Arbeitsrecht Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

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Chef de Saucier

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Hallo,

ich, mit einer 75%-Stelle als Nachtwache beschäftigt, hätte bald Urlaub. Einen Rahmenplan für meine Tätigkeit gibt es nicht, einen Tarifvertrag auch nicht. Nun hätte ich ein paar Tage Urlaub, da aber meine Arbeitszeit für den Monat um ca. 30 Stunden erhöht wird, bin ich dennoch so eingeplant - als ob ich keinen Urlaub hätte. Der Unterschied macht einen einzigen Tag aus, welchen ich jetzt effektiv frei hätte. Somit würde aus meiner Sicht mein Urlaub in Überzeit umgewandelt, zumindest ist der Effekt der gleiche. Dieser Umstand ist meiner Laienmeinung nach nicht mit dem Sinn des Urlaubes vereinbar. Ich kann aber nicht beurteilen, ob dieses Vorgehen rechtlich abgedeckt ist oder nicht.

Eine Variante von meiner Seite würde als letztes Mittel darin Bestehen, das ich den Urlaub erst garnicht antrete bzw. den Urlaubsschein nicht unterschreibe. Nutzt mir letztlich aber auch wenig.

Wie ist das zu beurteilen ?

Gruß CDS
 
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pegean

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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Für den Zeitraum den Du Urlaub beantragt hast hast Du diesen auch genehmigt bekommen .Also stehst Du dem AG nicht zur Verfügung .
Z. Bsp. eine Woche beantragt -diese genehmigt bekommen. Für die anderen 3 Wochen darf Dich Dein AG zu Überstunden / Mehrarbeit heranziehen wenn er es so plant .
Steht dazu etwas in Deinem AV ?

Ob Du den Urlaub wenn er genehmigt worden ist so einfach ablehnen kannst glaube ich nicht .

LG
 
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thorstein

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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Die Frage ist einzig und allein, ob dein AG dir 30 Mehrarbeitsstunden rund um den Urlaub aufbrummen kann.


Grenzen des Direktionsrechtes

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, in einem Arbeitsvertrag die wesentlichen Vertragsbedingungen
(Nachweisgesetz) festzuhalten. „Dies gilt insbesondere für eine Vereinbarung, nach der der
Arbeitnehmer auf bloße Anordnung des Arbeitgebers zur Leistung von Überstunden verpflichtet
ist. [...] Die Unterrichtung des Arbeitnehmers kann dabei [...] gegebenenfalls in Form eines
Hinweises auf die einschlägigen Rechts- und Verwaltungsvorschriften bzw. Satzungs- oder
Tarifvertragsbestimmungen erfolgen. “ Fehlt eine derartige Vereinbarung ist der Arbeitnehmer
grundsätzlich nicht verpflichtet, Überstunden oder Mehrarbeit zu leisten.

(EuGH am 08.02.2001 C-350/99)


Gibt es also eine Vereinbarung zur Mehrarbeit, ist der Dienstplan korrekt.
Und wie immer gilt: Recht haben und Recht bekommen...
Kein AG muss sich um geltendes Recht scheren, solange sich die AN nicht gegen Rechtsverletzungen wehren.
Gibt es einen Betriebsrat?

 
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Chef de Saucier

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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Vielen Dank Thorstein !

In meinem Vertrag steht keine Aussage zu der Anordnung von Überstunden bzw. Ü-Stunden müssen angeordnet werden, sonst keine Vergütung. Es gibt auch ein Arbeitszeitkonto - hierüber findet sich aber keine Regelung in meinem Arbeitsvertrag.

Persönlich empfinde ich eine solche Planung als schlechten Stil - man kann auch mit den Mitarbeitern sprechen. Sicherlich wäre ich bereit mich Einzubringen, jedoch nicht auf einer solchen Grundlage.


