GuK Tipp/Ideen für das praktische Examen

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Hartwig

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Moin, moin!

Vor dem praktischen Examen steigt immer die Panik. Was soll ich zeigen, was wird erwartet, wieviele Patienten soll ich nehmen usw.
Vielen Schülern fällt es schwer, Inhalte für die praktische Prüfung zu finden. Oft läuft es am Ende auf eine Variation der Standardprüfung - Medikamenten stellen + Infusionen vorbereiten, Grundpflege + Prohylaxen, Essen verteilen und Übergabe - hinaus. Allerdings bilden sie damit auch die üblichen Inhalte des pflegerischen Alltags auf den Stationen ab... (Aber ich will hier nicht wieder berufspolitische werden...:rolleyes: )
Meine Idee ist nun, eine kleine Ideenbank zu schaffen, mit Anregungen, was man noch in der praktischen Prüfung zeigen kann.


Zwei Bemerkungen vorweg:

1. Nutzt die praktische Prüfung, um das zu tun, wozu ihr Lust habt! Das ist euer Tag, niemand wird euch reinreden und Vorschriften machen, ihr könnt Pflege endlich so gestallten, wie ihr es wollt! So ein Tag wir in eurem Berufsleben so schnell nicht wieder kommen...

2. Überrascht eure Prüfer! Eure Prüfer haben schon hundert mal gesehen, wie ein Schüler eine Infusion vorbereitet, oder die Grundpflege durchführt. Vermeidet, dass sich eurer Prüfer langweilen! Denkt daran, wenn sie etwas schon hundert mal gesehen haben, haben sie viel mehr Möglichkeiten, eure Leistung mit den der anderen zu vergleichen. Wählt daher einige Dinge aus, die sie so vielleicht noch nicht,oder zumindest nicht so oft gesehen haben. Damit fallt ihr auf und das schafft Neugierde.

Einige Ideen (habe ich so während meiner prakt Prüfung gemacht)

* Benutzt Assessmentinstrumente! Ich habe die Atemskala/Pneumonierisiko nach Bienstein eingesetzt und den Mini-Mental-Status-Test benutzt.

* Habt Ideen bei den Prophylaxen, Pflege ist nicht nur Dekubitusprohylaxe.
Ihr könnt z.B. euch von den Physiotherapeuten Bewegungsübungen zur Kontrakturprophylaxe zeigen lassen und dies im Examen nutzen.
Schneidet ein Stück eine Binde ab, befestigt sie am Patientenaufrichter und lasst die Patienten dagegen blasen (Pneumonie/Atelektasen-Prophylaxe). Einsatz eines Atemtrainers.
Denkt bei allen Prophylaxen daran, dass ihr unbedings erklären können müsst, warum ihr gerade diese Massnahme ausgewählt habe und was ihr euch davon versprecht, bzw, wie ihr deren Erfolg überprüfen wollt.

* Einer meiner Patienten ass nur noch unregelmässig und wenig. Meine Idde war, dass er seinen Geschmackssinn verloren hatte und deswegen nur noch wenig Appetit hatte. Ich habe einen Geschmackstest auf salzig und süss durchgefüht.

* Führt ein Beratungsgespräch. Ich hatte eine Medikamentenschulung durchgeführt. Bei dem Medikament ging es darum, darauf hinzuweisen, dass es bestimmte Besonderheiten in der Ernährung gab, bestimmte Gewohnheiten mussten eingeschränkt werden (hier: direkte Sonneneinstrahlung und Besuch des Solariums mussten gemieden werden) und es gab bestimmte Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, auf die der Patient hingewiesen werden musste.

Soweit ein paar Ideen. Wer hat noch mehr?

Gruss Hartwig
 
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kleinergizmo

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Hallo Hartwig,

Die Grundidee an sich finde ich recht interessant. Mir aus Schülersicht (Ende August Praktisches) geht diese Theater-Spielerei offen gestanden aber eh schon auf den Senkel. In der Schule wird gepredigt, wir sollen es so machen wie immer (dass ich nicht lache...), dann klappt das schon. Theater spielen klappt nicht - und hält laut unserem Kursleiter kaum einer über 3 Stunden durch. Wer sich die Hände nie desinfiziert, wird es auch in der Prüfung irgendwann vergessen. Wer "falsch wäscht", dem passiert etwas in der Art in der Prüfung auch mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Und nun soll ich - ich will nicht sagen "Unnützes", aber mindestens "Übertriebenes" - zu Hauptbestandteilen des Ganzen machen?

