Atmung & Beatmung Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

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nehle

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Hi, ist mein erster Beitrag, hoffe ihr könnt mir weiterhelfen:
Versorge ambulant einen Tracheotomierten Patient, sein Stoma ist mit MRSA besiedelt, mehrere Sanierungsversuche waren erfolglos,
das Stoma ist immer stark gerötet und schmerzhaft, zur Reinigung werden fertige Stomareinigungstücher verwendet, oder Kompressen mit Octenisept. Manche aus dem Team applizieren Flammazinesalbe.

Meine Frage: welche Erfahrungen habt ihr mit solchen fertigen Tüchern, ich stehe denen eher skeptisch gegenüber, (obwohl pH-Hautneutral, ohne Alkohol), aber da sind ja auch Duftstoffe drin und so was). Ich reinige mit Octenisept, hab aber gehört, dass sollte man nicht dauerhaft anwenden.

Meine Ideen derzeit sind noch Cavilon-Spray (weis nicht genau ob das auch für besiedelte Haut sinnvoll ist, sonst habe ich damit super Erfahrung), Metallinen statt Doppelschlitzkompressen.

Danke für Hilfe Tips und Anregungen
Nehel
 
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chrodechilde

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AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

ich denke es gibt nix bersseres wie octenisept! ich würde vom gefühl her auch eher mull schlitzkompressen nehmen.

was sagen denn die wundfachleute hier im forum. die werden doch sicher den neusten stand der wissenschaft parat haben.

würde mich auch mal interessieren
 
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herbstzeitlose

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Re: AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

Octenisept sollte in der Wundpflege nicht länger als 14 Tage eingesetzt werden,- sollte auch nicht bei Kathetern benutzt werden, da dieses das Material angreift.
Cavilon- die Frage ist, was willst du damit erreichen? Es eignet sich hervorragend um Wundränder vor Mazeration zu schützen - oder verstärkt die Klebekraft von Keberändern bei Wundauflagen m. Haftrand.
Willst du gegen MRSA-Keime angehen,vorausgesetzt, da ist ein Wundabstrich gemacht worden mit Erreger- und Resistenzbestimmung, würde ich auf Prontosan PHMB zurückgreifen, allerdings muss das 15 Min. einwirken, um gegen die Art der Keine zu wirken(lokal)
Soweit mein Kenntnisstand
herzlichst die Herbstzeitlose
 
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Christian Kröhl

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AW: Re: AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

Octenisept sollte in der Wundpflege nicht länger als 14 Tage eingesetzt werden
Hallo herbstzeitlose,

kannst Du sagen, warum nicht länger als 14 Tage? Diese Einschränkungen höre ich heute zum ersten Mal. Gibt es da aktuelle Erkentnisse? Würde mich über einen Link sehr freuen.

Gruß,
Christian.
 
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herbstzeitlose

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Re: AW: Re: AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

"Klinische Versuche beschränken sich in der Regel auf einen begrenzten Zeitraum- und erlauben über diesen Zeitraum eine Aussage zur Verträglichkeit. In den meisten Fällen ist es ausreichend, die antiseptische Maßnahme über einen befristeten Zeitraum durchzuführen, um z. B eine bestehende lokale Wundinfektion erfolgreich zu behandeln oder eine infektionsgefährdete Wunde präventiv zu schützen."
Es wurden zwar auch bei einer längeren Anwendung von 14 Tagen hinaus (chron. Wunden u. Verbrennungspatienten)keine Zunahme von Unverträglichkeitsreaktionen festgestellt- aber wie gesagt- die Versuche erstrecken sich über einen Zeitraum von 14 Tagen.
"sollte in bestimmten Fällen eine wiederholte, zeitlich unbefristete Anwendung erforderlich sein,.....................,sollte sich die Dauer der Anwenung nach dem lok. Haut- und Schleimhautbefund und der ärztlichen Bewertung der Befunde richten".
Soweit zu dem, was ich gerade "gelernt" habe, vielleicht lieg ich damit falsch, lass mich gerne eines besseren belehren. Ich nutze es seitdem jedenfalls nicht mehr über diesen Zeitraum hinaus, auch wenn es wegen seiner "Einwirkzeit" wesentlich geringer ist als Prososan PHMB.Und wenn es(Prontosan PHMB) auch noch gegen MRSA wirksam ist,was spricht dagegen, es in diesem Fall einzusetzen?
herzliche Grüße, die Herbstzeitlose
 