Gruß CDS
 
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SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

. . . wenn ich das lese, geht mir schlicht der Hut hoch und zusätzlich klappt das Taschenmesser in der Hose von allein auf, weil: es ist wirklich nicht nur schlechter Stil, sondern für mich einfach ein Beweis dafür, dass Ihr an der untersten Personalbemessungsgrenze arbeitet, wenn Ihr sozusagen Euren gesetzlich verbrieften Urlaub rausarbeiten müsst.
Okay, damit mir die mitlesenden PDL nicht gleich an die Gurgel gehen - es könnte durchaus sein, dass derzeit gerade ein Engpass besteht, weil 3 MA aufgehört haben und 3 weitere AU sind. Könnte aber auch nur, denn irgendwie habe ich vom "Chef de saucier" ein-zwei andere Beiträge im Kopf, die genau zu diesem Muster passen.
War nicht auch mal die Rede, bzw. das Geschriebse davon, dass Ihr einen BR wählen wollt? Oder hattet Ihr einen und der war nicht so richtig aktiv? Jedenfalls wäre das für einen BR eine astreine Baustelle. Vor allem eine, bei der ein BR gute Druckmittel in der Hand hat - z.B. indem die Zustimmung zu so nem Dienstplan verweigert wird. Und dann hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, die fehlende Zustimmung durch das Arbeitsgericht ersetzen zu lassen. Tja, und damit hat er ein Problem, denn er muss erst mal einem unparteiischen Richter plausibel machen und natürlich auch nachweisen, dass kein anderer Diensplan möglich wäre.
Leider lässt sich einzelvertraglich wenig machen - ich sähe nur noch den Gang zum Fachanwalt für Arbeitsrecht, oder zur Rechtsabteilung der Gewerkschaft und dass der Arbeitgeber ein nettes und höfliches Anschreiben erhält, dass solche Verfahrensweise (den AN erst mal so richtig auslutschen, damit er im Urlaub kaum noch kriechen kann) nicht dem billigen Ermessen nach § 106 GewO entspricht.
Den Urlaub aus diesem Grunde nicht zu nehmen halte ich für den falschen Weg - Du würdest Deine Leitung erst mal auf den ganz blöden Gedanken bringen, dass man mit solcher Dienstplangestaltung den Urlaub in der Hauptsaison locker reduzieren könnte . . .
 
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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Ich verstehe noch nicht so ganz wie das ist bei Dir.
Du arbeitest zwar nach DP, aber nicht nach einem gewissen Rahmen.
Jetzt hast Du für gewisse Tage Urlaub beantragt und den Rest des Monats haben sie Dir dann noch 30 Stunden mehr eingeplant?
Das hieße, Du nimmst zwar Urlaubstage, baust aber durch die U-Tage gleichzeitig Überstunden auf?
Rein gefühlt ist das absolut ungerecht, weil die U-Tage so oder so frei sein würden und Du so U-Tage verplanst. Habe aber auch keine rechtliche Quelle dafür. Evtl. findet sich etwas im Urlaubsgesetz, hinnehmen würde ich persönlich das auch nicht so einfach.
Würde ein Gespräch mit dem Dienstplaner evtl. etwas bringen?
 
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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Hallo Schwester Wolfgang,
ne, an die Gurgel geh ich dir jetzt nicht, weil du schlicht und ergreifend Recht hast! Die Erhöhung der Arbeitszeit mit dem Urlaub zu koppeln, ist ein doch recht beliebtes Mittel um mit wenig Geld viele Überstunden ab zu bauen.
@ chef de saucier,
rede mal mit deinem Chef und stimme der Stundenerhöhung für die Zeit der Urlaube einfach nicht zu: Stundenerhöhung zeitlich begrenzt ja, wenn in diese Zeit kein Urlaub fällt.
Grüßle Lisy
 
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SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

@ Lisy,
uff, da fällt mir doch ein Riesenstein vom Herzen! Den Plumps müsste man Forenweit gehört haben ;-)
 
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thorstein

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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Ich hab jetzt doch ein kleines Problem, was den Aufregungsgrad angeht.

Was genau ist der Untercshied, ob ich in einem Monat ohne Urlaub 30 h mehr arbeite, oder in einem Monat, in dem auch Urlaub eingeplant ist? In beiden Fällen habe ich am Ende des Monats 30 h mehr auf dem Konto.