Deine Prüfung klingt richtig gut, so weit Du das hier schilderst. Ich weiß nicht, ob Du damals auch so cool warst, oder ob der Blick im Nachhinein etwas verklärt ist... Aber ich für meinen Teil bin einfach nur verdammt froh, wenn alles rum ist und ich eine simple Infusion ordentlich gemacht habe.
Dein Beratungselement klingt sinnig - und sofern der Patient dieses zuvor nicht genommen hat, ist ein Erwähnen solcher Besonderheiten sicherlich superwichtig. Ich würd es nur nicht als "Medikamentenschulung" bezeichnen, sondern es als Aspekt vernünftiger Pflege betrachten.

Was die Prophylaxen angeht, ist auch die Idee mit den Kontrakturen gut, bisher wurde zumindest von meiner Schule schon gewürdigt, wenn man bei der GKW eben auch mal alles durchbewegt und Mobilisationen gut ausführt. Physiotherapeut will ich nicht werden...

Was den Rest betrifft, so ist es bei uns Vorschrift, dass die Fachprüfer (also Lehrkraft plus seit Neuestem ein PA) die Patienten auswählt, und das am Vormittag zuvor. Ergo hab ich mal absolut keine Möglichkeit irgendwas zu beeinflussen und bin verdammt froh, wenn ich die Prüfungskandidaten wenigstens einmal zuvor im Frühdienst hatte. Ich kann bis auf 10 Minuten, die in der Zeitplanung vielleicht übrig bleiben, mal absolut gar nichts entscheiden - wenn ein PEG-VW nötig ist, wird der gemacht, eine ZVD-Messung, wenn es angegeben ist und Andicken von Flüssigkeiten, wenn der Pat. halt Schluckstörungen hat.

Für mich sind das allemal keine Voraussetzungen, den "Tag zu genießen", auch wenn das bestimmt entspannter wäre...
Ich sträube mich einfach so ein bisschen gegen dieses Anpreisen, Theaterspielen und damit am Besten noch unbekanntes Terrain zu betreten, weil man 80% davon niemals im Alltag umsetzen kann, auch wenn es wünschenswert wäre.
Für mich (und für die Prüfer, zumindest wird uns das seit 3 Jahren erzählt) ist wichtig, dass ich am Examenstag und somit auch danach Situationen richtig einschätzen und adäquat reagieren kann. Klar, mit guter Reaktion und guter Pflege kommt eben eine 2 dabei raus - ein paar gut begründete Kleinigkeiten, die man m.E. aber lange nicht so inszenieren muss, geben dann auch einen Ausschlag zur 1.

Ein paar Spezialitäten werde ich sicherlich im Hinterkopf behalten für mein praktisches Examen... Aber ich bezweifle, dass ich bei der Vorbereitungszeit etc. wirklich viel davon umsetzen kann.

Nix für ungut, vielleicht hilft das anderen Schülern ja viel besser... :eek:riginal:

LG,
Gizmo
 
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Hartwig

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Hallo Hartwig,



Und nun soll ich - ich will nicht sagen "Unnützes", aber mindestens "Übertriebenes" - zu Hauptbestandteilen des Ganzen machen?

Deine Prüfung klingt richtig gut, so weit Du das hier schilderst. Ich weiß nicht, ob Du damals auch so cool warst, oder ob der Blick im Nachhinein etwas verklärt ist... Aber ich für meinen Teil bin einfach nur verdammt froh, wenn alles rum ist und ich eine simple Infusion ordentlich gemacht habe.

