Transkulturelle Pflege in der Psychiatrie

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Ingo Tschinke

Hallo Kollegen,

wir Wortgewandten in Psychiatrie scheitern immer wieder daran, wenn Patienten zu uns kommen, die wir so schwer verstehen können, weil wir nicht eine gemeinsame Sprache sprechen (weder verbal noch non-verbal) und sie ein zu uns doch zu unterschiedliches Gesundheitsverständnis haben. Die Sprache ist von eine in Deutschland doch sehr verbreiteten ethnischen Bevölkerungsgruppe, die türkischen Migranten.

Ich habe persönlich dreimal türkische Migranten mit ausgeprägten Depressionen und starker Somatisierung in der Bezugspflege betreut. Fast alle waren schon über 20 Jahre in Deutschland im einem Alter zwischen 50 und 60 und waren schwer oder fast gar nicht durch beratende Gesprächsführung in der Bezugspflege zur Thematisierung der Problemstellung zu erreichen.

Trotz starker Selbstreflektion, Empathie und Verständnis, aussereinandersetzung mit Migration der Türken in den siebziger und achtziger Jahren ist es kaum gelungen, diesen Menschen helfen zu können. Meist wurden sie nur kurzzeitig aus ihrer Umgebung entfernt durch den Klinikaufenthalt, was ihnen etwas Abstand und Distanz ermöglichte, aber mehr war kaum zu erreichen.

Die Frage, die ich mir nun stelle, ist es überhaupt möglich solchen ethnischen Gruppen, ohne das Verständnis Teil dieser Gruppe zu sein, zu verstehen, um ihnen zu helfen und ihnen die Unterstützung und Veränderungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die sie benötigen, um sich aus ihrer belastenden Lebenssituation lösen zu können.

Was für Erfahrungen habt ihr?

Cheers

Ingo :redface:
 
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Ingo Tschinke

Möchte nur noch kurz auf einen aktuellen Artikel zu dieser Thematik hinweisen in Psychiatrische Pflege heute Ausgabe Oktober 2002 über Lebenswirklichkeiten türkischer Mirgarntinnen bei Krankheit.

Ingo :redface:
 
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