Den Urlaub kann ich tatsächlich verplanen und beispielsweise eine Reise buchen.
Die Merharbeitsstunden werden dann vielleicht in einem Monat abgebaut, wo ich keinen Urlaub habe. Was ist daran so schlimm oder ärgerlich?

Arbeitsrechtlich nicht in Ordnung und tatsächlich ärgerlich ist es, wenn ich einfach zu der Mehrarbeit verdonnert werde, ohne dass es dafür sogar eine rechtliche Grundlage gibt. Das ist allerdings auch eine Stilfrage, und ein AG, der so verfährt, tut dies auch durchgängig in allen Belangen. Also entweder man tritt diesem AG auf die Füsse = Betriebsrat gründen, oder sucht sich einen AG, für den AN keine Leibeigenen sind.
 
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Chef de Saucier

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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Vielen Dank für eure Hilfe !

Mich ärgert in erster Linie diese Art und Weise des Umganges, es zeugt nicht von Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. Natürlich könnte ich drei Nächte mehr arbeiten, aber ich würde das auch als Signal für den AG verstehen: Er lässt das mit sich machen, dann kann ich in Zukunft ja auch...

Unserer MAV wird den Dienstplan sicherlich nicht vorgelegt, der tritt auch ohne zutun des Betriebsrates in kraft. Der Betriebsrat wird nicht über Punkte informiert, welche eigentlich lt. Betriebsverfassungsgesetzt der Mitbestimmung unterliegen.

Würde man einen Fachanwalt für Arbeitsrecht einschalten, wer würde die Kosten tragen - die Rechtsschutzversicherung oder (wenn man keine hat) man selbst ? Oder werden die Kosten vom Anwalt dem AG in Rechnung gestellt ?

Auf jeden Fall vielen Dank für die vielen netten Antworten und die nützlichen Informationen.

Gruß
CDS
 
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Kalimera

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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Was genau ist der Untercshied, ob ich in einem Monat ohne Urlaub 30 h mehr arbeite, oder in einem Monat, in dem auch Urlaub eingeplant ist? In beiden Fällen habe ich am Ende des Monats 30 h mehr auf dem Konto.
Ich sehe es folgendermaßen:
Ich arbeite z.B. 12 Nächte im Monat. In einem Monat nehme ich 3 Nächte Urlaub. Nun brauche ich nur noch 9 Nächte in diesem Monat zu arbeiten. Wenn ich jetzt aber mit 3 Nächten Überstunden geplant werde erbringe ich für den AG wieder 12 Nächte. Diese 3 zusätzlichen Nächte werden mir zwar als Überstunden gut geschrieben werden, aber Urlaub hat ja den Sinn der Erholung durch Freizeit. Mehr Freizeit durch genommenen Urlaub habe ich aber nicht in diesem Monat durch die 3 Nächte Überstunden.
Stundenmäßig bleibt es übers Jahr gesehen ausgeglichen, aber......
Überstundenausgleich muss der AG nicht mit mir absprechen, Urlaubstage durchaus.
Werde ich im Urlaub krank, bleiben mir die Tage erhalten, im Überstundenausgleich nicht.
Gefühlt nehme ich Urlaubstage für nichts und werde noch dazu verdonnert meinen Urlaub direkt wieder rein zu arbeiten.
Dementsprechend sehe ich einen großen Unterschied, allein schon in der Qualität der freien Tage.
Macht der AG das bei all seinen TZ-MA, dann kann er ganz locker der Urlaubszeit entgegensehen, weil er bei einer solchen Planung keine Personalprobleme bekommt.
 
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Ren-Hoeck

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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Ich hab jetzt doch ein kleines Problem, was den Aufregungsgrad angeht.

Was genau ist der Untercshied, ob ich in einem Monat ohne Urlaub 30 h mehr arbeite, oder in einem Monat, in dem auch Urlaub eingeplant ist? In beiden Fällen habe ich am Ende des Monats 30 h mehr auf dem Konto.

Den Urlaub kann ich tatsächlich verplanen und beispielsweise eine Reise buchen.
Die Merharbeitsstunden werden dann vielleicht in einem Monat abgebaut, wo ich keinen Urlaub habe. Was ist daran so schlimm oder ärgerlich?

