Therapietreue während des Ramadan

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Jens Schouten

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Kürzlich veröffentlichte das British Medical Journal die Ergebnisse einer Marokkanischen Studie zum Therapie-Verhalten während des Ramadan.
Wichtigste Ergebnisse:
- Viele Moslems basteln selbst an ihrem Therapieplan.
- Sie nehmen die Medikamente nicht oder passen eigenhändig die Dosis an.
- Beinahe 50% der befragten nehmen ihre Medikamente überhaupt nicht ein.
- Vorgenannte Probleme treten vor allem auf bei der ersten Generation der Immigranten und bei Moslems mit niedrigerer (Schul-)Bildung.
Dies liegt vor allem an einer rigiden Interpretation des Koran.
Während des Ramadan, welcher am 15. Oktober beginnt, dürfen Moslems einen Monat lang zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nicht Essen, Trinken oder Rauchen (u.s.w....).
"Für Moslems, die Medikamente nehmen müssen, macht der Koran allerdings eine Ausnahme. Sie brauchen nicht zu fasten, aber manche tun dies dennoch. Moslems müssen viel besser über die Risiken, die ihr Verhalten mit sich bringt, informiert werden. Zum Beispiel in den Moscheen.", sagt dazu Mohamed Sini, Vorsitzender der Gesellschaft Islam und Bürgerschaft.

Für uns Pflegende gilt es in dieser Zeit ganz besonders darauf zu achten, daß auch im Krankenhaus / der ambulanten Pflege äußerst genau darauf geachtet wird, daß alle Medikamente vollständig und pünktlich eingenommen werden.
In moslemischer Patient wird uns immer als ungläubig ansehen und sich kaum unserer Forderung nach Therapietreue annehmen. Ein probates Mittel ist hier die Kontaktaufnahme zum örtlichen Immam. Dieser ist der Leiter der örtlichen Gemeinde und besitzt die nötige Autorität und Koran-Kenntnis, um den Patienten und seine Familie von der Notwendigkeit der Medizin-Einnahme zu überzeugen.
Beachte: Es hat NICHTS mit Respekt für den Glauben zu tun, wenn man nicht auf derartige Probleme reagiert! Ein solches Vorgehen ist grob fahrlässig!

Viele Grüße!
Jens
 
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Jens Schouten

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15. Oktober...

Heute beginnt der Ramadan.
Nochmals: Bei Problemen mit muslimischen Patienten in Sachen Therapietreue oder/und Ernährung, wende Dich bitte an den Immam der örtlichen Gemeinde, zu finden unter Kirchen im Telefonbuch, andernfalls über die Stadtverwaltung. Auch muslimische KollegInnen können Dir oft sagen, wie der örtliche Immam zu erreichen ist.
Bis dahin... Jens
 
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05.07.2001
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