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Christian Kröhl

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AW: Re: AW: Re: AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

Danke für Deine Antwort.
Aber d.h. es gibt gar keine Erkenntnisse, die Octenisept da eine schädigende Wirkung nachweisen? Hm, die Begründung
Es wurden zwar auch bei einer längeren Anwendung von 14 Tagen hinaus (chron. Wunden u. Verbrennungspatienten)keine Zunahme von Unverträglichkeitsreaktionen festgestellt- aber wie gesagt- die Versuche erstrecken sich über einen Zeitraum von 14 Tagen.
- ohne Dir jetzt zu nahe treten zu wollen - kann man natürlich auch problemlos auf jedes andere Antiseptikum, inklusive Prososan PHMB, übertragen. Diese Art der Argumentationskette ist da scho a weng dünn, oder?

Gruß,
Christian.
 
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Chef de Saucier

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AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

Hallo herbstzeitlose

Die Besonderheit von MRSA/ ORSA beschränkt sich ja auf die Resistenz gegenüber Antibiotika ( ß-Lactam ). Gegenüber Desinfektionsmitteln besitzen sie keinerlei Resistenz und sind, sofern möglich, problemlos abzutöten.
In einem anderen Zusammenhang ( PEG ) habe ich in der Vergangenheit bereits von einer Materialunverträglichkeit bei dauerhafter Anwendung von Octenisept bei Kunststoffen gehört, das hat sich aber nicht bestätigt bzw. wurde von Hygienefachkräften als unbegründet dargestellt.

Gruß CdS
 
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Re: AW: Re: AW: Re: AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

Wenn es doch laut Arzneimittelinformationen heisst, dass das Produkt nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden sollte,- und es weiter heisst, dass bisher nur Erfahrungen bei einer kontinuierlichen Andendungsdauer von ca. 14 Tagen vorliegen- warum sollte ich dann als Anwender den Beweis dafür antreten, dass man dieses Antiseptikum dann auch länger ohne schädigende Wirkung einsetzen kann???
Also ich bin dann doch etwas zurückhaltender in der Anwendung.
Meines Wissens besteht bei Prontosan PHMB keine zeitliche Begrenzung in der Anwenung und besitzt zudem noch eine wundheilungsfördernde Wirkung.
 
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AW: Re: AW: Re: AW: Re: AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

Hallo Nehel!

Deine Überlegungen finde ich gut, würde ich auch so machen. Reinigung mit Octenisept Kompressen, Cavilon Applikatoren(kein Spray, Dosieraerosole) und die Metalline Tracheokompressen.
Habe mit dieser Zusammenstellung auch sehr gute Erfahrungen gemacht.
Vielleicht könntet ihr im Team mal besprechen für 7-14 Tage wirklich nur eine Linie zu fahren. ;)

Achja... es gibt neben dem etabliertem 3M "Cavilon" inzwischen von BSN medical "Cutimed protect", Salbe, Spray, Applikatoren.

Hallo Christian!

Im Gegensatz zum Antiseptikum Octenisept, hat Prontosan lediglich eine Zulassung als Medizinprodukt. Sehr spannend auch die rechtliche Situation, wenn eine infizierte Wunde nicht mit einem Antiseptikum, sondern nur mit einer Wundspüllösung behandelt wird. Generell sollten Antiseptika nur 7-14 Tage angewendet werden, da in diesem Zeitraum eine Infektion abgeklungen sein sollte.
Prontosan hat PHMB nur als Konservierungsstoff. Braun empfiehlt sogar bei infizierten Wunden ausdrücklich die Verwendung eines Antiseptikums!
Wie gehe ich bei infizierten Wunden vor?
Infizierte Wunden sind in der Regel mit Wundbelag belegt. Die Wunde sollte zunächst normal mit Prontosan® gereinigt werden. Anschließend empfiehlt sich der Einsatz eines geeigneten Wundantiseptikums, z. B. Braunol® oder Lavasept® Gebrauchslösung (0,02 % bzw. 0,04 % PHMB). In einer gereinigten Wunde kann das Antiseptikum rasch und vor allem vollständig wirken. Sind die Infektionszeichen zurückgegangen, sollte das Antiseptikum periodisch noch weiter eingesetzt werden: Intervall-Antiseptik.
B. Braun Melsungen AG - Services - FAQ`s zu Prontosan - Anwendung