Arbeitsrechtlich nicht in Ordnung und tatsächlich ärgerlich ist es, wenn ich einfach zu der Mehrarbeit verdonnert werde, ohne dass es dafür sogar eine rechtliche Grundlage gibt. Das ist allerdings auch eine Stilfrage, und ein AG, der so verfährt, tut dies auch durchgängig in allen Belangen. Also entweder man tritt diesem AG auf die Füsse = Betriebsrat gründen, oder sucht sich einen AG, für den AN keine Leibeigenen sind.
Ich versteh die Aufragung so, dass der AG die einfach die ohnehin freien Tage auf Urlaub umschreibt, und somit der Urlaub nur auf dem Papier existiert.
 
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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Hallo thorstein,
das Problem ist nicht die Anzahl der Urlaubstage, sondern deren "Stundenwert".
Ich weiß jetzt zwar nicht aus welchem Grund Chef de Saucier eine Stundenerhöhung erhalten hat, aber meistens macht man das zum Abbau von Überstunden.
dann sieht das Ganze so aus:
Eine 50% Kraft wird auf 100% hochgestuft, geht in Urlaub,jeder Tag wird eigentlich, sagen wir mal, bei 50% mit 4 Stunden berechnet.
So, jetzt, bei 100 % wird der Tag aber mit 8 Stunden berechnet, tja, dann "feiert" der/ die Ma auf einmal im Urlaub so ganz neben bei täglich 4 Überstunden ab.
Wäre in diesem Monat kein Urlaub würde sie bei vollen Bezügen (die einer 100% Kraft) jedoch auch nur 4 Stunden arbeiten oder sich entweder weiterhin Überstunden erarbeiten oder zumindest keine abbauen.
Ist doch irgendwie clever finde ich: bei 3 Wochen Urlaub verschwinden so ganz neben bei dann 60 Überstunden. (das wären eigentlich so ca. drei Wochen Überstunden frei)
Gruß Lisy
Wenn man das mit allen Ma macht, kann man die Urlaubszeit nicht nur gut "überstehen", man baut dann auch noch so nebenbei viele Überstunden ab.
 
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Chef de Saucier

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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

@ Lisy

Danke für Deinen Beitrag, entweder habe ich ungenau formuliert oder Du hast es anders aufgenommen.
Ich habe lt. Vertrag eine 75%-Stelle ( das entspricht auch meinem Wunsch ) und mein Arbeitsvertrag bezieht sich nicht auf einen Tarifvertrag und eine Vereinbarung über eine generelle Möglichkeit zur Anordnung von Mehrarbeit ist nicht Teil meines Vertrages. Im z.B. Monat Juni hätte ich als NW ein Soll von 120 Std. Geplant wurde ein ein Ist-Wert von 149 Std. Hieraus ergibt sich folgende Konsequenz:
- 7 Tage Urlaub
- 11 Nachtwachen = 110 Std.
- Ich erhalte auf mein Arbeitszeitkonto plus 29 Überstunden

Ich habe also sieben Tage Urlaub, arbeite aber nur eine Nachtwache weniger und mein Arbeitszeitkonto wird weiter aufgefüllt. Theoretisch erhalte ich meinen Urlaub, praktisch aber nahezu nicht.

Grundsätzlich liegt ja eine Absicht hinter meiner reduzierten Stelle. Natürlich könnte ich auch eine Vollzeitstelle erhalten, aber das möchte ich nicht. Somit würde es natürlich absolut gegen meine Interessen gehen, würde ich zeitweise auf 100% hochgesetzt. Auszahlungen von Ü-Stunden lehne ich generell für mich ab, ich profitiere mehr von der arbeitsfreien Zeit anstatt von mehr Geld. Natürlich könnte der Arbeitgeber hier auf eigenen Wunsch auch auf eine Auszahlung bestehen, jedoch würde es die Bereitschaft zum spontanen Einspringen natürlich mindern.

