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Trachealkanülenmanagementer

  1. Hallo zusammen, im Rahmen meiner Weiterbildung benötige ich einige Info bzgl.
    - Gefahren und Risiken in der ausserklinischen Heimbeatmung mit dem Umgang der Trachealkanüle
    - Schnittstellenmangement/ Verantwortungsbereich ( Logopädie, PFK) z.B Wechsel des Kanülenmodell ( es steht steht zwar in der Leitlinie sollte im Beatmungszentrum, aber wie sieht es oftmals in Wirklichkeit aus? Z.b. Provider schickt anderes Kanülenmodell da die verordnete nicht Lieferbar ist.)
     
  2. Ich war Fachbereichsleitung einer Beatmungs-WG.Wenn der Provider ein bestimmtes Kanülenmodel nicht liefern kann,muß man auf ein ähnliches Modell ausweichen und dies so dokumentieren.
    Ich empfehle, einen Extrabogen für Zu- und Ableitungen anzulegen,auf dem alle Zugänge mit Legedatum und geplantem Wechseldatum eingetragen sind.Bei Trachealkanülen ist es ratsam,die Chargennr. auf das Protokoll zu kleben.Dies kann sehr hilfreich sein,falls Probleme mit einer Kanüle auftreten.So konnte ich beweisen,daß eine bestimmte Charge mit häufigen Cuffdefekten behaftet war.Auf dem Protokoll ist auch sofort erkennbar,wann welcher Zugang gewechselt wurde.
    Falls man ein anderes Kanülenmodell anstrebt,z.B. eine größere Kanüle,um den Atemwegswiderstand zu verringern oder wenn man ggf über eine Sprechkanüle oder Entblocken nachdenkt,sollte man einen HNO-Arzt hinzuziehen.Der HNO-Arzt sollte eine Schluckstörung vor Entblocken/Sprechkanüle endoskopisch ausschliessen.Meine Erfahrung ist,daßLogopäden häufig meinen,daß der Patient schlucken kann und der HNO-Arzt sieht dann endoskopisch doch,daß die grüne Götterspeise den falschen Weg genommen hat.
    Ich hatte das Glück,einen HNO-Arzt zu finden,der bereit war,mit Endoskop zum Hausbesuch zu kommen.Von ihm hatte ich auch ein klares Statement zu verschiedenen Kanülen und war auf der sicheren Seite,ohne den Patienten dafür ins Krankenhaus einweisen lassen zu müssen.
    Ich empfehle, einen geplanten Trachealkanülenwechsel mit 2 Personen durchzuführen,am besten vorher die Sondenkost pausieren,um Aspirationen zu vermeiden.Ebenso vorher Mund,ggf. Nase und endotracheal absaugen und ggf.präoxigenieren.Wichig ist,vorher alles gut vorzubereiten,geht am besten mit einem kleinen Tischchen,auf dem man die Utensilien bereitlegt.An der Kanüle sollte vorher der Cuff auf Dichtigkeit überprüft werden und die Kanüle sollte gleitfähig gemacht werden,der Trachealspreizer bereit gehalten werden.Die Notfallbox mit Ersatzkanülen(auch 1 kleinere Kanüle) sollte immer griffbereit am Bett stehen.
    Bei problematischen Stomata(Bougierungstracheostoma,,Blutung,Narbenbildung usw. würde ich zum 1. geplanten Kanülenwechsel außerklinisch immer einen HNO-Arzt hinzuziehen.
    Es sollte protokolliert werden,ob der Kanülenwechsel ohne Probleme war oder ob es Auffälligkeiten gab.
     
    Pfleger56 gefällt das.
  3. Bitte eine Frage:Wieso muss die Sondenkost pausiert werden,um Aspirationen zu vermeiden?
    Sondenkost geht via PEG in den Magen, oder hab ich etwas missverstanden ?
     
  4. Die Sondenkost sollte vorher pausiert werden,um bei Reflux oder Erbrechen durch heftigen Hustenreiz,der beim Kanülenwechsel auftreten könnte,eine Aspiration von Sondenkost zu vermeiden.Beim ungeplanten Wechsel,z.B. bei akut verstopfter Kanüle oder Cuffdefekt,versuche ich,über die PEG den Magen abzusaugen.
     
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