Gizmo
Ich wollte ja auch nur ein paar Ideen sammeln, was man alles machen kann...:innocent:
Natürlich sollte man in der Prüfung das machen, was man sicher kann und beherrscht, sonst kommt dann doch die Panik! Meine Idee für die Liste ist meine Erfahrung aus meinem praktischen Examen - ist jetzt 1 Jahr her. Damals ging eben die Panik rum, was soll ich bloss bei meiner Prüfung zeigen?
Von wegen "cool" ... also bei meiner 2.Zwischenprüfung habe ich mir fast in die Hose gemacht und wollte die Prüfung schon mittendrin abbrechen, weil nichts geklappt hat, der echte Horror!
Bei meinem Examen war ich dann allerdings wirklich sehr sicher und ich hatte Spass daran, ich denke, gerade deswegen, weil ich endlich so arbeiten konnte, wie ich wollte. Aber jeder reagiert natürlich auch anders.

Gruss Hartwig
 
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kleinergizmo

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Huhu Hartwig,

Bei meinem Examen war ich dann allerdings wirklich sehr sicher und ich hatte Spass daran, ich denke, gerade deswegen, weil ich endlich so arbeiten konnte, wie ich wollte.
Mein Respekt! :thumbsup2:
Ich geb mich da im Zweifel echt schon mit weniger zufrieden - Hauptsache es klappt irgendwie, Spaß machen muss es mir jetzt nicht dringend :innocent: *gg*
Obwohl zumindest das Probeexamen echt gut lief... Aber Prüfungssituationen find ich einfach immer furchtbar. *g*

LG,
Gizmo
 
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Alex77

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Hallo!

Ich bin mit meiner Meinung zu diesem Thema etwas zweigespalten. Irgendwie kann ich beide Seiten verstehen. Unser Examenskurs ist jetzt gerade fertig geworden und da habe ich auch oft die Frage gehört: "Was soll ich denn da bloß alles machen, um die Zeit voll zu kriegen?"
Ich kann das echt gut verstehen.
Wir antworten dann immer, dass sie auf jeden Fall nichts tun sollen, was sie vorher nicht geübt haben.
Wir, als Prüfer, möchten einen angemessenen Mix aus Grundpflege, spezieller Pflege und den alltäglichen Dingen sehen. Besonders wichtig dabei ist, dass die ausgewählten Maßnahmen für diesen Patienten richtig und wichtig sind.
Gerade bei den Prophylaxen wurden so viele verschiedene Maßnahmen gelernt, dass schon die erste Schwierigkeit darin besteht, die richtige Maßnahme auszuwählen. Ein bißchen Kreativität und Individualität fördert natürlich auch ein besseres Endergebnis.
Ich denke mal, wenn man den Patienten erst am ersten Prüfungstag kennenlernt, hat man kaum Zeit, sich noch von den Physios Bewegungsübungen beibringen zu lassen. Man sollte sich dann doch besser darauf verlassen, was man im eigenen Unterricht gelernt hat. Bei uns gehören Bewegungsübungen doch auch zum Programm.

Viele Grüße
Alex.
 
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Hartwig

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Wir antworten dann immer, dass sie auf jeden Fall nichts tun sollen, was sie vorher nicht geübt haben.
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Genau, ich denke, das ist entscheidend. Es gibt immer irgendwelche unvorhergesehene Situationen und wenn man sich dann in der ausgewählten Massnahme nicht sicher ist wird es schnell stressig...

Wir, als Prüfer, möchten einen angemessenen Mix aus Grundpflege, spezieller Pflege und den alltäglichen Dingen sehen.
Bei uns damals wurde die Grundepflege im Examen nicht gefordert, es hing von den gewählten Patienten ab und dem Prüfling. Ich hatte beispielsweise nur 2 Patienten in meiner Prüfung, die allerdings recht anstrengend waren. Ich war 4 Stunden beschäftigt, ohne eine Grundpflege durchzuführen, das war zeitlich nicht mehr möglich.

Ich denke mal, wenn man den Patienten erst am ersten Prüfungstag kennenlernt, hat man kaum Zeit, sich noch von den Physios Bewegungsübungen beibringen zu lassen.
Ja, das ist natürlich ein Problem. Wir hatten damals den Vorteil, uns die Patienten selber aussuchen zu können.

Gruss Hartwig
 
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