Gruß CDS
 
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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Hallo Lisy,

dein Beispiel hat zwar mit dem hier geschilderten Problem nur am Rande zu tun, basiert aber meiner Ansicht nach nur auf einer gefühlten Ungerechtigkeit. Und dagegen ist offencihtlich kein Kraut gewachsen.

Wenn ein Mitarbeiter sich Hochstufen lässt ( man wird nämlich nicht hochgestuft), gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder er verbraucht den alten Urlaub vor der Hochstufung komplett oder aber er baut mit dem alten Urlaub dann nach der Hochstufung Überstunden ab. An beiden Varianten ist überhaupt nichts auszusetzen, nur sollte der Vorgang vom Betroffenen auch begriffen werden.

Grüsse
 
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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

@Lisy

Ist jetzt zwar ein bisschen offtopic, aber was Du schreibst möchte ich gerne verstehen.
Bei Deinem Beispiel kann ich nicht erkennen wo so Überstunden abgebaut werden?

MA arbeitet 4 Std tgl., hat 30 U-Tage.
Jetzt erhöht er für einen Monat auf Vollzeit: 8Std/Tg., U-Tage bleiben gleich.
Er nimmt 5 Tage Urlaub im Monat wo erhöht wurde, U-Tag zählt 8 Stunden, macht 40 Stunden, die er im Monat wo erhöht wurde durch Urlaub dann bereits erbracht hat. Die restlichen muss er dann durch Dienste einfahren, und zwar 8Std. Dienste, da er ja Vollzeit arbeitet. Am Ende hat er weder plus noch Minus, für mich ganz gerecht.
Habe ich da irgendwo einen Denkfehler?
Es geht nämlich nicht, dass Urlaub des MA in dem Monat wo erhöht wurde der U-Tag nur mit der Stundenzahl berechnet wird wie als TZ-MA. Der Urlaubstag hat
die Stundenzahl immer entsprechend der zu diesem Zeitpunkt geltenden tgl. Arbeitszeit.

Folge ich Deiner Argumentation, dann würde ein MA, der z.B. die Stundenzahl verringert dann auch prima Plus aufbauen und das würde kein AG so rechnen.
 
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thorstein

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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Es geht nämlich nicht, dass Urlaub des MA in dem Monat wo erhöht wurde der U-Tag nur mit der Stundenzahl berechnet wird wie als TZ-MA. Der Urlaubstag hat
die Stundenzahl immer entsprechend der zu diesem Zeitpunkt geltenden tgl. Arbeitszeit.
Das wäre wirklich super. Aber der Uraubsanspruch ergibt sich ja nach den Monaten, in denen man bereits gearbeitet hat. Wenn du 6 Monate zu 50% gearbeitet hast, ergibt sich daraus z.B. 15 Tage Urlaub a 4h.

Ich rate daher auch immer, dass sich Teizeitkräfte Merharbeitsstunden nicht ausbezahlen lassen, sondern durch Debutatserhöhung abbauen. Man erhöht dann sagen wir für 4 Monate auf 75%. Für diese 4 Monate stehen einem dann auch Urlaubstage entsprechend 75 % zu. Übrigens natürlich auch, wenn dieser Urlaub erst genommen wird, wenn man wieder 50% arbeitet.
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

. . . ehe die Debatte in die falsche Richtung läuft: das alles klappt jedoch nur, wenn die Teilzeitkraft das auch möchte. Aus Erfahrung gibt es Teilzeitbeschäftigte, die gern mehr arbeiten, aber auch solche, die aus unterschiedlichsten Gründen Mehrarbeit ablehnen. Und das Verdonnern zur Mehrarbeit ist eigentlich nur dann zulässig, wenn es entweder arbeitsvertraglich vereinbart ist, oder im Kriegs- und Katastrophenfall. Ansonsten kann mein Arbeitgeber eigentlich nur die vertraglich vereinbarte Zeit abverlangen.
Und wie es sich liest, hat der Chef des Saucier nichts vertraglich vereinbart, auch überhaupt kein Interesse daran, Mehrstunden gegen Bezahlung zu leisten, sondern ihm liegt aus Gründen, die er hier nicht darlegen muss, mehr an Freizeitausgleich, wenn notwendigerweise (er ist ja nicht uneinsichtig) mal welche gemacht werden müssen . . .