Schuelke- Mayer gibt zur Octenisept Anwendung bei Kathetern folgende Angaben..
Kann octenisept® zur Desinfektion von Kathetern eingesetzt werden?
Ja. Katheter- und Sondenmaterial haben sich unter Praxisbedingungen und unter der
Voraussetzung, dass das Präparat frei abtrocknen kann, als verträglich mit octenisept®
herausgestellt.
http://www.schuelke-mayr.com/download/pdf/cde_lde_Octenisept_FAQ_broch.pdf

Also ziehe ich als Anwender daraus, das ich SPK oder PEG Einstichstellen zumindest nicht einsprühen darf. Die Flüssigkeit kann u.U. am Schlauch in die Einstichstelle laufen und dort nicht direkt abtrocknen.

Lieben Gruß
 
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AW: Re: AW: Re: AW: Re: AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

Mann/Frau lernt nie aus- danke für deine Ausführungen und Recherchen, wieder was dazu gelernt- und das zu dieser Stunde :)

herzlichst die Herbstzeitlose
 
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herbstzeitlose

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AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

also eines muss ich dann erst verstehen oder begreifen, vielleicht kann mir das dann hier jemand bitte erklären,-
wenn ich eine MRSA-Besiedelung habe, die nachweislich per Abstrich abgeklärt worden ist, damit gleichzeitig auch eine Resistenzbestimmung gemacht worden ist, damit ich bzw. der Arzt dann weiss, welches Medikament nicht bzw. eingesetzt wird, ich gleichzeitig berücksichtige, dass Octenisept nur eine begrenzte Anwendbarkeit hat- warum wird der Einsatz in diesem Fall hier dennoch empfohlen?
Und wenn eine infizierte Stelle nach -14 tägiger Behandlung, wie oben beschrieben, abgeklungen sein sollte, warum dann über diesen Zeitraum hinaus weiter Octenisept?
Den Unterschied zwischen Wundspüllösung und Antiseptikum kenne ich sehr wohl- vielleicht hab ich mich an anderer Stelle ungeschickt ausgedrückt,- aber irgendwie fehlt mir die Erklärung für das oben angeführte.
Vielleicht mag man mir da auf die Sprünge helfen. Ich danke schon mal herzlich
die Herbstzeitlose
 
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Hypet

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AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

ebenso wie Herbstzeitlose verstehe ich die hier begonnene Diskussion nicht so ganz, weil mir die Zielvorstellung der antiseptischen Behandlung nach wie vor unklar ist. Bekanntermaßen ist es nahezu unmöglich ist ein MRSA-besiedeltes Tracheostoma zu sanieren; nicht mit Octenisept, nicht mit Prontosan, nicht mit lokalen Antibiotika, noch mit sonst irgendwas. In meinen gesamten Jahren als Hygienefachkraft eines Krankenhauses der Regelversorgung habe ich eine erfolgreiche Sanierung trotz besiedelten Tracheostomas bislang kein einziges Mal erlebt. Ich rede dabei nicht von kurzzeitigen Erfolgen, die man sicherlich erreichen kann (nach dem Motto: 3 negative Abstriche = MRSA frei), sondern von einer dauerhaften Effizienz; d.h. dass die Abstriche nach einem, sechs und zwölf Monaten ebenfalls negativ sind. Somit stellt sich aus meiner Sicht die Sachlage wie folgt dar: In der Regel ist ein Tracheostoma dauerhaft und kann nicht einfach zurückverlegt werden. Eine MRSA-Sanierung ist in diesem Fall nicht erfolgversprechend und sollte folglich unterlassen werden. Eine antiseptische Behandlung zur Senkung der Keimlast kann bedingt sinnvoll sein. Im Hinblick darauf, dass diese aber zeitlich unbegrenzt (u.U. über Jahre) erfolgen müsste, empfinde ich die Sinnhaftigkeit dieses Vorgehens eher als zweifelhaft. Eine recht hilftreiche Informationsschrift zum Thema Sanierung ist unter MRSA-Dokumente: Empfehlungen und Schulungspräsentationen zu finden.
Viele Grüße sendet
Hypet
 
