen.
Damit währst Du aber genau so emotional wie Deine Kollegen und würdest dem Vorgesetzten viel zu viel Angriffsfläche bieten :)

Bei solchen Streitgesprächen ist die Sachebene eine so wunderfeine Sache ;-)
Man selbst ist persönlich absolut nicht angreifbar und der Vorgesetzte wird immer wieder versuchen auf die Emotionsebene zu Wechseln, denn da hat er durch viele Fortbildungen das passende Handwerkzeug bekommen um Dich in die Ecke zu drängen …....
Dann ganz entspannt vor ihm stehen und ihn fragen warum er die Sachebene verlässt und ihn bitten doch auf selbige zurück zu kehren …....
Kann ihn zum Wahnsinn treiben und dementsprechend bekommst Du im Krieg der Worte ganz schnell die Möglichkeit Deine Argumente Sachlich an zu bringen und Dein gegenüber kann nichts dagegen machen, wenn er nicht selbst dämlich dastehen möchte :)
Auch wenns echt immer wieder nen nerviges Thema ist und im Prinzip immer wieder die selben Theorien durchgekaut werden …... nach Deiner Ausbildung empfehle ich einfach mal jedes Kommunikations- Seminar mit zu nehmen das Du kriegen kannst, bester Lerneffekt ist es wenns unterschiedliche Dozenten sind :)
Profitiert man sein Leben lang von, vor allem in Konflikt Situationen.

Mit Ausbildung hat das in meinen Augen wenig zu tun.

Gezielte Praxisanleitung gibt es seit Monaten nicht mehr.
Auch da muß ich Leider bestätigen das es bei uns nicht anders ausschaut, aber leider muß ich auch da einen Teil der Schuld an die Pflegenden Kollegen weiterreichen.
Die Schulische Ausbildung wird scheinbar flächendeckend immer mieser, da ich das nun seit über 25 Jahren beobachte maße ich mir da einfach mal diese Behauptung an :)
Diese Verschlechterung wird massiv vom Gesetzgeber gepimpt.
Is ja auch ganz logisch, es gibt zwei Möglichkeiten gegen den Personalschwund vor zu gehen.
Ich kann die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung verbessern, so das der Beruf auch für Leute interessant ist die das Nötige Rüstzeug für eine gute Ausbildung mitbringen. Viele davon wenden sich aber lieber anderen Jobs zu, einfach weil Krankenpflege in der Zwischenzeit allgemein bekannt ein ausbeuter Job ist bei dem die Gesundheit des Angestellten völlig ignoriert wird, sprich die einzigen die diese Ausbildung noch machen sind entweder Individualisten die den Job aus Überzeugung machen, oder Leute die nix besseres gefunden haben.
Damit letztere die Ausbildung schaffen und dann später als Kanonenfutter zur Verfügung stehen muß man das Niveau der Ausbildung dementsprechend herabsetzen.
Ersteres kostet Geld und reduziert somit die Gewinne, was ja ga nicht geht, kommt also nicht in Frage.
Letzteres wird massiv vom Gesetzgeber unterstützt.
Und nun komme ich zu dem Punkt das ich einen teil der Schlechten Ausbildung auch meinen Kollegen aus der Pflege anlaste.
Jede Examinierte Pflegekraft, unwichtig ob Praxisanleiter oder nicht, hat einen Ausbildungsauftrag.
Beim Letzten Treffen unserer Stationspraxdisanleiter habe ich mir mal wieder Freunde gemacht ;-)