P.S.: Wer kommt nachher mit, einen trinken? Auf die Schnapszahl des 555. Beitrags würde ich glatt einen ausgeben ;-)
 
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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Das wäre wirklich super. Aber der Uraubsanspruch ergibt sich ja nach den Monaten, in denen man bereits gearbeitet hat. Wenn du 6 Monate zu 50% gearbeitet hast, ergibt sich daraus z.B. 15 Tage Urlaub a 4h.

Ich rate daher auch immer, dass sich Teizeitkräfte Merharbeitsstunden nicht ausbezahlen lassen, sondern durch Debutatserhöhung abbauen. Man erhöht dann sagen wir für 4 Monate auf 75%. Für diese 4 Monate stehen einem dann auch Urlaubstage entsprechend 75 % zu. Übrigens natürlich auch, wenn dieser Urlaub erst genommen wird, wenn man wieder 50% arbeitet.
Bleiben wir bei dem Beispiel: AN arbeitet in TZ 5 Tage/Woche und tgl. 4 Stunden. AN erhöht Arbeitszeit auf VZ tgl. 8 Stunden, weiterhin 5 Tage/Woche. Er hat in beiden Fällen 24 Tage Urlaub.
AN arbeitet das erste Halbjahr TZ und das zweite Halbjahr VZ. Seine 24 Tage Urlaub hat er aber bereits im ersten Halbjahr genommen. Und dieser AN erhält für das zweite Halbjahr nochmal 12 Urlaubstage?
Oder andersherum: AN verringert von VZ auf TZ, selbiges Muster wie eben beschrieben. Und der muss dann den schon genommenen Urlaub nacharbeiten?
Nee, ich habe keine rechtliche Quelle zur Hand, aber bisher habe ich keinen AG erlebt, der so gerechnet hätte und ich bin davon überzeugt, dass das nicht rechtens ist, weil dann schonb viele AN, inclusive mir sofort beim Rechtsanwalt gewesen wären.
Ich bleibe dabei, der Urlaub wird nach Tagen berechnet entsprechend der Tagewoche, die zum Zeitpunkt des Urlaubs gearbeitet wird und umgerechnet, wenn sich die Tagewoche ändert.

Habe auf die Schnelle noch das hier gefunden:
"Ändert sich im Verlauf eines Kalenderjahres die Verteilung der Arbeitszeit auf weniger oder auch auf mehr Arbeitstage einer Kalenderwoche, verkürzt oder verlängert sich entsprechend die Dauer des dem Arbeitnehmer zustehenden Urlaubs. Sie ist dann jeweils unter Berücksichtigung der nunmehr für den Arbeitnehmer maßgeblichen Verteilung seiner Arbeitszeit neu zu berechnen. Das trifft auch für einen auf das folgende Urlaubsjahr übertragenen Resturlaub zu, wenn der Arbeitnehmer seit Beginn des folgenden Jahres in Teilzeit beschäftigt ist."
Hat also ein Arbeitnehmer statt einer 5-Tage-Woche beispielsweise nur noch an 4 Tagen pro Woche seine Arbeitsleistung zu erbringen, so verringert sich die Zahl seiner jährlichen Urlaubstage entsprechend. Wenn in diesem Beispielsfall dem Arbeitnehmer ursprünglich 20 Tage Urlaub zustanden, so verbleiben ihm nach der Reduzierung der Arbeitszeit nur noch 16 Urlaubstage im Jahr.

@Wolfgang
bin dabei wo muss ich hinkommen?...:)

 
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AW: Trotz Urlaub gleiches Arbeitsumfang

Ich glaube die Discusion entwickelt sich zu kompliziert.

Was hier beschrieben ist, das wird gern gemacht um den Dienstplan zu retten (wie weit das legal ist kann ich aber nicht sagen). Es werden einfach normale freie Tage durch Urlaub ersetzt. Da aber pro Woche freie Tage zustehen - die ja jetzt nicht gewärt werden - entstehen wieder Überstunden.
 
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