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AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

@Hypet,

vielen Dank für den super guten Link!!!

Bin zwar keine Hygienefachkraft kann aber deinen Folgerungen voll und ganz folgen bzw. nachvollziehen. Zumal es sich um einen ambulanten Patienten handelt.

Gruß
Heike
 
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AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

Hallo Hypet!

ebenso wie Herbstzeitlose verstehe ich die hier begonnene Diskussion nicht so ganz, weil mir die Zielvorstellung der antiseptischen Behandlung nach wie vor unklar ist. Bekanntermaßen ist es nahezu unmöglich ist ein MRSA-besiedeltes Tracheostoma zu sanieren;
Die Verwendung von Octenisept empfehle ich nicht zur Sanierung, sondern für die offensichtlich notwendige desinfizierende Behandlung der Haut. Rötung, Mazeration durch MRSA haltiges Sekret, die Erfahrung das Octenisept auch eine, wenn auch nur leichte Trocknung der Haut bewirkt, das bewegt mich zur Octenisept Empfehlung.
Von jahrelangem Einsatz hat hier auch niemand geschrieben, wenn ich es aus der ambulanten Pflege auch anders kennen gelernt habe.
Die Ausführungen zu Octenisept und Prontosan habe ich gemacht, weil es mir immer wieder vorkommt, als ob Prontosan und Antiseptika in einen Topf geworfen werden. Das nach einer Besserung der Beschwerden eine andere Behandlung erfolgen sollte, z.B. Reinigung lediglich mit Stomatüchern oder Kompressen sollte doch eigentlich klar sein?!

Grüße und Danke für den link :)
 
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AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

Wow, danke für die vielen Antworten,
viel Material um mit meinen Kollegen zu diskutieren,
vielleicht finden wir eine gemeinsame Gangart damit nicht jeder herumexperimentiert mit irgendwelchen anderen Mittelchen. Bin grade neu im Team, aber ich hoffe, auch Neulinge dürfen auch mal was besser wissen;-)
Vielen Dank an alle.
 
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AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

Aber auch über den Zeitraum von 14 Tagen hinaus zeigen die Erfahrungen bei längerer Anwendung des
Präparates (z.B. bei Patienten mit chronischen Wunden und bei Verbrennungspatienten) keine Zunahme der Unverträglichkeitsreaktionen und damit eine gute Verträglichkeit. Eine zunehmende Zyto - bzw. Gewebetoxitität in Abhängigkeit von der Anwendungsdauer ist in der Praxis nicht zu erkennen. Somit ist nach den bisherigen Erkenntnissen auch eine längere Anwendungsdauer möglich.
Sollte in bestimmten Fällen eine wiederholte, zeitlich unbefristete Anwendung erforderlich sein... sollte sich die Dauer der Anwendung nach dem lokalen Haut- und Schleimhautbefund und der ärztlichen Bewertung der Befunde richten.
Quelle: Schülke, 2007

Eine Verwendung von Octenisept, die länger als zwei Wochen dauert, ist also unter den z.B. o.g. Aspekten möglich.
 
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AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

"die zugelassene Anwendung von 14 Tagen bezieht sich auf die kontinuierliche Anwendung über diesen Zeitraum"
weiter heisst es "jedoch liegen Berichte über bis zu12wöchiger Anwendung vor."