Ich habe gesagt :
Meine Patienten und die anfallende Arbeit sind immer die Selben, unwichtig ob ich allein bin oder einen Auszubildenden an meiner Seite habe.
Wenn ich jedoch einen Auszubildenden an meiner Seite habe, dann kann ich ihm Arbeiten delegiert und er verschafft mir somit zusätzliche Zeit. ( Die Arbeit ist die Selbe, wird nur in diesem Fall von 1,5 bis 2 Leuten erledigt )
Diese gewonnene Zeit kann ich entweder nutzen um mit oder bei meinen Kollegen rum zu heulen wie hart doch das leben ist, oder aber ich kann sie zu gleichen Teilen auf meine Patienten und den Auszubildenden verteilen.
Ich freu mich das ich endlich mal wieder ansatzweise sowas wie Krankenpflege machen kann, einzelne Patienten freuen sich weil sie endlich mal die Betreuung bekommen die sie benötigen und der Azubi freut sich weil endlich mal einer da ist der ihm was erklärt :)
Alle sind sie glücklich.... 3 fach Winn Situation, wenn ich das Glück habe nen Azubi an meiner Seite zu haben.
Meine Kollegen waren von der Ausführung nicht uneingeschränkt begeistert ;-)
Allerdings muß ich auch dazu sagen das bei uns auf der Station 3 Motivierte Praxisanleiter sind und wir uns sehr gut ergänzen.
Zum einen sprechen wir uns untereinander ab und zum anderen haben wir ne recht sinnige Arbeitsteilung.
Die beiden anderen übernehmen den Praktischen Part, sprich gezieltes erklären und auch anleiten bei der Pflege.
Ich versuche dann im Rahmen meiner beschränkten Möglichkeiten den Murx der Pflegeschule aus zu bügeln, in dem ich nebenbei primär Theorie Unterricht mache.
( Hauptsächlich auf unsere Abteilung bezogen, ist kla, kann ja nicht 3 Jahre Murx in 4-8 Wochen kompensieren :-( )
Würden dies aber alle Fachabteilungen eines Hauses so machen, dann hätten die Auszubildenden auf 3 Jahre gerechnet eine Qualifizierte Theoretische Grundlagenergänzung zur Schule.
Ist doch in meinem eigenen Interesse das die Kollegen die bei uns auf der Station anfangen eine fundierte Grundausbildung mitbringen.
Vieles könnte man sicherlich durch die von Dir angesprochene Miese Ausbildungskoordination verbessern, aber versuch da mal Windmühlen ein zu rennen bei Dutzenden von Leuten die nicht bereit sind ihre eingetretenen Pfade zu verlassen :-(
Und nun …... um noch mal wieder, nach so viel text ;-), den Bogen zum Ursprungsthema zu bekommen ;-)

Gehören Überlastungs- Gefärdungsanzeigen eigentlich langsam mal zur Schulischen Ausbildung dazu ? ;-)
Sprich Sinn und Notwendigkeit der Selbigen, und was in selbiger drinn stehen muß ?
 
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lulli00

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Damit währst Du aber genau so emotional wie Deine Kollegen und würdest dem Vorgesetzten viel zu viel Angriffsfläche bieten :)
Als ich meinen Text gerade gelesen hab dachte ich auch nur "WOW du bist noch ganz schön geladen" In einem Gespräch hätte ich verloren. Ich brauche da auch dringend Choaching. Was diese Gesprächsführung und auch was Ü-Anziegen angeht. Ist schön wenn man das alles in der Theorie kennt, aber nie in der Praxis geübt hat. Vor allem wenn man nicht darauf vorbereitet wird, die Chefetage auch der Feind seien kann. Ich schreibe bewusst "kann" Ich will nicht generalisieren.

Diese Unwissenheit und nicht gewappnet sein, macht hilflos und wundert mich nicht das so viel kuschen statt streiten. Ich kann mir vorstellen das das auch gewollt ist.
 
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Willy_Wuff

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Na, die Chefetage ist doch nicht Dein Feind ........
Ist doch dein betser Freund......... solange Du Brav die klappe hälst, tust was man Dir sagt und ...... hatte ich schon erwähnt ... solange Du Brav die Klappe hälst ? ;-)
Glaubs mir … Du als Mensch bist der Chefetage sowas von egal, solange Du brav die Gewinne maximierst, damit die Chefetage ihre Bonis bekommt :)
UUUUUUUUUUUuuuuuuuuuuuuuuuuuppppppssssss
Bin ich schon Konzerngeschädigt ? ;-)
lach
 
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Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
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Und da zweifle ich ein wenig. Hat mein Kollege das wirklich nicht im im Griff oder ist er wirklich unorganisiert?
Du hast den entscheidenden Teil der Faustregel ja auch geflissentlich überlesen: "unter bestmöglicher Anstrengung" . Natürlich geht man dabei von der durchschnittlichen Arbeitsleistung der gesamten Gruppe der Beschäftigten aus, nicht von einer Einzelperson.
 
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Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
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Willy_Wuff

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Naja, da gehe ich dann davon aus das es nen Organisationsverschulden des AG ist........
Was kann ich dafür wenn er unfähiges Personal einstellt ?
Fies grins
:headwall:
 
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Christian Kröhl

Christian Kröhl

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25.06.2000
Naja, da gehe ich dann davon aus das es nen Organisationsverschulden des AG ist........
Was kann ich dafür wenn er unfähiges Personal einstellt ?
Fies grins
:headwall:
Sorry, aber das ist ausgemachter Unfug. Da hilft auch kein "Fies grins".
 
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Willy_Wuff

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War der scheinbar klägliche versuch einen Scherz zu machen
dachte :headwall: der symbolisierte das ;-)
 
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