Arbeitsrecht Überlastungsanzeige im Nachhinein?

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Suseline

Hallo!
Weiss jemand, ob man eine Überlastungsanzeige auch im Nachhinein schreiben kann? (Vorfall 4 Wochen her)?
Gruss
A.
 
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Hallo Alte Schachtel,

können kann man vieles, es stellt sich hier doch die Frage, was ist Sinn und Zweck einer Überlastungsanzeige. Der /die MA möchten doch damit auf ein Defizit / Mangel hinweisen, zwecks Behebung desselben.

LG

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gabymaus_64

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Interessant ist die Frage ja auch dann wenn in der Situation der Überbelastung ein Ereignis vorgefallen ist, welches eventuell zur gerichtlichen Anzeige kommt....???
 
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Suseline

Babymaus: Nein, so schlimm ist es nicht.
Access:
Vielleicht erinnerst du dich an die Problematik der Medikamentenrichterei mit Kontrolle und ein Wochen später statt findendes Gespräch, weil Fehler gefunden wurden?
Ein Kollege aus der Klinik meinte, dass wir in der Nacht eine Überlastungsanzeige hätten schreiben müssen. Wir hatten nämlich wegen Krankheitsausfall einen Kollegen zu wenig in der Nacht und mussten "seine" Pillen mitrichten. Zu der Zeit war viel los auf Arbeit und wir mussten oft unterbrechen um auf Klingel zu gehen, usw.
Die Konzentration war nicht gegeben und es bestand ein erhöhtes Risiko, dass Fehler passieren.
Es geht hier auch nicht drum, sich im nachhinein aus der Affäre zu ziehen.
 
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Hallo Alte Schachtel

eine Überlastungsanzeige sollte unmittelbar vor, bzw. sofort bei Eintreten von
"Überlastung" dem Dienstvorgesetzten angezeigt werden. Dabei sind die Gründe und die daraus zu erwarteten Defizite/ Mängel/ "Fehler"/ Risiko zu benennen. Und dies zwecks Eigenabsicherung in schriftlicher Form. Darauf hat der Dienstvorgesetzte unmittelbar zu reagieren. Im Nachhinein, wie von dir oben beschrieben, wird, bzw. kann der Vorgesetzte durch Angabe von "Nicht- Wissen" sich seiner Verantwortung "entziehen".

LG

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Christian Kröhl

Christian Kröhl

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eine Überlastungsanzeige sollte unmittelbar vor, bzw. sofort bei Eintreten von "Überlastung" dem Dienstvorgesetzten angezeigt werden. Dabei sind die Gründe und die daraus zu erwarteten Defizite/ Mängel/ "Fehler"/ Risiko zu benennen. Und dies zwecks Eigenabsicherung in schriftlicher Form.
Vielleicht noch einen Nachsatz zur [wiki]Überlastungsanzeige[/wiki]. Die ÜL ist eine Anzeige eines Risikos, das der Arbeitnehmer gegenüber dem Dienstvorgesetzten zur Kenntnis gibt und ist eine Maßnahme, zu der jeder Arbeitnehmer über seinen Arbeitsvertrag verpflichtet ist, um seiner Dienstpflicht entsprechend dem Arbeitsschutzgesetz nachzukommen.

§15 (1): Die Beschäftigten sind verpflichtet, nach ihren Möglichkeiten so wie gemäß der Unterweisung und Weisung des Arbeitgebers für ihre Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Sorge zu tragen. Entsprechend Satz (1) haben die Beschäftigten auch für die Sicherheit und Gesundheit der Personen Sorge zu tragen, die von ihren Handlungen oder Unterlassungen bei der Arbeit betroffen sind.

§ 16 (1): Die Beschäftigten haben dem Arbeitgeber oder dem zuständigen Vorgesetzten jede von ihnen festgestellte unmittelbare erhebliche Gefahr für die Sicherheit und Gesundheit [...] unverzüglich zu melden.
Gruß,
Christian.
 
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Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
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