Ich bin ja weder Produkteberater noch Verteufler! Wenn einerseits von einer Zugelassenen Anwendung von 14 Tagen gesprochen bzw. bei Schülke so geschrieben steht, dann frag ich mich, warum nicht zugelassene Anwendung von über bis zu 12 Wochen. Berichte und Erfahrungen sind ja ganz schön, aber Studien fände ich persönlich aussagekräftiger.
 
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Chef de Saucier

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AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

Berichte und Erfahrungen sind ja ganz schön, aber Studien fände ich persönlich aussagekräftiger.
Da bin ich ganz Deiner Meinung. Leider liegen doch relativ vielen Empfehlungen/ Erwartungen keine aussagekräftigen Studien zugrunde. Vielmehr basieren viele Aspekte auf logischen Rückschlüssen, Expertenmeinungen, Erfahrungen... Im Bereich der RKI - Empfehlungen kenne ich diverse Empfehlungen der Kategorie "1b", welche somit auf Expertenmeinung anstatt auf eindeutigen Studien beruhen. Ähnlich verhält es sich mit diversen Aussagen im Bereich der Expertenstandards. Hier wird jedoch häufiger darauf hingewiesen das die Effizienz bestimmter Massnahmen nicht eindeutig bewiesen worden ist bzw. Handlung "A" nicht effektiver sein muss als Handlung "B" uws. Dennoch ergeben sich hieraus Verpflichtungen und ein Erwartungshorizont, der erfüllt werden muss.

Und selbst wenn es Studien/ eine Studie geben sollte, dann kann man als Laie wahrscheinlich nicht beantworten und überschauen, ob die Ergebnisse auch Lupenrein sind. Man kann allenfalls noch Lesen das Person X die Studie an Ort Y durchgeführt hat. Aber wer ggf. die Studie in Auftrag gegeben hat, für wen die Person u.U. noch arbeitet, wer ggf. das ganze finanziert hat und mit welchen Absichten... lässt sich nicht ohne weiteres klären.
Beispiel: Professor Dr. X macht eine Studie zum Thema Nutzung der Atomenergie usw. Arbeitet an einem Institut, welches einer Uni angeschloßen ist. Unklar für Laien ist, das die Professur des Prof. von RWE teilweise finanziert worden ist. Hier wäre z.B. unklar, ob der forschende tatsächlich unabhängig ist... Hierfür gibt es noch zahlreiche weitere Beispiele.

Gruß
CdS
 
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Rixte

AW: Tracheostomapflege bei MRSA Besiedlung

Hallo @all,
Vielen Dank für die neuen Info's.
Ich habe die gleichen Erfahrungen gemacht, Solange ein Tracheostoma existiert greift keine Sanierung auf Dauer.
Ich kenne es so , dass Tracheostomen mit Octinisept gereinigt werden, bis jetzt hatten wir keine Probleme, werde aber die neuen Info auf Station weitergeben.

Antwort auf die Ausgangsfrage;

Reinigungstücher mit Duftstoffe können schon zu Irritation der Haut führen.
Einfachste Reinigung ist mit feuchten NaCl 0,9% Kompressen.
Danach sehr dünn Zink CT Salbe aufbringen.

Gerötete Stomaumgebung(infiziert) behandeln wir bis zu 14 Tagen mit Polyhexanidgel, sehr dünn einreiben.

Rötung auf Grund von feuchten Stomen, mit gut saugenden Schlitzkompressen, oder Allyvinschlitzkompressen. Metaline ist nicht saugfähig.Die Haut wird geschütz mit Zink CT Salbe.Sehr dünn auftragen.
Manchmal bringt eine Trachealkanüle mit subglottischer Absaugung eine Besserung des feuchten Stomas.

Cavillon ist, nach meiner Meinung,im Tracheostomabereich mit Vorsicht anzuwenden. Spray schon garnicht, da es ins Stoma eindringen kann. Genauso wie die Dämpfe eingeatmet werden Können.
Was nach meiner Meinung ein NO GO ist, das jede PP ihr Ding macht.

Einen schönen sonnigen Start in die Woche
Rixte
 
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