Thomas Fischer zur Sterbehilfe

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Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
I

Igel77

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
23.12.2014
Oldenburg
Wie wärs, Du fängst mit Deiner Meinung mal an? ;)
Gerne!

Verschiedene Facetten:
1.) Ich bin der Auffassung, dass sich jeder Mensch für sich selbt, und nur für sich selbst, wählen können sollte, wie er aus dem Leben gehen will, wenn er eine entsprechende Diagnose (ALS, Demenzen, Krebs etc) hat. Die Meinung und Einstellung aller anderen- Angehörige, Ärzte, Pflegekräfte etc. ist erst einmal irrelevant. Erstere können gerne so "unprofessionell" auf den jeweiligen Menschen einwirken, alle anderen bitte mit der entsprechenden Professionalität in alle Richtungen ergebnisoffen beraten, aber die letztendliche Entscheidung hat bei dem zu liegen, der den Suizid sucht.
2.) Klar abtrennen muss man Erkrankungen, die seelische Ursachen haben und behandelbar sind. (Mir sind durchaus Fälle bekannt, wo Leute in die Demenz EKTiert* worden sind, und frage mich da auch nach Ethik. Allerdings sind oftmals auch nur Medikamente und keine mehrdimensionalen Ansätze vorher angewendet worden, aus Unkenntnis und/oder Standesdünkel. Deswegen lautet hier die Meinung noch "Nein".)
3) Ich finde den palliativen Ansatz in Deutschland sehr entwicklungsbedürftig. Ich glaube daran, dass, würde dieser Bereich besser entwickelt, es auch weniger Freitode geben würde. Dies gilt sowohl für Hospizstationen, wie auch die Situation niedergelassener Anästhesisten, Demenzbetreuung, ambulante und stationäre Pflege usw. Ich sehe nicht, dass sich der Gesetzgeber in den letzten Jahren daran gemacht hat, das Sterben würdiger und leichter zu machen. Und daher empfinde ich ethische Bedenken gegen die Selbsttötung in eigener Entscheidung in den o.g. Fällen auch als am Rande der Heuchelei befindlich.
4) Patientenverfügungen helfen nur, wenn sich Ärzte und Pflegende daran auch halten. Oder überhaupt welche abgeschlossen werden.

*EKT ist was für einen anderen Tag und Thread.
 
Qualifikation
Gesundheits - und Krankenpfleger
Fachgebiet
Psychiatrie
W

Willy_Wuff

Aktives Mitglied
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01.12.2005
Deggendorf
Na, das ist doch mal nen Thema bei dem ich nicht meine Klappe halten kann ;-)

Zur Erklärung und zu mir :
Ich habe ne ganze weile auf einer Intensivstation gearbeitet und dementsprechend war das Thema einen Patienten Sterben zu lassen nicht selten.
Nun Arbeite ich auf einer Überwachungsstation mit vollem Monitoring ( Sowas ähnliches wie ne IMC ;-) ) und auch da ist es nicht selten ein Thema mit dem man sich zwangsläufig befassen muß.

Glücklicherweise muß ich gestehen das sich in der Medizin diesbezüglich in den Letzten 20 Jahren viel getan hat, zum Positiven, für die Patienten.
Dennoch bleibt es zumindest Ethisch ein unlösbares Problem, selbst wenn bei den Gesetzgebern und in der Politik wieder erwarten mal Menschen mit Rückrat Entscheidungsgewalt bekommen sollten.

In Erster Linie Reduziert sich bei solchen Patienten das Sterben auf zwei Fragen, also zumindest bei Patienten die nicht mehr selbst entscheiden können.

Wer gibt mir das Recht Gott zu spielen und zu entscheiden das dieser Mensch nicht mehr leben darf ?
Und genau das Gegenteil :
Wer gibt mir das Recht zu entscheiden das dieser Mensch in diesem Zustand weiter-existieren muß ?

Gehen wir einmal, bezogen auf das Beispiel in dem Text, im der Geschichte der Menschheit etwas zurück.
Jahrtausende war der natürliche Lauf der Dinge das jeder der so lange Überlebte irgendwann einmal an Altersschwäche verstorben ist.
Nicht immer, aber doch recht oft human und in würde.
Wie funktionierte der natürliche Lauf der Dinge ?
Man wurde Alt, der Körper immer schwächer. Irgendwann hatte man mal weder Durst noch Hunger empfinden, somit hat man auch nichts, oder nur noch sehr wenig, gegessen und getrunken.
Man trübte langsam ein, schlief ein und irgendwann war das Herz mal nicht mehr in der Lage das Gelee durch die Adern zu pumpen. Friedlicher und entspannter Exitus.

Dann kam irgendwann mal ein Mann mit Namen Hypokrates der einen Ärztlichen Eid verfasste, dieser war in der damaligen Zeit absolut sinnig, nur konnte der Hypokrates nicht wissen welche Vollgen dieser Eid in der Zukunft haben wird.
Denn Alter und Krankheit wurde irgendwann mal zu nem Millionengeschäft, und dank unserer Politiker in den letzten Jahrzehnten wurde es zu nem Milliardengeschäft.
Alte Regel, wenn die Monethik herrscht muß die Ethik die klappe halten :-(

In der heutigen Zeit, finde ich, sollte man vor allem die Patienten um ein vielfaches intensiver aufklären müssen. ( Richtig, müssen, denn die Geldgailen Klinikkonzerne werden das nicht wollen, schließlich verdienen sie mit den vielen kleinen Prothesen ein vermögen )
Wie wäre es mit : Wenn Du Dir Deinen Herzschrittmacher einbauen lässt, wird er Dir auch die Chance nehmen in würde ab zu treten.
Wie wäre es mit : Wenn Du der Dialyse nicht zustimmst wirst du langsam immer müder werden, eintrüben und irgendwann einmal friedlich sterben, weil Dein Körper sich selbst Narkotisiert.
Wenn Du der Dialyse zustimmst wirst Du aller Wahrscheinlichkeit nach langsam aber sicher verfallen und zwangsläufig zum Pflegefall werden, einfach weil Dein Körper der Dauervergiftung nicht lange was entgegensetzen kann, hinzu kommt das Dein Dialysekuratorium aus Geldgailheit Deinen Körper immens Stresst in dem es die Dialyse so schnell macht wie es irgend geht, denn wenn man jemanden 8 Stunden Dialysieren würde, müsste er 1. nicht so oft kommen und zweitens würde man nur die Hälfte der Patienten durchschleusen können, und ihn somit den Körper weiter schwächt. ( Maximaler Entzug in 4 Stunden Dialyse, damit nach der Dialyse die Gifte langsam aus den Zellen wieder in die Blutbahn strömen können und innerhalb kürzester Zeit eine neue Vergiftung beginnt).
Außerdem wirst Du dann mit der Dialyse so lange am Leben erhalten, bis Du ga nichts mehr selbst machen kannst, die Dauervergiftung wird unter anderem aller Wahrscheinlichkeit nach Dein Hirn schädigen.
Bei nicht so alten Menschen könnte man dann noch fragen ob er 10 Jahre Leben mit 20 Jahren Sterben erkaufen möchte.

( Alle die sich nun Aufregen ….... kommt wieder Runter …... ich weiß das es Maximal überspitzt formuliert ist und das es Millionen Situationen gibt in denen Herzschrittmacher Dialyse etc. sinnig sind. Aber es gibt halt auch die anderen Fälle und die darf man nicht vergessen, denn so selten sind die nicht. Ich habe oft genug solche Patienten bei denen es die Ansage gibt keine Intensiv Keine Reanimation, aber dennoch wird maximale Therapie betrieben, damit man ihn wieder ins Altenheim in sein Bett entlassen kann, damit zum einen die Pflegeeinrichtung weiter an ihm verdienen kann und zum anderen natürlich die Klinik, der ist schließlich nen Stammkunde)

Was ich damit eigentlich auch sagen möchte......
Bevor wir darüber Sprechen wie wir damit umgehen sollen wenn Patienten nicht mehr über sich selbst entscheiden können, sollten wir vielleicht lieber darüber sprechen die Patienten über die Langfristigen Folgen ihrer Medizinischen Entscheidungen auf zu klären, bevor sie sich dazu entscheiden der Krankheitswirtschaft Geld ein zu bringen.

Beispiel :
Da fand ich meine Oma klasse ;-)
Mit 80 hatte sie ne Syncope und der Behandelnde Arzt wollte ihr unbedingt nen Schrittmacher verpassen.
Oma meinte nur ( Ich hatte da nix mit zu tun ;-) ) Nä ich bin nun über 80 was soll es denn, was kann mir passieren …. ich falle um und bin Tod, besser kanns doch nicht gehen.
Hätte sie sich nen Schrittmacher einbauen lassen, wäre ihr Sterben mit 97 sicherlich um ein vielfaches Langwieriger gewesen, so hat sie das auch dank anständiger Mediziner die keine unnötigen Therapien gemacht haben und eine adäquate Schmerztherapie eingeleitet und durchgezogen haben, innerhalb von 1,5 Tagen erledigt. Schmerzfrei und soweit möglich in der Klinik würdevoll.
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
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Willy_Wuff

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05.07.2001
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